• Ines von Ledebur-Beddies
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  • Ines von Ledebur-Beddies

Panamericana und etwas mehr

Nach einer Vorbereitung von fast einem Jahr wagen wir uns mit unserem Wohnmobil auf einen neuen Kontinent. Immer wieder haben wir davon gesprochen, irgendwann einmal die Panamericana mit dem Womo zu befahren und nun erfüllen wir uns diesen Wunsch. Read more
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    🇦🇷 Municipio de Purmamarca, Argentinien

    Valle Arcoiris und letzter Tag in Chile

    May 28 in Chile ⋅ ☀️ 15 °C

    Nun heißt es Abschied nehmen von Chile. Den letzten Tag hier verbringen wir im Valle Arcoiris (Regenbogen-Tal). Diese Felsformationen heißen so, weil sie wirklich in allen Regenbogenfarben leuchten. Mit dem Auto kann man ins Tal fahren und hält immer wieder an mit Steinen umrahmten Parkplätzen. Von dort kann man zwischen den Felsen entlang spazieren. Aber nach dem Erdbeben traue ich mich nicht mehr ganz so zwischen Felsen herum zu laufen😅.
    Nachdem wir aber wirklich jeden Pfad erkundet haben, fahren wir weiter zu den Petroglifos yerbas buenas. Tolle Felszeichnungen, von denen die ältesten 3400 Jahre alt sind. Neben vielen Lamas, gibt es sogar einen Affen und Zeichnungen, die Schamanen abbilden. Die ganzen Petroglyphen sind rings an einem großen Berg zu bewundern. Wobei es sich eigentlich nicht lohnt, ans andere Ende des Berges zu laufen, weil dort die Felszeichnungen gerade mal 50 Jahre alt sind. Nun sind wir aber einmal bis ans Ende des Berges gelaufen und müssen wieder zurück. Micha will nur mal auf eine kleine Anhöhe gehen, aber schwupps, habe ich ihn aus den Augen verloren. Ich gehe den markierten Pfad weiter entlang, allerdings hört dieser plötzlich auf und ich stehe ziemlich verloren in der Landschaft. So quäle ich mich einen Kilometer mit Klettern über Steine und Ausweichen von Kaktusbüscheln zum Parkplatz zurück, wo Micha schon eine ganze Weile auf mich wartet. Er hatte eine Abkürzung genommen😅.
    Zurück nach San Pedro erledigen wir noch Tanken und Einkaufen, denn morgen geht es über den Paso de Jama nach Argentinien. Und weil es unser wirklich letzter Abend in Chile ist, gehen wir essen. Die Wahl fällt aber auf ein peruanisches Restaurant 😂.
    Beim Essen wird uns bewusst, dass nun ein Abschnitt unserer Reise zu Ende geht. Da schießen mir die Tränen in die Augen. Denn Chile hat uns wirklich sehr sehr viel Freude gemacht.
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  • Piedras Rojas und Lagunen

    May 27 in Chile ⋅ 🌬 6 °C

    Nach der gestrigen Wanderung machen wir heute einen Ausflug mit dem Womo zu den Piedras Rojas (rote Steine) und zu den Lagunen Meñiques und Miscanti . María kauft uns Tickets dafür im Internet, weil sich das als sehr schwierig gestaltet. Weil heute angeblich Tag des Denkmals ist, sind die kostenlos. Wir machen uns auf den Weg. Die Straße ist durchweg asphaltiert, zieht sich aber trotzdem ziemlich in die Länge. Als wir bei der Ticket-Kontrolle ankommen und die Tickets zeigen, stellen sie fest, dass sie auf ihrer Internetseite einen Fehler gemacht haben. Heute ist kein Tag des Denkmals.😕
    Nun müssen wir die Tickets nochmal neu kaufen - wieder ein sehr komplizierter Prozess - und bezahlen.
    Endlich können wir weiter fahren und steuern zunächst die Piedras Rojas an. Wir sind wieder mal auf einer Höhe von 4.300m. Der kleine Spazierweg zur Lagune strengt mich enorm an. Micha hat überhaupt keine Probleme damit. Wie ein junges Reh rennt er von Aussicht zu Aussicht. Die Landschaft ist so etwas von Schön!! An der Laguna Aguas Calientes liegen die roten Gesteinsformationen, die dem Ort den Namen geben. Die Lagune selbst leuchtet türkisfarben und deren Ränder sehen aus wie Schnee, ist aber Salz. Dahinter ragt der Vulkan Caichinque auf und der Boden ist mit gelb leuchtenden Grasbüscheln besprenkelt. Die ganze Landschaft sieht so surreal aus. Es ist unbeschreiblich und wir wähnen uns auf einem anderen Planeten.
    Auf dem Rückweg halten wir noch an den Lagunen Meñiques und Miscanti, die leuchtend blaues Wasser haben und in denen ein paar Flamingos stehen.
    Die Höhenstrapazen haben sich allemal gelohnt, um so eine Wahnsinns Landschaft zu sehen.
    Als es dunkel wird, kommen wir zum Stellplatz zurück. Dort warten die anderen Overlander auf uns. Die Südafrikaner, die die letzten beiden Tage auch schon da waren, wollen sich mit einem gemeinsamen Grillen von allen und von Chile verabschieden. Ein lustiger internationaler Abend wird das, bei dem reichlich viel Alkohol fließt😅!
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  • San Pedro de Atacama und Pukará de Quitor

    May 26 in Chile ⋅ ☀️ 20 °C

    Den Tag lassen wir gemütlich angehen. Wir laufen in die Stadt. Hier geht es sehr touristisch zu. Das sind wir gar nicht mehr gewohnt.😅 Vor allem viele junge Traveler aus Europa und viele brasilianische Touristen sind hier unterwegs. Somit ist die Stadt auf die Wünsche der Touristen eingestellt und an jeder Ecke gibt es dementsprechende Geschäfte und viele, viele Restaurants und Cafés. Wir gehen weiter zur prãkolumbianischen Ruine der Festungsanlage Pukará de Quitor. Der Weg, 9km vom Stellplatz aus, ist ziemlich anstrengend. Die Sonne scheint hier sehr stark, wir sind auf über 2400m Höhe und das macht sich an meiner mangelnden Puste schnell bemerkbar.
    Die Ruine schlängelt sich den Berg hoch und Micha meint, dass es ein bisschen wie Machu Picchu für Arme aussieht😄. Die Festungsanlage wurde im 12. Jahrhundert erbaut und 1540 von den Spaniern blutig erobert.
    Ein kleiner Wanderweg führt auf einen lohnenswerten Aussichtspunkt hinauf. Dort oben hat man einen sehr schönen Blick auf die gesamte Umgebung.
    Auf dem Rückweg schlendern wir noch ein bisschen durch das touristische Treiben von San Pedro. Wirklich gut gefällt es uns hier.
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  • Chuquicamata und Erdbeben

