Col de Ares, Nach Spanien
Sep 28–Oct 13, 2024 in France ⋅ ☀️ 11 °C
Guten Mittag. Meine Entscheidung gestern im Tal mir ein Zimmer zu nehmen war goldrichtig. Zur Erinnerung, die Wolken hingen tief im Tal und hin und wieder tröpfelte es leicht. Heute morgen war es Arschkalt da draußen. Ich machte mir einen Espresso mit geschäumter Milch(zu diesem luxuriösen Zweck, schleppe ich einen analogen Milchschäumer mit mir rum😁) und verziehe mich wieder ins warme Bett. Viertel vor 10 starte ich bei Wolkenlosen Himmel. Beinkleit kurz aber Handschuhe müssen unten im Tal noch sein. Erst später, als ich höher kam und immer mehr in der Sonne fuhr ging es auch ohne selbige. Kurz die Eckdaten:13km, 780 Höhenmeter, Durchschnittssteigung 6,3%, inder Spitze laut Schild 8,3%. Mein Navi zeigte aber bis 9.5. Es ging nie in den 2stelligen Wert. Ich konnte das gut fahren obwohl ich ja den leichtesten Gang nicht benutzen kann. Nach ca.etwas über der Hälfte der Strecke kam in einer Kehre ein Passschild. Es flachte zwar etwas ab, ging aber bergan. Nanu, was ist denn hier los? Treibt hier jemand ein Schabernäckchen mit mir? 1km weiter wieder eins. Mitten im Berg. Jetzt steht für mich fest, das meine Theorie von vorgestern zwingend richtig ist. Die letzten Kehren sind schnell erklommen und ich bin oben. Nach Süden zur Küste hin bietet sich ein überwältigender Ausblick. Zwischen die verschiedenen Bergketten, die immerweiter abfallen, bildet sich in der Mitte ein Einschnitt der den Blick bis in die Tiefebene und zum Meer ermöglicht. MEGA. Nach Norden,Spanien, geht der Blick über die langgezogene Bergketten des Caldomassivs. Tief unten klammert sich ein kleines Dorf an den Hang.
Heute ist Samstag. Hier oben sind hauptsächlich Spanier zum Wandern, Pilze suchen und Picknicken. Bierdosen zischen überall.
Hier oben ging einer der Cami de la Retirada lang. Zum Ende des Spanischen Krieges, als die Republikanischen Kämpferinnen, Interbrigadistinnen und Zivilisten(ca.500000) vor den Frankofaschisten über die Berge flohen, kam ein Teil auch hier lang. Viele von ihnen wurden in Internierungslager gesteckt und an die deutschen Faschisten ausgeliefert. Ihr Weg endete in den deutschen Konzentrationslagern wie Mauthausen und die Jüdinnen unter ihnen wurden in die Vernichtungslager deportiert. Es gibt einen Rundwanderweg zu den Thema. Auch gibt es einige private oder Katalanische Initiativen die mit Schildern, Ausstellung oder Denkmälern daran erinnern. Steffi und ich haben uns mal einiges davon angeschaut. Interessantes und wichtiges Thema auf jeden Fall.
Zurück zum Geschehen. Ich verbleibe noch ein wenig, esse was und werde dann mit langem Beinkleid in die Abfahrt gehen.
Der erste Teil der Abfahrt hat wieder Spaß gemacht. Nicht zu steil, so daß man laufen lassen kann. Ich halte aber immer wieder an und schaue Landschaft. Sie ist hier anders als auf der französischen Seite. Man kann viel weiter schauen. In Mollo, dem ersten Dorf fahre ich rein, schau mir die Eglesia aus dem 13 Jahrhundert an und kehre an der Dorfplaza in der ersten Bar ein und genehmige mir im bestem spanisch ein Canja. Ich fühle mich sofort wie angekommen. Wenn jetzt Steffi hier wäre...
Es waren noch 7km leicht bergab bis Campodrom. Ich radle ein wenig durch den Ort mit seiner netten minialtstadt und überlege ob ich noch weiter soll. Ich bin immerhin noch auf knapp 1000m Meereshöhe und ich schätze nachts wird man das merken. Mir gefällt es allerdings so gut hier, vor allem die Mittelalterliche Rundbogenbrücke mit seinem Wehrturm hat es mir angetan, das ich beschließe zu bleiben. Ich radle also noch 3km weiter zum örtlichen Campingplatz. Holla, der Preis ist ordentlich. Nehmen die etwa Wochenendaufschlag, die Schlawiener. Ich richte mich ein, Dusche und radle zurück zum Ort. Zwischendurch war ich einkaufen, morgen ist Sonntag. Hier genieße ich den Spaziergang. Ich fühle mich wohl. Dennoch sind einige Touristen unterwegs. Hauptsächlich Spanier, oder sollte ich sagen Katalanen. Es ist so: wenn ich spanisch meinen Wunsch darlege, wechselt wer kann, sofort ins englische. Und wer nicht kann, sagen wir mal so,versucht die Kommunikation aufrechtzuerhalten. Ich habe wirklich den Eindruck, spanisch wird hier nicht gern gesprochen. Ich bin wohl im Katalanischem Kernland.
Naja,zurück. Ich schlendere eine Weile,freue mich und gehe in so eine einheimischen Bar. Es gibt: 1.galizischen Oktupus, 2.Calamari, 3. Frittirte Kartoffeln und 4. 2Kroketten, wobei ich mir über die Füllung nicht im klaren bin. Wohlwollend identifiziere ich es mal als Krebsfleisch.. Dazu 2 Bier und einen Terry für schlappe 25 Euro. Mein Gott. In Frankreich wäre ich nach so einem Mahl verarmt. Die Preise dort sind schon abenteuerlich.
Eins wollte ich noch erwähnen. In jedem Dorf hier, gibt es eine Dauerausstellung zur Retirada im Rahthaus oder Touristenbüro. Man muss nur irgendwem nach dem Schlüssel fragen. Fragt mal Steffi wie das geht, z.b. in einem Schuhladen. Weiter unten,Richtung dem Fluss Ebro, wo dieletzten großen Kämpfe in diesem Krieg stattgefunden haben, haben viele Gemeinden solche Ausstellungen zum Thema. Jetzt bin ich wieder auf dem Camping. Um 21h spielt Barcelona. Mal sehen ob ich so lange durchhalte. Bis morgen.
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TravelerZur Erklärung: ich hab mal in nem Laden fragen wollen, wann das benachbarte Museum wieder öffnet. Die ältere Dame sprach kein Englisch, pfiff (!) aber ihre Tochter heran, die mit mir sprach und dann den Museumstypen auf Spanisch anrief. Long Story Short: wir kamen trotzdem nicht rein, weil er an dem Tag keine Zeit hatte.
TravelerDas war alles viel harmonischer und das ganze Dorf war betrübt das es nicht klappt. Aber nächsten Tag. Aber da waren wir nicht mehr da.
TravelerNun hast Du Dir Deinen Traum erfüllt und bist fast am Ziel. Schlaf schön. Lg.