Wüste und Antofagasta
May 7 in Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Nun fahren wir viele Hunderte Kilometer durch die Wüstenlandschaft Atacama. Ein staubige, extrem trockene Region. Nähert man sich Ortsansammlungen, ist alles voll gemüllt. Ein großes Stück fahren wir nicht die Panamericana sondern die etwas hübschere Küstenroute 1. Hier gibt es nur aller paar Kilometer kleine Ortschaften der Indigenen. Auch alles schmutzig mit Müllbergen am Ende der Orte. Ganz besonders dreckig ist es bei der Zufahrt nach Antofagasta, eine Hafenstadt, die ich vom Namen her noch aus meiner Speditionsausbildung kenne. Irgendwie hört sich der Name schon hässlich an😅. Aber als wir in die Stadt hinein fahren, ändert sich das Bild etwas. Die Stadt liegt direkt am Meer und scheint in die Wüste, die sich dahinter auftürmt, hinein gebaut worden zu sein. In einem Shoppingcenter gehe ich schnell noch in den Supermarkt und da sehe ich das erste Mal schick gekleidete Menschen hier in Chile. Bisher hatten wir immer den Eindruck, dass die Chilenen null Wert auf Kleidung legen (was mir ja sehr sympathisch ist😅) und es überall Secondhand Läden gibt, aber hier scheinen die Menschen sehr wohlhabend zu sein und der Supermarkt stellt sich als der teuerste von ganz Chile heraus. Später erfahren wir, dass die Gegend durch die umliegenden Kupferminen so reich ist und deren Angestellten und Arbeiter neben einem ausgezeichneten Gehalt viele verschiedene soziale Privilegien genießen.
Die Stadt selbst schauen wir uns jedoch nicht an, da es nichts Sehenswertes gibt und eigentlich suchen wir nur einen Schlafplatz am Stadtstrand auf, wo wir schnell fündig werden. Viele der Städter sind am Abend mit Campingausrüstung da, grillen und genießen ihren Feierabend.
Und wir finden es schon sehr lustig, hier vor der Großstadt-Kulisse direkt am Strand übernachten zu können.Read more
Bahia Inglesa
May 2 in Chile ⋅ ⛅ 17 °C
Weiter geht's zu einem der schönsten Strände Chiles, zur Bahia Inglesa. Naja, da Chile jetzt nicht unbedingt für seine traumhaften Strände bekannt ist, ist die Messlatte auch nicht hoch. Ich sag mal so: bei herrlichem Wetter in der Hochsaison ist es hier bestimmt sehr nett, aber jetzt in der Nebensaison, wo die Wassertemperaturen auch nicht mehr zum Baden einladen, muss man nicht mehr als einen Tag hier verbringen. Zumindest stehen wir hier sehr ruhig, was nach der vorherigen schlaflosen Nacht (wir hatten vergessen,dass 1.Mai ist und die Jugend des Ortes in Partystimmung war) und in der Nähe von Huasco eine wahre Erholung ist.
Nach einem Strandtag (also ohne Baden) besuchen wir noch den nahegelegenen paläontologischen Park Los Dedos. Hier in einem riesigen Freilichtmuseum wurden 8 Mio.Jahre alte Fossilien von Urtieren gefunden.
Ein paar Kilometer weiter schauen wir uns noch die sehr selten vorkommenden Kugelgranit-Felsen an. Das ist magmatisches Gestein, in dem sich bei Vulkanausbrüchen kugelförmige Einschlüsse durch Wasserkristalle gebildet haben. Das erklärt uns der dort lebende Touristenführer Gabriel. Er gehört zum Indigenen Volk der Daiguita und ist sehr spirituell unterwegs. Für ihn ist es ein magischer Ort, an dem die Ureinwohner Zeremonien abgehalten haben. Und mit größter Begeisterung sitzt er mit uns unter einem Felsüberhang und erzählt, dass genau, wie wir in diesem Moment, seine Vorfahren hier gesessen haben und das Meer, die Sterne und den magischen Ort in sich aufgenommen haben.Read more
Isla de Chañaral
April 29 in Chile ⋅ ☁️ 13 °C
Der kleine Ort Chañaral der Aceitunas hat sich in den letzten Jahren von einem kleinen Fischerdorf zu einem beliebten Touristenort entwickelt. Die Fischer haben nämlich erkannt, dass man anstatt Fische zu fangen, viel Geld mit Touristen verdienen kann, indem man sie zur Isla de Chañaral fährt, um denen die hier zahlreich vorkommenden Wale, vor allem Finnwale, Seelöwen und Pinguine zu zeigen. Und ein entscheidender Vorteil ist hier, dass Wal-Touren im Vergleich zu anderen Orten mit etwa 25 € sehr günstig ist. Im Ort wird überall gebaut. Kleine Ferienunterkünfte werden gebaut, aber auch die Einheimischen verschönern sich ihre Heime. Ein sehr interessantes, niedliches rundes Hobbithäuschen sticht hervor und wir treffen auf Alexander, dem stolzen Besitzer, der gleich mit uns eine Hausbesichtigung macht.
Im Ort treffen wir endlich auch mal wieder auf andere Overlander. Wir lernen eine sehr nette Familie mit zwei kleinen Kindern kennen, die mit uns am nächsten Tag eine Wal-Tour machen.
Schade, dass es zu dieser Zeit hier den berüchtigten Küstennebel gibt. So ist der Himmel sehr bewölkt, was die Beobachtung der Tiere etwas trübt. Dafür haben wir kaum Wellengang und dann erscheint auch der erste Finnwal direkt neben unserem Boot. In etwas größerer Entfernung sehen wir noch einen anderen. Die Finnwale sind die zweit größten Wale der Welt. Schon sehr beeindruckend. Auf der Insel sind auch viele Seelöwen, aber von den hier lebenden Humboldt -Pinguinen sehen wir gerade mal zwei. Ist aber nicht schlimm, die haben wir ja zur Genüge gesehen😅.
Nach der Tour gehen wir mit der netten Familie im Ort essen und Micha bestellt sich ein Fischfilet mit Pommes, von dem eine achtköpfige Familie satt werden könnte. 😂Read more
Mystik im Valle de Elqui
April 28 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C
Wir können uns gar nicht von der wundervollen Atmosphäre des Tals lösen, aber irgendwann müssen wir Abschied nehmen und fahren aus dem Tal hinaus. Aber nicht ohne vorher die mysteriösen Plätze hier aufzusuchen. Hier im Tal haben sich seit einigen Jahrzehnten viele Esoteriker, Hippies und Buddhisten niedergelassen. So reiht sich hier auch eine esoterische Kommune mit Meditationen, Aura-Reinigungen und Energiezentren an die andere. Angeblich hat sich das energetische Zentrum der Welt von Tibet hierher verschoben. So machen wir noch einen Abstecher zur "magnetischen Zone". Und ob man daran glaubt oder nicht, wir erleben wirklich ein sehr seltsames Phänomen. Obwohl die Straße auf eine kleine Anhöhe führt und Micha den Leerlauf einlegt, rollt das Wohnmobil die Anhöhe hinauf. Ist das schräg!😀 Wir sind so fasziniert, dass wir mehrere Male diesen Versuch mit Erfolg durchführen. Unglaublich!!