    May 25 in Chile ⋅ ☀️ 20 °C

    Die größte Kupfermine der Welt. Die besuchen wir, als wir auf dem Weg nach San Pedro de Atacama sind. Etwas umständlich ist es, Tickets zu reservieren. Auf unsere Mail bekommen wir keine Antwort mehr, weil Feiertag und Wochenende ist. Wir versuchen es trotzdem und dort treffen wir Jutta und Joachim wieder. Unsere Reservierungen hat das Besucherzentrum erhalten. Ansonsten ist der Besuch kostenlos. Mit Helmen und Warnwesten werden wir mit einem Bus zur Mine gebracht. Da seit einigen Jahren Kupfer nur noch unterirdisch gefördert wird, sieht man nicht viel mehr als ein gigantisches Loch von etwa 6km Länge, 3 km breit und einem Kilometer tief!! Die LKWs , die an den Abhängen aus der Mine hoch fahren, sehen aus wie Spielzeuge. Wir besuchen auch noch die ehemalige Minenarbeiter -Stadt, die aber schon 2011 wegen Kontamination des Bodens und des Grundwassers aufgegeben wurde. Da kann man sich vorstellen, wie der Abbau des Kupfers die gesamte Umgebung mit Giften verseucht. Die junge Frau, die uns durch die Mine führt hat als Kind hier gelebt und erzählt, wie traurig ihre Familie und die anderen Minenarbeiter waren, als sie ihre Häuser, die ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, auf einmal aufgegeben mussten und da sie alle nie Geld sparen mussten, auch plötzlich mit der Situation konfrontiert waren, ein Haus oder Wohnung in der nahegelegenen Stadt Calama zu kaufen bzw.zu mieten.
    Nach dem Besuch der Mine fahren wir mit den Schwaben gemeinsam nach San Pedro de Atacama. Dort gehen wir auf einen Campingplatz. In San Pedro könnte man zwar auch frei stehen, allerdings ist es problematisch, an Trinkwasser zu gelangen und da wir mehrere Tage hier bleiben wollen, quartieren wir uns lieber auf einen Stellplatz ein, wo wir das Wasserproblem vermeiden können. Maria, sie Besitzerin des Stellplatzes ist sehr freundlich und gibt uns viele Ausflugstipps. Gerade als wir draußen stehen, fängt der Boden plötzlich an zu vibrieren. Alle denken wir, dass der vorbeifahrende LKW daran Schuld ist, aber nun beginnen die Bäume und die Wohnmobile heftig zu wackeln. Maria ruft: "Herzlich Willkommen in Chile - ihr seid inmitten eines der häufigen Erdbeben hier".
    Wie aufregend!! Danach herrscht in der ganzen Stadt Stromausfall. Immer wenn es ein Erdbeben gibt, wird der Strom abgestellt, damit keine Unfälle damit passieren.
    Als wir uns alle wieder beruhigen, machen wir mit den Schwaben ein kleines Lagerfeuer und genießen den schönen Abend. Später lesen wir, dass das Erdbeben eine Stärke von 6,9 hatte und das Epizentrum 30km von uns entfernt war. Die Mine Chuquicamata, in der wir vor wenigen Stunden waren, wurde evakuiert.
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  • Salpeterstadt Humberston und Iquique

    May 21 in Chile ⋅ ☀️ 23 °C

    Nach der ganzen Anstrengung wollen wir nochmals in unsere Lieblingsstadt Iquique. Das letzte Mal in Chile den Strand genießen und bevor es wieder in die Höhe geht, nochmal richtig auf Meeresspiegel-Niveau entspannen. Vorher fahren wir noch nach Himbeerstone, der ehemaligen Salpeter-Stadt. Bis in die 1960er Jahre war dies eine florierende Stadt mit riesigen Industrieanlagen für den Salpeter-Abbau, Wohnhäusern, Geschäften, Theater, einen Schwimmbad aus einem Schiffswrack usw.. Im Gegensatz zur Salpeter-Stadt Chacabuco, die wir weiter im Süden besichtigt hatten, handelt es sich hier um eine viel besser erhaltene und mit Museen ausgestattete verlassene Stadt. In vielen Gebäuden ist das damalige Leben mit lebensgroßen Puppen und Dingen des alltäglichen Bedarfs nachgestellt. Sogar die damalige Markthalle wurde so eingerichtet, wie sie vor 100 Jahren aussah. Von den Industrieanlagen ist aber nicht mehr viel erhalten.
    Nach einem dreistündigen Besuch fahren wir wieder nach Iquique zum netten Stellplatz von Daniel, wo wir nochmal zwei Nächte verbringen und außer Stadtbummel, sich an den Strand legen und Sushi essen gehen uns einfach nur entspannen.
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  • Lagerfeuer am Riese von Atacama

    May 20 in Chile ⋅ ☀️ 15 °C

    Nicht nur die Höhe und die Aufregung des letzten Tages lässt uns nur wenige Stunden schlafen. Plötzlich, mitten in in der Nacht leuchtet uns mit vollem Scheinwerfer für mehrere Minuten ein Auto an (Panik entsteht, wir sind ja auf der Schmugglerroute! Als das Auto wegfährt, leuchtet es immer noch so hell. Die Ursache lässt sich schnell feststellen: Micha hat vergessen, die Außenbeleuchtung auszuschalten🙈😅. Wahrscheinlich hat der vorbei fahrende Autofahrer gemeint, da braucht jemand Hilfe.
    Am nächsten Morgen sehen wir erstmal, wie wunderschön unser Landeplatz ist.
    Das Frühstück in der herrlichen Umgebung . entschädigt schnell für die letzten aufregenden Stunden. Im Hintergrund raucht ein Vulkan leise vor sich hin, der Himmel ist strahlend blau, von jeder Seite ziehen Lama-Herden an uns vorbei und schauen neugierig auf den für sie ungewohnten Anblick.
    Schweren Herzens verlassen wir diesen Traum, aber wir wollen zur Küste und wissen noch nicht, wie lange wir für die fehlenden Kilometer bis zur Hauptstraße brauchen. Doch der Weg bis dahin ist nun schnell bewältigt. Allerdings, gerade, als wir ein paar Kilometer auf der asphaltierten Straße gen Küste fahren, geraten wir in eine Straßensperrung, die bis 18 Uhr (vier Stunden) anhalten soll. Es soll aber eine Umleitung für kleinere Fahrzeuge über die Berge geben. Da stellt sich die Frage: Ist unser Womochen ein kleineres Fahrzeug?🤔
    Ein Minibus-Fahrer ermutigt uns zu diesem Weg, da er ebenfalls da lang fahren wird. So wagen wir die Umgehungsstraße. Und was für eine tolle Entscheidung das war! Die Schotterpiste führt an Ausblicke auf eine traumhafte Landschaft an Berghängen entlang. Überall kreuzen Lamas und Vicuñas den Weg. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, auf der einspurigen Piste den entgegen kommenden Fahrzeugen Platz zu lassen. Das bedeutet immer für einen der Fahrzeuge ein Stück zurück zu fahren und sich in eine hoffentlich vorhandene Verbreiterung zu stellen. Nicht immer gelingt das so einfach und oft muss der Rückspiegel eingeklappt werden. Etwas Panik entsteht auch, als wir mit der Windung der Straße plötzlich nicht mehr an der Bergseite sondern an der Abgrundseite fahren. Hunderte Meter steil abwärts geht es ohne Begrenzung.
    Nach etwa 50 Kilometer kommen wir wieder auf die Hauptstraße, sind allerdings glücklich darüber, dass die Sperrung der Straße uns so ein Erlebnis ermöglicht hat.
    Nun fahren wir zum Riesen von Atacama. Das ist ein riesiger, über 1000 Jahre alter Geoglyph. Geoglyphen sind riesige Scharrbilder, die die früheren Völker an den Berghängen gekratzt haben. Warum sie das gemacht haben, lässt sich nicht so ganz feststellen. Vielleicht, um sich zu verewigen oder Wege, Wasser oder vorbeiziehende Tierherden zu markieren.
    Der Riese von Atacama ist etwa 80 Meter groß und ist von Weitem am Berghang zu sehen. Als wir dort ankommen, steht da ein Ehepaar (Jutta und Joachim) aus Schwaben mit ihrem Wohnmobil. Schön ist es, mal wieder andere Deutsche zu treffen. Schnell freundet man sich an und die beiden schlagen vor, nach dem Abendessen ein Lagerfeuerchen zu machen.
    Und so sitzen wir noch lange mit ihnen an diesem Abend zusammen, erzählen uns von unseren Reiseerlebnissen, während der Schein des Feuers Schatten auf den Atacama-Riesen wirft und die Milchstraße über uns in ihrer ganzen Pracht leuchtet.
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  • Abenteuerliche Fahrt auf dem Altiplano

