Travemünde Pause
Jun 8–15 in Germany
☁️ 21 °C
08.06.2026
Heute ist Maststellen angesagt. Kompetente Mitarbeiter von der Böbs Werft bauen den eingelagerten Mast zusammen und montieren in auf unserm Boot. Uquadrat II wird zum Segelschiff, was es immer war und ist. Zurück an unserm Liegeplatz stand das Segelsetzen an. Uff, wie manchmal haben wir uns gefragt, wie das laufende Gut läuft, eingezogen, wieder ausgeschlauft, und erneut eingefädelt. Ja das stimmt, „kaum macht man`s richtig, schon funktioniert`s“!
Ein erster Radausflug am Nachmittag hat uns erfahren lassen, dass wir nun wirklich Maritimes erleben, grosse Schiffe laufen ein und aus, Lotsenboote stehen bereit, überall Seezeichen und ein Leuchtturm, einfach mehr Meer.
09.06.2026
Herzlichen Dank für die vielen und herzlichen Geburtstagswünsche. Karen, Ruth, Heike und Rolf haben uns besucht und beim Bummeln Travemünde gezeigt und vieles aus der Zeit vor der Wende erzählt. Travemünde kommt uns vor, wie ein Dörfchen, und es ist kaum zu glauben, dass da die Fähreriesen einlaufen. Ein Kontrast sondergleichen, die kleinen Häuserzeilen und plötzlich fährt da ein Hochhaus vorbei und macht vor der engen Anlegestelle gleich noch ein Tellerwende zum Heckanlegen.
Hier ist jedes Jahr eine grosse Sandskulpturen-Ausstellung in einer Halle. Dieses Jahr unter dem Motto „Zeitreise“. Und tatsächlich: Darstellungen von Urzeittieren, Neandertalern, Ägyptern, Römer, Mittelalter, Pest, die grossen Philosophen, die Dampfmaschine, der Bergbau, TV und Mondlandung, Telefon und gar eine junge Frau, die das Handy in der Hand hält. Sehr beeindruckend, was da die Künstler darstellen und ich komm ins Nachdenken, was Zeit so alles beinhalten kann.
10.06.2026
Tagesthema Schiffstechnik: Unser Windgeber sendet kein Signal an die Instrumente. Alle die Wissen hatten wurden zur Problemlösung aufgeboten, das Endergebnis, der Akku im Windgeber war leergelaufen und nicht wieder aufladbar. Die hilfreichen Kräfte von Böbs-Werft haben alles gegeben, einen neuen Akku zu besorgen, was nicht ganz einfach war.
Am Nachmittag Besuch von Uli, die unseren Motorbootmast abgeholt hat und bei der er nun lagert, bis……. Ganz herzlichen Dank Uli.
11.06.2026
Grosser Waschtag. Es ist schon angenehm, wenn man gleich mehrere Maschinen (Waschen / Trocknen) laufen lassen kann und so die Wäscheberge in einem Tag abarbeiten kann.
Nebenbei nochmals an den Kran. Der Akku aus Hamburg ist angekommen und wurde in den Windgeber eingebaut. Passt, welch eine Erleichterung .
12.06.2026
Besuch von Thomas aus Hamburg. Welche Freude gemeinsame Erlebnisse aus der Mongoleizeit auszutauschen und die Tips des Weltenseglers zur Kenntnis und zum Merken hinters Ohr zu schreiben.
Wir haben uns vertraut gemacht, mit dem Plotter, so ein ähnliches Gerät wie das Autonavi, nur müssen die Routen eben „geplant“ werden, d.h. die Wegepunkte ausgemessen und eingetragen werden.
13.06.2026
Richtiges Aprilwetter, warme Sonne mit heftigen Schauern wechselnd und als Folge wunderbare Regenbogen. Nochmals hat uns Rolf bei Kaffee und Kuchen auf anzusteuernde Häfen aufmerksam gemacht und Besonderheiten der relativ untiefen Ostsee geschildert, so dass wir nun mit Respekt an die geplante Seefahrt herangehen.
14./15.06.2026
Ja wenn man die Wetterkarten selbst zeichnen könnte, dann säh´s besser aus. Noch immer liegen wir in Travemünde. Überstarke Winde von 5 - 8 Beaufort, starke Regenschauer lassen uns nicht rausfahren. Nicht dass wir den Mut verloren hätten, oder Angsthasen wären, nein, nur einfach nicht gewillt, Risiken einzugehen. Würden ja auch am Bodensee nicht rausgehen, geschweige denn in unbekannte Gewässer. So sind wir beschäftigt mit zukünftiger Routenplanung, Schwimmen im Wellenbad, Friseurbesuch (wollen ja wieder windschnittig sein) und vor allem mit dem Rädle immer gegen den Wind fahren. Und Fischbrötchen zu essen, schmeckt ja auch ganz gut, sogar (in dieser Kälte) hat´s zum Softeis gereicht. Etwas runtergefahren hat uns schon das halbtägliche Wetterhören des Deutschen Seewetterdienstes. Aber das alte Lied vom Segler, entweder zu viel oder zu wenig Wind.
Heute nun lauten die Prognosen etwas optimistischer, so dass es morgen weitergehen kann. Alle Vorbereitungen sind getroffen, wir hoffen.Read more
Großenbrode
June 16 in Germany
☁️ 15 °C
Die Winde haben nachgelassen, die Voraussagen des Seewetterdienstes sind nicht schlecht, also los. Das soll uns einer mal nachmachen, starten neben der ebenfalls auslaufenden Finnlandfähre, Nussschale gegen Saurier. Nein wir haben sie nicht gerammt und einfach vorbeiziehen lassen. Kaum aus dem Hafen ins offene Wasser, waren wir unsere Sorgen und Nervosität los, der Wind war moderat (3-4 bft) der Wellengang bei einem Meter. All unsere Reff-Vorbereitungen haben sich in Minne aufgelöst, wir haben Kurs aufgenommen. Erstaunt hat uns der rege Schiffsverkehr nicht, denn alle wollten raus, verständlich doch und es hat ja genügend Platz auf der offenen See um auszuweichen. Ergab dann auch Begegnungen mit herzlichem Grüßen von Bord zu Bord. Einen wunderbarer Zweimaster haben wir angetroffen, wohl Vorbote der Kieler Woche. Ungefähr nach 2/3 der Partie stand dann der Wind so schlecht, dass wir mit Motor fuhren um nicht in den Abendstunden anzukommen. Durch ein gut betonntes Fahrwasser haben wir zum Hafen gefunden, wo uns, wie schon so oft, freundliche Schonlieger beim Anlegen zu Hande gingen. Ein kleiner Abendspaziergang durch Kuranlagen von Großenbrode hat uns zu unserem Abendessbeizli geführt. Da kam dann schon Urlaubsstimmung auf, Sand, Meer, unendlicher Horizont und natürlich, nebst toter Hose, Rentner in Zahl, wie wir eben auch.Read more
Orth
Jun 17–19 in Germany
☁️ 17 °C
Bei ruhiger See und moderaten Winden ging’s los. Allerdings haben wir´s dann vorgezogen, unter der Brücke nicht zu halsen, sondern unter Motor den Fehmarn-Sund und die Brücke drüber zu durchfahren. Die Route zum Hafen von Orth schien uns von so vielen Untiefen gepflastert, dass wir die Segel nicht erneut setzten. Für uns bodenseegewohnte kam Nervosität auf, denn das Log zeigt schnell nur 2 - 3 Meter, die gut getonnte Einfahrt nach Orth hat uns aber sicher geführt.
Orth, ja es heisst tatsächlich so, was das „H“ am Wortende bedeutet, erschließt sich uns nicht. Ort ist ja Ort. Nun aber tatsächlich heisst es „Schwanitz“, denn hier werden Sequenzen der skurrilen Filmgeschichten von „Nord bei Nordwest“ gedreht. Das Boot von Kommissar/Tierarzt Jakobs liegt auch tatsächlich da. Trotz dieses Hintergrunds ein wunderbar stiller, romantischer Ostseehafen, der einmal ein Handelshafen war. Stillgelegte Eisenbahnschienen und Lagerhäuser erinnern dran.
Heute hat uns eine Radtour ins Innere der Insel geführt. Weite Felder von Weizen, der in der Sonne (ohne poetisch zu werden) wirklich golden glänzte, Hafer, Roggen, Kartoffeln, und sogar einen Weinberg (oder sagt man hier eher Weingarten in der Fläche) erfreuten unsere Augen. In Burg wurden wir darauf aufmerksam, dass ein „Bulli-Festival“ stattfindet, und so ergötzten uns vorbeifahrende VW-Busse jeder Gestalt. Eine Besichtigung der Dorfkirche hat sich ausgezahlt, nicht Backsteingotik, nein merkbar der Übergang von Romanik zur Gotik, einfach schlicht, und doch versehen mit vielen Kunstkostbarkeiten aus dem Mittelalter. Hier auch erfahren, das St. Nikolai (dem ist die Kirche geweiht) der Schutzpatron der Seefahrer sei.
Und ja, das Wetter ist nun auch auf der wärmeren Seite, jedenfalls haben wir geschwitzt und nach dem Retablieren beim Griechen den kühlen Wein genossen. Wir hatten ja auch Zeit, da die Schwitzwäsche im Waschautomaten lag.Read more

