• Hoch gepokert... Fushima Inari Taisha

    April 2 in Japan ⋅ ⛅ 15 °C

    Kyoto / Yokohama // Revival: Als wir letztes Jahr die geführte Tour durch Kyoto gemacht haben, wurde uns jeweils eine Stunde zur Erkundung der einzelnen Sehenswürdigkeit eingeräumt. Ansonsten hätten wir das überaus ambitionierte Programm auch gar nicht geschafft. Beim Fushima Inari Taisha Schrein reichte die Zeit dann allerdings nicht aus, um den Berg komplett zu besteigen. Den Torii-Pfad zu Ende zu laufen steht deshalb auf unserer Wunschliste. Die letzten beiden Tage waren aufgrund des Regens dafür nicht optimal. Der Wetterbericht hat für heute Sonnenschein angesagt und so haben wir den Schrein auf den letzten möglichen Vormittag geschoben. Heute Mittag wollen wir schon weiter nach Yokohama. Hoch gepokert und gewonnen. Das Wetter hält.

    Wir werfen das überflüssige Reisegepäck am Hauptbahnhof ab und nehmen den nächsten Zug nach Inari. Der Zug ist rappelvoll. Der Fushima Inari Taisha Schrein steht mit ganz oben auf der Beliebtheitsskala in Kyoto. Am besten wäre es vielleicht gewesen, ganz früh zu starten, da hätten wir aber auf's Frühstück verzichten müssen. Das wollten wir dann irgendwie auch nicht.

    Hasi stellt sich kurz an, um noch einen Besucherstempel abzuholen. Ich laufe schon mal los, bleibe aber sofort im Stau stecken. Es ist unglaublich, welche Massen sich den Berg hochschieben. Zumindest am Anfang. Viele Besucher laufen den Weg nicht zu Ende. Besonders nervig sind die Instagram-Mäuschen, die alles blockieren, sich am besten noch vordrängeln oder einfach nicht fertig werden. Immer schön ruhig bleiben! Einmal werde ich kurz verbal.

    Ab zwei Drittel der Strecke haben dann die meisten aufgegeben. Es ist beruhigend zu sehen, dass auch andere Menschen keuchend die Treppen hochkommen. Da hilft es schon, dass unterwegs mal ein kleiner Schrein oder Souvenirladen steht, wo man kurz pausieren kann. Der Schrittzähler wirft uns freudig 60 Etagen entgegen, die wir heute hochgestiegen sind. Runter wird es dann richtig unangenehm für Unterschenkel und Knie. Zur Belohnung gibt's unten ein Sakura-Softeis. Ich bin schon ziemlich stolz, dass wir da hochgeschlappt sind. Insgesamt haben wir in gemütlichem Tempo ungefähr anderthalb Stunden für die komplette Strecke gebraucht.

    Mittags steigen wir in den Shinkansen. Wir haben auf der linken Seite gebucht, um einen guten Blick auf den Mt. Fuji zu haben, falls er sich denn zeigt. Leider haben wir heute kein Glück. Eine dicke Wolke hängt davor. Zwei Stunden später sind wir in Yokohama.

    Am Abend drehen wir eine kleine Runde durchs Bahnhofsviertel. Das Internetz hat uns ein gutes Restaurant empfohlen, das wir aber partout nicht finden können. Der JR-Bahnhof von Yokohama gleicht einem Irrgarten. Es wird zu allem Überfluss auch noch gebaut. Wir laufen dreimal im Kreis - nix. Es ist in Japan immer etwas tricky, Leute nach dem Weg zu fragen. Um ihr Gesicht nicht zu verlieren, wenn sie den Weg nicht wissen, schicken sie die suchende Person ggf. schon mal in eine falsche Richtung. Heute bleibt uns allerdings nichts weiter übrig, als eine Frau anzusprechen. Und siehe da, sie kennt den Laden und bringt uns sogar persönlich dorthin. Und das Essen ist auch noch gut. 😊
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