    May 19 in Chile ⋅ 🌬 9 °C

    Am Chungara See zu übernachten, bedeutet zwar herrliche Ruhe, doch bei dieser Höhe lässt es sich sehr schlecht schlafen. Immer wieder wacht man auf, wahrscheinlich, weil die Sauerstoffversorgung so schlecht ist. Deshalb sind wir auch schon früh wach und überlegen, wie es nun weitergeht. Option 1: wir fahren Richtung Putre zurück und zur Küste. Langweilig, aber dafür keine großen Höhen mehr. Option 2: die abenteuerliche Strecke über den Salar de Surire. Ganz klar: Wir entscheiden uns für die Abenteuerstrecke! Was uns bis dahin nicht klar ist, was für eine Strecke da auf uns zukommt!
    Zunächst sind wir noch ganz glücklich über unsere Wahl, denn die kleine Straße ist schön asphaltiert. Allerdings nur die ersten Kilometer. Dann Schotterpiste. Geht aber auch noch alles gut. Wir fahren an mit bunten Schleifchen geschmückten Lamas vorbei und vielen Vicuñas. Die Landschaft ist beeindruckend. Auf den etwa 100km begnen wir nur sehr wenigen anderen Fahrzeugen. Kurz vor dem Salzsee ist ein Auto liegen geblieben. Wir versuchen dem armen Kerl mit unserer Starter-Hilfe zu helfen. Liegt aber nicht an der Batterie. Kurz darauf kommen aber noch zwei seiner Kollegen, die ihn schließlich abschleppen.
    Wir fahren weiter zum Salar. Dort sind wir enttäuscht. Der Salzsee liegt auf 4250m Höhe und ist über 17.000ha groß. Allerdings so schön blendend weiß mit Flamingos, wie er im Reiseführer beschrieben wird, sieht er gar nicht aus. Außerdem wird in großen Mengen Borax abgebaut und viele LKWs fahren herum. Wir könnten hier übernachten (am Ufer steht auch ein Womo aus der Schweiz), aber wir haben keine Lust auf noch eine Nacht in über 4000m. Laut IO-App gibt es in 90km eine Schlafplatz, der 3.900 m hoch liegt. Eindeutig besser, denken wir uns und fahren weiter. Nun werfen wir einen Blick auf den DPF und oh Schreck: 98% und jetzt wird uns bewusst, dass die Strecke mehrere Kilometer über einen Berg führt, der 4.750m hoch liegt. Voller DPF und höchster Punkt unserer bisherigen Reise im Doppelpack 😱😱! Ich schreie Micha an, dass er zurück runter zum See fahren soll, denn falls wir stehen bleiben, sind dort zumindest Leute, die uns helfen könnten. Aber Micha meint, dass es besser ist, weiterzufahren und unter 4000m zu kommen. Noch dazu kommt, dass der Weg immer schlechter wird. Tiefe Furchen, immer wieder trennt sich der Weg und wir fahren die falsche Strecke, die wegen ausgewaschener Rinnen ins Leere führt und wir zurück müssen. Wenn wir jetzt hier liegen bleiben und eine Nacht in dieser Höhe verweilen müssen... Es ist die völlige Katastrophe. Unsere Nerven liegen brach. Der DPF zeigt nun 106%!!! Wir wussten gar nicht, dass das möglich ist. Dann erreichen wir 4300m und was soll ich sagen: der DPF regeneriert wieder!🤩👏👏
    Uns fällt ein Stein vom Herzen!
    Nun kämpfen wir gegen die zunehmende Dunkelheit und wollen noch unseren Übernachtungsplatz vor Sonnenuntergang erreichen. Wir müssen einen Fluss durchfahren, bei dem in IO steht, dass man ihn nicht an dieser Stelle überqueren soll, sondern nach links auf den Weg abbiegen soll. Als wir die beschriebenen Koordinaten anfahren, kommen wir zu einer Hütte, aus der mehrere Hunde auf uns zu stürmen. Hinterher rennen die zwei Bewohner der Hütte. Zwei hutzelige, völlig verschmutzte Indigene, deren Gesichter von der Sonne vertrocknet sind. Es ist wie in einem Horrorfilm! 😱 In meiner Fantasie sehe ich das Ehepaar schon mit Gewehren auf uns zu rennen. Tatsächlich hat die Oma Angst, dass wir ihren Dackel überfahren und sie so schnell rennt, um ihn schützend in die Arme zu nehmen😅. Die beiden erklären uns, dass dieser Weg über den Fluss noch viel schlimmer ist und wir lieber wieder auf den anderen Weg fahren sollen. Also wieder zurück und zweiter Anlauf. Ich teste die Tiefe. Das eiskalte Wasser geht mir nur bis zu den Knien. Also Auto passt durch! Alles gut! Die nächsten 10km gestalten sich noch einmal sehr herausfordernd. Es geht bergab und auch hier teilen sich die Wege. Immer wieder haben wir den falschen Weg gewählt, der zu unüberwindbaren Rinnen führt und Micha im Rückwärtsgang bergauf fahren muss. Gerade, als die Dunkelheit herein bricht, haben wir den schlimmsten Teil der Strecke überstanden. Nun geht es durch verlassene Ortschaften, in denen die Fensterläden unheimlich im Wind schwingen und die Häuser gespenstische Schatten in der Dunkelheit werfen. Plötzlich kommen wir zu einem Militärposten. Diese Strecke ist, weil sie parallel zur bolivianischen Grenze führt, eine Schmugglerroute. Unsere Pässe werden kontrolliert und wir können weiter fahren. Endlich erreichen wir den Parkplatz an einer Therme. Allerdings parken wir 500m davor, denn wir sehen im Dunkeln den Weg nicht mehr und die Therme scheint, wie der Ort davor schon seit langem verlassen. Völlig erschöpft gehen wir früh ins Bett und sind wahnsinnig dankbar, dass alles nochmal gut gegangen ist.
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  • Zweiter Höhen-Versuch: Chungara See

    May 18 in Chile ⋅ ☀️ 7 °C

    Am nächsten Morgen geht es mir deutlich besser. Wir haben auch aufgehört, Koka-Tee zu trinken, weil mir eine Freundin erzählt, dass es ihr damals auf ihrer Reise durch Bolivien mit dem Tee viel schlechter ging. Man muss ja auch sagen, dass es eine Droge ist und meine Reaktion auf Drogen ist immer dieselbe: Übergeben.😅
    Wir starten nun also einen zweiten Versuch. Denn unser eigentliches Ziel ist der Parque Nacional Lauca und der Chungara-See, kurz vor der bolivianischen Grenze. Der liegt auf 4600m. Wir kommen an einer Landschaft vorbei, die ein wahrer Traum ist. Im Nationalpark gibt es einen kleinen Rundweg. Dort sind überall Vicuñas. Diese gehören zur selben Familie wie Lamas und Guanakos. Allerdings sind sie etwas zarter und kleiner als die anderen beiden und ihre Wolle wird mit Preisen um die 10.000 $ pro Kilo gehandelt, weil diese extrem weich und fein sein soll. Im Gegensatz zu den Lamas lassen sie sich aber nicht züchten.
    Und was es hier auch gibt, sind die niedlichen kleinen Viscachas. Das sind Verwandte der Chinchillas. Aber für uns sehen sie aus wie eine Mischung aus Hase und Känguru. Und beeindruckend ist, dass man sich ihnen auf etwa einen Meter nähern kann und sie davon völlig unbeeindruckt sitzen bleiben.
    Hier gibt es auch eine Höhle, bei der man anhand primitiver Werkzeug-Funde festgestellt hat, dass sie vor vielen tausend Jahren bewohnt war.
    Dann kommen wir zu einem Aussichtspunkt, wo man mit dem Fahrzeug ein kleines Stück den Berg hinab fahren muss. Wir fahren hinab und stellen plötzlich fest, dass dass der Weg völlig ausgewaschen, mit tiefen Furchen ist. Wir können nicht mehr rückwärts fahren und müssen weiter runter. Es ist eine völlige Katastrophe.🙈🙈 Ich steige schnell aus und versuche, Micha, so gut wie möglich, an den Furchen vorbei zu lotsen. Das Vorderrad hängt schon einen halben Meter in der Luft. Ich fange schon an zu schreien, weil es jeden Moment umkippen könnte. Aber mein bester Fahrer aller Zeiten 😀schafft es, das Womochen wohlbehalten auf stabilen Untergrund zu bringen! Das Herz ist uns in die Hose gerutscht und Micha ist ganz blass um die Nase! 😅
    Mit noch weichen Knien geht's jedoch weiter zum Chungara See. Wir sind von der gesamten Landschaft überwältigt. Ich muss sagen, für mich ist es die schönste Landschaft, die wir auf unser bisherigen Reise gesehen haben. Der See liegt am Vulkan Parinacota, dessen Silhouette sich im See widerspiegelt. Es sind überall Vicuñas, Flamingos, viele Vögel zu sehen und einer blauer Himmel krönt das Ganze. Welch Schönheit!
    Wir bleiben am See stehen und übernachten dort. Neben uns steht ein Paar mit ihrem Van aus Mexiko. So sind wir seit langer Zeit mal nicht die Einzigen an einem Übernachtungsplatz.
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  • Putre und Höhe bekommt mir nicht