TravelerIn Holland kommt der heilige Nikolaus jedes Jahr übers Meer und hat einen Mohr dabei, was immer für Ärger sorgt, weil er von einem schwarz angemalten Weissen dargestellt wird, was wütende Demos der schwarzen Gemeinde auslöst.
Wendtdorf
Jun 19–20 in Germany
☀️ 25 °C
Die Gewitterwarnungen machten uns heute bei der Ausfahrt aus Orth Sorge. Doch der Wetterradar korrigierte sich, die Gewitter sind südlicher durchgezogen. Mit gutem Wind sind wir unseres Wegs gefahren. Unser Ziel war Lippe. Vor diesem Hafen haben wir die Einfahrtstonnen wie Sperber gesucht, fanden aber nichts vor. Das Internet hat uns dann belehrt, dass der Hafen seit 2025 geschlossen ist. Das erste Mal, dass unser Revierführer nichts davon wusste.
Also neue Zielbestimmung und mit etwas Bauchweh feststellen müssen, dass dieses 20 Meilen weiter, Marina Wendtdorf, liegt. So richteten wir uns auf eine längere Tour (ca. 4 Stunden längere Fahrt) ein. Die Winde wollten nicht mitmachen, respektive es setzten Drehende ein und gleichzeitig flaute es ab, aber umso sonniger und wärmer wurde es. Den Motor gestartet , und das zweite Unbill kam auf uns zu, ratsch, eine ins Wasser gefallene Schott wurde von der Schraube erfasst und blockierte diese. So haben wir dann unter Segel beigelegt, und damit unsere Manöverkenntnisse aufgefrischt. Uli die mutige Tauchgängerin stieg unfreiwillig ins kalte Wasser, und….. mit Bravour legte sie die Schraube frei! Sie war völlig von Kräften. Doch die wurden noch gebraucht, denn jetzt ging’s drum, weiter zu navigieren ohne eine auf dem Plotter eingegebene Route, reine Seekarten-Navigation. Doch unser Team hat auch das, mit neuen Erkenntnissen der Navigation, bewältigt. So sind wir ziemlich geschafft in Wendtdorf, wo wir eigentlich wegen des Rummels um die Kieler-Woche nie hinwollten, eingefahren.
Jetzt die Abendsonne genießen, entspannen und in lockerer Weise die Umschiffung der Kieler-Woche planen.Read more

Wauu! Da kommt ihr ja zügig nordwärts. Kiel bewusst ausgelassen? Oder Kiel einfach nicht auf dem Wasser? Schönen Abend lu&I [Lucienne/Ivo]

Uli Schlör Ueli HafnerKiel bewusst ausgelassen…. Kieler Woche wollten wir eigentlich überspringen, aber Wetter (verspäteter Start), Miltär (Schießübungen) und ein nicht mehr bewirtschafteter Hafen (Lippe) haben es anders gewollt 🙃
Damp
Jun 20–22 in Germany
☁️ 27 °C
So gegen 0300 Uhr hatte sich ein Sturm aufgebaut, der bis zur Orkanstärke anwuchs (11 bft). Das hat gepfiffen und gedröhnt und…..wir lagen sicher, was aber nicht verhinderte, dass unser Schlaf nicht ganz ungestört verlief. Erstaunlicherweise ist dazu recht wenig Regen gefallen.
Beim Frühstück haben wir unsere Route nach Damp geplant und rechneten mit einer Fahrzeit um die 3 Stunden. Schon vor dem Auslaufen konnten wir auf unserm Plotter erkennen, dass die Kieler Bucht dicht mit Booten befahren wird. Wir konnten so erahnen, dass diverse Regatten am Laufen waren. Kieler Woche!!!, die wir eigentlich wegen des Rummels meiden wollten. Und so war´s auch. Kaum ausgelaufen, waren wir mit den aus der Kieler Förde regattierenden Booten konfrontiert und fortan kamen schon die nächsten und das immer und immer wieder. Konzentriertes Wahrschauen und gehörig Ausguck-Schauen waren angesagt, erforderlich und auch erfolgreich. Und, das zu unserer Freude!: Wir haben den ersten Tag erlebt, wo wir den Motor nur zum Aus- und Einlaufen nutzten. Ein wahrer, genussvoller Segeltag, auch wenn die Reise länger gedauert hat als geplant, statt 3 halt 5 Stunden. Immer Wind zwischen 8 und 17 Knoten, unterwegs mit 3-4 Knoten Fahrt. Dazu hat die Sonne gebrannt, wie sie nur brennen kann.
Das Einlaufen in Damp, war bei der wohlwollenden Unterstützung des Hafenmeisters ein Kinderspiel, und wieder liegen wir ruhig und bleiben gelassen bei den angesagten Gewittern. Hier hat wohl die Saison begonnen. Rund um den Hafen Bistros und Cafés voller Leute, Halligalli-Musik über dem Hafen, eben Urlaubsstimmung, lachende und sprudelnde Leutegeräusche und das Dauerkreischen der Möven.Read more
Kappeln
Jun 22–23 in Germany
☁️ 22 °C
Bei recht moderatem Nord-Nord-West-Wind haben wir in Damp abgelegt, nachdem wir unseren Dieseltank wieder gefüllt und die Grauwassertanks abgesogen haben. Günstiger Wind ist nicht immer der gewünschte Wind, Schlag um Schlag sind wir gegen den Wind zur Schleimündung hochgesegelt. So werden Strecken dann länger als geplant. Aber….das zügige durch das Wasser fahren, das Plätschern der Heckwelle, die immer wieder wechselnden Sichten auf Meer und Uferpartien einfach ein Genuss. Und die Wenden wurden immer professioneller, eben ein gutes Skipperteam.
Als Ortsfremde sind wir das eng betonnte Fahrwasser der Schlei nicht unter Segel sondern mit dem Motor gefahren. Eine hügelige, teils bewaldete Landschaft hat unsere Sinne erfreut. Ein besonderes Erlebnis: Kurz vor unserm Ziel, dem Yachthafen in Kappel, überspannt eine Brücke die Schlei. Diese wird zu jeder dreiviertel Stunde zur Durchfahrt der Boote hochgehoben. Die Schiffe sammeln sich vor diesem Zeitpunkt fast wie eine Herde Schafe, nur blöken sie nicht. Schon imponierend, wenn sich die beiden Brückenteile hochheben und gen Himmel zeigen.
Einen kleinen Abendspaziergang der Schlei entlang überraschte uns mit alten Häuserzeilen, Backstein in Art des Biedermeiers, Kontore und ehemalige Fischerei- und Handelshäuser, aber auch zahllose Bistros, Bars und Restaurants. Wer verübelt da, dass wir uns zum Abendschmaus hinsetzten?Read more
Arnis / Schleimünde
Jun 24–25 in Germany
☀️ 24 °C
Nach einem Einkaufstag in Kappeln, auf Touristentour. Fahrt nach Arnis, schön dem Fahrwasser der Schlei folgend, am Museumshafen und den Werften vorbei, eigentlich ein Katzensprung. Arnis, nicht Arneis (davon kann man betrunken werden), darf sich Stadt nennen, und macht Betrunken ob der schnuggeligen Eindrücke. Hier wohnen die einstmals 60 von Kappeln geflüchteten Einwohner, die da ihre eigene Kaviar- und Fischhandelsflotten aufbauten. Tempi passati, heute sind rund 300 Einwohner da, die hauptsächlich vom Werftbetrieb leben (4 Werften, also eine pro 90 Einwohner). Die schmucken Häuser, alle mit üppiger Rosenberankung, reihen sich an einer Perlenschnur auf, die Lange Strasse (mehr Verkehrswege gibts kaum). Bemerkenswert auch die kleine Kirche, vollbehangen mit Modellen alter Handelsschiffe, da wird jedem Kund, was Glaube bedeuten kann.
Satt gesehen, machten wir uns auf der Schlei runter Richtung Meer.
Auf dieser Fahrt bemerkten wir viele schöne Landschaftsanordnungen, die wir beim Kommen, bei der vollen Konzentration, auf das enge Fahrwasser, nicht wahrgenommen hatten, Katen im Schatten wuchtiger Bäume, kleine Laubbaumwäldchen, weite Kornfelder und romantische Anlegestellen. Hier in Schleimünde sind wir in ein kleines Häfelchen eingelaufen, wo nichts ist als der Leuchtturm, das alte Lotsenhaus und dann das offene Meer. Und Uli sucht immer noch eine gute Badestelle, denn alles ist hier so seicht, und von daher schwimmungeeignet. Morgen nun, gehts wieder hinauf auf´s Meer.Read more
Sønderborg
Jun 25–27 in Denmark
☀️ 25 °C
Bei sehr gutem Wind, wenn er nur aus der richtigen Richtung käme, ist halt wie beim Radfahren, immer Gegenwind, sind wir nach Sønderborg hochgekreuzt (Uli: Man hätte ja ein anderes Ziel wählen können, wollten wir aber nicht ;-). Unsere U-quadrat ist über so lange Zeit noch nie so schnell gelaufen. Sieben Stunden haben unsere Steuer- und Navigationskräfte gefordert. Zum Genuss kam dazu, dass der Wellengang kaum 50 cm betrug. Einfach genussvolles Segeln bei besten Bedingungen. Die Hafeneinfahrt zeigte sich uns erst, als wir die davor liegenden Tonnen auch wirklich richtig zuordneten, kann ja auch mal passieren. Angekommen im von einem Wäldchen umgebenen Hafen spürten wir, wie müde wir waren, haben es dann aber doch noch geschafft, im Hafenrestaurant (eher Bistro) eine halbe Stunde auf unsere Burger zu warten.
Heute Stadterkundung per Rad. So idyllisch die Umgebung um den Als-Sund sich präsentiert, so modern bebaut ist Sønderborg, Einzig die kleine Altstadt mit der schmucken Hafenzeile scheint das alte Sønderborg zu repräsentieren. Kunststück, der Ort wurde gegen Ende des 2. Weltkriegs fast gänzlich dem Boden gleich gemacht. Überhaupt hat Søderborg eine sehr bewegte Kriegsgeschichte hinter sich. Immer wieder Schlachten zwischen Dänen, Schleswigern, Preußen etc. Diese sind im besuchenswerten Schloss eindrücklich präsentiert. Noch heute reden die Dänen von Südjütland, die deutsche Seite von Nordschleswig. Auch eindrücklich wie viele Privatschulen dänischer oder deutscher Sprache im jeweilen andern Land ein blühendes Dasein führten (Stand 1955, wie´s heute aussieht, haben wir nicht erfahren) . Kurz zum Schloss: Es sieht halt nicht so aus, wie wir gewohnt sind, uns Schlösser vorzustellen, nein, ein einfacher viereckiger, 3-geschossiger Ziegelbau, mit Innenhof und Ecktürmen, innen einfache Säle und Zimmer mit Sichtfachwerk und Böden ohne Parkett, einfach Bretterdohlen. Ich erinnere mich an Tucholsky´s Schloss Gripsholm (ein Sommermärchen, bevor er schwieg). Beeindruckend sind die darin ausgestellten Porträts der aktuellen Königsfamilie und hoch gestellten Persönlichkeiten. Der Hofmaler Thomas Kluge hat diese fotografieähnlichen Bilder geschaffen, die fast wie 3D Drucke wirken, es aber nicht sind.
Genug der Schilderungen, wir sind nämlich, so nebenher, auch am faulenzen………..Read more