Dann fahren wir zurück nach Vicuña und statten vorher noch der Alienfigur an der Hauptstraße einen Besuch ab. Hier soll nämlich -klar bei so viel positivem Energiefluss - 😅 ein UFO abgestürzt sein. Die Bewohner der Gegend haben mit eigene Augen gesehen, wie ein merkwürdig aussehendes, fliegendes Objekt an der Felswand zerschellte und kurz darauf seien schwarze Hubschrauber angeflogen gekommen, die dann alles beseitigt haben. Wie auch immer, die Alienfigur ist schon echt cool und dass die Gemeinde ein Schild mit der Geschichte aufstellt, ist herrlich 😅.Read more
Pisco und Sterne im Valle del Elqui
April 24 in Chile ⋅ ☀️ 23 °C
Auf das Elqui -Tal habe ich mich schon sehr gefreut und werde auch nicht enttäuscht. Es gefällt uns so gut, dass wir fast eine Woche da bleiben. Die ersten beiden Tage bleiben wir in Vicuña, einer kleinen niedlichen Stadt, die am Anfang des Elqui -Tals liegt. Die Stadt hat einen sehr schönen, mit vielen Bäumen gestalteten zentralen Platz, auf dem von einer Bühne, die wohl oft für Veranstaltungen genutzt wird, den ganzen Tag beruhigende Musik gespielt wird, während die Bewohner am Nachmittag unter den Bäumen herum schlendern oder auf den Bänken sitzen. Um den Platz sind viele Restaurants und Cafés und alles strahlt eine so gemütliche und freundliche Atmosphäre aus, dass es zum längeren Verweilen einlädt.
Für den zweiten Abend haben wir Tickets für eines der Observatorien gekauft, von denen sich hier mehrere im Tal angesiedelt haben, weil es hier einen der klarsten Sternenhimmel weltweit gibt mit 350(!) sternenklaren Nächten. Die Tour ist auf Spanisch und wir müssen beide feststellen, dass wir mit unseren Spanisch-Kenntnissen komplett überfordert sind. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich das Vokabular auf Deutsch verstehen würde 😅. Ach und vom Sternenhimmel sehen wir auch nicht so viel, denn wie sollte es anders sein: wir haben einen der 15 bewölkten Nächte erwischt 🤣.
Die nächsten Tage fahren wir tiefer in das subtropische Tal hinein und bleiben in dem Ort Pisco Elqui auf einem wundervoll gelegenen Campingplatz (auch hier sind wir wieder mal die einzigen Gäste). Der nette Besitzer lädt gleich ein Bündel Holz ab, mit dem wir jeden Abend grillen können und dabei den glasklaren Sternenhimmel mit Blick auf die Milchstraße genießen können.
Wie der Name des Ortes sagt, wird hier Pisco hergestellt, der aus den Weintrauben, die hier wegen des besonderen Klimas sehr süß sind, gewonnen wird. Da uns der Pisco gut schmeckt, besuchen wir gleich zwei Destillerien.
Außer Pisco probieren, das traumhafte Wetter genießen und abends Sternenhimmel anschauen, machen wir nichts und lassen einfach nur diese besondere Atmosphäre auf uns wirken.Read more
La Serena und Coquimbo
April 22 in Chile ⋅ ☀️ 17 °C
Einen kurzen Abstecher machen wir ins Ballungszentrum Coquimbo und La Serena. Für uns ist es immer anstrengend, durch größere Städte zu fahren. Wir haben bisher immer noch nicht die hiesigen Vorfahrtsregeln verstanden 😅und die Verkehrsführungen mit den oftmals sehr schmalen Einbahnstraßen sind eine große Herausforderung. In Coquimbo gibt es einen tollen Fischmarkt, an dem es riesige Pez Sol geben soll (Sonnenfisch), aber wir kommen zu spät, die Händler räumen schon alles weg. So bleibt uns nur noch übrig Empanada zu essen. Micha wagt sich an eine Empanada gefüllt mit den hier überall verkauften Loco heran. Wir wissen nicht, was es ist, aber man soll ja immer alles ausprobieren. Es schmeckt komisch, ziemlich hart, findet also keinen Gefallen bei uns. Später stellen wir fest, dass es sich um Meeresschnecken handelt. 😝
Nach unserer Kostprobe fahren wir zum höchsten Punkt der Stadt, dem unübersehbaren Cruz del Tercer. Das ist ein riesiges Beton-Kreuz mit einer Plattform oben drauf. Einen schönen Rundblick über die Umgebung hat man von hier oben.
Von Coquimbo fahren wir nach La Serena, wobei man nicht weiß, wann die eine Stadt aufhört und die andere beginnt. Dort finden wir einen Übernachtungsplatz am Strand in einer Wohnsiedlung, der Micha richtig gut gefällt, weil direkt davor ein Fitnessplatz ist. Am nächsten Tag fahren wir noch ins alte Zentrum der Stadt. Hier stehen einige hübsche Gebäude im Kolonialstil und eine alte Markthalle, in der sich die Marktstände um einen Innenhof gruppieren. Überall wird hier kandierte Papaya verkauft. Der Papaya-Saft, den wir probieren, schmeckt ganz fürchterlich süß. Also in Sachen kulinarische Erlebnisse müssen wir sagen, hat uns Chile bisher noch nicht begeistern können.😅Read more
Seelöwen und schöne Strände
April 21 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C
Beim Valle del Encanto finden wir keinen Übernachtungsplatz und die einzige Möglichkeit ist, wieder zur Küste zurück zu fahren und sich dort an ein Flussdelta zu stellen. Es sind nur etwa 50km und so müssten wir es problemlos schaffen, noch im Hellen den Ort zu erreichen. Womit wir nicht rechnen, ist, dass die letzten 20km wieder Schotterpiste ist. Hatten wir schon lange nicht mehr! Hier in Chile sind im Gegensatz zu Argentinien die allermeisten Straßen asphaltiert. Micha kämpft mit einer Geschwindigkeit von über 80km/h auf der schmalen Rüttelpiste gegen die hereinbrechende Dunkelheit. Als wir endlich den angezeigten Platz erreichen, stellen wir fest, dass dieser im Wasser liegt 🙈. Also fahren wir weiter und finden endlich einen Platz an einem Leuchtturm, an dem sich nur ein paar Fischer aufhalten, die uns neugierig begutachten. Auch am nächsten Morgen, als wir gemütlich draußen frühstücken, fahren Einheimische mehrmals an uns vorbei und starren uns an, als wären wir Außerirdische. Die Gegend scheint hier so abgelegen (ist ja klar, mit dieser ewigen Schotterpiste kommt ja auch niemand Fremdes her😅), dass sie es gar nicht fassen können, was wir da Komisches machen.
Dann geht es weiter an der Küste entlang, wobei wir Halt an einem "Karibikstrand" ( in Totoralillo) machen. Also gut, sieht schon so aus, aber die Wassertemperaturen zeigen schnell, dass das dann doch der Pazifik ist.
Und einen Stopp machen wir noch in Tongoy, einem Ferienort mit vielen Fischrestaurants (momentan, außerhalb der Saison ist hier nichts los) und in Guanaqueros. Und das ist echt mal ein Highlight. Am kleinen Fischerhafen tummelt sich ein Seelöwen - Rudel. Behäbig klettern sie auf das Pier und robben sich zu den Fischverkäufern, von denen sie ab und zu die Reste der filetierten Fische bekommen. Einmal watschelt ein Seelöwen -Männchen so nah an den Fischstand, dass der Fischer ihm einen Klaps auf den Hintern gibt, worauf sich der dicke Seelöwe grunzend ins Wasser stürzt.