    May 17 in Chile ⋅ ☀️ 9 °C

    Am nächsten Tag fahren wir langsam zum hübschen Andenort Putre. Der liegt auf auf 3500 Metern und ist somit wieder ein Übernachtungsort für uns, um uns langsam an die Höhe zu akklimatisieren. Uns geht es auch noch so gut, dass wir sogar unseren Morgensport machen können. Wir gehen ein bisschen im Ort spazieren, der ziemlich auf Touristen eingestellt, aber in der Nebensaison sehr verlassen ist. Mitten durch den Ort fließt ein kleines Flüsschen, was hübsch eingerahmt wurde und es gibt viele Restaurants und kleine Geschäfte. In einem davon kaufen wir Koka-Blätter, aus denen wir am Abend einen Tee machen. Soll ja bekanntlich bei Höhenproblemen helfen. Auch am nächsten Morgen trinken wir zum Frühstück Koka-Tee. Im Ort treffen wir eine französische Familie mit Wohnmobil, die gerade von Bolivien kommen und überaus glücklich sind, da raus zu sein, weil es dort gerade politischen Unruhen mit Demonstrationen gibt und man an Tankstellen wegen Treibstoff-Mangel schon mal zwei Tage anstehen kann.
    Dann fahren wir auf 4200m hoch zu einer Therme. Da können wir auch über Nacht bleiben und uns wird gesagt, dass es hier Pumas gibt, die abends vorbeikommen. In der Therme gibt es verschiedene Becken mit unterschiedlichen Temperaturen und Schlammbecken. Wir bleiben eine Weile drin. In der Sonne ist es jedoch zu warm, so dass wir nach Sonnenuntergang zurückkommen wollen. Aber als wir zum Womo zurück gehen, wird es mir plötzlich übel. Ich bekomme Kopfschmerzen, mir ist schwindelig und es geht mir sehr schlecht. Nun hat es mich wohl doch mit der Höhekrankheit erwischt?? Wir packen alles zusammen und fahren wieder nach Putre zurück. Dort geht es mir nach einer halben Stunde auch etwas besser. Heißt das nun, dass wir die Weiterfahrt auf dem Hochland abbrechen müssen? Das wäre sehr schade. Schon schade genug, dass wir nicht an der Therme übernachten können. Entgeht uns wieder der Puma😔
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  • Azapa Museum und Weg zum Altiplano

    May 14 in Chile ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir wollen uns auf den Weg in das chilenische Hochland machen. Es soll sehr schön sein, aber der höchste Punkt, den wir besuchen wollen, liegt auf 4.600m Höhe. Und wir haben keine Ahnung, wie wir das gesundheitlich verkraften und vor allem, wie unser Womochen das mitmacht. In Arica decken wir uns noch mit Vorräten ein, tauschen die Reifen durch, wobei wir in ein stundenlanges Gespräch mit dem Geschäftsführer der Reifenfirma verwickelt werden. Natürlich über Politik. Die Chilenen lieben es, über die politischen Zustände des eigenen Landes und der Welt zu diskutieren. Deshalb gelingt es uns erst am Nachmittag, loszufahren.
    Aber frohen Mutes und insbesondere froh, Arica zu verlassen, fahren wir zunächst zum Archäologischen Museum Azapa, was nur ein paar Kilometer von Arica entfernt liegt. Auch hier gibt es viele Mumien der Chinchorro-Kultur und Jahrtausende alte Fundstücke, ist aber im Gegensatz zum Museum in Arica viel umfangreicher. Vielleicht fragt man sich, warum es hier in der Gegend so viele Mumien gibt. Das liegt daran, dass zum einen die Gegend so trocken ist, dass die Toten schon allein vertrocknen und zum anderen war es hier bei den früheren Kulturen über viele Jahrtausende Brauch, ihre Verstorbenen in einem unglaublich aufwendigen Verfahren zu mumifizieren. Es wurden sogar Embryonen mumifiziert. Hier gab es eine sehr hohe Kindersterblichkeit und besonders viele schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder sind aufgrund des im Wasser natürlich vorkommenden Arsen-Gehaltes gestorben. Man vermutet , dass sich deshalb auch diese aufwendige Mumifizierung etabliert hat, um besser mit der hohen Sterblichkeit der Angehörigen zurecht zu kommen. Übrigens ist hier in einigen Gebieten der Arsen-Gehalt immer noch so hoch, doch über die Jahrtausende hat sich die Bevölkerung daran angepasst. Ob wir, da wir ja nicht angepasst sind, nun eine Arsen-Vergiftung bekommen??🤔
    Wir übernachten noch direkt vor dem Museum und am nächsten Tag geht es aufs Hochland. Bei 2500m machen wir eine Pause, um uns ganz langsam an die Höhe zu gewöhnen und bei 3000m legen wir den ersten Übernachtungsstop ein. Mitten im nichts. Es ist tagsüber noch sehr warm, aber sobald die Sonne untergeht, fallen die Temperaturen um 20 Grad. Der Sternenhimmel ist fantastisch, aber bei mittlerweile 5 Grad hat man keine Lust, diesen zu bewundern.😅
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  • Arica, die nördlichste Stadt Chiles

    May 12 in Chile ⋅ ⛅ 22 °C

    Was wir von Iquique positiv überrascht waren, sind wir von Arica herb enttäuscht. Gut, im Reiseführer steht, dass man mit einem Stadtspaziergang schnell fertig ist, aber dass wir so schnell fertig sind, hätten wir nicht gedacht 😅. Dummerweise haben wir uns auf einen Campingplatz für zwei Nächte einquartiert. Hier in Arica ist es nämlich nicht ganz so sicher, frei zu stehen, denn die Stadt ist eine typische Grenz-Stadt mit manchmal nicht ganz so geheuer erscheinenden Leuten. Der Cp ist auch noch 6 km vom Zentrum entfernt, so dass wir für die Fahrten in die Stadt jedesmal ein Uber nehmen müssen. Und nicht nur, dass der Cp so weit entfernt ist, nein, er ist auch der grottigste Campingplatz, den wir auf der gesamten Reise bisher hatten. Micha meint, im Herren - Sanitärbereich begrüßt ihn jeden Abend ein fette Kakerlake auf dem Waschbecken 🙈😅. Und es gibt drei Hunde, die die gesamten zwei Nächte durch bellen.
    Als wir in die Stadt hinein fahren, besuchen wir das hochgelobte Museo de Sitio Colon 10. Da gibt es nämlich Mumien der Chinchorro-Kultur, die viele tausend Jahre alt sind und die beim Bau eines Hotel gefunden wurden. Erst dachte man, dass es sich nur um wenige Mumien handelt, bis man feststellte, dass es weitere Schichten mit weiteren Mumien darunter gibt, die zu unterschiedlichen Zeiten übereinander gelegt wurden. Die Mumien haben unterschiedliche Mumifizierungen (künstlich und natürlich), je nach der Mumifizierungsart der jeweiligen Kultur. Da die obere Schicht der Mumien sehr fragil war, konnten die unteren Schichten nicht frei gelegt werden. Leider kann man heute die Mumien nur durch eine Glasboden sehen und dadurch sind die Lichtverhältnisse schlecht.
    Das Zentrum von Arica selbst hat bis auf eine hübsche Plaza, einer Kirche und dem Zollgebäude, die beide von Gustav Eiffel entworfen wurden, nichts anderes zu bieten als Hunderte von sich aneinanderreihenden Geschäften mit chinesischem Plunder.
    Wir sind froh, als wir die Stadt verlassen können. Zumindest können wir sagen: Wir waren in der nördlichsten Stadt Chiles.😅
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  • Von Iquique nach Arica