TravelerSchön geschildert. Ihr habt angenehme Temperaturen, wir leiden unter ca. 38 Grad und haben. Am kühlsten ist es in der Sauna, die abgestellt ist. Irene, Cilla und ich liegen wie halbtote Fliegen herum und haben keine Kraft, etwas vernünftiges zu tun.

Uli Schlör Ueli HafnerOh lala! Wenn es uns hier kalt wird, denken wir an euch, Ihr Armen! Herzliche Grüße!

TravelerErfreulich dass ihr lustvoll Segeln konntet. War ja euer Wunsch und WIR freuen uns mit euch. Ivo und Lucienne

Uli Schlör Ueli HafnerSchont euch, Ihr Lieben! Es wird irgendwann wieder anders, dann beneiden wir euch :-)
Bockholmwik
Jun 27–29 in Germany
🌧 26 °C
Aufgrund der Wettervorhersagen und der aktuellen Meldungen haben wir uns entschlossen, nicht bis nach Flensburg zu fahren, sondern einen kurzen Schlag hierher zu machen. Ein ungewohnter Hafen, ufernah, mitten in der See mit grossen Wellenbrechern aus Stahl angelegt, der Zugang über einen langen Steg zum Land. Und rundum einfach nur Natur, besser Naturschutzgebiet. Im Hafen haben wir dann zwei Boote vom Bodensee angetroffen, eins mit Kennzeichen V = Vorarlberg, eins mit KN. Das eine scheinbar ein Rentner, den`s hierher gezogen und der hier Wohnsitz im Seniorenheim genommen hat. Verständlich, denn die Umgebung erinnert sehr an den Bodensee. Wir waren wohlgeraten mit dem kurzen Schlag, denn schon nachmittags zog eine schwarze Wand auf. Wiederum nette Nachbarn haben uns drauf aufmerksam gemacht, dass wir alles straff ziehen sollen, den letzte Woche habe es eingerollte Segel zerfetzt. Heftige Böen setzten ein, die sich zu zu einem Sturm von 100 km/h auswuchsen und dann Regen in Bindfäden, ein Geblitze und Gerumpel, ein wahres Naturschauspiel, zum guten Glück kein Hagel. Nach diesem Gewittersturm haben wir einen Segler angetroffen, den es vor Sœnderborg erwischt hatte, seine Segel waren zerrissen. Mit diesen Stürmen ging’s die ganze Nacht weiter, wir lagen sicher im Hafen und haben mehr oder weniger gut geschlafen. Vorher noch ein weiteres Naturspektakel: Sonnenuntergang in schwarzen Wolken und ostwärts ein riesiger Regenbogen.
Heute mit dem Rad etwas die Landschaft erkundet. Eben nur Natur und kleine Ortschaften mit vielen Reetdachhäusern beliebigen Stils. Diese Reetdächer geben den Eindruck, dass nicht nur das Haus Hort ist, sondern das Dach strahlt Wärme, Gemütlichkeit und Geborgenheit aus. Eine wundersame Kommunikation dieser Bauten, mögen sie herausgeputzt oder von Efeu überwachsen sein, oder in Heckenrosen fast verschwinden. Nicht märchenhaft, sondern bodenständig verwunschen und doch so zugänglich für die Sinne.Read more

Traveler
Auch ein Gewitter hat seine schönen Momente! Dein Beschrieb lässt einen richtig mitreisen und miterleben! Toll! GlG VreRai

TravelerÜbrigens Rainer ist immer noch etwas Nordländer! Am Liebsten guckt er NDR mit Beiträgen aus Hamburg und Umgebung!

Uli Schlör Ueli HafnerDanke für Eure Begleitung, ich kann Rainer so gut verstehen 😊
Flensburg
Jun 29 – Jul 1 in Germany
⛅ 23 °C
Eine wunderbare Fahrt durch die Flensburger Förde hat uns hierher gebracht. Landschaften auf deutscher und dänischer Seite mit weiten Feldern in die Hügel eingebettet und kleine und grosse Katenhäuser, fast wie im Lied „schwyzerländli isch no chli, schöner aber chönts nöd si“. Doch der Wind hat uns arg gefordert, immer wieder kamen Böen daher, die sehr viel Steuerkraft forderten. Das Einlaufen in den Hafen hat uns einen ersten Eindruck der vergangenen Zeiten des Flensburger Hafens vermittelt. Alte Handelshäuser und vorbei am Schifffahrtsmuseum mit all den alten Korvetten.
Die heutige Stadtbesichtigung hat uns weiter Eindrücke der alten Handelsstadt vermittelt. Grosse Handelskontore mit riesigen Höfen, auf denen die Waren umgeschlagen wurden, massige Backsteinbauten, die vom Wohlstand zeugten. Dabei haben wir auch erfahren, was wir nicht wussten, Flensburg war d i e Rumstadt. Die Handelsschiffe haben die Zuckerrohre von Jamaica hierher gebracht, wo dann, auch nicht gewusst, der weltberühmte Flensburger Rum gebrannt wurde. Ein Historienfilm hat uns aber auch die Kehrseite dieser Handelsmacht gezeigt. Bis Mitte 19. Jahrhundert wurde ein grausamer Sklavenhandel betrieben, der jeder Moral und Menschenachtung spottet. Ein Besuch in der scheinbar größten Renaissance/Gotik-Kirche des Nordens, St.Nikolai, hat uns das Staunen gelehrt. Wuchtige Backsteinsäulen tragen die gotischen Dachbögen und eine riesige Orgel war in ihrem ausufernden Prospekt zu bestaunen. Scheinbar eine der größten Orgeln, die zwei Orgeldispositive enthält. Leider konnten wir deren Klang nicht genießen, ganz anders als der Orgelmann, der auf dem davor liegenden Südermarkt unbefangen, mit großer Ausdauer, seine französischen Chansons mit brüchiger Stimme zum besten gab. Ja, Flensburg ist eine quirlige Stadt voller Charme und um jedes Eck mit bestaunenswerten Fassaden.Read more

