• Mainz

    May 1–3 in Germany ⋅ ☀️ 20 °C

    Die Fahrt hierher hat uns durch wunderbare Auenlandschaften voller Vogelgezwitscher geführt. Uelis Farbenblindheit hat ihm manchmal einen Streich gespielt, auf die Ferne waren die roten und grünen Tonnen (für Laien, das sind die Schwimmkörper, die das Fahrwasser anzeigen) nicht immer so eindeutig erkennbar. Aber er hat ja beim Farbentest versprochen, dass er immer seine liebe Uli dabei habe, die das dann schon kann.
    Im Hafen wurden wir von einem sehr netten Hafenmeister empfangen, der uns einige Tipps zur morgigen Stadtbesichtigung gab.
    Heute morgen mit den Rädle auf zur Stadt! Am Rhein entlang überall Kopfsteinpflaster, auf den kleinen Raddurchmessern einiges abverlangend. Wunderbare Fahrt dem Rheinufer entlang mit Floh- und Weinmärkten. Auf dem Platz vor dem Münster war Wochenmarkt, nein nicht ein solcher mit viel Tand und so, sondern ein wirklicher Lebensmittelmarkt. Scheinbar war da ganz Mainz und die Touris unterwegs. Mainz hat eine Einwohnerdichte von 2300 E/qkm (zum Vergleich Konstanz 1600 / Winti 1700 / St.G. 2000). Das war ein Gewusel auf diesem Platz, man musste sogar vor den Cafés anstehen, um einen Platz zugewiesen zu erhalten.
    Der Dom ist halt wieder ein so mächtiges Bauwerk, das zeigt, dass da Bischöfe und Kardinäle am Werk waren, die was von den Baumeistern forderten. Im Innern haben wir prächtige moderne Fenster gesehen, es muss ja nicht immer Chagall sein. Auch eine Seltenheit, es hat zwei Krypten je eine unter dem Ost- und Westapsis. In der östlichen sind die Heiligen sakrophagiert (wohl dem Lichte Jerusalems Licht zugewandt), in der westlichen die Bischöfe / Kardinäle (wohl eher dem weltlichen Westen verbunden). Das da täglich zwischen 16 - 18 Uhr Beichte gehört wird, weißt wohl auf eine Genussbevölkerung hin (man denke nur an die Fasnacht), so kann man täglich den Stand der Gnade wieder herstellen.
    Eine Bimmelbähnchentour hat uns an weiteren historischen Gebäuden, Landtag und am bemerkenswertesten die Taufkirche von Joh. Gutenberg, St. Christoph, mit einem spitzen Stahlturm von stilvoller Architektur und ganz in der Nähe die neue Synagoge eine Augenweide mit ihren Verwinkelungen. Beide in ihrer Symbolik auf die Zerstörung und Wiederaufleben hinweisend, sehr bewegend.
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