Wenn ich mir überlege, was wir bisher für einen Aufstand gemacht haben, um in großen Entfernungen Seelöwen zu beobachten und hier muss man schnell weg springen, dass sie einen mit ihren scharfen Zähnen nicht zu nah kommen😂.Read more
Valle del Encanto
April 19 in Chile ⋅ ⛅ 15 °C
Seit langem treffen wir wieder mal auf Reisende aus Deutschland, beziehungsweise überhaupt mal wieder auf andere Reisende. Irgendwie dachten wir schon, dass wir ganz allein in Chile als ausländische Touristen gerade herum reisen. Ein junges Pärchen aus Bayern stehen mit ihrem Pickup auf dem Übernachtungsplatz an der Küste. Aber die beiden scheinen nicht so ganz glücklich mit ihrer Reise zu sein. Ziemlich ungeplant und unvorbereitet erscheinen sie uns und sie finden es alles unerwartet teuer, so dass sie auf viele Sehenswürdigkeiten verzichtet haben. Das zeigt uns doch mal wieder, dass gute Vorbereitung auf so eine Reise sehr wichtig ist.
Wir machen uns bald auf den Weg, denn wir gehen wieder einer unserer Lieblingsbeschäftigungen nach: prähistorische Kunstwerke:) Dieses Mal geht es zu Petroglyphen, also Steingravuren. Diese finden sich im Valle del Encanto. Dieses kleine Tal sieht ein bisschen wie eine Oase in einer ansonsten sehr trockenen Umgebung aus. Es war das Siedlungsgebiet der Molle, die hier etwa 500 Jahre seit dem 2. Jahrhundert lebten. Leider ist der Nationalpark absolut chaotisch gestaltet. Die Beschilderung für die Petroglyphen fehlt manchmal völlig, ist kaum noch lesbar oder führt inmitten eines Gestrüpps oder zwischen Kakteen. Wir klettern ab und zu auf Felsen herum, verlaufen uns und finden nicht so leicht wieder von Felsen herunter. Manchmal kann man nichts mehr von den Gravuren erkennen. Aber einige sind schon der Wahnsinn. Sie stellen Figuren dar, die wie Außerirdische aussehen. Warum diese Figuren so aussehen, weiß man nicht. Eine tolle Atmosphäre herrscht hier auch im Tal, ein kleiner Bach fließt zwischen den Felsen und uralten, aber abgestorbenen Bäumen. Man kann erahnen, wie grün und fruchtbar dieses Tal vor hunderten von Jahren war.Read more
Parque Puquén
April 19 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C
Nach so viel Stadt sehne ich mich wieder nach Natur. Wir fahren die Küste entlang Richtung Norden. Bei dem kleinen Ferienort Los Molles gibt es den Parqué Puquén. Am Eingang begrüßt uns ein sehr engagierter junger Ranger, der uns ausführlich über die Fauna und Flora des Parkes informiert. Weil wir uns mit ihm so nett auf Spanisch unterhalten, müssen wir nur den Preis für Einheimische zahlen. Leider kommen wir etwas spät dahin, so dass wir nur noch zwei Stunden bis Schließung haben, um im Park zu wandern. Hier an der Felsenküste wachsen viele Kakteen und einige endemische Bäume und Sträucher und das Blau des Pazifiks im Hintergrund bildet einen wunderschönen Kontrast. Von einem Aussichtspunkt kann man Seelöwen beobachten, aber vor allem kann man sie von Weitem mit ihrem lauten Gebrüll hören. Hier gibt es auch einen Brandungsgeysir. Also eigentlich ist es kein Geysir, sondern aus eine Felsspalte schießt meterhoch bei jeder herannahenden Welle das Wasser durch den Fels heraus. Gerade sind die Wellen nicht so hoch, so dass das Wasser auch nicht ganz so hoch gedrückt wird, aber es ist trotzdem toll anzuschauen.
Kurz bevor der Park schließt, werden wir von den Rangern angerufen und darauf hingewiesen, dass wir uns nun langsam zum Ausgang begeben sollten, was sich als nicht so einfach erweist, weil wir noch eine ganze Weile überlegen, welchen der Wege wir nehmen müssen.
Als wir uns auf dem Weg zu einem Übernachtungsplatz machen, treffen wir auf Anton, einen deutschstämmigen Arzt aus Santiago, der uns auf perfektem Deutsch anspricht, als er unseren Deutschland -Aufkleber am Womo sieht. Er erzählt uns, dass er 20 Jahre in Deutschland gelebt hat, aber wieder zurück nach Chile gegangen ist, denn das Leben hier sei viel besser. Er verdiene doppelt so viel wie in Deutschland und die Freizeitgestaltung und Lebensqualität sei auch viel besser. Er gibt uns noch seine Telefonnummer im Falle, dass wir seine Hilfe benötigen. Sehr freundliche Menschen hier.Read more
Valparaíso: gefährlich ??
April 18 in Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Weil alle uns davon abraten, mit dem Wohnmobil nach Valparaíso zu fahren (zu gefährlich), fahren wir zu einem Campingplatz, der außerhalb der Stadt in einem kleinen Tal, eingebettet von ärmlichen Häusern liegt, was alles ein bisschen wie Favela aussieht. Wir fragen uns, ob das hier wirklich sicherer ist. Alejandro, der Besitzer, ist ein netter, hilfsbereiter älterer Herr, doch der Campingplatz ist sehr verlottert und wir sind wieder mal die einzigen Gäste. Aber egal, er liegt praktisch, denn man läuft nur ein paar Minuten durch die "Favela' zu einer Bushaltestelle und von dort ist man in 50 Minuten in Valparaíso. Die Stadt hat einen Hafen, in dem auch immer wieder Kreuzfahrtschiffe anlanden und zieht sich dann am Berg entlang mit vielen Hügeln. Im Internet und im Reiseführer lesen wir, dass man in einige Viertel und auf einige Hügel nur in Gruppen gehen sollte, weil man schnell Opfer von Raubüberfällen werden kann. So buchen wir lieber eine geführte Tour und bereiten uns gut vor, in dem wir nur das Nötigste mitnehmen. Der Bus hält am zentralen Platz und unser erster Eindruck von Valparaíso ist schrecklich. Laut, viel Verkehr und schmutzig. In einem kleinen Shoppingcenter will Michael Geld vom Automaten holen. Weil er dabei so mit Sicherheitsvorkehrungen beschäftigt ist, fällt ihm seine Kreditkarte durch einen Schlitz in den Sicherheitsschrank vom Geldautomaten 🙈. Und nun?! Bankkarte auf Nimmerwiedersehen?! Aber beim Hineinleuchten sehen wir sie am Boden liegen. Die Verkäuferin am nebenan liegenden Kiosk ruft einen Wachmann und wir überlegen, wie wir an die Karte gelangen können. Mit einem Lineal schaffen wir es schlussendlich die Karte wieder herauszuziehen. Unser Besuch in Valparaíso fängt ja schon mal lustig an! Dann gehen wir zum Hafen, der zwar ganz toll aussieht, aber die aufdringlichen Angestellten der umliegenden Restaurants sprechen einen aller paar Sekunden an, um einen zu überzeugen, in ihrem Restaurant zu essen Wir gehen weiter, müssen aber noch Zeit vertun, bis die Stadtführung beginnt. Das Problem ist, dass wir uns nicht auf die Hügel trauen und nun die ganze Zeit auf der hässlichen Hauptstraße herum laufen. Wir sind beide sehr genervt und können überhaupt nicht verstehen, was an Valparaíso schön sein soll. Nach einigen Metern kommen wir zu einem der vielen Aufzüge, die auf einen der Hügel fährt. Vor uns sind andere Touristen, die auch hoch wollen. OK, dann wagen wir es eben doch! Oben angekommen: siehe da... liegt das 'schöne Valparaíso". Die kleinen bunt angemalten Häuschen, fantastischer Blick aufs Meer und auf die anderen Hügel mit den farbigen Häusern und die Straßen mit tollen Cafés, Restaurants und vor allem: es wimmelt an Touristen, die alle allein (ohne Gruppen) durch die Gassen schlendern. 😂🙈