    May 10 in Chile ⋅ ☀️ 26 °C

    Obwohl es nur etwa 300km von Iquique nach Arica sind, brauchen wir zwei Tage für die Strecke. Wir haben ja Zeit und es ist so schön warm, wozu also beeilen?! Gleich hinter Iquique gibt es die Weltkulturerbe Stadt Humberstone, auch wie so viel Orte hier, ehemalige Salpeterstädte. Micha möchte der Stadt einen Besuch abstatten, aber am Eingang teilt uns die Angestellte mit, dass man etwa zwei bis drei Stunden für den Besuch braucht und nun wäre bis Schließung nur noch eine Stunde Zeit. Also verschieben wir den Besuch auf die Rückfahrt, wenn wir vom Norden wieder runter fahren. So suchen wir uns ein schönes Plätzchen in der nahe gelegenen Reserva Natural de Tamarugal. Hier ist mitten in der Atacama-Wüste ein "Wald". Nicht so ein richtiger Wald, aber hier sind viele viele Tamarugo Bäume. Diese sind an den salzigen und trockenen Boden angepasst und haben Wurzeln, die bis 8 m in die Tiefe reichen. Beim Salpeterboom wurden so gut wie alle Bäume gerodet, aber vor einigen Jahren hat man einen großen Teil des Gebietes wieder aufgeforstet und zur Naturreserve erklärt. Eine merkwürdig schön aussehende Landschaft.
    Am nächsten Tag fahren wir bis kurz vor Arica und lassen uns dort in der Caleta Vitor nieder. Das ist eine kleine Palmenoase an einem Strand, an dem es manchmal Wale gibt, aber auf jeden Fall See-Robben, die wir die ganze Zeit vor unserem Womo sitzend beobachten können. Bis auf ein paar Angler sind wir ganz allein. Nur ins Wasser trauen wir uns nicht, weil die hohen Wellen zu nah am Strand brechen.
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  • Überraschungsstadt Iquique

    May 7 in Chile ⋅ ☁️ 20 °C

    Schweren Herzens verlassen wir unseren romantischen Strand und fahren nach Iquique. Hier steuern wir einen Stellplatz an, vor dem ich eigentlich sofort wieder umkehren will, weil er mitten in der Stadt liegt und es sich nur um einen asphaltierten Parkplatz handelt, der von einem zwei Meter hohen Holzzaun umgeben ist. Es gibt allerdings nicht viele tolle Alternativen und so bleiben wir da. Im Nachhinein stellt sich der Platz als richtig gut gelegen und ruhig heraus. Und es gibt sogar eine Waschmaschine, die man kostenlos nutzen kann. Nicht nur der Platz gefällt uns, sondern auch von der Stadt sind wir völlig angetan. (Micha ist schon dabei, die Immobilienpreise zu inspizieren.) Dabei hat wahrscheinlich keine Sau bisher irgendetwas von Iquique gehört. 🤣
    Die Stadt läuft am Strand entlang, hat eine kilometerlange Promenade, an der der Bevölkerung so viel Bespaßung geboten wird, dass man den Eindruck gewinnt, die Einheimischen müssten nicht arbeiten, sondern sind durchgehend mit Freizeitgestaltung beschäftigt. Spiel-, Fitness-, Skateboard-Plätze, ein Kasino (in dem auch Konzerte stattfinden und der Eintritt für Veranstaltungen kostet etwa 1 Euro!!), bewachte Strände, ein Surf-Wettbewerb findet gerade statt und und und. Und das I-Tüpfelchen: Alles, aber auch wirklich alles ist picobello sauber! Im Zentrum gibt es das Regionalmuseum, das wir besuchen. Eine wirklich interessante Sammlung über prähistorische Knochenfunde von der Megafauna, Mumien von Indigenen, die Hunderte von Jahren alt sind und sogar ein nachgebautes Dorf der Aymara.
    Das Museum liegt an der Fußgängerzone Baquedano. Diese ist von Holzhäusern im Kolonialstil gesäumt ist, die etwa 150 Jahre alt sind. Gerade ist man damit beschäftigt, diese Gebäude, die wohl lange unbewohnt waren, nun wieder aufzuhübschen und in Hotels, Cafés und Restaurants umzubauen. Beeindruckend sind auch die Bürgersteige, die aus Holz bestehen und damit der Straße ein Aussehen wie aus einer Westernstadt verleihen.
    Am Fischmarkt gibt es auch nochmal ein Highlight. Hier findet sich nämlich wieder mal eine sehr große Seelöwen - Kolonie ein, die mit den Fischresten gefüttert wird. Ein herrliches Schauspiel, wie die ganzen Seelöwen sich übereinander auf das hinein geworfenene Mahl stürzen!!😀 Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn man aus Versehen hineinfällt.🙈
    Drei ganze Tage bleiben wir in dieser Stadt, die uns in völlig begeistert.
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  • Einsame Strände

    May 5 in Chile ⋅ ☁️ 20 °C

    Bevor wir in die nächst größere Stadt (nach Iquique) fahren, geht es an der Küste entlang, weil die Landschaft nicht ganz so eintönig ist, wie die Panamericana, die mitten durch die Atacama-Wüste führt. Allerdings kommen wir in eine Straßensperrung, weil ein paar Kilometer weiter etwas gesprengt werden soll. Fast zwei Stunden müssen wir warten. Die Chilenen nehmen das ziemlich gelassen hin. Und die Zeit vergeht wie im Flug, weil wir mit einem Chilenen interessante Gespräche über die Weltlage führen.
    Bis Iquique schaffen wir es aber dadurch nicht mehr und suchen deshalb ein kleines Plätzchen für die Nacht aus. Schnell finden wir eins an einem Strand. Es gefällt uns so gut, dass wir gleich zwei Tage da bleiben. Bis auf ein Pärchen, das für ein paar Stunden dort angeln geht und zwei Autos, die vorbei fahren, sind wir völlig allein. Wahnsinn, was man hier so oft an völlig einsamen Plätzen steht. Wo gibt es das in Europa noch?!
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  • Lost Place: Chacabuco

    May 4 in Chile ⋅ ☀️ 28 °C

    Bevor es weiter in den Norden geht, möchte einer von uns beiden (ich bin es nicht🙈😅) unbedingt die Geisterstadt Chacabuco ansehen. Bis in die 1940er Jahre war das eine florierende Stadt, die von der Salpeter-Förderung lebte. Der Salpeter-Abbau führte zu einem großen Reichtum des Landes. Dann entwickelten die Deutschen die Herstellung des synthetischen Salpeters, was dazu führte, dass fast die gesamte Salpeter-Industrie in Chile einbrach. Übrig blieben mitten in der Wüste einige dieser Geisterstädte. Chacabuco war später, während der Militärdiktatur, ein Gefängnis für politische Häftlinge.
    Heute kann man noch in einige Gebäude hinein gehen. Wobei das ehemalige Theater am besten erhalten ist. Allerdings knirscht der Holzboden ziemlich und die Treppe, auf der noch der 100Jahre alte Teppich liegt, hat auch schon viele eingebrochene Stufen. Die Häuser der damaligen Arbeiter und Angestellten sind alle ziemlich einsturzgefährdet. Interessiert hier aber keinen, solange es noch ein paar Touristen gibt, die sich das anschauen 😅
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  • Wüste und Antofagasta

