• Münster

    May 17–19 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    Kaum erwartet, dass da soviele breite Pötte auf diesem Kanal verkehren, aber eben Kanal ist nicht Rhein, Begegnung und Überholen verläuft viel weniger aufregend. Vielleicht mal hin und wieder einige Schwellen und Wirbel, die von der Ruderperson etwas Nachsteuern erforderte.
    In Münster angekommen, fuhren wir erstmals in den Stadthafen, in dem man nicht anlegen konnte. Nein, nicht weil sie da gerade am Tatort drehen waren, sondern es hatte einfach keine Poller für Kleinschiffe. Und den Börner und den Thiel haben wir auch nicht gesehen. Dafür, „erzähl mir keinen Hafenkäs“ sagt man doch, wenn etwas unglaubwürdig erscheint, doch hier hat’s eine Hafern-Schau-Käserei. Ob da die Milch auch mit Containerschiffen hergeschippert wird? Und kommt noch dazu, dass der Münsterkäse nicht von hier stammt, sondern aus dem Elsass!
    Das Anlegen im Sporthafen hat uns doch einige Adrenalinstösse gekostet. Der Hafen ist durch die Wellen der Berufsschifffahrt so versandet, dass überall Untiefen lauerten. Entschädigt für diese Anstrengung hat uns dann ein echt schmeckendes Essen in einem Koreanischen Tapasrestaurant (eine neue Geschmackswelt tat sich da auf).
    Stadtbummel, des regnerischen Wetters wegen mit dem Bus Hop-on Hop-off:
    Wiedermal die Erfahrung, dass man da so einiges erfährt, das man mühsam im Stadtführer nachlesen könnte. Nicht aber, dass die Westfalen als behäbig, ja gar manchmal stur, gelten. So präsentiert sich dann auch der Dom: nicht eben in die Höhe strebend, sondern breit und eben behäbig sich ausdehnend, mit vielen Seitenkapellen mit prachtvollen Altären und einer astronomischen Uhr. He ja, die Zeit und deren Veränderung spielt ja in dieser Stadt des westfälischen Friedens eine bedeutende Rolle. Dann der Prinzipalmarkt mit der Lambertikirche mit im Turm hängenden Käfigen, in denen die Wiedertäufer (die wollten ja einen Gottesstaat schaffen) damals umgebracht wurden. Man spürt förmlich die beiden Machtzentren „Kirche - Handel“. Die alten Stufenfassaden wurden mit großer Akribie wieder aufgebaut und teilweise findet man in dieser Kulisse moderne Architektur, die sich gänzlich in die Struktur einpasst, ausser Kaufhof, der eben Kaufhof bleibt. Bemerkenswert, dass alle Firmenschriftzüge an den Fassaden in einem gedämpften Kupfergold gefertigt sind, selbst REWE der rotweisse Discounter hat seinen Schriftzug diesem Konzept anpassen müssen (eben die Sturheit der Stadtbehörden)!
    Münster ist eine Reise wert, nicht nur zu Schiff!
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