Weltstadt Madrid
Sep 25–28, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 20 °C
Gegen Mittag sind wir per Metro in 25 Minuten nach Madrid. Und sechs oder sieben Stunden später haben wir noch nicht den Ansatz eines Überblicks über diese riesige dreieinhalb Millionenstadt. Begonnen haben wir unsere Stadt-Tour, wie für Touris üblich, am Theater Real, der weltberühmten Oper. Von da zum Palacio Real. Die Plazas vor und hinter diesen Gebäuden: Groß und sehenswert. Wie vor königlichen Palästen üblich: Historisch verkleidete Wachsoldaten, hier auch zu Pferde. Der Besuch im Palast gilt als Touri-Pflicht, auf die wir gerne verzichtet haben. Selbst mit Online-Tickets hieß es 'line up'. Nichts für uns! Manchmal lohnt sich die Lektüre überregionaler Flagship-Zeitungen: In FAZ uhnd WELT wurden die erst kürzlich wieder zugänglichen Colecciones Reales empfohlen, die Sammlungen der spanischen Königshäuser: Beginnend mit dem 15. Jhdt., endend mit dem späten 19. Jhdt. Kurz zusammengfasst: Der Besuch lohnte sich. Grandios!
Völlig überraschend kamen Monika und ich kostenlos in diesen Genuss. Schwerbehinderte zahlen keinen Eintritt und Monika als Begleiterin ebenfalls nicht. Mit 'fast' schlechtem Gewissen haben wir das Angebot angenommen.
Das Museum ist drei Stockwerke tief in einen Hang hineingebaut, steht zwischen Palast und Kathedrale und zeigt vom Ende der Reconquista bis zu den letzten Bourbonen, was die luxuriöse Sammel-Leidenschaft königlich-spanischer Gemüter über die Jahrhunderte zusammengetragen hat. Das reicht von einzigartigen Kunstwerken bis zu Kuriositäten wie z. B. einem chirogymnastischen Gerät aus 1830, an dem die Pianisten des Königshauses ihre Finger erstarken lassen konnten, bis zu einer wirklich imposanten Gemälde-Sammlung mit Bildern von Raphael, Tizian, Tintoretto, Rubens, van Dyk, Velazquez oder Goya und Wandteppichen, so filigran gewebt, dass sie kaum von Gemälden zu unterscheiden waren. Besonders beeindruckend: Goyas Bilder, der als erster die Damen und Herren des königlichen Hauses so schonungslos malte, wie er sie sah, der mit dem Skandalbild der Herzogin von Alba das erste spanische Aktbild schuf und der den Impressionismus bereits Jahre vor den bekannten französischen Impressionisten 'erfand'. Ein kleines Gemälde der Sammlung über die Aufstände der Spanier gegen die Franzosen (Desastres de la Guerra/erstmalige Verwendung des Begriffs 'Guerilla') führt einem vor Augen, wie weit Goya damals der vermeintlichen Avantgarde voraus war. Das waren tolle zwei/dreiStunden!
Danach über die Calle Mayor zum Mercado de San Miguel und dort, nach all der kulturellen Kulinarik, eine kulinarisch-nahrhafte Stärkung. Die Hallen waren voll und alle dort irgendwie guter Stimmung. Platz an einem der Tische war Mangelware, aber wir konnten für uns persönlich den Mangel abstellen. Alles, was angeboten wurde, war lecker und sehr unprätentiös. Austern z.B. werden hier mit Holz-Besteck verzehrt. Für uns: Spanischen Käse, Langustenschwänze und Chipirones, die kleinen spanischen Tintenfische. Lecker!
Um den Plaza Mayor haben wir uns dann in das Gewirr von Gassen und Einkaufstraßen gewagt und verirrt. Dort zahllose Jamon-Belota-Läden, die ganze Schinken - täuschend echt übrigens- auch als Kissen anbieten, Kunst-Galerien, Traditionsrestaurants, etc. Ziemlich erschöpft ging es dann heim zum WoMo.
Die Stadt hier wird uns noch länger beschäftigen!Read more





















Traveler
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TravelerWas für eine "Pracht und noch einmal Pracht" haben Sie in Madrid gesehen