Périgord *noir: Montignac->Sarlat
September 15, 2024 in France ⋅ ☀️ 22 °C
An sich wäre der heutige Tag unter der Rubrik 'Fahrtag' abzubuchen. Bei den kleinen Distanzen, die wir uns hier vornehmen, sind Fahrtage aber eher Auto-Wandertage oder Sightseeing-Erlebnisse. Heute also von Montignac nach Sarlat und das über kleine, oft einspurige Straßen, immer eng an der Vézère entlang oder aber tief hinein in das Ufergebirge des Flusses. Und allerorten kleine Burgen oder sog. Gentilhomières, Herrenhäuser oder Burgen des 'kleinen' Landadels. Dann wie Perlen an einer Kette schmucke Dörfer. In einem der kleinen Weiler die Hostellerie 'Himalaya', komplett ausgebucht. Sie ist eines der buddhistsischen Zentren, von denen uns in Montignac ja schon berichtet wurde. Das mäßig originelle Motto des "vivre libre" verbunden mit buddhistischer Religionsromantik ködert offensichtlich auch heute noch.
Ebenfalls prägend für das Périgord noir ist die 'Élevage des Granges: Vente directe' , Gänsefarmen, in denen die Tiere in Freilandhaltung leben können und die allerlei Köstlichkeiten von der Gans anbieten.
Zudem immer wieder die hell leuchtenden Kalkklippen an den Ufern der Vézère, in deren Höhlen unsere menschlichen Vorfahren, seien es die Neandertaler oder der frühe Homo sapiens, Heimstatt fanden. Deshalb auch immer wieder der Hinweis auf prähistorische Fundstätten, Museen, etc. Die Prähistorie ist so omnipräsent, dass sie es sogar auf die Briefkästen der gegenwärtigen Bewohner geschafft hat.
Unser heutiger ausführlicher Zwischenstopp war Saint Leon sur Vézère, eines der vielen Dörfer, die hier zum Verweilen einladen. Besonders erwähnenswert: Eine alte Burg, der Donjon aus dem 12. Jahrhundert. Das Herrenhaus stammt im wesentlichen aus dem 15. Jahrhundert. Neben schön ausgestatteten Räumen der Herren von Saint Leon gibt es u.a. einen Salle de justice mit Monika in Amt & Würden, einen Weinkeller, einen kleinen Lustgarten mit einer über 300 Jahre alten Zeder und einen Dachstuhl, 900 Kilogramm schwer und, obwohl aus dem 14. Jahrhundert, immer noch funktionstüchtig. Zudem ist dort eine der ältesten Kirchen, die ich je gesehen habe. Teile stammen aus dem 10. Jahrhundert, sind also aus vorromanischer Bau-Epoche. Im Ort schmale Gassen, nette Cafés, eines von einem Künstlerehepaar betrieben, das den New Yorker Skulpturenpreis gewann. In letzterem gab es für uns einen Café und ein leckeres französisches Baguette-Sandwich. So verstrich der Tag. 60 Kilometer Strecke und alles in allem mehr als 7 Stunden unterwegs. Das Périgord noir verzaubert.
Jetzt stehen wir auf einem sehr gut ausgestatteten und - wie alle Plätze hier - nicht sehr teuren Platz, mit Innen- und Außenpool, Tennisplatz und nur 900 Meter entfernt von Sarlat, der heimlichen Hauptsatdt des hiesigen Landstrichs.Read more

















