• 28.11. OSAKA - vielstöckige Konsumtempel

    28 November 2025, Jepun ⋅ ☁️ 15 °C

    Vielleicht nicht direkt VOM, ganz sicher aber MIT dem Knurren meines eigenen Magens bin ich heute aufgewacht. Sehr gut geschlafen -mit Ohrstöpseln, aber nach nochmal 50 Minuten "Ausmüden" (ich mag das Wort!) und Handydaddeln sollte ich JETZT dringend von der Schlaf- in die Duschkabine wechseln... :-) Inzwischen bin ich über den "Powder-Room" (6 Plätze an perfekt ausgestatteten großen Schminktischen mit Gesichtsmilch, Wattestäbchen, Kosmetiktüchlein, Fön...) an die Mini- Frühstückstische gelangt. Auch hier ist alles genau durchorganisiert: Jede hilft sich selbst mit Toastbrot (plus Toaster), Getränken aller Art (+Eiswürfeln, wer möchte), Suppe aus der Tasse (trinken, da kein Löffel). Das Toastbrot bestreicht sich frau mit einem schmalen Holzstäbchen mit Margarine und Erdbeermarmelade. Am Ende wird alles Plastik, Holzstäbchen und Papier entsorgt und frau stellt die Porzellantassen und Holztabletts ab... Wenn Europäer hier was lernen können , vielmehr WOLLTEN, wäre das, den Alltag mit minimalem Aufwand an Zeit, Energie und Zwischenfällen und mit maximaler Zeitersparnis höflich und unfallfrei zu gestalten. Anderes Beispiel: Die riesigen Menschenmengen, die gestern Abend in die beiden einzigen Aufzüge des Umeda Sky Buildings hinein und heraus wollten, wurden von zwei MitarbeiterInnen höflich, aber bestimmt in 4er Reihen aufgestellt. Und dann unter vielen "Bitte" und "Danke" in der passenden Anzahl zu nd so rasch wie möglich in die Aufzugskabinen geleitet. Überall gilt : zuerst ALLE aussteigen lassen vor jedem Einsteigen. Die Ein- und Aus-Pfade sind an Bahnen und Bussen, selbst auf Treppen strikt getrennt. CHAOS, selbst unabsichtliche Rempeleien oder gar laute Dispute finden nicht statt, sind vielmehr verpönt und werden mit aller Kraft verhindert! NEAPEL, Athen, Delhi... - hier UNVORSTELLBAR chaotische Zustände! Schöne neue Welt - willkommen in der Zukunft! Selbst in der Metro sind überall Schilder, die Rennen verbieten. ABER: Osaka gilt als die "hemdsärmeligste" Stadt Japans - mit viel Feiern und Nachtleben und etwas raueren Sitten. Tatsächlich habe ich hier in Osaka erstmals (von Joggern abgesehen!) RARNNENDE Menschen gesehen: einen jungen Mann auf einer Brücke, eine Frau auf den Zug und über 20 Kinder im Park -die allerdings geordnet hintereinander und hinter ihren Lehrern her rannten. HIER überquerte sogar auch mal jemand bei ROT eine autofreie Straße, hihi! ;-) Ich hab es heute sehr genossen, vom Kapselhotel bis zum Kongresshotel zu Fuß zu gehen und den Trolley hinter mir her zu ziehen. Es war sonnig, ich hab Gruppen spielender Kleinkinder im Park beobachtet, interessante moderne Hoch-Bauten fotografiert... und musste vielen Radfahrern ausweichen. ICH sah erstmals gefüllte Müllsäcke auf den sonst sauberen Straßen - vermutlich zur Abholung auf die Straße gestellt. Und ich bin dabei zufällig an gleich zwei von außen sehr modernen Kunstmuseen vorbei gekommen. Beim einen hab ich im angegliederten Designshop drei Sachen gekauft: zwei ganz leichte dänische HAY-Waschbeutel und eine japanisch designte PET- Wasserflasche. Es musste am Ende mindestens 30 Euro kosten, damit ich die Mehrwertsteuer (10 Prozent) als Ausländer schon beim Kauf erstattet bekomme. (TAX REFUND) Dadurch entspann sich ein nettes Gespräch mit den maskierten Verkäuferinnen. Ich fragte sie, warum etwa die Hälfte der Japaner immer Masken tragen. Sie gaben im Grunde zu, selbst