• Seelöwen und Schotterpiste

    9. januar, Argentina ⋅ 🌬 26 °C

    Am nächsten Tag geht es zum Ort La Loberia. Da ist der Name Programm, es handelt sich nämlich um einen Platz, an dem sich hunderte Seelöwen tummeln. Die Besucherstation ist zwar noch geschlossen, aber wir ignorieren das mal, da wir keine Lust haben, noch drei Stunden zu warten. Die Argentinier haben schon komische Öffnungszeiten. Hier wird erst 13 Uhr geöffnet. Geschäfte sind vormittags nur zwei, drei Stunden geöffnet und dann machen sie 5 bis 6 Stunden Siesta. Und da habe ich mich schon immer über die Spanier mit ihrer heiligen Siesta aufgeregt!
    Im Besucherzentrum gibt es drei Aussichtspunkte. Hier kann man von oben die lustigen Seelöwen beobachten. Und wirklich viele tummeln sich da. Sie sind ziemlich groß und haben einen Kopf wie eben ein Löwe, so zottelig. Sehen ganz anders aus als Robben und machen ein Gebrüll eben wie ein Löwe. Viele Jungtiere sind zu sehen und einige Männchen führen Revierkämpfe durch, die aber schnell beendet werden. Es sieht so aus, dass derjenige gewinnt, der am lautesten brüllt.
    Auf dem Rückweg begegnen wir dummerweise einem Angestellten, der uns auch gleich klarmacht, dass jetzt noch geschlossen sei, aber da wir uns klar als unwissende Ausländer erkenntlich machen, drückt er ein Auge zu und wir kommen um eine Strafe herum.
    Dann wollen wir weiter zur Halbinsel Valdés, allerdings begehen wir einen kleinen Fehler bei der Auswahl des Weges. Anstatt zurück nach Viedma zu fahren, entscheiden wir uns für die Bundesstraße 1, die an der Küste entlang führt und die zwar, so denken wir, sicher gleich wieder asphaltiert sein wird, doch nachdem wir schon viele Kilometer Schotterpiste fahren, feststellen, dass sie sich keineswegs in ihrem Zustand ändert. Naja, so fahren wir 230 Kilometer Wellblechpiste. Ein wahrer Genuss!🥳 Aber wir ärgern uns nicht, denn die Fahrt ist sehr abwechslungsreich und hat eine hübsche Landschaft. Etwa aller 50 Kilometer kommt ein "Ort", also eigentlich kein Ort, sondern ein Platz mit einem Namen, an dem dann einige wenige Argentinier mit ihren Wohnanhängern oder umgebauten Bussen dort am Strand campieren. Es ist so heiß (35 Grad!!) dass wir auch einmal anhalten und ins Wasser springen. Hier ist auch das erste Mal in Argentinien , wo der Strand sehr schön und das Wasser klar ist. Wir fahren weiter durch einen Ort, der halb von Sanddünen zugeweht wurde und der wie in der Sahara aussieht. Nach vielen Stunden kommen wir in San Antonio Oeste an, ein netter Ort mit vielen Geschäften, der in einer Bucht liegt, aber einen großen Tidenhub hat. Wir bleiben am Meer stehen, aber nach einiger Zeit ist das Wasser verschwunden und auch die Badeurlauber, die zahlreich um uns herum mit ihrer Strandausrüstung standen, sind alle weg. Da sind wir wieder mal allein.
    Ach und das Wohnmobil müssen wir auch erstmal etwas sauber machen. Durch die Wellblechpiste ist es innen völlig eingestaubt. Der Staub ist in jede Ritze eingedrungen und hat alles mit einer grauen Schicht belegt.
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