• Guido Luterbach
  • Guido Luterbach

Luzern Rom auf dem Pilgerweg

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  • Fidenza

    19 Mei 2025, Italia ⋅ ⛅ 24 °C

    Nach einem einfachen Frühstück gehen wir mal wieder etwas später los. Es soll eine kurze Wegstrecke nach Fidenza sein.
    Leider geht es auch heute wieder auf asphaltierten Strassen weiter, aber mit deutlich weniger Verkehr als gestern. Die Etappe hat bis auf das alte und verlassene Kloster Chiaravalle della Colomba nicht viel zu bieten. Bereits um 13:00 Uhr erreichen wir Fidenza. In der Stadt angekommen suchen wir unser Hotel und können glücklicherweise bereits unser Zimmer beziehen.
    Nach kurzer Erfrischung suchen wir ein Lokal für einen kleinen Mittagsimbiss und bekommen bei einer adretten Signora ein Toastsandwich mit einer Cola. Auf der Toilette hat sie etwa acht handgeschriebene A4-Infoblätter befestigt, was du nicht darfst und wie du dich zu verhalten hast.
    Da es am frühen Nachmittag ist, ist das Innenstädtchen sehr ruhig. Zu sehen gibt es in Fidenza eigentlich nur Kirchen, den Marktplatz sowie das eine oder andere Denkmal.
    Bis auf den alten Dom, der leider innen eingerüstet ist, sind die anderen Kirchen nichts Apartes.
    Die Eingangsportale des Doms sind sehr schön, reich verziert im romanischen Stil.
    Danach schlendern wir einfach der Nase nach herum und warten, bis das Touristenbüro wieder öffnet. Die junge Frau spricht gut Deutsch und hilft uns, eine Unterkunft vorzureservieren, was uns sehr erleichtert. Telefonische Reservierungen auf Italienisch sind für uns doch recht schwierig.
    Dann geht es zum Einkauf der Zwischenverpflegung für den morgigen Tag. Es gilt, Wasser und eine Zwischenverpflegung dabei zu haben.
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  • Medesano Agriturismo La Valle del Re

    20 Mei 2025, Italia ⋅ 🌧 19 °C

    Mit bewölktem Himmel und einem spartanischen, süssen italienischen Frühstück im Magen haben wir Fidenza verlassen. Die wohl 90-jährige Besitzerin des Hotels ist uns noch mit der Quittung nachgelaufen, welche wir dann hinter der nächsten Ecke in einem Abfalleimer entsorgt haben. Die Landschaft hat sich gegenüber den Vortagen verändert, sie wird hügeliger. Auch die Wanderwegsituation mit einigen grünen Feldwegen hat sich verbessert. Unsere Beine danken es, denn andere Muskeln kommen wieder einmal zum Einsatz. Auch unsere etwas gedämpfte Stimmung am Ende der Poebene hebt sich mit jedem Hügel und Feldweg.
    Die Landschaft könnte bei uns im Mittelland sein, wären da nicht die italienischen Häuser.
    Das Wetter mit bewölkten Abschnitten und dann wieder sonnigem Himmel, begleitet von kühleren Winden, verbessert ebenfalls unsere Laune und Befindlichkeit.
    In Costamezzana werden wir von einer Geschichtslehrerin freudig in der Dorfbeiz begrüsst und gebeten, uns ihren Schülern als Pilger vorstellen zu dürfen. Sie haben das Thema Pilgern aktuell beim Wirt in der Trattoria behandelt, welcher im Mittelalterkostüm (Kreuzritter) den Kindern eifrig Pilgerstempel verteilte. Wir werden beklatscht und verabschieden uns mit viel Händewinken.
    Zwischenzeitlich treffen wir auf immer mehr Pilger. Sie kommen aus England, Tschechien, Italien und sogar von der Westschweiz. Man erkennt sich an den Rucksäcken. Man fragt sich gegenseitig aus, woher man kommt und wohin man geht, verabschiedet sich aber bald wieder und jeder geht in seinem eigenen Tempo weiter.
    Wir sind früh in Medesano angekommen und vertreiben uns die Zeit noch in der Dorfbar. Unsere Ankunft im Agritourisme haben wir erst auf 15:00 Uhr angemeldet. Am Himmel braut sich ein Gewitter zusammen und erwischt uns noch auf dem kurzen Weg zur Unterkunft, die etwas ausserhalb des Dorfes liegt.
    Nach dem Nachtessen gefragt, zeigt sich wieder ein Problem. Im Dorf hat am Dienstag nichts offen. Die Lokale, die geöffnet haben, sind ohne Auto zu weit weg, und das Agritourisme bietet für den heutigen Abend kein Abendessen an — verflixt!
    Also wird ein Pizzaservice gesucht. Bereits gestern mussten wir in Fidenza ein Restaurant finden, das am Sonntagabend noch offen hatte. Was ist da los? Die Vermieterin holt freundlicherweise bei der Pizzeria unser Essen ab. Der Abend ist gerettet.
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  • Bardone

    21 Mei 2025, Italia ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute Morgen haben uns die Gastgeber ein reichhaltiges Frühstück, mit ihrem eigenen produzierten Parmigiano aus Medesano, aufgetischt. Etwas später als gewohnt starten wir unsere Etappe. Zuerst geht es hoch auf einen Hügelkamm, wo die etwas „Besseren“ ihre gepflegten Anwesen haben. Dann wieder runter nach Felegara, an der Kirche vorbei, hin zum Fluss. Ein schöner, bewaldeter Weg führt uns dann entlang des Flusses Taro bis nach Ramiola, wo wir diesen überqueren. Das kiesige Flussbett ist sehr breit und führt aktuell wenig Wasser. Überall liegt Schwemmholz im Kiesbett. Auf der anderen Flussseite liegt ein schönes, grösseres Städtchen, Fornovo di Taro, wo wir den obligaten Kaffeehalt einlegen. Der Kirchenbesuch durfte natürlich nicht fehlen. Es ist eine schlichte Kirche mit Holzdach und mit schönen Steinbögen aussen.
    Durch das Städtchen gelangen wir über eine tremolamässige, steil nach oben führende Strasse ins Umland. Oben angekommen geht es dann schnurstracks wieder in einer Steilrampe nach unten. Das kennen wir doch.
    Die nachfolgende etwa 10 km lange Strecke steigt leicht, aber stetig an bis kurz vor Bardone, wo wir nochmals einige Höhenmeter zu bewältigen haben. Leider war der Weg ab dem Fluss Taro wieder alles auf asphaltierten Strassen und Nebenstrassen mit einigem Verkehr.
    Im BnB macht nach unserer Ankunft in Bardone um 14:00 Uhr noch keiner auf, also setzen wir uns in den Garten vor der Kirche. Eine Bar oder ein Restaurant gibt es in diesem kleinen, aber schönen Bergnest nicht. Zum guten Glück haben wir das Nachtessen für heute mitgebucht.
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