Schleswig
Jul 10–11 in Germany
☀️ 23 °C
10.07.
Guten morgen, mit eitlem Sonnenschein. Leinen los mit Hansi und Ernst an Bord, die Schlei rauf mit Ziel Schleswig. Nach dem Durchfahren der Brücke bei Kappeln tat sich uns eine abwechslungsreiche Landschaft mit Hügeln, Feldern, Wäldern auf. Die Schlei hat nur eine mittlere Tiefe von 3 Metern, das Fahrwasser ist derart gut mit Tonnen gezeichnet, dass das Navigieren, auch an den Engstellen (einmal 80, einmal 120 Meter breit), leicht fiel. So konnte die landschaftliche Schön- und Beruhigtheit auch vom Steuermann genossen werden. Einziges Problem bot die Brücke bei Lindaus, weil wir zwei Informationen hatten, zu welchem Zeitpunkt die Brücke öffnet. Dazu ist sie noch eine Baustelle!
Das Anlegen in Schleswig gelang unter Mitwirkung von Ernst an den Dalben meisterhaft und Hansi hat die Heckleinen, trotz Schulterbeschwerden fest in der Hand. Beide haben den Obermaats- und Hilfsmaats-Grad abverdient. Toll!
Der St.Petri-Dom, eine Saalkirche hat uns mit ihren Kunstwerken gefangen genommen. Der Hochaltar zeigt ein Tryptichon mit der Leidensgeschichte in detaillierte Schnitzarbeit aus dem 16. Jahrhundert. Da steht auch eine Christopherus-Figur fast in moderner Art stilisiert, 4 Meter hoch, ein hagerer Mann mit Christus auf der Schulter, geschnitzt ebenfalls im 16. Jahrhundert. Was einfach nicht so ganz erklärbar ist, woher die eher maurisch wirkende Zwischenempore (Lettner), die den Hochaltarraum vom Kirchenraum trennt. Wir haben keine Beschreibung dazu gefunden. Weiter sind wir nach dem Holm spaziert. Ehemals eine Fischersiedlung auf einer Insel, heute mit dem Land verbunden. Putzige alte Fischerhäuschen, alle mit ihren Hinterhofanlagen zum Wasser orientiert, zum Dorfplatz hin mit Rosen und Stockrosen bepflanzt, Schmuckstücke. Leider war das Domstift St. Johannis nur von Außen zu besichtigen, es soll nebst den Einzelzellen, eine sehenswerten Kreuzgang und Refektorium haben, das sich hier Remter nennt. Die Anlage diente (oder dient heute noch?) als Damenstift den ledigen Adelsdamen als Wohnhaus, ein lebenslanges Wohnrecht ist bis heute zugesagt, ob´s aber noch so genutzt wird blieb unschlüssig.
Nach einem Nachtessen, wohlfeil geschmeckt, im Restaurant Ringelnatz (ohne Begründung weshalb Ringelnatz) zurück auf dem Boot, wurden Hansi und Ernst in das SkipBo-Spiel (sog. Lehrveranstaltung) eingeweiht. Und wer hat gewonnen, natürlich Uli (wie immer) als einhändige Banditin. Nachdem jede/r seine Schlafplatz bewirtschaftet hatte, war ein friedliches Gedöse im Boot zu hören.
11.07
Mit frisch gebackenen Brötchen aus der Bordküche wurde ausgiebig gefrühstückt. Das Ablegemanöver, unterstützt von Obermaat und Hilfsmaat war problemlos und so ging’s wieder die Schlei runter. Punktgenau erreichten wir die Brücke bei Lindaunis, was dann bei der Kappelerbrücke weniger gelang. Wir haben an der Aussenmole des ASC angelegt, um während der Wartezeit nicht dauernd steuern zu müssen. Der Hafenmeister hat uns dann unspektakulär darauf hingewiesen, dass das nicht erlaubt sei. Wir nahmen’s zur Kenntnis, haben abgelegt und da…….. die Brücke ging auf. Angelegt in Kappeln konnten wir beruhigt Mittagsschläfchen halten. Respektive, Ernst hat sich auf den Weg gemacht, sein Auto zu holen, damit wir „umladen“ konnten, d.h. ihre Schlafutensilien ins Auto, das von uns im Auto deponierte aufs Boot.
Zum Nachtessen trafen wir uns im Tauwerk und haben edel gespiesen, gelacht und getrunken und eben Abschied in großer Dankbarkeit über die gemeinsamen Erlebnisse gefeiert.Read more


























TravelerHerzlichen Dank für die zauberhafte Fahrt durch die Schlei! Ihr habt uns sicher und sympathisch geführt. Dabei durften wir auch noch etwas über die Schiff- , pardon Bootsführung lernen. Danke! Die Beförderungen in mannschaftshierarchischer Hinsicht waren natürlich ein Höhepunkt. Danke auch für die kulinarischen Einschübe. Gerne liessen wir uns in den Schlaf schaukeln. Wir wünschen euch weiterhin eine gute Zeit und für Uli gute Besserung. Liebe Grüsse Ernst
TravelerLiebe Uli, lieber Ueli, ich schliesse mich dem Dank von Ernst vollumfänglich an, die Tage mit Euch bleiben unvergesslich, auch wenn ich leider nur Hilfsmatrose geblieben bin. Aber auf dem Schiff, ääh Boot, sind auch die unteren Chargen gefragt. Vor allem, wenn sie trotzdem für voll genommen werden. Macht und segelt gut weiter, Uli wünsche ich ein schnelles Zusammenwachsen des Unterarmknochens. Boot ahoi!