TravelerWir waren im Hotel Birke einquartiert, machten aber auch eine Touristen-Schifffahrt ab dem Flensburger Hafen. War sehr schön.
Langballigau
Jul 1–4 in Germany
☁️ 20 °C
Wir haben Flensburg verlassen, ohne nach Punkten zu fragen oder welche dazulassen. Na ja auf unserer Radtour durch die Stadt, konnten wir ja auch keine Verkehrsregeln brechen.
Bei ungünstigem Wind war erst mal Motorkraft angesagt. Wir konnten dann doch die Segel setzten und sind im gemütlichen Tempo hierher gesegelt. Und wir waren echt froh, hier Station zu machen, denn, wie vorausgesagt, setzten heftige Winde und Regengüsse ein. Andern erging es ebenso, denn bald füllte sich der Hafen und überall wurde sturmsicher festgemacht. Kühler wurd´s und so hat uns das, immer wieder auf die Warteliste gesetzte (aufgrund der warmen Temperaturen), vorrätige, westfälische Zwiebelfleisch mit Härdöpfelstock (Uli: Kartoffelbrei) köstlich geschmeckt.
Aufgrund der angekündigten weiteren starken Winde, Böen und Gewitter mit Spitzen von 80 km/h und mehr, dem prognostizierten Wellengang von 3 - 4 Meter, mussten wir uns entschließen, hier liegen zu bleiben. Wir sitzen also kurz gesagt fest. Uli hat dennoch einen Schwumm am schönen Strand gewagt, aber mehrheitlich war Faulenzen, Lesen, diverse Rätsel raten/lösen, Kaffeetrinken, und immer wieder Wetterprognosen schauen, angesagt. Unterbrochen durch das Kontrollieren der Festmacherleinen. Ach wenn man den Sturmwind , der einen durchdringt, doch einfach abstellen könnte. Das ewige Schwellen und Heulen geht doch auf den Nerv. Auf der andern Seite erfreut man sich am Naturschauspiel der schäumenden See aus der sicheren Sicht von der Mole aus. Sagt doch der Nachsichtige, Zuversicht ist der Übersicht wert und tugendhaft.Read more

TravelerOh je, ihr Lieben, was für ein Wetter. Der Wind macht langsam kirre und die Heizung springt an, obwohl auf 16 Grad eingestellt. Aber zum Glück seid ihr ja nicht auf der Flucht und könnt dem trotzdem das Beste abgewinnen. Liebe Grüße:-)

Uli Schlör Ueli HafnerDanke, liebe Uli fürs Mitfiebern! Du triffst es ziemlich genau…. Jetzt genießen wir die Zeit mit den St Galler Freunden und dann schauen wir weiter ❣️
Kappeln und mehr
Jul 4–7 in Germany
🌧 17 °C
04.07.
Leinen los nach Kappeln, wo wir mit Hansi und Ernst treffen wollen. Sie werden uns die nächste Woche begleiten.
Viele Regattaboote sind vor uns ausgelaufen und haben sich ca. eine Meile vor dem Hafen zum Start versammelt. Wir wollten diesen nicht in die Quere kommen und kamen dann doch, da wir deren Kurs falsch interpretierten. Jedenfalls hatten wir die Armada im Rücken, haben etwas aufgestoppt und die Schnelleren vorbeiziehen lassen. Am Leuchturm Kalkgrund setzten wir die Segel, der Wind war derart heftig, dass es wohlgeraten war, die Segel zu reffen. An der Schleimünde dann auch noch der Entschluss, die Segel einzuholen und die Schlei rauf unter Motor zu fahren, ein Kreuzen in diesem engen Fahrwasser hätte uns überfordert.
Am Abend haben wir nicht nur Ernst und Hansi getroffen, sondern auch ihre Freunde, Marion und Stefan, mit denen sie die Nord- und Südpole der Erde erkundet haben. Ein heiterer Abend voller Reiseberichte-Austausch und Schwärmereien über und über.
Ja, die Seefahrt hat´s in sich.
05.07.
Marion, Stefan, Hansi und Ernst hatten auf dem Programm eine Wikingerdorf -Anlage in der Nähe zu durchforsten: Haitabu. Wir wollten unser Boot auf Vordermann bringen. Absaugen der Abwassertanks war angesagt und Wasserreserve nachtanken. Wir sind dabei immer wieder erstaunt, dass das Absaugen hier an der Ostsee eine neuere Erfindung zu sein scheint. Auch hier hat die Hafenmeisterin kaum gewusst, wie die Anlage zu bedienen sei. So sind wir für den Wissenstransfer besorgt. Hier oben macht man sich noch keine grossen Gedanken, wenn man die Saucen einfach ins Wasser lässt.
Auf dem obern Teil des Hafens fand ein Kunst- und Handwerkermarkt statt, durch den sind wir geschlendert und…… haben eine wunderbar stinkenden Käse…. von wo….. aus Hittisau (Bregenzerwald) gefunden. Hei hat der bei Apéro auf dem Boot gemundet! So auch das leckere Nachtessen im Fährschänke.
06.07.
Regen Regen Regen, von der heftigsten Art. An Segeln war nicht zu denken. So sind wir nach Glücksburg zur Glücksburg gefahren. Die war auch mal Sommersitz der dänischen Könige. Eine eindrückliche Anlage, ein Wasserschloss. Heute ist´s nur noch Museum. Es wird die Geschichte, die in dieser Gegend ja durch viele schleswigsche-holsteinische-dänische Kriege geprägt ist detailliert kuratieriert gezeigt. Prachtvolle Gobelins mehrere Quadatmeter gross, Porzellan und Silber zieren die Säle, ja gar, ähnlich dem Wachsfigurenkabinett, eine Szene mit speisenden Hochadligen und deren Dienerschaft im Rücken. Mir sind schlussendlich die Augen übergelaufen und die Hirnwindungen so irritiert ob all der Geschichts- und Stammbaum- und Kriegswirrendaten, das ich froh war bei einem anschließenden Thunfischsalat und Bier zu entspannen.
Wir sind nach Arnis weiter gefahren. Dieses Werft- und Schifferdorf, das sich ja Stadt nennen darf hab ich schon mal geschildert. Erholsam war´s auf dem Friedhof bei der Schifferkirche, denn da gab´s an einigen Grabstätten „sprechende Steine“. Über einen QR-Code konnte man die Geschichten und Bezüge der hier Ruhenden erfahren. Sehr sehr aufschlussreich, denn so lebensnah.
07.07.
Und nochmals Regengüsse an der Zahl. Hans und Ernst wollten Flensburg, das wir mit ihnen geplant hatten anzusteuern, doch noch besichtigen. Uli hat sich entschlossen, den Haushalt inklusive Wäschewaschen zu besorgen.
Auf der Fahrt nach Flensburg sind nochmals bei Steinberg vorbeigefahren, da haben wir gestern, die uralte Reformationslinde bestaunt. Diese Linden wurden zur Zeit der Reformation als Erinnerungslinden gepflanzt und dienten als Versammlungs- und Gerichtsort. Die Linde steht in voller Kraft, obwohl sie durch einen Blitz gespalten wurde. Heute hat sie einen Umfang von rund 8 Metern. Einfach ein Wunder der Natur, fünfhundert Jahre alt!
In Flensburg stand ein ausführlicher Besuch im Schifffahrtsmuseum an. Auf anschauliche Weise und und für den Laien super informativ kuratiert, werden der Handel, die Küsten- und Seehandelsrouten, die Handelshöfe gezeigt und beschrieben. Wunderbare Schiffsmodelle sind zu bestaunen, aber auch die Entwicklung der Navigation vom Sextanten bis zum GPS, vom Funk bis zum Radar. Ebenso aber auch die Leiden und Entbehrungen, die die Seemänner zu erdulden hatten und die vergangene Zeit der Kolonialherrschaften verbunden mit dem unmenschliche Sklavenhandel.
Hansi und Ernst waren, so wie ich beim ersten Besuch, von der Nikolai-Kirche mit ihren massigen Säulen und des beeindruckenden Orgelprospekts begeistert. Ein Bummel durch die Altstadt mit ihren schmucken, oder auch wuchtigen Fassaden haben die Besucher ermüden und befriedigt heim nach Kappeln fahren lassen.Read more

TravelerDanke für all die tollen Bilder, Videos und vor allem auch für die ausführlichen und interessanten Berichte. Da können wir aus der Ferne alles gut miterleben. Wir freuen uns jedenfalls. Weiter so und liebe Grüße vom Bodensee