Bald treffen wir uns mit unserer Gruppe und der Stadtführerin. Ach so, die Gruppe besteht nur aus uns beiden und der Guide!😅
Die junge Frau macht die Tour ganz nett, wenn auch ein bisschen zu "sozialistisch" angehaucht, weil sie uns ausschließlich die Malereien an den Häusern erklärt, die soziale Ungerechtigkeiten anprangern. Ich hätte gern noch über einige interessante historische Ereignisse gehört, aber das gibt es nicht. Nach der Tour schlendern wir noch allein durch die Stadt, aber da es nun schon 17 Uhr ist, nehmen wir lieber den Bus zurück, um nicht ganz im Dunkeln den lustigen Favela-Hügel zu unserem Campingplatz zurück laufen zu müssen.Read more
Noch einen Tag in der Hauptstadt
April 15 in Chile ⋅ ☀️ 20 °C
Den nächsten en Tag darf ich gestalten. Und so fahren wir mit dem Teleférico 🚠 auf den Cerro (Hügel) San Cristóbal, der zu Fuß nur 5 Minuten von unserem Hotel entfernt liegt. Von oben hat man einen tollen Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge. Es ist s schon kurios, dass man unten in der Stadt über 20 Grad und Sonnenschein hat und auf teilweise schneebedeckte Berge schaut. Auf der anderen Seite des Hügels fahren wir mit dem Funicular, einem Schräg-Aufzug wieder hinunter. An der Endstation besuchen wir noch den sehr schönen Zoo, dessen Eintritt kostenlos. Von dort gehen wir ins Barrio Bellavista, einem beliebten Ausgehviertel, das mit seinen Bars und Kneipen ein bisschen an Mallorca erinnert. Am Nachmittag nehmen wir ein Uber zum Hotel zurück, weil es heute sehr warm ist und wir schon pflastermüde sind. Am Pool ruhen wir uns etwas aus und fahren kurz vor Sonnenuntergang zum neuen Viertel Sanhatten, wo ein Wolkenkratzer nach dem anderen in die Höhe schießt. In das höchste, dem Gran Torre Santiago wollen wir. Es ist mit 300m das höchste Gebäude Südamerikas und von den obersten Stockwerken, in denen ein Hochgeschwindigkeitsaufzug führt, hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die Anden. Bei einem Cocktail und Apperitiv genießen wir den Sonnenuntergang mit grandioser Aussicht. Im selben Gebäude gibt es eine Shopping Mall und so essen wir dort noch zu Abend.
Das war ein toller Tag in der Großstadt,Read more
Santiago de Chile
April 13 in Chile ⋅ ☀️ 23 °C
Drei Übernachtungen haben wir in der Hauptstadt Chiles. Wir nehmen die genialen Idee von Pia und Simon wahr, das Womo zum Service zur Werkstatt zu bringen, ein paar Tage da zu lassen und ein Hotel zu nehmen. Nach 13.000 gefahrenen Kilometern ist das auch mal notwendig. Und für uns ist es sehr entspannend, nicht zu fahren und nicht kochen und andere Camping-Aufgaben erledigen zu müssen. Leider liegt das Hotel an einer sehr befahrenen Straße, so dass wir ohne Ohrenstöpsel nicht schlafen können, aber es hat einen Dach-Pool mit Blick auf die Berge und Stadt und liegt nah an einigen Sehenswürdigkeiten. Den ersten Tag ziehen wir durch den älteren Stadtteil. Wir machen einen Rundgang über die Plaza de Armas, besichtigen die Kathedrale und das nationalhistorische Museum, gehen zum Palacio de la Moneda, dem Regierungspalast und zum Mercado Municipal, der Markthalle. Das letzte hätten wir uns sparen können. Es ist alles so verdreckt und überall hängen zugedröhnte, irre Menschen herum. Von vielen Leuten hatten wir schon gehört, dass es viel Kriminalität in der Stadt gibt und man höllisch auf seine Habseligkeiten aufpassen sollte und hier fühlen wir uns auch sehr unsicher und verlassen auf schnellstem Weg diese Gegend. Damit bin ich eigentlich schon wieder durch mit "Stadt" und Micha ist genervt mit mir, weil ich ihm die Freude an Stadtbesichtigungen nehme🙈😅. Um mich umzustimmen, gehen wir ins schmucke Viertel Barrio Bellas Artes und bei Kaffee und Kuchen in einem der gemütlichen Cafés finde ich wieder zur guten Laune zurück. Interessant ist, dass die Stadt durch die völlig verschiedenen Viertel so unterschiedliche Gesichter hat. Und das nehmen wir auch beim anschließenden Besuch des Barrios Italia wahr. Hier gibt es restaurierte Fachwerkhäuser mit schicken Geschäften und tollen Restaurants. In einem davon essen wir, wie es sich in "Little Italy" gehört, eine Pizza. Man fühlt sich überhaupt nicht wie in einer Großstadt. Am Ende war es dann doch ein schöner Tag, auch wenn wir vom vielen Umherlaufen ziemlich erschöpft sind.Read more
Surferort Pichilemu
April 11 in Chile ⋅ ☀️ 16 °C
Wir entscheiden uns Richtung Santiago an der Küste entlang zu fahren. Nach so viel Berglandschaft ist es auch schön, wieder mal am Meer zu sein. So machen wir einen zur Abstecher nach Pichilemu, der Hauptstadt der chilenischen Surfergemeinde. Hier werden bei bis zu 10m hohen Wellen die nationale Surfmeisterschaften ausgetragen. Die davor gelegene Landspitze Punta de Lobos gehört zu einer der schwierigsten und spannendsten Surferorte der Welt, weil man hier über Felsen klettern und einen Wildwasserkanal durchschwimmen muss, bevor man sich mit seinem Surfbrett in die Wellen stürzen kann. Dass das nicht alle schaffen, sieht man an den doch nicht wenigen Gedenktafeln.
Der Ort Pichilemu gefällt uns sehr gut, ein typischer Surfer-Ort, mit vielen Restaurants, coolen Leuten und oft Sandstraßen.Read more
Colonia Dignidad
April 7 in Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Im Reiseführer lesen wir, dass man die frühere Sekte Colonia Dignidad besuchen kann und dass heute dort in bayrischem Ambiente Eisbein und Sauerkraut serviert werden und Oktoberfest gefeiert wird. Schon ziemlich schräg erscheint uns das vor dem Hintergrund der Misshandlungen und sexuellem Missbrauch an zahlreichen Opfern. Aber wir sind neugierig und so fahren wir hin. Das Gelände ist immer noch eingezäunt und man muss eine bewachte Schranke durchqueren. Blöderweise ist heute wohl alles geschlossen, aber wir können mit dem Wohnmobil gern übernachten und morgen eine geführte Tour machen und so bleiben wir da. Auf dem Gelände gibt es heute ein Hotel und Restaurant, ein Festzelt und allerlei Bespaßungen. Aber es leben auch noch etwa 120 Mitglieder der Gemeinschaft dort. Einen davon, Friedhelm, treffen wir da und er erzählt uns gleich einiges über die Colonia. Paul Schäfer, ein Prediger brachte in den 60erJahren 200 Menschen aus Deutschland dazu, mit ihm nach Chile zu kommen, um dort eine christliche Gemeinschaft aufzubauen. Keiner der Personen, die ihm folgten, wusste, dass dieser in Deutschland wegen Missbrauchs an kleinen Jungen gesucht wurde. Ebenfalls ahnten sie nicht, dass er, einem Diktator ähnlich, mit völliger Unterwerfung und Gehirnwäsche seine Gefolgsleute zu Fronarbeit zwingen würde, sie überwachen ließ, die Familien trennen Kinder mit Elektroschocks bestrafen und regelmäßig die Jungen sexuell missbrauchen würde.