    May 3 in Chile ⋅ ⛅ 19 °C

    Nun fahren wir viele Hunderte Kilometer durch die Wüstenlandschaft Atacama. Ein staubige, extrem trockene Region. Nähert man sich Ortsansammlungen, ist alles voll gemüllt. Ein großes Stück fahren wir nicht die Panamericana sondern die etwas hübschere Küstenroute 1. Hier gibt es nur aller paar Kilometer kleine Ortschaften der Indigenen. Auch alles schmutzig mit Müllbergen am Ende der Orte. Ganz besonders dreckig ist es bei der Zufahrt nach Antofagasta, eine Hafenstadt, die ich vom Namen her noch aus meiner Speditionsausbildung kenne. Irgendwie hört sich der Name schon hässlich an😅. Aber als wir in die Stadt hinein fahren, ändert sich das Bild etwas. Die Stadt liegt direkt am Meer und scheint in die Wüste, die sich dahinter auftürmt, hinein gebaut worden zu sein. In einem Shoppingcenter gehe ich schnell noch in den Supermarkt und da sehe ich das erste Mal schick gekleidete Menschen hier in Chile. Bisher hatten wir immer den Eindruck, dass die Chilenen null Wert auf Kleidung legen (was mir ja sehr sympathisch ist😅) und es überall Secondhand Läden gibt, aber hier scheinen die Menschen sehr wohlhabend zu sein und der Supermarkt stellt sich als der teuerste von ganz Chile heraus. Später erfahren wir, dass die Gegend durch die umliegenden Kupferminen so reich ist und deren Angestellten und Arbeiter neben einem ausgezeichneten Gehalt viele verschiedene soziale Privilegien genießen.
    Die Stadt selbst schauen wir uns jedoch nicht an, da es nichts Sehenswertes gibt und eigentlich suchen wir nur einen Schlafplatz am Stadtstrand auf, wo wir schnell fündig werden. Viele der Städter sind am Abend mit Campingausrüstung da, grillen und genießen ihren Feierabend.
    Und wir finden es schon sehr lustig, hier vor der Großstadt-Kulisse direkt am Strand übernachten zu können.
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  • Bahia Inglesa

    May 2 in Chile ⋅ ⛅ 17 °C

    Weiter geht's zu einem der schönsten Strände Chiles, zur Bahia Inglesa. Naja, da Chile jetzt nicht unbedingt für seine traumhaften Strände bekannt ist, ist die Messlatte auch nicht hoch. Ich sag mal so: bei herrlichem Wetter in der Hochsaison ist es hier bestimmt sehr nett, aber jetzt in der Nebensaison, wo die Wassertemperaturen auch nicht mehr zum Baden einladen, muss man nicht mehr als einen Tag hier verbringen. Zumindest stehen wir hier sehr ruhig, was nach der vorherigen schlaflosen Nacht (wir hatten vergessen,dass 1.Mai ist und die Jugend des Ortes in Partystimmung war) und in der Nähe von Huasco eine wahre Erholung ist.
    Nach einem Strandtag (also ohne Baden) besuchen wir noch den nahegelegenen paläontologischen Park Los Dedos. Hier in einem riesigen Freilichtmuseum wurden 8 Mio.Jahre alte Fossilien von Urtieren gefunden.
    Ein paar Kilometer weiter schauen wir uns noch die sehr selten vorkommenden Kugelgranit-Felsen an. Das ist magmatisches Gestein, in dem sich bei Vulkanausbrüchen kugelförmige Einschlüsse durch Wasserkristalle gebildet haben. Das erklärt uns der dort lebende Touristenführer Gabriel. Er gehört zum Indigenen Volk der Daiguita und ist sehr spirituell unterwegs. Für ihn ist es ein magischer Ort, an dem die Ureinwohner Zeremonien abgehalten haben. Und mit größter Begeisterung sitzt er mit uns unter einem Felsüberhang und erzählt, dass genau, wie wir in diesem Moment, seine Vorfahren hier gesessen haben und das Meer, die Sterne und den magischen Ort in sich aufgenommen haben.
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  • Isla de Chañaral

    April 29 in Chile ⋅ ☁️ 13 °C

    Der kleine Ort Chañaral der Aceitunas hat sich in den letzten Jahren von einem kleinen Fischerdorf zu einem beliebten Touristenort entwickelt. Die Fischer haben nämlich erkannt, dass man anstatt Fische zu fangen, viel Geld mit Touristen verdienen kann, indem man sie zur Isla de Chañaral fährt, um denen die hier zahlreich vorkommenden Wale, vor allem Finnwale, Seelöwen und Pinguine zu zeigen. Und ein entscheidender Vorteil ist hier, dass Wal-Touren im Vergleich zu anderen Orten mit etwa 25 € sehr günstig ist. Im Ort wird überall gebaut. Kleine Ferienunterkünfte werden gebaut, aber auch die Einheimischen verschönern sich ihre Heime. Ein sehr interessantes, niedliches rundes Hobbithäuschen sticht hervor und wir treffen auf Alexander, dem stolzen Besitzer, der gleich mit uns eine Hausbesichtigung macht.
    Im Ort treffen wir endlich auch mal wieder auf andere Overlander. Wir lernen eine sehr nette Familie mit zwei kleinen Kindern kennen, die mit uns am nächsten Tag eine Wal-Tour machen.
    Schade, dass es zu dieser Zeit hier den berüchtigten Küstennebel gibt. So ist der Himmel sehr bewölkt, was die Beobachtung der Tiere etwas trübt. Dafür haben wir kaum Wellengang und dann erscheint auch der erste Finnwal direkt neben unserem Boot. In etwas größerer Entfernung sehen wir noch einen anderen. Die Finnwale sind die zweit größten Wale der Welt. Schon sehr beeindruckend. Auf der Insel sind auch viele Seelöwen, aber von den hier lebenden Humboldt -Pinguinen sehen wir gerade mal zwei. Ist aber nicht schlimm, die haben wir ja zur Genüge gesehen😅.
    Nach der Tour gehen wir mit der netten Familie im Ort essen und Micha bestellt sich ein Fischfilet mit Pommes, von dem eine achtköpfige Familie satt werden könnte. 😂
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  • Mystik im Valle de Elqui

    April 28 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir können uns gar nicht von der wundervollen Atmosphäre des Tals lösen, aber irgendwann müssen wir Abschied nehmen und fahren aus dem Tal hinaus. Aber nicht ohne vorher die mysteriösen Plätze hier aufzusuchen. Hier im Tal haben sich seit einigen Jahrzehnten viele Esoteriker, Hippies und Buddhisten niedergelassen. So reiht sich hier auch eine esoterische Kommune mit Meditationen, Aura-Reinigungen und Energiezentren an die andere. Angeblich hat sich das energetische Zentrum der Welt von Tibet hierher verschoben. So machen wir noch einen Abstecher zur "magnetischen Zone". Und ob man daran glaubt oder nicht, wir erleben wirklich ein sehr seltsames Phänomen. Obwohl die Straße auf eine kleine Anhöhe führt und Micha den Leerlauf einlegt, rollt das Wohnmobil die Anhöhe hinauf. Ist das schräg!😀 Wir sind so fasziniert, dass wir mehrere Male diesen Versuch mit Erfolg durchführen. Unglaublich!!
    Dann fahren wir zurück nach Vicuña und statten vorher noch der Alienfigur an der Hauptstraße einen Besuch ab. Hier soll nämlich -klar bei so viel positivem Energiefluss - 😅 ein UFO abgestürzt sein. Die Bewohner der Gegend haben mit eigene Augen gesehen, wie ein merkwürdig aussehendes, fliegendes Objekt an der Felswand zerschellte und kurz darauf seien schwarze Hubschrauber angeflogen gekommen, die dann alles beseitigt haben. Wie auch immer, die Alienfigur ist schon echt cool und dass die Gemeinde ein Schild mit der Geschichte aufstellt, ist herrlich 😅.
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  • Pisco und Sterne im Valle del Elqui

