Lagerfeuer am Riese von Atacama
20. maj, Chile ⋅ ☀️ 15 °C
Nicht nur die Höhe und die Aufregung des letzten Tages lässt uns nur wenige Stunden schlafen. Plötzlich, mitten in in der Nacht leuchtet uns mit vollem Scheinwerfer für mehrere Minuten ein Auto an (Panik entsteht, wir sind ja auf der Schmugglerroute! Als das Auto wegfährt, leuchtet es immer noch so hell. Die Ursache lässt sich schnell feststellen: Micha hat vergessen, die Außenbeleuchtung auszuschalten🙈😅. Wahrscheinlich hat der vorbei fahrende Autofahrer gemeint, da braucht jemand Hilfe.
Am nächsten Morgen sehen wir erstmal, wie wunderschön unser Landeplatz ist.
Das Frühstück in der herrlichen Umgebung . entschädigt schnell für die letzten aufregenden Stunden. Im Hintergrund raucht ein Vulkan leise vor sich hin, der Himmel ist strahlend blau, von jeder Seite ziehen Lama-Herden an uns vorbei und schauen neugierig auf den für sie ungewohnten Anblick.
Schweren Herzens verlassen wir diesen Traum, aber wir wollen zur Küste und wissen noch nicht, wie lange wir für die fehlenden Kilometer bis zur Hauptstraße brauchen. Doch der Weg bis dahin ist nun schnell bewältigt. Allerdings, gerade, als wir ein paar Kilometer auf der asphaltierten Straße gen Küste fahren, geraten wir in eine Straßensperrung, die bis 18 Uhr (vier Stunden) anhalten soll. Es soll aber eine Umleitung für kleinere Fahrzeuge über die Berge geben. Da stellt sich die Frage: Ist unser Womochen ein kleineres Fahrzeug?🤔
Ein Minibus-Fahrer ermutigt uns zu diesem Weg, da er ebenfalls da lang fahren wird. So wagen wir die Umgehungsstraße. Und was für eine tolle Entscheidung das war! Die Schotterpiste führt an Ausblicke auf eine traumhafte Landschaft an Berghängen entlang. Überall kreuzen Lamas und Vicuñas den Weg. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, auf der einspurigen Piste den entgegen kommenden Fahrzeugen Platz zu lassen. Das bedeutet immer für einen der Fahrzeuge ein Stück zurück zu fahren und sich in eine hoffentlich vorhandene Verbreiterung zu stellen. Nicht immer gelingt das so einfach und oft muss der Rückspiegel eingeklappt werden. Etwas Panik entsteht auch, als wir mit der Windung der Straße plötzlich nicht mehr an der Bergseite sondern an der Abgrundseite fahren. Hunderte Meter steil abwärts geht es ohne Begrenzung.
Nach etwa 50 Kilometer kommen wir wieder auf die Hauptstraße, sind allerdings glücklich darüber, dass die Sperrung der Straße uns so ein Erlebnis ermöglicht hat.
Nun fahren wir zum Riesen von Atacama. Das ist ein riesiger, über 1000 Jahre alter Geoglyph. Geoglyphen sind riesige Scharrbilder, die die früheren Völker an den Berghängen gekratzt haben. Warum sie das gemacht haben, lässt sich nicht so ganz feststellen. Vielleicht, um sich zu verewigen oder Wege, Wasser oder vorbeiziehende Tierherden zu markieren.
Der Riese von Atacama ist etwa 80 Meter groß und ist von Weitem am Berghang zu sehen. Als wir dort ankommen, steht da ein Ehepaar (Jutta und Joachim) aus Schwaben mit ihrem Wohnmobil. Schön ist es, mal wieder andere Deutsche zu treffen. Schnell freundet man sich an und die beiden schlagen vor, nach dem Abendessen ein Lagerfeuerchen zu machen.
Und so sitzen wir noch lange mit ihnen an diesem Abend zusammen, erzählen uns von unseren Reiseerlebnissen, während der Schein des Feuers Schatten auf den Atacama-Riesen wirft und die Milchstraße über uns in ihrer ganzen Pracht leuchtet.Læs mere


