Trotz dieser Misshandlungen schufen die Kolonisten in wenigen Jahren auf dem etwa 15000 ha großen Gelände eine unglaubliche Leistung, So wurde ein Krankenhaus aufgebaut, in dem die Patienten aus dem umliegenden Ortschaften kostenlos behandelt wurden, es wurde eine Molkerei, Autowerkstatt, Schuhmacherei und Schneiderei gebaut und das Land wurde fruchtbar gemacht.
Am nächsten Tag machen wir eine geführte Tour mit Erika. Sie kam als kleines Kind gleich zu Anfang von Deutschland mit. Drei Stunden berichtet sie von ihren Erfahrungen und dem Leben in der Kolonie, u.a. dass Paul Schäfer die Kinder von den Eltern trennte und sie von "Tanten" erzogen wurden, dass jeglicher Kontakt zum anderen Geschlecht untersagt war und bei den kleinsten Verstößen mit Elektroschocks bestraft wurde, aber auch, wie sich alle fügten und dieses Leben als völlig normal betrachteten, weil sie von der Außenwelt völlig isoliert waren. Als Paul Schäfer Ende der 90er Jahre nach Argentinien flieht, weil mittlerweile geflohene Mitglieder aussagten und nach ihm gefahndet wird, sind die Kolonisten plötzlich allein gestellt und es fällt ihnen schwer, nach jahrzehntelanger Gehirnwäsche ein eigenes Leben aufzubauen. Als Erika ihren Mann, ebenfalls ein Mitglied der Gemeinschaft heiratet, wissen die beiden, mittlerweile über 30 Jahre alt, nicht, wie Kinder entstehen und warten darauf, dass ihnen jemand welche schenkt. Erika spricht eine schwangere Frau aus dem Dorf an und sagt ihr, dass sie doch mal etwas dagegen tun soll, weil sie immer dicker wird. Und als die beiden von einem Arzt aufgeklärt werden, müssen sie feststellen, dass sie wegen der jahrelangen Elektroschocks der Genitalien und Medikamenten-Verabreichung keine Kinder bekommen können. Tränen stehen Erika in den Augen, als sie uns davon erzählt. Es ist unfassbar, was die Menschen hier jahrzehntelang über sich ergehen lassen haben. Aber umso verständlicher ist, dass dieses Tortur sie zusammen geschweißt hat und sie dort wohnen bleiben möchten. Erika erzählt uns auch, dass sie trotz dieser dunklen Vergangenheit hier einen Touristenort geschaffen haben, um endlich Freude und Leben an diesen Ort zu bringen. Und das fühlen wir beide auch. Wir bleiben noch eine Nacht, denn es herrscht eine so friedliche Atmosphäre in einer so grünen und angenehmen Umgebung, dass man geneigt ist, sich hier häuslich niederzulassen.Read more
Kleiner Abstecher zur Klinik
April 5 in Chile ⋅ ☀️ 21 °C
Nun führt uns unser Weg immer mehr Richtung Santiago. Einen schönen Halt machen wir am Salto Laja, dem größten Wasserfall Chiles. Ganz in der Nähe finden wir einen herrlichen Übernachtungsplatz an einem kleinen Wasserfall mit Badestelle im Fluss. Aber bei Micha ist gerade nicht ans Baden zu denken. Er hat wieder mal ein neues Problem. Seit er vor einer Woche im See schwimmen war, hat er gefühlt Wasser im Ohr, was nicht wieder raus läuft. In der nahegelegenen Küstenstadt Concepción, die schon mehrfach durch Erdbeben zerstört wurde, finden wir eine Klinik mit einem HNO Arzt. Alle sind sehr hilfreich, insbesondere der Security- Mann und obwohl wir eigentlich einen Termin brauchen, kann Micha beim Arzt vorstellig werden. Nach einer, wie Micha meint: ausführlichsten Ohren-Untersuchung in seinem Leben bekommt er Medikamente, weil sich etwas zwischen Nase und Ohr entzündet hat und vom Klinikpersonal werden wir mit Handschlag und besten Wünschen wieder entlassen.
Wegen der hereinbrechenden Dunkelheit und fehlender Stellplatzmöglichkeit fahren wir wieder zu unserem Wasserfall zurück und bleiben noch eine Nacht da.Read more
Abenteuerliche Fahrt im Conguillio N.P
April 4 in Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Da wir erst am 13.4.einen Werkstatt-Termin in Santiago bekommen, müssen wir uns bis dahin noch ein bisschen die Zeit vertreiben. Micha hat deshalb den Conguillio Nationalpark heraus gesucht. Der Park liegt um dem aktivsten Vulkan Chiles herum, hat viele schöne farbige Seen und tolle Wanderwege zu Fumarolen. Das hört sich gut an. So geht es von Valdivia wieder in den Westen. Wir übernachten in dem Vulkan-Ort Melipuenco auf dem örtlichen Picknickplatz. Sehr ruhig und schön, auch wieder mit Blick auf den Vulkan, gelegen. Im Reiseführer lesen wir, dass wir die Tickets für den Nationalpark online kaufen müssen. Leider stellen wir dabei fest, dass es für die nächsten Tage keine Tickets mehr gibt. Es ist Ostern und die Chilenen machen selbst Ausflüge in die Umgebung und der Park ist ziemlich klein. Naja, auch nicht so schlimm. Wir schlendern durch den hübschen Ort. Überhaupt stellen wir fest, dass uns die chilenischen Orte sehr gut gefallen. Schöne kleine Häuser mit gepflegten Gärten, viele süße kleine Geschäfte und freundliche Menschen. Hier lässt es sich gut leben.
In der Overlander-App lesen wir, dass man, wenn man in den Ort Curacautin möchte, der auf der nördlichen Seite des Nationalpark liegt, ohne Ticket einfach durch den Park hindurch fahren kann. Da wir ja in den Norden wollen, scheint uns das eine gute Alternative, um wenigstens ein bisschen von der Vulkanlandschaft im Park zu sehen. Als wir am nächsten Tag zum Parkeingang kommen und den Wächtern von unserer Idee erzählen, sind diese etwas zurückhaltend. Ja, wir können das machen, aber der Park ist sehr voll und wir müssen mit vielen entgegen kommenden Autos rechnen und dann sollen wir immer wieder Pausen einlegen. Häh?! Naja, wir fahren hinein und können zunächst auch die Vulkanlandschaft genießen. Sehr beeindruckend die Lavafelder, in denen aber immer wieder grüne Inseln mit Baumbewuchs liegen.