    April 24 in Chile ⋅ ☀️ 23 °C

    Auf das Elqui -Tal habe ich mich schon sehr gefreut und werde auch nicht enttäuscht. Es gefällt uns so gut, dass wir fast eine Woche da bleiben. Die ersten beiden Tage bleiben wir in Vicuña, einer kleinen niedlichen Stadt, die am Anfang des Elqui -Tals liegt. Die Stadt hat einen sehr schönen, mit vielen Bäumen gestalteten zentralen Platz, auf dem von einer Bühne, die wohl oft für Veranstaltungen genutzt wird, den ganzen Tag beruhigende Musik gespielt wird, während die Bewohner am Nachmittag unter den Bäumen herum schlendern oder auf den Bänken sitzen. Um den Platz sind viele Restaurants und Cafés und alles strahlt eine so gemütliche und freundliche Atmosphäre aus, dass es zum längeren Verweilen einlädt.
    Für den zweiten Abend haben wir Tickets für eines der Observatorien gekauft, von denen sich hier mehrere im Tal angesiedelt haben, weil es hier einen der klarsten Sternenhimmel weltweit gibt mit 350(!) sternenklaren Nächten. Die Tour ist auf Spanisch und wir müssen beide feststellen, dass wir mit unseren Spanisch-Kenntnissen komplett überfordert sind. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich das Vokabular auf Deutsch verstehen würde 😅. Ach und vom Sternenhimmel sehen wir auch nicht so viel, denn wie sollte es anders sein: wir haben einen der 15 bewölkten Nächte erwischt 🤣.
    Die nächsten Tage fahren wir tiefer in das subtropische Tal hinein und bleiben in dem Ort Pisco Elqui auf einem wundervoll gelegenen Campingplatz (auch hier sind wir wieder mal die einzigen Gäste). Der nette Besitzer lädt gleich ein Bündel Holz ab, mit dem wir jeden Abend grillen können und dabei den glasklaren Sternenhimmel mit Blick auf die Milchstraße genießen können.
    Wie der Name des Ortes sagt, wird hier Pisco hergestellt, der aus den Weintrauben, die hier wegen des besonderen Klimas sehr süß sind, gewonnen wird. Da uns der Pisco gut schmeckt, besuchen wir gleich zwei Destillerien.
    Außer Pisco probieren, das traumhafte Wetter genießen und abends Sternenhimmel anschauen, machen wir nichts und lassen einfach nur diese besondere Atmosphäre auf uns wirken.
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  • La Serena und Coquimbo

    April 22 in Chile ⋅ ☀️ 17 °C

    Einen kurzen Abstecher machen wir ins Ballungszentrum Coquimbo und La Serena. Für uns ist es immer anstrengend, durch größere Städte zu fahren. Wir haben bisher immer noch nicht die hiesigen Vorfahrtsregeln verstanden 😅und die Verkehrsführungen mit den oftmals sehr schmalen Einbahnstraßen sind eine große Herausforderung. In Coquimbo gibt es einen tollen Fischmarkt, an dem es riesige Pez Sol geben soll (Sonnenfisch), aber wir kommen zu spät, die Händler räumen schon alles weg. So bleibt uns nur noch übrig Empanada zu essen. Micha wagt sich an eine Empanada gefüllt mit den hier überall verkauften Loco heran. Wir wissen nicht, was es ist, aber man soll ja immer alles ausprobieren. Es schmeckt komisch, ziemlich hart, findet also keinen Gefallen bei uns. Später stellen wir fest, dass es sich um Meeresschnecken handelt. 😝
    Nach unserer Kostprobe fahren wir zum höchsten Punkt der Stadt, dem unübersehbaren Cruz del Tercer. Das ist ein riesiges Beton-Kreuz mit einer Plattform oben drauf. Einen schönen Rundblick über die Umgebung hat man von hier oben.
    Von Coquimbo fahren wir nach La Serena, wobei man nicht weiß, wann die eine Stadt aufhört und die andere beginnt. Dort finden wir einen Übernachtungsplatz am Strand in einer Wohnsiedlung, der Micha richtig gut gefällt, weil direkt davor ein Fitnessplatz ist. Am nächsten Tag fahren wir noch ins alte Zentrum der Stadt. Hier stehen einige hübsche Gebäude im Kolonialstil und eine alte Markthalle, in der sich die Marktstände um einen Innenhof gruppieren. Überall wird hier kandierte Papaya verkauft. Der Papaya-Saft, den wir probieren, schmeckt ganz fürchterlich süß. Also in Sachen kulinarische Erlebnisse müssen wir sagen, hat uns Chile bisher noch nicht begeistern können.😅
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  • Seelöwen und schöne Strände

    April 21 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C

    Beim Valle del Encanto finden wir keinen Übernachtungsplatz und die einzige Möglichkeit ist, wieder zur Küste zurück zu fahren und sich dort an ein Flussdelta zu stellen. Es sind nur etwa 50km und so müssten wir es problemlos schaffen, noch im Hellen den Ort zu erreichen. Womit wir nicht rechnen, ist, dass die letzten 20km wieder Schotterpiste ist. Hatten wir schon lange nicht mehr! Hier in Chile sind im Gegensatz zu Argentinien die allermeisten Straßen asphaltiert. Micha kämpft mit einer Geschwindigkeit von über 80km/h auf der schmalen Rüttelpiste gegen die hereinbrechende Dunkelheit. Als wir endlich den angezeigten Platz erreichen, stellen wir fest, dass dieser im Wasser liegt 🙈. Also fahren wir weiter und finden endlich einen Platz an einem Leuchtturm, an dem sich nur ein paar Fischer aufhalten, die uns neugierig begutachten. Auch am nächsten Morgen, als wir gemütlich draußen frühstücken, fahren Einheimische mehrmals an uns vorbei und starren uns an, als wären wir Außerirdische. Die Gegend scheint hier so abgelegen (ist ja klar, mit dieser ewigen Schotterpiste kommt ja auch niemand Fremdes her😅), dass sie es gar nicht fassen können, was wir da Komisches machen.
    Dann geht es weiter an der Küste entlang, wobei wir Halt an einem "Karibikstrand" ( in Totoralillo) machen. Also gut, sieht schon so aus, aber die Wassertemperaturen zeigen schnell, dass das dann doch der Pazifik ist.
    Und einen Stopp machen wir noch in Tongoy, einem Ferienort mit vielen Fischrestaurants (momentan, außerhalb der Saison ist hier nichts los) und in Guanaqueros. Und das ist echt mal ein Highlight. Am kleinen Fischerhafen tummelt sich ein Seelöwen - Rudel. Behäbig klettern sie auf das Pier und robben sich zu den Fischverkäufern, von denen sie ab und zu die Reste der filetierten Fische bekommen. Einmal watschelt ein Seelöwen -Männchen so nah an den Fischstand, dass der Fischer ihm einen Klaps auf den Hintern gibt, worauf sich der dicke Seelöwe grunzend ins Wasser stürzt.
    Wenn ich mir überlege, was wir bisher für einen Aufstand gemacht haben, um in großen Entfernungen Seelöwen zu beobachten und hier muss man schnell weg springen, dass sie einen mit ihren scharfen Zähnen nicht zu nah kommen😂.
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  • Valle del Encanto