keinen triftigen Grund für das Tragen zu haben: Ja, sie wollen Erkältungen vermeiden, aber es ist auch schön warm und man braucht sich nicht so viel zu schminken... ;-) Aber sie nahmen ihre Masken dann spontan von sich aus ab, um mir ihre Gesichter zu zeigen. Als ich vorschlug, sie könnten den Black Friday heute doch ausnahmsweise zum "maskenfreien Tag" machen, fanden sie das lustig. Sie lachten und ließen die Masken auch wirklich weg. (Später auf dem Weg zur Toilette sah ich nämlich eine der beiden OHNE Maske). Danach wechselte ich aber gleich ins "National Museum of Modern Art" nebenan und bin dort auch gut 2 Stunden umsonst (weil über 65 Jahre alt, hihi) drin geblieben. Das war wieder einmal schön und entspannend! Dann weiter zu meinem Seminarhotel, um den Trolley dort zu deponieren. Ich staunte, dass es direkt um die Ecke des Umeda Sky-Buildings war. Weil ich diese Ecke von gestern schon ein bisschen kannte, konnte ich die an der Rezeption erfragten Tipps auch leichter nachvollziehen und umsetzen. Zum Beispiel fand ich problemlos die unterirdische Fressmeile direkt unter dem Weihnachtsmarkt von gestern: ich ging dorthin, wo " Reis mit Gemüse" stand- aß dann aber er doch Tempura mit HÜHNCHEN, weil die Speisekarte offenbar nichts ganz ohne Fleisch enthielt. Es schmeckte aber gut und so hatte ich wieder mal etwas mehr Proteine... Erst auf dem Weg nach oben entdeckte ich durch einen Vorhangspalt gleich nebenan eine Okonomyaki- Herdplatte. Ach ja - wie dumm von mir! DAS wollte ich doch in Osaka unbedingt essen!!! Auch, um einen Vergleich zu haben zu denen in Hiroshima... Ich beschloss abends nochmal her zu kommen, was ich auch tat. Abends "brummte" der kleine Eckladen: viele junge Leute, viele Wartende und eine lustige Stimmung. Diesmal entschied ich mich - weil es auch kein rein vegetarisches Okonomyaki auf der Karte gab für "Seafood" - war lecker!) Aber zuvor kam der gefürchtete Programmpunkt "Shopping"! Denn: Ich WOLLTE heute ja ausnahmsweise mal SHOPPEN gehen - einen Tag vor dem Rückflug. Z.B. zur Klamottenkette "Muji(rushi"), was mir Nami als gute Alternative zu Uniqlo beschrieben hatte. Nach langem Rumfragen fand ich eine kleine Muji- Abteilung in einem der Türme im 8. Stock. Im Internet war diese Filiale -nach ihrem Umzug hierher - von Kunden allerdings schlecht bewertet worden. Ich musste zustimmen: unfreundliche Verkäuferinnen und ganz wenig Auswahl. Nichts für mich dabei. Außerdem machte mich die MÜHSAME, zeitraubende Sucherei in diesem OFFENSIV WEIHNACHTLICH leuchtenden und tönenden Labyrinth echt fertig: Weihnachts- Kaufhausmusik, ein Laden geht nahtlos über in den nächsten... Keine Ahnung, wie ich hier irgendwas Passendes und danach wieder HINAUS finden sollte. Die drei Türme des Bahnhofes Umeda -ganz ähnlich am zweiten hiesigen Riesen- Bahnhof Namba - sind die "Grand Front Osaka". Auf ca 10 Stockwerken (siehe erstes Foto) eine Ladenkette an der anderen - verbunden durch Rolltreppen, Flure, Brücken. EINMAL drinnen, war ich trotz bzw wegen des wild gewordenen Googlemaps- Zeigers (der drehte sich quasi im Kreis) verloren. Wie schon öfters halfen mir wieder Leute, in dem sie mich jeweils ein Stück begleiteten. Am Ende fand ich dann doch ein paar günstige und schöne Sachen für mich und Baby Lumi bei UNIQLO. Und am Schluss noch Matcha- Teepulver etc. in der Feinkostabteilung zum Mitbringen daheim. Abends erholte ich mich im - hier wirklich luxuriösen- "Onsen" in meinem Seminarhotel - MIT normaler 90grad Sauna!Baca lagi