Unerwartet führt die "Straße" durch einen Wald. Der Weg verengt sich immer mehr und immer wieder kommen uns Autos entgegen, die wegen der schlechten Straße nicht rückwärts fahren können. Irgendwann muss Micha im Rückwärtsgang den gewundenen Weg zurück fahren, während ich ihm Anweisungen gebe, wie er zu fahren hat, um nicht überhängende Äste abzufahren bzw.in den Graben zu kippen. Dann kommt uns ein Pickup mit Aufsatzkabine entgegen. Das dazugehörige chilenische Paar rät uns davon ab, weiter zu fahren. Die Straße soll die nächsten 8km so weiter verlaufen und noch etwas schlimmer werden. Micha ist jetzt schon durchgeschwitzt. Hier wenden können wir nicht. Alles ist viel zu eng. So muss Micha nochmal den Rückwärtsgang einlegen und etwa 200m bergab diese kurvenreiche, enge Straße zurück fahren, bis er wenden kann. Erfolglos fahren wir zurück zum Eingang und berichten den Parkwächtern von unserer gescheiterten Fahrt. Zumindest können wir noch den schönen Wasserfall am Parkeingang besuchen.Read more
Araukarien und Vulkane
April 3 in Chile ⋅ ⛅ 17 °C
Valdivia und Festungen
April 1 in Chile ⋅ ⛅ 16 °C
Dann fahren wir nach Valdivia. Wiedermal eine von der deutschen Einwanderung geprägte Stadt am Meer. Dort gibt es einen hervorragenden Fischmarkt. Wir essen ein leckeres Ceviche und kaufen zwar keinen Fisch, aber dafür geräucherte Wurst und Schinken. Anschließend besuchen wir noch das deutsche Kolonialmuseum und fahren weiter nach Niebla, wo wir an der Küstenstraße übernachten. Das wird unser lautester Übernachtungsplatz, den wir auf der gesamten Reise hatten. Die Straße ist die ganze Nacht stark befahren und an jeder Ecke bellt ein Hund. Am nächsten Morgen lassen wir unser Womo stehen und fahren mit der Fähre nach Corral, das auf der anderen Seite der Bucht liegt. Dort besichtigen wir eine Festungsanlage, die gegen Piraten und feindliche Schiffe schützte. Viel zu sehen, gibt es dort nicht mehr, aber in Corral gibt es gerade Wochenmarkt und da kaufen wir 'Merken', ein Gewürz, was wir hier nun schon öfter gesehen haben, aber nicht wussten, was es sein soll. Nach Internetrecherche handelt es sich um eines der besten Gewürze weltweit. Na, da müssen wir ja zuschlagen!
Danach nehmen wir wieder die Fähre zurück nach Niebla und besuchen die dortige Festungsanlage. Überhaupt gibt es hier eine Festung neben der anderen. Scheint wohl ein kriegslustiges Gebiet gewesen zu sein. Während unser Reiseführer die Festung in Corral als sehr sehenswert betrachtet und der in Niebla wenig Beachtung schenkt, stellen wir zum wiederholten Male fest, dass der Reiseführer falsch liegt. Die Festung in Niebla ist mit Besucherwegen, Erklärungstafeln und Museum sehr sehenswert und aufwendig gestaltet und wir sind froh, nicht auf den Reiseführer gehört zu haben und sie besichtigt zu haben.Read more
Lago Calafquen und abenteuerliche Wege
April 1 in Chile ⋅ ⛅ 16 °C
Zwei Tage verweilen wir bei bestem Wetter am schönen See Calafquen im niedlichen Örtchen Lican Ray. Im Sommer platzt dieser kleine Badeort aus allen Nähten, aber jetzt tummeln sich nur noch wenige Touristen herum. Einer von denen ist Felix, ein Chilene mit einem deutschen Wohnmobil (Weinsberg). Wie die meisten Chilenen ist auch er sehr redselig. Und während Micha und er quatschen, gehe ich in dem See schwimmen. Als ich zurück komme, haben die beiden Männer sich unserer ausfahrbaren Treppe, die nicht mehr auszufahren geht, angenommen. Ich habe das Gefühl, dass sich die südamerikanischen Männer mit Vorliebe irgendwelchen technischen Problemen widmen, wobei sie dann stundenlang fachsimpeln können.😅
Tatsächlich kriegen die beiden auch die Treppe wieder zum Laufen. Daraufhin wird nochmal stundenlang gequatscht und Bier getrunken. Am späten Nachmittag möchte ich dann aber doch weiter fahren und habe einen vermutlich schönen, ruhigen Übernachtungsplatz am selben See, direkt am Strand gefunden. Da wir erst etwas spät los kommen, wird es bei der Ankunft schon langsam dunkel und wir stellen fest, dass der Platz zwar wirklich schön ist, nur, um dahin zu gelangen, ein kleines Problem hat. Der sehr schmale Weg führt kurvig einen kleinen Abhang entlang und hat tiefe Furchen. Und entweder schneiden wir erstmal überhängende Äste ab oder wir kippen in den durch starken Regen gebildeten daneben liegenden Graben. Also erstmal Astschere rausholen und Gartenarbeit erledigen. Vom See haben wir nun auch nichts mehr, weil es schon dunkel ist. Die ganze Nacht schlafen wir beide unruhig, da wir uns überlegen, wie wir am nächsten Tag hier wieder rauskommen. Als wir beim Frühstück sitzen, kommt plötzlich ein Auto an uns vorbei gefahren. Und siehe da: der fährt gar nicht diesen gefährlichen Abhang entlang, sondern durch den kleinen Fluss, der neben uns fließt. Diesen Weg haben wir gar nicht in Betracht gezogen. Als wir nach dem Frühstück losfahren, stellen wir fest, dass wir uns den gestrigen Aufwand hätten völlig sparen können, denn einmal durch den Fluss gefahren, gelangt man auf einen gut zu befahrenden Sandweg.Read more
Die 7-Seen-Route
March 28 in Argentina ⋅ ☀️ 14 °C
Von Bariloche Richtung Chile wählen wir die landschaftlich schöne Route an den sieben Seen entlang. Immer wieder fühlt man sich wie in den Alpen: traumhaft blaue Seen vor einer Bergkulisse, kleine Städtchen mit Cafés, in denen man "Kuchen" kaufen kann und sogar Fachwerkhäusern. In San Martin de los Andes, einem sehr hübschen Ort machen wir eine Ortsbegehung. In zentralen Park fliegen hunderte Papageien umher. Weil es so schön warm ist, kaufen wir im Café Mamuschka ein Eis und als Eisspezialisten, wie wir sie sind, wählen wir es in die Kategorie: weltbeste Eis(e?, was ist der Plural von Eis😅?).
Einen tollen Übernachtungsplatz haben wir nach langem Suchen am Lago Huechulafquen, direkt am See mit Blick auf den Vulkan Lanin. Am nächsten Morgen frühstücken wir, seit langem (weil es immer so kalt war) mal wieder draußen und gerade beim Aufräumen und während ich unseren Pipi-Kanister auskippe, kommt der Park-Ranger angefahren.🙈 Glücklicherweise bekommt dieser nicht so ganz mit, was ich da gerade mache, weil er mit Micha spricht und ihm erklärt, dass wir hier schon im Nationalpark Lanin sind und nicht hier übernachten dürfen. Was wir natürlich nach Michas Aussage auch gar nicht getan haben, sondern nur hier gefrühstückt. Zufrieden gestellt, fährt er wieder weg und wünscht uns noch einen schönen Tag. Was wäre eigentlich passiert, wenn wir wahrheitsgemäß erzählt hätten, dass wir hier übernachtet haben?Read more
Argentiniens Schweiz
March 24 in Chile ⋅ ☁️ 7 °C
Vom deutschen Chile fahren wir über die Grenze ins schweizerische Argentinien. Wir wollen nach San Carlos den Bariloche. Und wie das hier wie in der Schweiz aussieht 😄! Am Nahuel Huapi See-Ufer gelegen mit Blick auf schneebedeckte Berge und auf dem Hauptplatz steht das Centro Civico, das aussieht wie ein Schweizer Chalet. An jeder Ecke gibt es Schokoladengeschäfte und in fast jedem Restaurant kann man Schokoladen- und Käsefondue essen.