    April 19 in Chile ⋅ ⛅ 15 °C

    Seit langem treffen wir wieder mal auf Reisende aus Deutschland, beziehungsweise überhaupt mal wieder auf andere Reisende. Irgendwie dachten wir schon, dass wir ganz allein in Chile als ausländische Touristen gerade herum reisen. Ein junges Pärchen aus Bayern stehen mit ihrem Pickup auf dem Übernachtungsplatz an der Küste. Aber die beiden scheinen nicht so ganz glücklich mit ihrer Reise zu sein. Ziemlich ungeplant und unvorbereitet erscheinen sie uns und sie finden es alles unerwartet teuer, so dass sie auf viele Sehenswürdigkeiten verzichtet haben. Das zeigt uns doch mal wieder, dass gute Vorbereitung auf so eine Reise sehr wichtig ist.
    Wir machen uns bald auf den Weg, denn wir gehen wieder einer unserer Lieblingsbeschäftigungen nach: prähistorische Kunstwerke:) Dieses Mal geht es zu Petroglyphen, also Steingravuren. Diese finden sich im Valle del Encanto. Dieses kleine Tal sieht ein bisschen wie eine Oase in einer ansonsten sehr trockenen Umgebung aus. Es war das Siedlungsgebiet der Molle, die hier etwa 500 Jahre seit dem 2. Jahrhundert lebten. Leider ist der Nationalpark absolut chaotisch gestaltet. Die Beschilderung für die Petroglyphen fehlt manchmal völlig, ist kaum noch lesbar oder führt inmitten eines Gestrüpps oder zwischen Kakteen. Wir klettern ab und zu auf Felsen herum, verlaufen uns und finden nicht so leicht wieder von Felsen herunter. Manchmal kann man nichts mehr von den Gravuren erkennen. Aber einige sind schon der Wahnsinn. Sie stellen Figuren dar, die wie Außerirdische aussehen. Warum diese Figuren so aussehen, weiß man nicht. Eine tolle Atmosphäre herrscht hier auch im Tal, ein kleiner Bach fließt zwischen den Felsen und uralten, aber abgestorbenen Bäumen. Man kann erahnen, wie grün und fruchtbar dieses Tal vor hunderten von Jahren war.
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  • Parque Puquén

    April 19 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C

    Nach so viel Stadt sehne ich mich wieder nach Natur. Wir fahren die Küste entlang Richtung Norden. Bei dem kleinen Ferienort Los Molles gibt es den Parqué Puquén. Am Eingang begrüßt uns ein sehr engagierter junger Ranger, der uns ausführlich über die Fauna und Flora des Parkes informiert. Weil wir uns mit ihm so nett auf Spanisch unterhalten, müssen wir nur den Preis für Einheimische zahlen. Leider kommen wir etwas spät dahin, so dass wir nur noch zwei Stunden bis Schließung haben, um im Park zu wandern. Hier an der Felsenküste wachsen viele Kakteen und einige endemische Bäume und Sträucher und das Blau des Pazifiks im Hintergrund bildet einen wunderschönen Kontrast. Von einem Aussichtspunkt kann man Seelöwen beobachten, aber vor allem kann man sie von Weitem mit ihrem lauten Gebrüll hören. Hier gibt es auch einen Brandungsgeysir. Also eigentlich ist es kein Geysir, sondern aus eine Felsspalte schießt meterhoch bei jeder herannahenden Welle das Wasser durch den Fels heraus. Gerade sind die Wellen nicht so hoch, so dass das Wasser auch nicht ganz so hoch gedrückt wird, aber es ist trotzdem toll anzuschauen.
    Kurz bevor der Park schließt, werden wir von den Rangern angerufen und darauf hingewiesen, dass wir uns nun langsam zum Ausgang begeben sollten, was sich als nicht so einfach erweist, weil wir noch eine ganze Weile überlegen, welchen der Wege wir nehmen müssen.
    Als wir uns auf dem Weg zu einem Übernachtungsplatz machen, treffen wir auf Anton, einen deutschstämmigen Arzt aus Santiago, der uns auf perfektem Deutsch anspricht, als er unseren Deutschland -Aufkleber am Womo sieht. Er erzählt uns, dass er 20 Jahre in Deutschland gelebt hat, aber wieder zurück nach Chile gegangen ist, denn das Leben hier sei viel besser. Er verdiene doppelt so viel wie in Deutschland und die Freizeitgestaltung und Lebensqualität sei auch viel besser. Er gibt uns noch seine Telefonnummer im Falle, dass wir seine Hilfe benötigen. Sehr freundliche Menschen hier.
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  • Valparaíso: gefährlich ??

    April 18 in Chile ⋅ ☀️ 19 °C

    Weil alle uns davon abraten, mit dem Wohnmobil nach Valparaíso zu fahren (zu gefährlich), fahren wir zu einem Campingplatz, der außerhalb der Stadt in einem kleinen Tal, eingebettet von ärmlichen Häusern liegt, was alles ein bisschen wie Favela aussieht. Wir fragen uns, ob das hier wirklich sicherer ist. Alejandro, der Besitzer, ist ein netter, hilfsbereiter älterer Herr, doch der Campingplatz ist sehr verlottert und wir sind wieder mal die einzigen Gäste. Aber egal, er liegt praktisch, denn man läuft nur ein paar Minuten durch die "Favela' zu einer Bushaltestelle und von dort ist man in 50 Minuten in Valparaíso. Die Stadt hat einen Hafen, in dem auch immer wieder Kreuzfahrtschiffe anlanden und zieht sich dann am Berg entlang mit vielen Hügeln. Im Internet und im Reiseführer lesen wir, dass man in einige Viertel und auf einige Hügel nur in Gruppen gehen sollte, weil man schnell Opfer von Raubüberfällen werden kann. So buchen wir lieber eine geführte Tour und bereiten uns gut vor, in dem wir nur das Nötigste mitnehmen. Der Bus hält am zentralen Platz und unser erster Eindruck von Valparaíso ist schrecklich. Laut, viel Verkehr und schmutzig. In einem kleinen Shoppingcenter will Michael Geld vom Automaten holen. Weil er dabei so mit Sicherheitsvorkehrungen beschäftigt ist, fällt ihm seine Kreditkarte durch einen Schlitz in den Sicherheitsschrank vom Geldautomaten 🙈. Und nun?! Bankkarte auf Nimmerwiedersehen?! Aber beim Hineinleuchten sehen wir sie am Boden liegen. Die Verkäuferin am nebenan liegenden Kiosk ruft einen Wachmann und wir überlegen, wie wir an die Karte gelangen können. Mit einem Lineal schaffen wir es schlussendlich die Karte wieder herauszuziehen. Unser Besuch in Valparaíso fängt ja schon mal lustig an! Dann gehen wir zum Hafen, der zwar ganz toll aussieht, aber die aufdringlichen Angestellten der umliegenden Restaurants sprechen einen aller paar Sekunden an, um einen zu überzeugen, in ihrem Restaurant zu essen Wir gehen weiter, müssen aber noch Zeit vertun, bis die Stadtführung beginnt. Das Problem ist, dass wir uns nicht auf die Hügel trauen und nun die ganze Zeit auf der hässlichen Hauptstraße herum laufen. Wir sind beide sehr genervt und können überhaupt nicht verstehen, was an Valparaíso schön sein soll. Nach einigen Metern kommen wir zu einem der vielen Aufzüge, die auf einen der Hügel fährt. Vor uns sind andere Touristen, die auch hoch wollen. OK, dann wagen wir es eben doch! Oben angekommen: siehe da... liegt das 'schöne Valparaíso". Die kleinen bunt angemalten Häuschen, fantastischer Blick aufs Meer und auf die anderen Hügel mit den farbigen Häusern und die Straßen mit tollen Cafés, Restaurants und vor allem: es wimmelt an Touristen, die alle allein (ohne Gruppen) durch die Gassen schlendern. 😂🙈
    Bald treffen wir uns mit unserer Gruppe und der Stadtführerin. Ach so, die Gruppe besteht nur aus uns beiden und der Guide!😅
    Die junge Frau macht die Tour ganz nett, wenn auch ein bisschen zu "sozialistisch" angehaucht, weil sie uns ausschließlich die Malereien an den Häusern erklärt, die soziale Ungerechtigkeiten anprangern. Ich hätte gern noch über einige interessante historische Ereignisse gehört, aber das gibt es nicht. Nach der Tour schlendern wir noch allein durch die Stadt, aber da es nun schon 17 Uhr ist, nehmen wir lieber den Bus zurück, um nicht ganz im Dunkeln den lustigen Favela-Hügel zu unserem Campingplatz zurück laufen zu müssen.
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