• Lyon: Savoir vivre (lyonvivre)

    September 7, 2024 in France ⋅ ☁️ 26 °C

    Gestern über 600 Kilometer Wegstrecke nach Lyon. Zunächst durch das liebliche Elsass und längs der Vogesen, dann durch das Jura und das Comté: Eine schöne Tour.
    Der Campingplatz in Lyon ist stadtnah, die vier Sterne sind aber wohl nur dem Pool zu verdanken. Immerhin: In fußläufiger Entfernung ein kleines Restaurant, das uns des Abends verpflegte.
    Heute dann Lyon. Die Stadt war zu Zeiten Cäsars und der gallischen Helden A&O immerhin die Haupstadt Galliens, allerdings nicht ganz so berühmt wie deren kleines, widerständiges Dorf.
    Bisher war Bordeaux die Stadt meiner Wahl in Frankreich, und das nicht nur wegen ihrer Weine. Aber nun, nach sieben Stunden Stadtbummel, ist Lyon die Benchmark und setzt den Maßstab: Die historische Stadt scheint, wenn man sie zu Fuß erobern will, geradezu grenzenlos. Da ist rechts der Saône das Vieux Lyon, die Stadt des Mittelalters, mit zwei Kathedralen, zahllosen Gassen, mit den uralten, auch heute noch bewohnten Innenhöfen und Durchgängen (Traboules) und natürlich mit seinen in ganz Frankreich berühmten Bistros (Bouchons). Lyon gilt, wie wir erleben durften, als das pulsierende Herz der französischen Küche. Wer sich hier in Speisekarten vertieft, kann dabei verloren gehen.
    Über Vieux Lyon thront der Fourviere-Hügel mit einer Sacré-Coeur-ähnlichen Basilika aus dem 19. Jhdt. und dem galloromanischen Amphi-Theater (auf den Aufstieg haben wir verzichtet!). Dann zwischen Saône und Rhône die Presqu'île, der Stadtteil des 17. Jahrhunderts, mit breiten Boulevards, die heute z.T. prachtvolle Einkaufsmeilen sind, mit vielen Prachtbauten, repräsentativen Plätzen, Restaurants allerorten und den Boulangerien, die Brioche aux pralines anbieten (Brioche, gefüllt mit himbeer-rot-gefärbten, gerösteten Mandeln). Links der Rhône die Les Halles 'Paul Bocuse'. Und dann noch das Uhrenmuseum, das Marionettentheater, und, und, ... .
    Natürlich haben wir in der Stadt des Paul Bocuse in einem der Bistros gespeist. Unsere Wahl ist geglückt. In einem kleinen, etwas abseits gelegenen Bistro in Vieux Lyon gab es eine Pastete von der Gans mit einem Herz aus Foie gras, Seehecht in einer Bouillabaisse-ähnlichen Sauce, dazu geröstete Polenta und Zwiebel-Tempura, dann Humus mit glasierten Möhren, Bavette vom Boeuf und abschließend dreierlei Käse. Alles excellent! Und der Beaujolais Cru aus dem nahen Broully passte perfekt. Küche und Keller waren eines Bocuse würdig.
    Zum Abend hin zeigte die Welten-Uhr in der Kathedrale Saint Jean uns an: Die Zeit in dieser denkwürdigen Stadt neigt sich dem Ende.
    Inzwischen sind wir müde und glücklich retour. Leichter Regen hat eingesetzt, aber wir genießen die Gemütlichkeit unseres WoMos.
    Morgen dann ins Périgord.
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