à travers les provinces françaises
September 9, 2024 in France ⋅ ⛅ 22 °C
Gestern ging es knappe 500 Kilometer abseits der Mautstraßen quer durch Frankreich.
Unsere Route führte uns durch das Beaujolais, in steilem Aufstieg hinauf auf die nördlichen Ausläufer des Zentralmassivs, durch die Auvergne und den Parc Naturel Régional des Volcans, einen der größten Naturparks Frankreichs, dann zu einer Rast in dem kleinen Ort Saint Pourçain und von dort an Limoges und den zahlreichen Limousin-Rindern vorbei nach Brantôme ins nordöstliche Périgord Vert.
Die Fahrt war kurzweilig, bot einige Passstraßen, eindrucksvolle Gebirgspanoramen, das eine oder andere, oftmals (romantisch?) dem Verfall preisgegebene Château und zunächst zahlreiche weiße Charolais-Rinder und dann, um Limoges, die braun gefärbten Limousin-Rinder. Die Fleisch-Zucht scheint ein einträgliches Gewerbe zu sein. Dank Monikas klugen Einkäufen in einer Boulangerie waren wir stets gut verpflegt.
Zur Halbzeit der Tour eine wohlverdiente Pause in Saint-Pourçain-sur-Sioule, einer kleinen, aber historisch durchaus bemerkenswerten Gemeinde im Département Allier/Auvergne-Rhône-Alpes. Die Ursprünge der Stadt reichen bis in die Antike zurück. Sie rühmt sich, das älteste Weinanbaugebiet Frankreichs zu sein. Die fruchtigen Rot- und Roséweine aus Saint-Pourçain wurden im Mittelalter an königlichen Tischen serviert und erfreuten sich auch bei den Päpsten in Avignon großer Beliebtheit. Heute ist das kleine Städtchen fast in der Bedeutungslosigkeit versunken. Allerorten Verfall und leerstehende Häuser. Nur der alte Marktplatz, das Weinmuseum, zahlreiche schwarz-weiße Plakat-Photos und vor allem die wunderschöne romanisch-gotische Kirche Sainte-Croix, in der gestern der Diozösan-Bischof ein festliches Hochamt feierte und die mit einem fast einmaligen hölzernen Dachgewölbe aufwartet, bezeugen heute diese große Geschichte des kleinen Ortes. Und: Der Café au lait, genossen auf dem Marktplatz, direkt vor dem Hôtel de Ville, war klasse!
Zum späten Nachmittag erreichten wir dann unser Ziel. Der Campingplatz liegt an dem Flüsschen Dronne. Wir stehen direkt am Ufer des schmalen Flusslaufs. Ab und an ziehen einige Kanus oder kleine Touristenboote vorbei, ansonsten herrliche Stille. Allerdings gehen die Temperaturen in den Keller. Trotz Sonne werden Mitte der Woche noch 18 Grad und nachts 5 Grad erwartet.
Der Ort Brantôme ist von der Dronne umflossen, uralt und wegen seiner Abtei bekannt, die nach der Legende im Jahre 769 von Karl dem Großen gegründet wurde. Der Altarraum der alten Kirche befindet sich in der Höhle einer Klippe, die an die Dronne grenzt. Ihr Glockenturm ist der Älteste in ganz Frankreich. Morgen (oder übermorgen) werden wir das alles besichtigen.
Heute ist Faulenzen angesagt. Der Platz verlockt dazu mit der Dronne ebenso wie mit dem großen, gepflegten Pool. Es ist Nachsaison. Außer uns stehen hier nur noch einige Engländer, Niederländer und Franzosen.Read more



