Uli Schlör Ueli HafnerDankeschön für deine und eure Begleitung, Interesse und fröhliche Zusprüche ❣️ Wir sind etwas in Verzug aber noch heute kommen Updates ❣️
Damp, verdammt und……
Jul 8–10 in Germany
🌬 20 °C
08.07.
Endlich sind uns die Wettergötter wohlgesinnt. Nach ausgiebigem Frühstück, legten wir mit dem Ziel Eckernförde ab. Aus der Schlei heraus, haben uns die kräftigen Winde Segel setzen lassen (gerefft). Wunderbar zügig sind wir der Küste entlang gesegelt und konnten unsere Freunde somit mit „echtem“ Segelerlebnis bedienen. Eigentlich nicht wir, sondern die Wetterverhältnisse. Doch der Wind wurde dann so stark (und auch am nächsten Tag angesagt), dass wir beschlossen nicht nach Eckernförde zu fahren, sondern schon in Damp anzulegen, da wir befürchteten auf dem morgigen Rückweg nicht mehr nach Kappeln zu kommen. In der welligen See, bei eben starken Wind, wurden die Vorbereitung zum Einlaufen getroffen, und da passierte es.
Uli ist ausgerutscht, wollte sich abfangen und Knacks, ihr Handgelenk brach. Mutig und mit innerer Kraft, hat sie, trotz Ermahnung noch beim Anlagen geholfen, wie froh waren wir, dass Ernst und Hansi da waren. Ein hilfreicher Mann, der in Damp wohnte und sich am Steg aufhielt, hat sofort die Notfallhilfe organisiert, ja es gibt sie, die hilfreichen Engel! Im Sanitätsmobil wurde Uli notfallmässig versorgt und ins Krankenhaus Schleswig gefahren. Ernst begleitete sie, ich uns Hansi haben die Schiffsformalitäten besorgt. Gegen 19 Uhr kam Ernst mit Uli, nach einer Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr von Schwerin nach Kappel zum Auto von Ernst, zurück. Bescheid: Radialbruch, Fixiert, Röntgen in einer Woche. Nach dem gemeinsamen Abendessen, sind Hansi und Ernst mit dem Auto ins Hotel nach Kappel gefahren. Wir haben die erste Schmerznacht auf dem Boot verbracht.
09.07.
Nach einem kräftigenden Frühstück, holt Ernst Uli mit dem Auto zum Arztbesuch in Kappeln ab. Dort wird sie mit potenten Schmerzmitteln bedient und gleich zum Röntgen in 6 Tagen ans hiesige Krankenhaus überwiesen. Man sehe und staune, diese Untersuchung hat mit großer Fachkompetenz und ärztlicher Nettigkeit nur 27 Euro gekostet! Ernst bringt Uli zurück nach Damp und fährt weiter nach unserem beabsichtigten Ziel Eckernförde, da wartet weitere Besichtigung der Kulturgüter auf ihn. Wie wohl, dass wir Ernst und Hansi haben, da zeigt sich wiedermal echte Freundschaft voller Wohlwollen und Unterstützung.
Um 14 Uhr legen wir mit der Uquadrat zur Rückfahrt nach Kappeln ab. Die See ist uns wohlgesonnen, so dass wir ohne grossen Wellengang der Küste entlang und dann in die Schlei zurück motoren konnten. In Kappeln angekommen standen schon wieder unsere Freunde bereit, uns beim Anlegen zu helfen.
Beim gemeinsamen Nachtessen wurde geplaudert, Geschichten ausgetauscht bis sich Müdigkeit einstellte. Die Medis halfen mit, dass sich bei Uli, nahezu Schmerzfreiheit einstellte und auf eine ruhige Nacht hoffen ließen.Read more

TravelerOh weh, du arme Uli - wie kann ich da mitfühlen. Einige Zeit bin ich euch nicht mehr gefolgt und jetzt voller Mitleid. Wünsche rasche Schmerzfreiheit und Heilung, hebed Sorg! Susanne

Au weh, so ein Pech, wir wünschen Dir alles Gute und hoffentlich überwiegend schmerzfrei Weiterfahrt. [Jutta u.Fritz]
Schleswig
Jul 10–11 in Germany
☀️ 23 °C
10.07.
Guten morgen, mit eitlem Sonnenschein. Leinen los mit Hansi und Ernst an Bord, die Schlei rauf mit Ziel Schleswig. Nach dem Durchfahren der Brücke bei Kappeln tat sich uns eine abwechslungsreiche Landschaft mit Hügeln, Feldern, Wäldern auf. Die Schlei hat nur eine mittlere Tiefe von 3 Metern, das Fahrwasser ist derart gut mit Tonnen gezeichnet, dass das Navigieren, auch an den Engstellen (einmal 80, einmal 120 Meter breit), leicht fiel. So konnte die landschaftliche Schön- und Beruhigtheit auch vom Steuermann genossen werden. Einziges Problem bot die Brücke bei Lindaus, weil wir zwei Informationen hatten, zu welchem Zeitpunkt die Brücke öffnet. Dazu ist sie noch eine Baustelle!
Das Anlegen in Schleswig gelang unter Mitwirkung von Ernst an den Dalben meisterhaft und Hansi hat die Heckleinen, trotz Schulterbeschwerden fest in der Hand. Beide haben den Obermaats- und Hilfsmaats-Grad abverdient. Toll!
Der St.Petri-Dom, eine Saalkirche hat uns mit ihren Kunstwerken gefangen genommen. Der Hochaltar zeigt ein Tryptichon mit der Leidensgeschichte in detaillierte Schnitzarbeit aus dem 16. Jahrhundert. Da steht auch eine Christopherus-Figur fast in moderner Art stilisiert, 4 Meter hoch, ein hagerer Mann mit Christus auf der Schulter, geschnitzt ebenfalls im 16. Jahrhundert. Was einfach nicht so ganz erklärbar ist, woher die eher maurisch wirkende Zwischenempore (Lettner), die den Hochaltarraum vom Kirchenraum trennt. Wir haben keine Beschreibung dazu gefunden. Weiter sind wir nach dem Holm spaziert. Ehemals eine Fischersiedlung auf einer Insel, heute mit dem Land verbunden. Putzige alte Fischerhäuschen, alle mit ihren Hinterhofanlagen zum Wasser orientiert, zum Dorfplatz hin mit Rosen und Stockrosen bepflanzt, Schmuckstücke. Leider war das Domstift St. Johannis nur von Außen zu besichtigen, es soll nebst den Einzelzellen, eine sehenswerten Kreuzgang und Refektorium haben, das sich hier Remter nennt. Die Anlage diente (oder dient heute noch?) als Damenstift den ledigen Adelsdamen als Wohnhaus, ein lebenslanges Wohnrecht ist bis heute zugesagt, ob´s aber noch so genutzt wird blieb unschlüssig.
Nach einem Nachtessen, wohlfeil geschmeckt, im Restaurant Ringelnatz (ohne Begründung weshalb Ringelnatz) zurück auf dem Boot, wurden Hansi und Ernst in das SkipBo-Spiel (sog. Lehrveranstaltung) eingeweiht. Und wer hat gewonnen, natürlich Uli (wie immer) als einhändige Banditin. Nachdem jede/r seine Schlafplatz bewirtschaftet hatte, war ein friedliches Gedöse im Boot zu hören.
11.07
Mit frisch gebackenen Brötchen aus der Bordküche wurde ausgiebig gefrühstückt. Das Ablegemanöver, unterstützt von Obermaat und Hilfsmaat war problemlos und so ging’s wieder die Schlei runter. Punktgenau erreichten wir die Brücke bei Lindaunis, was dann bei der Kappelerbrücke weniger gelang. Wir haben an der Aussenmole des ASC angelegt, um während der Wartezeit nicht dauernd steuern zu müssen. Der Hafenmeister hat uns dann unspektakulär darauf hingewiesen, dass das nicht erlaubt sei. Wir nahmen’s zur Kenntnis, haben abgelegt und da…….. die Brücke ging auf. Angelegt in Kappeln konnten wir beruhigt Mittagsschläfchen halten. Respektive, Ernst hat sich auf den Weg gemacht, sein Auto zu holen, damit wir „umladen“ konnten, d.h. ihre Schlafutensilien ins Auto, das von uns im Auto deponierte aufs Boot.
Zum Nachtessen trafen wir uns im Tauwerk und haben edel gespiesen, gelacht und getrunken und eben Abschied in großer Dankbarkeit über die gemeinsamen Erlebnisse gefeiert.Read more

TravelerHerzlichen Dank für die zauberhafte Fahrt durch die Schlei! Ihr habt uns sicher und sympathisch geführt. Dabei durften wir auch noch etwas über die Schiff- , pardon Bootsführung lernen. Danke! Die Beförderungen in mannschaftshierarchischer Hinsicht waren natürlich ein Höhepunkt. Danke auch für die kulinarischen Einschübe. Gerne liessen wir uns in den Schlaf schaukeln. Wir wünschen euch weiterhin eine gute Zeit und für Uli gute Besserung. Liebe Grüsse Ernst