Bariloche soll nicht ungefährlich sein, zumindest lesen wir in der App, dass es immer wieder zu Einbrüchen in Fahrzeuge kommt. Somit stellen wir uns lieber auf einen bewachten Stellplatz. Dort lernen wir die deutschen Reisenden Sonja und Heinrich kennen, mit denen wir am Abend auf meinen dringlichen Wunsch hin Käsefondue essen gehen.
Einen Tag verbringen wir mit einem Stadtbummel, denn nun endlich nach zwei Wochen scheint die Sonne wieder und wir erfreuen uns einfach daran, bei herrlichsten Wetter endlich mal wieder spazieren zu gehen. Am nächsten Tag fahren wir den Circuito Chico, einen 60 km langen Rundweg im Nationalpark Nahuel Huapi. Eine traumhafte Seen-Wald-Landschaft. Alles sieht ein bisschen aus wie in den Alpen und dann kreuzt noch ein Wildschwein-Rudel die Straße.
Im Anschluss wandern wir noch auf den Cerro Otto, auf den man auch mit einer Seilbahn fahren könnte, aber dafür wollen wir kein Geld ausgeben. Fast an der Spitze des Berges gibt es ein kleines Restaurant mit dem Namen "Berghof". Den Namen hat es nicht von ungefähr😅, denn der deutsche Erbauer Otto Meiling (nach dem übrigens auch der Berg benannt ist) hatte hier immer wieder Besuch von nach 1945 geflohenen Nazis. Übrigens glauben viele Argentinier, dass Hitler sich nicht selbst getötet habe, sondern genau hier in diese Gegend geflohen ist und es sich hier mit Eva lange Zeit hat gut gehen lassen.Read more
Das deutsche Chile
March 22 in Chile ⋅ ☁️ 12 °C
Nun fahren wir nach Puerto Varas. Hier ist die deutsche Einwanderung an jeder Ecke sichtbar. Restaurants und Cafés haben lustige deutsche Namen. Essen kann man "Kuchen", "Leberkäs" und "Spätzle". Und es gibt einen Club Aleman, in dem man sogar Rinderroulade essen kann. Leider ist das Wetter noch nicht viel besser geworden, so dass wir uns ohne Regenschirm nicht aus dem Womo trauen. Aber schon im Reiseführer steht, dass es hier an Regen nicht mangelt.😅
Wir haben einen schönen Platz am Lago Llangihue gefunden, wo man eigentlich den Blick auf den Vulkan Osorno hätte. Eigentlich... Wir sehen nur tiefe Wolken.
Am nächsten Tag treffen wir Thomas wieder, der auf seine Frau wartet, die in zwei Tagen zurück aus China kommt. Und wir lernen Alfred kennen, einen ehemaligen Tierarzt und Hobby - Ornothologe, der mit 77 Jahren hier mit seinem Wohnmobil allein in Südamerika umher reist. Da er nicht mehr so gut zu Fuß ist, trägt er ständig ein kleines faltbares Stühlchen mit sich herum, womit er sich jederzeit niederlassen kann. Eine kurze, aber lustige Zeit verbringen wir mit den beiden und wollen im Club Aleman essen gehen, aber leider schließt dieser jeden Tag schon 17 Uhr und so gehen wir im deutschen Einwanderer-Ort peruanisch essen. Auch lecker!😂
Nach zwei Tagen fahren wir beide weiter Richtung Argentinien und machen einen Abstecher in dem kleinen hübschen Ort Frutillar, der übersetzt "Erdbeerhausen" heißt. Auch dieser Ort ist von der deutschen Einwanderung geprägt, liegt auch am riesigen See Llangihue und hätte ebenfalls Blick auf den Vulkan Osorno, wäre nicht der Himmel immer noch wolkenverhangen. Aber zumindest regnet es nun nicht mehr. Erdbeerhausen müsste eigentlich Kuchenhausen heißen, denn hier reiht sich ein Café mit "Kuchen" ans nächste.
ANMERKUNG FÜR SIGGI UND HEIKE: DER ORT WÄRE FÜR EUCH DAS WAHRE PARADIES!!😅
Wir schlendern durch den Ort, in dem es eine deutsche Schule gibt, viele Gründerzeitvillen mit altdeutschen Schriftzügen und vor jedem öffentlichen Gebäude weht neben der chilenischen die deutsche Fahne. Alles sehr amüsant.Read more
Nur ein kleines bisschen weniger Regen
March 18 in Chile ⋅ 🌧 12 °C
Man kann nun nicht unbedingt sagen, dass sich unsere Hoffnung auf Wetterbesserung erfüllt. Es gibt vielleicht ein kleines bisschen weniger Regen. Aber doch immer noch so viel, dass wir auf all unsere geplanten Wanderungen in den umliegenden Nationalparks verzichten. Kurz vor Chaitén verbringen wir einen weiteren Regentag in der Therme El Amarillo. Da lässt sich der Regen etwas aushalten.
Einen Zwischenstopp machen wir in der kleinen Stadt Chaitén. Diese wurde 2008 fast komplett bei einem Vulkanausbruch zerstört und kurze Zeit später auf Drängen der Bewohner wieder aufgebaut. Von weitem sieht man den Vulkan Chaitén, aus dem es überall qualmt.
Unsere Wanderung im Pumalin-Parque, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte, treten wir wegen des anhaltenden Regens auch nicht an. Dabei ist der Park ein Traum von einem Kaltregenwald. Undurchdringbare Wildnis erwartet einen hier. Die Carretera Austral führt als einzige Straße mitten hindurch. Der Park wurde von North-Face Gründer Thompkins geschaffen. Er kaufte 300.000 Hektar Urwald auf und schuf damit ein beeindruckendes Naturschutzprojekt. Die ansässige Bevölkerung war zunächst gar nicht begeistert, hat mittlerweile aber erkannt, wie viele Arbeitsplätze dadurch im Tourismus geschaffen wurden.
Wir fahren leider nur durch in hindurch und vor uns liegt das letzte Stück dieser Traumstraße. Drei Fähren muss man noch nehmen, um die Meerengen zu überqueren. Der Kauf eines zusammen gehörenden Tickets für zwei Fähren im Internet gestaltet sich schwierig und gelingt erst nach mehrmaligen Anläufen. Die erste Fähre soll 12.30 Uhr starten. Als wir 11 Uhr ankommen, sind wir die letzten, die auf die Fähre kommen. Hinter uns wird die Auffahrrampe geschlossen. 45 Minuten dauert die Fahrt und anschließend geht es durch den Pumalin-Parque ein paar Kilometer weiter auf der Straße. Dann warten wir fast zwei Stunden vor der nächsten Fähre. Jetzt wird uns klar, dass wir zwar die letzten auf der Fähre waren, aber nach uns noch eine fuhr. Die nächste Überfahrt dauert 3 Stunden. Nach der Ankunft entscheiden wir uns für die längere, aber überraschenderweise asphaltierte Küstenstraße. Dort übernachten wir noch einmal und sehen am nächsten Morgen viele Delfine, nur wenige Meter vom Strand entfernt.
Weil uns der Thermenbesuch so viel Spaß gemacht hat, besuchen wir hier nun gleich noch eine, nämlich las Termas del Sol. Zwar etwas teuer, aber durchaus lohnenswert. Ein Traum von einer Therme. Mitten in einem Nationalpark gelegen, gibt es hier mehrere Becken, die Temperaturen von 36-45(!)Grad haben und im dichten Urwald liegen. Und zwischendurch essen wir hier eine fantastische Pizza und einen sehr leckeren Kuchen.
