Nach der Anmoderation durch Jürgen Karney und Karsten Speck ging's dann musikalisch ordentlich zur Sache...mit der Punkrockband ohne DDR Einstufung... Zerfall. Die Band entstand als Trio (ohne Bass!) 1984 im Umfeld der Ostberliner Galiläa-Kirche. Durch kultig-chaotische und trinkfeste Auftritte avancierte das Trio zum Mittelpunkt einer, den öffentlichen Raum in ihrem Kiez dominierenden, Punk-Clique namens "Blaue Möwen". Infolge von Zersetzungsaktionen der DDR-Staatssicherheit, aber auch durch auseinander driftende Interessen der Musiker (Bandmittelpunkt Daffy entwickelte sich zum Skinhead) zerfiel die Band bis spätestens 1987, als Drummer Plansch seinen NVA-Dienst antreten musste. Privataufnahmen kursierten jedoch offensichtlich auch schon in dieser Zeit.
2008 kam es zu einer Re-Union mit den Original Mitgliedern Kalle und Plansch. Das "Debütalbum" enthielt zunächst neu eingespielte Songs aus den 80ern sowie Aufnahmen von einem 84er Kirchen-Konzert. Vier Jahre später spielte die Band schließlich ein komplett neues Album ein. Sie ist bis heute eine der wenigen noch aktiven Bands mit Wurzeln in der DDR-Punkszene. Zerfall, in den 1980er-Jahren von der Stasi bedrängt und schnell verboten, ballert sich durch die knackigen Zwei-Minuten-Stücke, feiert den Widerstand gegen jedes System und die Wirkung von Bier und Pfeffi, der auch fleißig von der Bühne aus ins Publikum verteilt wird. Nur die Kondition zum Pogo tanzen ist nicht mehr ganz so fett....
Auf jeden Fall ein Knallergig der in die Glieder fährt.Læs mere