TravelerLiebe Uli, lieber Ueli, ich schliesse mich dem Dank von Ernst vollumfänglich an, die Tage mit Euch bleiben unvergesslich, auch wenn ich leider nur Hilfsmatrose geblieben bin. Aber auf dem Schiff, ääh Boot, sind auch die unteren Chargen gefragt. Vor allem, wenn sie trotzdem für voll genommen werden. Macht und segelt gut weiter, Uli wünsche ich ein schnelles Zusammenwachsen des Unterarmknochens. Boot ahoi!
Kappeln Hafenlieger……
Jul 12–14 in Germany
☀️ 26 °C
12.07.
Wir sind zum Hafenlieger geworden. Uli ´s Fraktur soll nun hier eingehend und kompetent versorgt werden. Die Schmerzmedis machen ihren Job. So weit so gut, eine gewisse Unsicherheit stellt sich ein, wie weiter. Die Anmeldung zur Röntgenuntersuchung am hiesigen Krankenhaus ist gemacht. Die haben eine öffentliche Sprechstunde und weisen dementsprechend auf lange Wartezeiten hin. Wir werden sehen.
Nach einem Schreib- und prospektivem Planungstag haben wir am Abend das Musical „Die Flut“ besucht. Dies ist ein Projekt der evangelischen Jugendarbeit, unterstützt vom Land und der EU. Gespielt wird auf dem Dreimastschoner „Swaensborgh“, der in verschiedenen Häfen anlegt. Bühne ist Schiff und Quai-Platz. Eine Truppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat während zweier Jahre ein beeindruckendes Stück erarbeitet, das die Geschichte von Noah zeitnah neu erzählt. Texte und Gesang drehen sich um Umweltkatastrophen und das Dazutun der Menschheit. Schlussendlich wird die Frage aufgeworfen, was soll dieses Stück nützen, wenn Greta Thunberg und andere Aufwecker schon wieder in Vergessenheit geraten sind. Nun, uns hat es schwer beeindruckt und nachdenklich gestimmt, aufgewühlt haben wir mit wenig Vergnügen, Diskussionen und etwas enthofft unsern Hunger gestillt.
13.07.
In Erwartung des morgigen Röntgentermins, haben wir die Sanitätsgeschäfte nach Orthesen abgeklappert. Sind fündig und kompetent beratend worden. Abwarten, was der Arzt meint.
Mit dem Rädle hab ich einen Großeinkauf bei EDEKA gestartet und gestaunt, was man so alles auf ein Klapprädle packen kann.
Ja, es gab jede Menge Zeit, daher wieder einmal die Bordküche angemacht und Salat mit schmackhaften Schinkennudel auf den Teller gebracht.
14.07.
Uli hat sich früh zum Krankenhaus aufgemacht, wollte einfach keinen Taxi bestellen, sondern dort hin laufen. Sie wurde dort fachmännisch eingegipst und geröntgt. Trotz all ihrer Sorgfalt hat sich der Bruch verschoben, so dass Uli sich zur OP (Platte einschrauben) entschieden hat. So wird morgen in aller Frühe operiert und dann eine Nacht im Krankenhaus verbracht. Müde von ihrer Rundtour Krankenhaus - Sanitätsgeschäft-Boot war erstmals Mittagsschlaf angesagt. Zu verschweigen ist nicht, dass bei dieser Rundtour die wunderbare alte Mühle Uli ´s Herz erfreute. Bei Kaffee und Kuchen sind wir nicht von unsern weiteren Reisepläne abgewichen und planen, planen, planen……. Es wird weiter gehen…Read more

TravelerAus eigener Erfahrung: ich bin froh über diese Entscheidung von Uli und drücke morgen ganz fest die Daumen mit besten Wünschen für alles Gute. Die REHA der Hand ist mit Osteosynthese viel komfortabler!
Kappeln Stationär
Jul 15–17 in Denmark
☀️ 23 °C
OP Termin im Krankenhaus: Uli spaziert in aller Früh zum Krankenhaus, nüchtern und nervös. Und wieder warten, sie wurde informiert, sich früh um 0800 Uhr einzufinden und musste dann erfahren, dass sie erst gegen Mittag operiert würde. Ein freundliche Anästhesist hat ihr dann doch ein Frühstück organisiert, denn es blieb so genügend Zeit wieder nüchtern zu werden. Um 1400 Uhr wurde dann zur Tat geschritten und der Knochen mit einer Platte fixiert und verschraubt. Nach der OP war schon beunruhigend, dass der Arm sich völlig lahm zeigte, ein ungutes Gefühl, wacht der denn wieder auf?
Es war nichts mit gemeinsamen Nachtessen, so hab ich alleine ein saftiges Rumsteak vom Grill genossen. Zum Glück hatte es im Zimmer eine TV, so konnte Uli den Match Argentinien gegen England schauen, wo ´s scheinbar recht ruppig zuging.
Am Morgen waren wir wieder zusammen. Uli hatte eine sehr sehr schmerzhafte Nacht verbracht , die sie zur Verzweiflung und Mutlosigkeit brachte. Wir haben bei Dösen und Wordl-Spiel zusammen bis nachmittags 1600 Uhr auf das Abaschlusgespräch mit dem Operateur gewartet. Der befand alles als gut und hat uns weiter eine erlebnisreiche Weiterreise gewünscht. Etwas fragend sind wir aufs Boot zurückgekehrt, haben eine schmackhafte Pizza genossen, und wie soll´s weitergehen? Bei vielem Abwägen und hin und her, haben wir uns entschlossen morgen, da relativ Windstille angesagt war, nach Mastal auf Ærø aufzubrechen, zumal uns ein wunderbarer Regenbogen Hoffungen brachte.Read more
Marstal
Jul 17–19 in Denmark
☀️ 23 °C
Erstmals ganz früh Tagwache, 0600 Uhr. Alle Informationen haben dazu geraten, denn die Häfen in der dänischen Südsee beginnen sich ab Mittag zu füllen, und Marstal als sehr beliebter Hafen besonders. Unsere Berechnung ergab, dass wir rund 6 Stunden Fahrt vor uns hatten. Wir haben so gescherzt, ungefähr die Strecke von Konstanz nach Bregenz auf dem Bodensee.
Wir haben ein super Ablegemanöver hingekriegt, das uns voller Zuversicht stimmte. Noch ganz bei ruhigem Wasser sind wir die Schlei runtergetuckert, gestaunt, dass schon einige unterwegs waren und haben die frühmorgendliche Landschaft im Morgenlicht genossen. Dank dem guten Schmerzmittel-Management war Uli praktisch ohne Schmerzen und hat unter Autopilot das Steuer übernommen. Nach der Schleimündung war´s dann aus mit ruhigem Wasser, der Wellengang hatte ca. 50 cm, hat zwar etwas geschaukelt, aber unser Motor hat zuverlässig die Schraube gedreht. Mit ca. 4,5 kn über Grund sind wir unserm Ziel entgegengesteuert. Das ließ auch zu, dass wir uns auch etwas ausruhen konnten. Nach halber Fahrt hat der Wellengang nachgelassen, es wurde praktisch ruhiges Wasser. Das hat animiert, unsere mobile Abwasserpumpe mal auszuprobieren. Leider ist der Versuch gescheitert, da der Abpumpschlauch sich nicht bis in den Tank schieben ließ. Bei dieser Übung zeigten sich bei Ueli erstmals in seinem Leben Zeichen einer Seekrankheit. Ja man sollte halt nicht immer ins wellige Wasser schauen. Eine Stunde den Horizont fixieren hat Abhilfe geschaffen.
Vor Marstal, in dem gut betonnten Fahrwasser war ein reger Verkehr, alles wollte da rein. Wir haben einer der wenigen noch freien Liegeplätze angesteuert und…… mit Bravour das Anlegemanöver gemacht. Ja wir sind ein sau gutes Team, auch wenn etwas invalidisiert.
Ein erster Spaziergang im Hafengebiet hat uns eine wunderschöne dörfliche Struktur mit engen Gässchen und der Fassade nach reich bepflanzen Häuschen betrachten lassen. Einfach schnuckelig. Marstal soll einmal ein sehr bedeutender Hafen der Dänischen Handelsflotte gewesen sein und heute noch teilweise von der Schifffahrt leben. Das ist diesem Ort wirklich anzusehen, wenn man etwas in Schifferromantik schwärmen will.
Heute nun hat ein starker Wind (20-25 Knoten) eingesetzt, es pfeift durch die Masten und lässt so manches Tau klappern. Bei diesem Wind ist an eine Weiterfahrt kaum zu denken, wir werden sehen.Read more
Lundeborg
Jul 19–21 in Denmark
🌬 17 °C
19.07.
Schon wieder früh aufstehen, 6 Uhr wars, ein gemütlicher Kaffee mit Confibrot und Leinen los. Wir haben uns entschieden mal bis Rudkøping zu fahren, da wir starken Wellengang erwarteten. Bei leichter Bedeckung und immer wieder wärmender Sonne steuerten wir auf die Südwestküste Langelands zu. Schon von Ferne sahen wir den weiten Brückenspann bei Rudkøping. Der Wellengang ließ auf nur noch 0,5 Meter nach, so dass wir uns entschlossen, Rudkøping links liegen zu lassen (Uli sagt: rechts liegen zu lassen ;-) und unter diesem imposanten 50 Meter hohen Bogen durch weiter nach Lundeborg zu fahren. So schipperten wir der abwechselnden Küstenlandschaft zwischen Fünen und Langeland entlang. Einfach toll, diese Küstenlandschaften mit teils schroffen Abbrüchen wechselnd mit sanft geschwungenen weiten Kornfeldern und dann wieder dichten Laubwäldern. Wohl geraten, so haben wir Strecke gemacht und sind in unserm Zeitplan nach Kopenhagen wieder à jour. Die Navigation wurde sehr erleichtert durch die eng gesetzten Tonnen im relativ flachen Fahrwasser, so dass wir in Lundeborg sicher anlegen konnten. Wir haben gewerweist, ob uns eine unruhige Nacht erwartet, denn hier war ein kleines Freiluft-Musikfestival angesagt, neben uns junge Leute, dem Wodka zugetan, (ach wir waren ja auch mal jung), und alles war dann Minne und Fröhlichkeit. Und uns hat die Spargelsuppe gesättigt und erfreut, wie doch so ein Päckli Pulver mit Wasser schmecken kann!
20.07.
Ein Ausschlafe-Tag war angesagt und ganz spektakulär: grosse Duschübung mit Ulis Arm. Pflasterwechsel auf wasserdichtes Pflaster und dann wieder retour. Alles super geklappt! und sich auf das Morgenessen gefreut. Das hat sich verzögert, weil das Teewasser nicht zum Kochen kommen wollte, weil ja eben weil, das Gas mittendrin ausging. Also Gasflaschen-Wechsel und weiter gefeuert.
Fast der ganze Tag war ausgefüllt mit der weiteren Routenplanung, da die Wetterdienste starken Wind und dementsprechenden Wellengang für die Durchquerung des grossen Belt voraussagte. Alle Risiken mussten abgewogen und dementsprechender Routenverlauf erwogen werden, wollen wir doch jedes Risiko mit der Dreihandfahrerei vermeiden.
Glück hatten wir, dass uns der Hafenmeister abends geholfen hat unsere Schmutztanks zu entleeren (absaugen) und den Dieseltank wieder zu füllen. Und gleich nochmals Glück, beim Ablegen von der Servicestelle hätte ich fast eine liegende Yacht gerammt, dank Bugruder und voller Kraft retour wenige Zentimeter am Heck der Yacht vorbei. Schweiß hat’s gekostet…… und einen Schnaps!Read more
Vejrø
Jul 21–24 in Denmark
☀️ 20 °C
21.07. Wieder in aller Früh Kaffee und Marmeldebrot und dann Leinen los. Wir haben Vejrø aus wellentaktischen Fahrtgründen als Ziel gewählt, denn es war wieder starker Wind und dementsprechender Wellengang angesagt. (Außerdem hatten wir einen Tipp von Thomas bekommen, sagt Uli) Und so war´s dann auch. Starke seitliche Welle hat alle unser Kräfte (Gleichgewichtsübungen) gefordert. Aufgrund der Wellenrichtung haben wir uns entschlossen, unsere Route weiter südlicher zu fahren, d.h. wir mussten von unserer eingeplanten Route, die wir in den Plotter eingegeben hatten (Uli sagt: nördlich von Omø), abweichen. Navigation aus dem Hosensack war nun gefragt. Mit Seekarte und Plotter haben wir den grossen Belt südlich der Insel Omø umfahren. D.h. wir sind damit in die Verkehrswege der Berufsschiffe gefahren, Wahrschau war angesagt. Doch wir sind nur zwei Tankern in großer Distanz begegnet. Auch die Flachwasser mussten umfahren werden. Unser Vorteil, die Wellen kamen nun von hinten und die Fahrt wurde etwas ruhiger. Ja wir sind stolz, dass uns die freihand Navigation so gut gelungen ist. In Vejrø angekommen fühlten wir uns echt glücklich. Und ja, auch die Insel ist ein Juwel. Ein kleiner Hafen mit 85 Liegeplätzen und ….. nur halb besetzt. Nicht nur das, die Insel ist pure Natur und menschenleer. Ein Unternehmer hat hier ein nachhaltiges Resort und Hafen gebaut, nicht nur luxuriös sondern gemütlich.. Vielleicht ein kleiner Fleck der Nichtnachhaltigkeit: es wird geworben, dass man auch mit dem resorteigenen Helikopter her fliegen kann. Sei ´s wie sei, wir genießen die Heiterkeit der Atmosphäre. Die Erwachsenen sitzen zusammen beim Grillen, die Kinder hüpfen spielend umher. Wir genießen dabei unser Bier mit dänischen Hackkügelchen und kalten Kartoffeln mit Remoulade überzogen, was hier als Kartoffelsalat verkauft wird.
22.07.Read more

