Azapa Museum und Weg zum Altiplano
14. maj, Chile ⋅ ☀️ 22 °C
Wir wollen uns auf den Weg in das chilenische Hochland machen. Es soll sehr schön sein, aber der höchste Punkt, den wir besuchen wollen, liegt auf 4.600m Höhe. Und wir haben keine Ahnung, wie wir das gesundheitlich verkraften und vor allem, wie unser Womochen das mitmacht. In Arica decken wir uns noch mit Vorräten ein, tauschen die Reifen durch, wobei wir in ein stundenlanges Gespräch mit dem Geschäftsführer der Reifenfirma verwickelt werden. Natürlich über Politik. Die Chilenen lieben es, über die politischen Zustände des eigenen Landes und der Welt zu diskutieren. Deshalb gelingt es uns erst am Nachmittag, loszufahren.
Aber frohen Mutes und insbesondere froh, Arica zu verlassen, fahren wir zunächst zum Archäologischen Museum Azapa, was nur ein paar Kilometer von Arica entfernt liegt. Auch hier gibt es viele Mumien der Chinchorro-Kultur und Jahrtausende alte Fundstücke, ist aber im Gegensatz zum Museum in Arica viel umfangreicher. Vielleicht fragt man sich, warum es hier in der Gegend so viele Mumien gibt. Das liegt daran, dass zum einen die Gegend so trocken ist, dass die Toten schon allein vertrocknen und zum anderen war es hier bei den früheren Kulturen über viele Jahrtausende Brauch, ihre Verstorbenen in einem unglaublich aufwendigen Verfahren zu mumifizieren. Es wurden sogar Embryonen mumifiziert. Hier gab es eine sehr hohe Kindersterblichkeit und besonders viele schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder sind aufgrund des im Wasser natürlich vorkommenden Arsen-Gehaltes gestorben. Man vermutet , dass sich deshalb auch diese aufwendige Mumifizierung etabliert hat, um besser mit der hohen Sterblichkeit der Angehörigen zurecht zu kommen. Übrigens ist hier in einigen Gebieten der Arsen-Gehalt immer noch so hoch, doch über die Jahrtausende hat sich die Bevölkerung daran angepasst. Ob wir, da wir ja nicht angepasst sind, nun eine Arsen-Vergiftung bekommen??🤔
Wir übernachten noch direkt vor dem Museum und am nächsten Tag geht es aufs Hochland. Bei 2500m machen wir eine Pause, um uns ganz langsam an die Höhe zu gewöhnen und bei 3000m legen wir den ersten Übernachtungsstop ein. Mitten im nichts. Es ist tagsüber noch sehr warm, aber sobald die Sonne untergeht, fallen die Temperaturen um 20 Grad. Der Sternenhimmel ist fantastisch, aber bei mittlerweile 5 Grad hat man keine Lust, diesen zu bewundern.😅Læs mere













Rejsende
Wow!