Als die Therme 20 Uhr schließt, sind wir quasi die letzten, die sie verlassen und müssen nun noch einen Übernachtungsplatz finden.Read more
Carretera Austral im Regen
March 14 in Chile ⋅ 🌧 9 °C
Einige Tage fahren wir die Carretera Austral entlang und was soll ich sagen: Spektakulär!! Dichte Urwälder, riesige Nalcas (Rhabarber ähnliche Pflanzen, deren Stiel bis Ende Dezember gegessen wird, danach setzen sich Insekten ein), meterhohe Fuchsien und Farne säumen die Straße und an den Berghängen fließen unzählige Wasserfälle herab. Micha meint, dass er noch nie so viele Wasserfälle auf einmal gesehen hat wie hier. An einer Stelle zählen wir 12 nebeneinander!! Klar, ich denke, es gibt jetzt so viele Wasserfälle hier, weil es regnet und regnet. Seit wir den Lago General Carrera verlassen haben, hat der Regen nicht mehr aufgehört.
Im wunderschönen Urwald-Ort Puyuhuapi, (schon der Name hört sich hinreißend an), der an einem Fjord liegt, verbringen wir zwei Tage. Der Ort wurde erst 1935 von vier Deutschen gegründet, u.a.von Herrn Hopperdietzel, der eine Teppich-Manufaktur baute und dessen Nachfahren eine kleine Bierbrauerei gründeten. So kann man hier Hopperdietzel -Bier kaufen. Am Hafen planscht eine Robbe herum und bei unserem nur wenige Kilometer entfernten Übernachtungsplatz können wir beim Frühstück und Abendessen eine Delfin-Familie beobachten.
Trotz des anhaltenden Regens treten wir wagemutig eine Wanderung im Nationalpark Queulat an. Dort kann man zum Ventisquero Colgante, einem herabhängenden Gletscher wandern. Allerdings wird das eine absolute Schlammschlacht. Teile des Weges sind einfach weggeschwemmt. An Wurzeln und Bäumen festhaltend kämpfen wir uns den Berghang hinauf und hinunter. Der schönste Teil der Wege ist leider gesperrt, denn in der Nacht hat es einen Bergrutsch gegeben. Nach drei Stunden gehen wir völlig verdreckt zurück und waschen unsere notdürftig Schuhe und Regenkleidung in einem kleinen Fluss ab. Spaß hat es trotzdem gemacht. Nun zieht es uns jedoch in den Norden der Carretera Austral, in der Hoffnung, dass es dort weniger regnet.Read more
Horrorfahrt bei den Marmorkapellen
March 11 in Chile ⋅ ☁️ 13 °C
Der Ort Puerto Rio Tranquilo wäre völlig unbekannt, wenn von dort nicht täglich Bootstouren mit Hunderten Touristen zu den Marmorkapellen, einer faszinierenden Felsformation im Lago General Carrera, starten würden. Und genau die wollen wir uns auch ansehen. Und so geht es weiter immer am See entlang, wo wir dann auf einer der weltweit schönsten Routen treffen, nämlich der Carretera Austral. Von "überbewerteter Schrottpiste" bis "die schönste Strecke meines Lebens" haben wir schon alles gehört und wir wollen uns nun selbst einen Eindruck verschaffen.
Bald erreichen wir den Ort und gehen erstmal auf einen Campingplatz. Die Zufahrt dahin wird zu einer kleinen Herausforderung. Die Einfahrt ist auf der linken Seite durch das Sanitärhäuschen und auf der rechten Seite durch das Hostel auf einer Durchfahrtsbreite von etwa 2,50m begrenzt. Außerdem ist der Weg noch sehr huckelig, was dazu führt , dass das Womo hin-und her wackelt.
Mir bleibt kurz mein Herz stehen, als Micha zwischen beiden Häuschen hindurch fährt und ich bin nicht mal fähig, ihm irgendwelche Fahranweisungen zu geben.
Aber er meistert es mit Bravour und an Womo und Häusern ist noch alles dran. Auf den Schreck machen wir es uns erstmal mit einem Pisco Sour gemütlich.
Danach gehen wir beschwipst in den Ort. Sehr touristisch geht es hier zu, aber nach all der Abgeschiedenheit ist es auch schön, mal wieder viele Menschen zu sehen. Am Hafen kaufen wir, leider erst für den nächsten Tag, die Tickets für die Bootstour. Heute startet wegen des starken Windes kein Boot mehr. Man könnte auch eine geführte Kajak-Tour, aber das erscheint uns bei dem Wind zu gefährlich. Falsche Entscheidung, wie wir am nächsten Tag feststellen müssen!
Am nächsten Morgen müssen wir schon früh raus, denn die Tour beginnt 9 Uhr. Ich habe noch meine Zweifel, ob sie auch wirklich startet, denn der Wind hat zu gestern nicht nachgelassen. Ohne Frühstück gehen wir gemütlich zum Hafen, in der festen Annahme, dass die Fahrt abgesagt wird. Pustekuchen! Sie findet statt. Wir werden mit Regen-Capes und Rettungswesten ausgestattet. Mit weiteren 9 Touristen steigen wir in das Boot und werden zu den Felsenhöhlen und Formationen aus verschieden farbigen Marmor gefahren. Ein schönes Erlebnis, dieses Zusammenspiel vom Marmor und dem sehr klaren türkisfarbenen Wasser zu sehen.
Nach zweieinhalb Stunden Rundfahrt geht es wieder zurück. Wir werden schon gewarnt, dass durch den Wind die Wellen im See etwas hoch sind und die Rückfahrt nicht so gemütlich sein wird. Das war nett ausgedrückt! Es wird, glaube ich, meine bisherige schlimmste Bootsfahrt. Micha und ich sitzen in der zweiten Reihe. Das Boot knallt bei jeder Welle auf die Wasseroberfläche und wir haben Angst, dass wir eine Rückenstauung bekommen. Das junge Paar, das vor uns sitzt, wird nach anfänglichen Lachen ganz still und blass um die Nase. Das eiskalte Wasser spritzt uns völlig nass, so dass auch die Regencapes nicht mehr schützen. Nach zwanzig Minuten reinstem Horror erreichen wir den Hafen- überlebt!!😅 Wieder zurück auf dem Campingplatz erzählt mir die Besitzerin, dass man besser mit einem Kajak fahren sollte, da man von einem Ort startet, der viel näher an den Kapellen liegt und den Wellen quer über der Lagune nicht so ausgesetzt ist 😅!Read more
































































































































































































































































































































