TravelerIch lese immer noch mit großem Interesse eure Reiseberichte. Wirklich toll, was ihr da vollbringt.

Uli Schlör Ueli HafnerNaja, ohne gebrochenen Arm wäre es mir lieber, aber wir machen das Beste daraus … Herzlichen Dank für deine Begleitung 🙋🏼♀️🙋🏼♂️

TravelerAus der Ferne mitreisen und geniessen zu können ist einfach wunderschön - ich geniesse es!

Uli Schlör Ueli HafnerVielen Dank für deine (virtuelle) Begleitung ❣️🙋🏼♀️🙋🏼♂️
Gåbense
July 24 in Denmark
☁️ 20 °C
Nach früher Tagwache, Leinen los um 0715. Und wir hatten recht, der Wellengang war anfangs noch etwas hoch, doch die Wellen kamen von achtern und haben unsere Fahrt beschleunigt. Leider ließ uns die Sonne im Stich, Wolken Wolken Wolken, die aber ihre Wasserlast zurückhielten, doch kühl war´s dann halt. An Femø vorbei und schon kamen die Brücken, die den Stortstrøm zwischen Falster und Sjæland überqueren. Da fährt man drauf zu, und es will und will nicht werden, bis man diese erreicht. Und der Mit- und Gegenverkehr wird immer dichter, was manches Ausweichmanöver erforderte. Die eine Brücke mit einer sicher 200 Meter hohen Pylone, die andere mit hohen Pfeilern und Bögen, beide mit einer Durchfahrtshöhe von 26 Metern. Wunderwerke der Bautechnik. Im untiefen Wasser steuerten wir den Hafen an. Dank der telefonischen Begleitung durch die Hafenmeisterin, Jenne, fanden wir das enge Fahrwasser und konnten den liegenden Fangnetzen ausweichen. Sie war´s dann auch die uns im gemütlichen Häfelchen mit seinem hölzernen Clubhaus herzlich und hilfreich begrüßte. Was wunder, dass niemand, den wir vorher getroffen hatten, diesen Hafen kannte. Er ist wirklich unscheinbar, aber um so gemütlicher, auch wenn der erste Eindruck „etwas heruntergekommen“ war. Es muss ja nicht immer „Edel“ zu und her gehen, Einfachheit überzeugt, vor allem wenn man so herzlich empfangen wird. (Uli: Wir haben ein Stück „Hygge“ erlebt und der Liegeplatz kostet halb so viel wie im letzten Hafen :-))Read more

Traveler
Immer wieder tolle Bilder. Ich freue mich für euch, dass die Reise weiter gehen kann. Wenn auch nur drei-armig. ❤️🩹❤️👍
Rødvig
Jul 25–26 in Denmark
☁️ 21 °C
Text folgt morgen…. sind zu müde 😄
Aber jetzt:
Am Morgen früh los, bei unruhiger See, Wellengang um die 0,5 - 1 Meter. Doch die Fahrt verläuft flott und ohne grosse Zwischenfälle. Eigentlich wollten wir Kalvehavn ansteuern, das kurz nach der Brücke, die den Ulvsund überquert, liegt. Wir sind da schneller hingekommen als geplant und die Verhältnisse waren nicht schlecht, das wir uns entschlossen Rødvig anzusteuern. Doch dann hat sich die Sache erschwert: Das Steuern musste von Hand übernommen werden, da der Autopilot versagte, das Steuergerät hat den Geist aufgegeben. Wie sich später herausstellte, waren einfach die Batterien leer. Die händische Ruderführung hat dann Kräfte gekostet, da die Peilung aufgrund des Wellengangs und der Strömung schlecht zu halten war. Zudem war das Fahrwasser nicht nur schlangenartig durch die Untiefen angelegt und selbst nicht gerade tief (Uli sagt: Schwanenhals! ) gerade mal 1,5 - 2 Meter, so dass sich das üppige Seegras in der Schraube festsetzte und wir immer langsamer wurden. Bei der Einfahrt in die Rødviger-Bucht sehen wir schon von weit her lange weiße „Bebauungen“, falsch geraten, das sind die beginnenden Klippen, die als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet sind. Je nu, erreicht haben wir Rødvig dann doch. Trotz unserer Müdigkeit haben wir noch unsere Vorräte, und vor allem Brot und Milch, im nahen „Bugser“ (der Volg in Dänemark) einkaufen können. Nach dieser „Monstertour“ haben wir uns entschlossen, morgen, weil die Prognosen günstig lauteten, wiederum früh loszufahren und noch einmal eine solche nach Køge anzuhängen. Also früh zu Bett. Übrigens, das Seegras sind wir, durch starkes Retourfahren beim Anlegen, losgeworden, es war das einzige das im Hafen umherschwamm :-).Read more

