• Sarlat-la-Canéda

    Sep 16–18, 2024 in France ⋅ 🌙 15 °C

    Heute also Sarlat -la-Canéda, die Hauptstadt des Périgord Noir, kulinarisches Epizentrum des Périgord. Ob Sommertrüffel, die viel wertvollere und geschmacklich einzigartige Wintertrüffel (leider erst ab Dezember) oder alles an Kulinarik, das um Ente und Gans hier angeboten wird: Hier gibt es die besten Produkte. Die 'Route du foie gras' nimmt hier ihren Anfang. Zudem gilt die Stadt als die Schönste des Périgord. Wenn man durch Sarlat bummelt, verwundert es nicht, dass in diesem Ambiente Filme wie Les Misérables oder Cartouche gedreht wurden. Neben dem alten Pest- und Feuerturm aus dem 12. Jhdt. und der frühgotischen Kirche sind es die vielen prachtvollen Renaissance- und Barock-Häuser, alle aus gelbem Sandstein gemauert, oder das italienisch anmutende Bischofspalais, die der Stadt Unverwechselbarkeit geben. Woher der Reichtum der vergangenen Tage stammt? Die Stadt hatte im Hundertjährigen Krieg trotz mancher Niederlage stets treu zum französischen König gestanden und wurde nach erfolgreichem Ende des Krieges ab Mitte des 15. Jahrhunderts vom König mit zahlreichen Stadtrechten belohnt. Diese staatliche Dankbarkeit währte bis in die neuzeitliche Gegenwart. In den 70er Jahren wurde Sarlat im Auftrag des französischen Präsidenten als erste der vielen historischen Städte vollständig restauriert. Für Sarlat gilt bis heute: Treue macht sich bezahlt!
    Als wir heute morgen das historische Zentrum betraten, setzte aber erst einmal der Flucht-Reflex ein. Zeitgleich mit uns müssen einige Busse eingetroffen sein. Der gemütliche Stadtbummel mutierte zu 'stop and go'. Uns blieb nur die Flucht in die Randbezirke. Erst ab Mittag trauten wir uns wieder ins Zentrum. Und oh Wunder, die Stadt bot sich ruhig und beschaulich. Der Bummel durch Gassen, Paläste und in Kirchen währte bis in den frühen Abend. Und natürlich gehörte ein kulinarischer Halt dazu: Wir haben in einem kleinen und sehr ursprünglichen 'prähistorischen' Restaurant fürstlich gespeist. Es ist schon erstaunlich, wie die Restaurants des Périgord und deren Köche für Preise zwischen 25 und 40 Euro (letzteres ist dann annähernd Sterne-Küche) anspruchsvolle, leckere und das Auge ansprechende Dreigang-Menus auf den Tisch zaubern. Und bei den Weinen gibt es mit 20 bis 25 Euro für die Flasche schon Gewächse, die aller Ehren wert sind. Die deutschen Gastronomen sollten/müssten hier in die Lehre gehen. Nach dem Essen ein Besuch des schmucken Barock-Theaters, ein Glas Pécharmand vor dem Geburtshaus von Étienne de La Boétie und dann, zurück auf unserem Platz, noch Sonne am Pool.
    Ob Sarlat nun wirklich die Schöne oder die Schönste des Périgord ist, kann dahinstehen. Jedenfalls ist Sarlat die Stadt, die touristisch die meisten Menschen anlockt, was auch in der Nachsaison immer spürbar bleibt.
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