• 25. Oktober: Monika hat was zu feiern

    25 Ekim 2024, Fransa ⋅ ☁️ 13 °C

    Ab 12 Uhr des Nachts trommelte der Regen auf unser WoMo-Dach. Auch des Morgens blieb uns diese Begleitmusik erhalten. Also kein Kaiserwetter zu Monikas Geburtstag, sondern 'singing in the rain'.
    Wie an jedem Morgen üblich, gab es auch heute den ersten Café con Leche in den Schlafgemächern unseres weiträumigen Gefährts. Dieses Mal aber begleitet von einem Schoko-Donut, Kerzenlicht und einem Geburtstags-Ständchen der 'Toten Hosen'. Zudem natürlich auch ein kleines Geschenk für meine geliebte Lady! Ein schöner Start ins neue Lebensjahr.
    Danach dann Beginn des Fahrtages, der er einer Tauchfahrt glich. Von Beginn an Dauerregen, meistens heftiger Art.
    Dann irgendwann Bergerac. Zuvor ein kurzer, aber eindrücklicher Besuch beim Château de la Jaubertie, einem ehemaligen Jagdschloss von Heinrich IV. ("Paris ist eine Messe wert."), der nicht nur Könige von Navarra und später auch Frankreich war, sondern - nebenbei - sich auch Graf des Perigord nennen durfte.
    Dieses Weingut macht, soweit das im immer noch kaum entdeckten Weinland 'Périgord' überhaupt möglich ist, als Erzeuger großer Weine von sich reden. Die kleine Weinverkostung zeigte: Zu Recht! Da es jetzt Richtung Heimat geht, fanden so einige der kredenzten Gewächse den Weg ins WoMo. Semillion-Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc-Merlot und ein in Eiche gereifter Rosé werden als kulinarische Erinnerungen an diese Tour Freude bereiten. Der edle Monbazillac des Chateaux ist ja bereits eingelagert.
    Dann erreichten wir, immer noch bei Regen, den Campingplatz direkt an der Garonne. Nach den heftigen Regenfällen in Frankreich ist das Flussbett randvoll. Das ist kein Fluss wie vor 5 Wochen, das ist jetzt ein Strom.
    Monikas Geburtstag verdient natürlich einen besonderen Abschluss. Wir hatten einen Tisch im Restaurant L'Imparfait reserviert. Inmitten des alten Bergerac betreibt Küchenchef Hervé Battiston seit mehr als fünfzehn Jahren dieses Restaurant, das vom Guide Michelin mit einem Stern, vom Gault Millault mit einer Haube bedacht wird. Das Dinner, das serviert wurde, war - ohne mich in Details zu verlieren - perfekt im L'Imparfait!
    Eine Skurrilität: Ein spezielles Dessert wurde insbesondere von Männern mit auffälliger Begeisterung bestellt und mit noch glücklicherem Gesicht verzehrt. Also wurde das, auch weil die Kellnerin es besonders empfahl, ebenfalls meine Bestellung. Serviert wurde ein großer, tiefer Teller, darin zwei dicke, leicht geröstete Scheiben eines gesalzenen Milchbrots und dieses verziert mit einer reichlichen Portion geeistem Vanille-Parfait. So weit, so gut. Das I-Tüpfelchen war dann der Senior-Kellner, der mit einer Flasche eines eichenfassgereiften Rums aus Martinique an den Tisch trat, mir die Aromen dieses Rums wortreich erklärte und das Teller-Arrangement mit genau diesem Getränk nicht nur benetzte, sondern taufte. Als ich dieser 'Taufe' Einhalt gebot, wollte er das kaum glauben. Männer des Bergerac scheinen trinkfester und Rum-erprobter als wir Ruhrgebietler. Ich muss noch mal her und hier in die Lehre gehen!
    Ein köstlicher und unvergesslicher Abend. Die französische Küche - und es war durch und durch französische Küche, die mit Sahne, Crème Double, Butter, frischen Kräutern, leckeren Fonds, mit Charolais- oder Limousin-Rind, mit Meeresfrüchten aller Art prunkt - ist nach wie vor die Benchmark! Dazu gab es neben den großen Weinen Frankreichs auch die besten lokalen Weine des Bergerac.
    Jetzt lassen wir den Abend und den Geburtstag und auch unsere Tour allmählich ausklingen. Wir freuen uns auf Zuhause!
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