Traveler
Eure Mützen, passen rein garnicht zu dem was wir hier im Süden erleben.🥵
Køge
Jul 26–29 in Denmark
☁️ 18 °C
26.07.
Wie berichtet nochmals früh los, denn eine Fahrt von rund 6 Stunden liegt vor uns. Die See ist so ruhig, fast wie wenn Flaute herrscht. Und dem ist auch so, der Windmesser meldet zeitweise Winde zwischen 0,2 - 1 Knoten. Unser Motor schnurrt und schnurrt. Vorbei geht es an dem Kliff von Klint, wunderbar was da die Gletscher der Urzeit hinterlassen haben, beeindruckend. Und Verkehr kam auf, alle wollten Richtung Kopenhagen oder Richtung Schweden. Sonntag, all die Wochenendsegler wollen nach Hause. Wir als etwas langsamere waren mit gehörig Ausschau halten beschäftigt! Leider setzte Nieselregen ein und die Sicht verschlechterte sich. Zudem zog eine Nebelbank auf, die sich aber nach Osten verzog. Mit ruhiger Fahrt steuerten wir Køge an, und fanden viele freie Liegeplätze, so wie der Törnführer voraus sagt, die Schweden müssen wieder zur Arbeit.
Ganze drei Minuten Fußmarsch haben uns zum Nachtessen ins Stacy Diners geführt. Eine Beiz, die sich den 50er Jahren in USA verschrieben hat. Am Gebäude sind seitlich je zwei halbe gelbe Schulbusse angebaut, die als Speiseraum dienen und innen stehen Oldtimer (früher Strassenkreuzer genannt) in denen jetzt Tische zum Essen montiert sind. Dazu dezente Rock´n Roll-Musik. Ganz Paris-Texas (Rosa von Praunheim). Herrlich haben der Burger und die Spareribbs gemundet.
27.07.
Ausgeschlafen, haben wir uns auf den Weg mit dem Bus zur Uni-Klinik gemacht. Die freundliche Anfrage, dass Uli die Fäden ziehen lassen will ist mit ebensolcher Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft entgegen genommen worden. Ja die Sache hatte Faden (der nun entfernt ist). Sieht gut aus!
Mit dem Bus ins Zentrum der Stadt. Auch hier gibts die Nikolai-Kirche. Sie wurde Ende des 14. Jhdt. errichtet und fand im 17. Jhdt. zur heutigen wuchtigen Backstein Gestalt. Im Innern finden sich Altar, Kanzel, und Gestühl in meisterhaft ausgefertigter Schnitzarbeit aus dem 16./17. Jhdt. Ein lohnender Besuch. Durstig und etwas hungrig in einem „Café“ platz genommen. Uli entdeckt auf dem Nachbartisch eine Häppchen-Teller, der sich Hygge-Teller nennt. So anmächelig, dass der gleich bestellt wird. In kleinen Schälchen Lachs, Schinken, Salami, Crevetten, Thunfisch, Brot und Butter. Mehr als ein Häppchen, einfach lecker lecker.
28.07.
Wir sind nochmals mit dem Bus zur Stadt gefahren. Übrigens es gibt da eine App ähnlich der SBB-App. Nach Hinterlegen der Daten, steigt man einfach in den ÖV, gleich welcher Art, checkt sich ein und aus, und damit ist die Fahrt bezahlt (Wisch und weg). Wir wollten unbedingt zum Frisör, den gestern haben wir festgestellt, dass in der Hauptstraße zum Marktplatz jedes dritte Geschäft ein Frisör ist. Da kann man einfach Platz nehmen und kommt gleich dran. Trotzdem, in jedem Geschäft sah man wartende Leute, so das ich mich frage, ob die Køgener und Køgenerinnen das Haareschneiden zu ihrem Hobby machen. Wir bekamen unsere windschnittigen Frisuren zum Seniorentarif verpasst. Ein Bummel durch die Altstadt lohnt schon, den es zeigen sich viele alte Fachwerkhäuser und schmucke Gässchen.
Morgen geht´s nun in aller Früh los auf unsere letzte 26 Meilen-Etappe nach Københavne, Kopenhagen wir kommen!Read more
Kopenhagen
Jul 29 – Aug 1 in Denmark
☁️ 24 °C
Die letzte Törnetappe hierher konnten wir bei ruhiger See und bei schönstem Wetter fahren. Waren wir zu Beginn fast alleine auf weiter Flur, nahm der Verkehr in Richtung Kopenhagen und von dort herkommend massiv zu. Erstmals sind wir wieder, wie auf dem Rhein, grossen Schiffen begegnet, das hat uns wiedermal gezeigt, wie ein kleines Böötle wir doch sind. Gleichzeitig wurden wir auch lärmend überflogen, verlief doch das Fahrwasser, übrigens gut betont, genau im 90 Grad-Winkel zur Anflugschneise des Flughafens Kastrup. Ja, man nähert sich einer Großstadt. Kopenhagen ist ungefähr so gross wie die Agglomeration Zürich, rund eine Million Menschen leben hier, ein Sechstel der dänischen Bevölkerung. Sehr hilfreiche Hände und ein gutmeinender Hafenmeister haben uns hier empfangen, und uns einen Liegeplatz zugewiesen, der ruhig, nicht nur im Sinne der Winde, sondern auch des nahen Fluglärms, ist.
Mittlerweile sind wir am Erkunden der Stadt mit all den berühmten und weniger berühmten Schauplätzen. Die kleine Meerjungfrau, die Oper, Amalienborg, Christiania, die Kehrichtverbrennungsanlage mit ihrem hohen Turm der mit Gras-Skipiste und Skilift, einer 80 Meter hohen Kletterwand und wunderbarer Architektur imponiert und und und…..
Wir haben die leckeren Smörrebröd kennen gelernt. Nebst süßen Köstlichkeiten sind diese üppig belegten Brote unsere Verpflegung geworden. So schmackhaft, so verführerisch, so motivierend zu viel zu essen……..
Vieles gäbe es nun noch zu berichten, denke aber, ich will den Reiseführern keine Konkurrenz machen. Wir wollen hier ja auch etwas zur Ruhe kommen, nachdem wir an die 1200 km Flussfahrt und 431 sm (ungefähr 800 km) auf See hinter uns gelassen haben. (Uli sagt: außerdem 103 Tage und 220 Motorstunden)
Natürlich steht nun auch an, was wir bis jetzt nur immer andiskutiert haben, die möglichen Varianten der Heimreise zu planen.
Damit schließen wir unsere Berichterstattung und danken allen, die uns mit Interesse, Wohlwollen und nützlichen Tipps unterstützt haben.
(Uli sagt auch vielen, vielen Dank für euer Interesse, eure virtuelle Begleitung und Unterstützung :-))Read more

TravelerSali zäme, herzlichen Dank für eure interessante Berichterstattung. Ich werde den Pinguin vermissen, aber vielleicht überlegt er es sich nochmals, die Berichterstattung teilweise wieder aufzunehmen. Denn auch eure Rückreise wird spannend sein. Ich wünsche euch in jedem Fall alles Gute und eine schöne Rückreise.😀😀😀😀

Herzlichen Glückwunsch, wir sind sehr,sehr stolz auf Euch, das Ihr die Reise so toll gemeistert habt. Danke auch für die vielen wunderschönen Berichte. Habt eine schöne Zeit. [Jutta u.Fritz]
Epilog
August 15 in Denmark
⛅ 24 °C
Nach unserer erlebnisreichen Reise hängen wir in Kopenhagen. Eine Stadt, die es zu besuchen lohnt. Sei ´s die Amalienborg, sei es die Marmorkirche, seien es die grossen Plätze, alles mit beindruckenden Gebäude und deren teils einfach strukturierten Fassaden, dann wieder voller prunkvoller Verzierungen. Doch mehr haben es mir die Kanäle, an deren Ufer sich zahlreiche Cafés, Beizen und Speiselokale wie an einer Perlenschnur aufreihen, belebt von Touris (natürlich) aber auch den lebensfrohen Dänen, angetan. Überall fröhliche Gesichter und Geplapper und netten, hilfreichen Unterhalter. Ja und dann gibts da noch die moderne Oper (leider keine Aufführungen im Sommer), die Pärke mit ihren Skulpturen, wie dann eben auch die Meerjungfrau. Ja, ich glaub das Dänische Design wurde erst im letzte. Jahrhundert entwickelt und steht in starken Gegensatz zu den älteren Bau- und Formideen. Es wurde stark von Jakobson dem Carlsbergbrauer gesponsert, ein wahrer Mäzen. Wahrlich keine Schnaps- sondern Bierideen, die imponieren. Alles zu betrachten im Architektur- und Designmuseum.
Dennoch hier findet unser Abenteuer ein Ende. Wir haben einfach genug von Wind, Wellen und Anstrengung. So haben wir nun beschlossen, unser Boot hier abholen zu lassen und wieder an den Bodensee zu transportieren. Eine recht aufwändige Planung und Organisation. Und wieder sind es Geli und Manne, die uns zu Hilfe eilen. So werden wir in einer Woche zum Heimflug starten.
Wir sagen allen unseren Begleitern „Danke vielmals“ für all ihre Kommentare, Hilfen und Mutmacherli und schließen damit unsere Berichterstattung.Read more



























































































































































































































































































































































































Traveler
Endlich wieder ein Segelboot 😊👍
Uli Schlör Ueli Hafner⛵️