Mit Zwischenstop nach Madrid
September 24, 2024 in Spain ⋅ ⛅ 18 °C
Die Nacht machte eines deutlich. Spanien ist katholisch und vor allem jesuitisch. Die Glocken des nahegelegenen Klosters (Grab von Isabella I) haben, positiv formuliert, unseren Schlaf 'begleitet'. Und man muss wissen: Alle Kirchenglocken hier, nicht nur die der Kathedrale, haben eine Art jesuitischen, also aggressiv-stählernen und bekehrend-fordernden Klang. Auf deren Schlaf-Begleitung hätten wir gerne verzichtet.
Danach gab es einen Fahrtag Richtung Madrid und eine kleine ländliche Zwischenstation namens Covarrubias. Das kaum bekannte 500-Seelen-Dorf liegt ca. 40 Kilometer abseits in der kastilischen Hochebene, also in den Pampas. Es war vor knapp 800 Jahren die Wiege des später königlichen Kastiliens. Eine uralte Burg, ein altes Kloster und ein stattliches Tor zeugen davon. Da kaum jemand vorbei kommt, waren Besichtigungen leider nicht möglich. Eine Statue der Mutter des ersten Grafen von Kastilien schmückt den kleinen Platz zwischen Abtei und Burg. Zudem: Alte Fachwerk- und Steinhäuser, ein winziger Markt , zudem ein paar repräsentative Häuschen, die von uralten romanischen Säulen gestützt werden. Diese Bauweise steht in der stolzen Tradition so mancher römischer Päpste, die ebenfalls alte Bauwerke als Steinbruch für ihre Bauten genutzt haben. Der kleine Markt machte uns klar, wie man abseits aller Wege an Schuhe oder Kleider kommt. Die bringen die Markthändler ins Dorf. Und ganz besonders in Covarrubias: Mülleimer im Fachwerk-Look. Originell war auch die kleine Bodega: Soy una Bodega diferente, stand auf ihrem kleinen Schild. Und sie hielt ihr Versprechen, war also wirklich die etwas andere Bodega: Weinproduktion von nur ein paar Flaschen, Verkorkungsapparatur und alles, was so zur Weinerzugung dazu gehört, passte in den kleinen Raum. Und der Wein? Gar nicht übel!
Auf dem Weg durch die Pampas, inmitten des Nirgendwo plötzlich eine gewaltige Statue des nationalen El Cid. Wie wir erfuhren, folgten wir seiner kriegerischen Spur. Die wird heute Camino des El Cid genannt und ist dem ungleich berühmteren Camino de Santiago nachempfunden. Die so sehnlichst erwarteten touristischen Wanderer findet man zur Zeit aber nur als Statuen am Wegesrand.
Danach dann der Weg Richtung Madrid, der uns über die nicht sehr bekannte, aber dennoch eindrucksvolle Sierra Guadarrama mit dem Peñalara (2430 Meter) führte. Unsere Passhöhe waren stolze 1450 Meter.
Jetzt sind wir auf einem Camping angelangt, der uns in 30 Minuten mit der Metro an das Zentrum Madrids anbindet. Und: Wir sind gefühlt im Süden. Pinien säumen den Platz und es waren stolze 24 Grad im Schatten. Auch heute Nacht wird das Thermometer wohl nicht unter 15 Grad sinken.
Morgen dann Tag 1 in Madrid!Read more




















Traveler
Hallo Ihr 2! Habe bislang alle Tagesberichte gelesen und mir die schönen Bilder angeschaut! Es ist wirklich sehr interessant! Macht sofort Lust auf Urlaub!! Eine schöne Zeit Euch noch!! 🙋♀️