• 27.11. Zum "Kapselhotel" in Osaka

    27. november 2025, Japan ⋅ ☀️ 16 °C

    Der Vormittag verging mit Frühstücken und Packen bis halb 10, Rückgabe des Audioguides in der Touristeninformation und der Rückfahrt - diesmal ja nur noch bis Osaka. Im Bus zur Zahnradbahn- Station musste ich leider feststellen, dass ich die besagte, vorgestern erst frisch aufgeladene IOCU- Bezahlkarte nicht mehr hatte. Auch das komplette Durchsuchen meines Gepäcks an der Cablecar- Station blieb erfolglos: Mist! Also neue Tickets gekauft und versucht, den Ärger runterzuschlucken. Es geht gar nicht mal um die etwa 20 verlorenen Euro- ich rege mich dabei vor allem über meine mangelnde Achtsamkeit auf. Obwohl ich alles in kleinen Beutelchen an mir festgebunden habe, muss ich eben NACH Gebrauch sämtliche Karten, Geldscheine und Tickets wieder langsam und sorgsam!!! genau DORT wieder verstauen. Was nach raschen Umsteige- und Bezahlaktionen wie dem vorgestrigen Umsteigemarathon leider nicht immer geschieht... Das Fehlen von -egal welchen - "personal belongings" treibt meinen Blutdruck jeweils voll nach oben und meine Laune nach unten. Okay, es sind jetzt nur noch knapp 3 Tage- das sollte ich schaffen!///CUT: Gerade eben habe ich den Vorhang von meiner Kapselkoje zugezogen. Eigentlich recht gemütlich - mit gutem Licht und WLAN, Strom etc.Ich bin halt oben, d.h. muss immer das Leiterle am Bett hochklettern. (Gut, dass ich Yoga- beweglich bin!) Die Maße sind etwa 1,40 m Breite und 2,10 m Länge. Höhe so, dass man gerade aufrecht drin sitzen kann. Der Vorhang ist lichtdicht, rattert aber etwas beim Auf- und Zuziehen. Hoffe, dass ich damit die bis zu 19 anderen Damen hier im Frauenzimmer nachts nicht aufwecke. Sonst kriech ich halt drunter durch... Laut ist nur die eigene Lüftung IN der Kabine. Die kann ich aber selber an- und ausschalten. Bisher höre ich andere noch öfters husten und rumlaufen. Aber es ist ja auch erst 22.40 h. Sonst ist das Kapselprinzip super organisiert. Meinen Trolley hab ich schon heute Mittag vor zwei hier untergestellt.Abends beim Einchecken (geht bis 0 Uhr) bekam ich 2 Schlüssel - einen für die Schuh-Locker am Haupteingang. (Genau wie in anderen Hostels oder im Tempel müssen Outdoor- Schuhe komplett draußen bleiben.) Den 2. Schlüssel für meinen Safe. Für die 25 € bekomme ich außerdem 1 großes und 1 kleines Handtuch, Badematte, Schlappen, 2 Chipkarten fürs 4. Stockwerk (AUFZUG) mit Duschen und Klos. Und für einen Makeup- Raum im 2. Stock. Schlüssel und Chipkarten sind fest miteinander verbunden - für mich ein Segen! Ja, und Frühstück gibt's morgen früh auch im schmalen Eingangsflurflur im EG- das ist inbegriffen. Alles ist picobello sauber und warm. Jetzt bin ich bloß gespannt, wie ich hier drin schlafe... Hab eigentlich noch etwas Hunger, aber da muss ich jetzt durch. Gestern gab's ja mehr als genug.
    Kurz noch, was heute Nachmittag geschah: Zuerst war ich komplett überfordert von den vollen Bahnhöfen mit mehreren Levels. Ich hab irgendwann einfach in einem unterirdischen Shop (das ist wie in einer riesigen Mall hier) gefragt, WIE ich aus der Station RAUS komme- also an die Luft und hoch zur Straße. Ohne mich in den labyrinthartigen unterirdischen Stockwerken zu verfransen! Ein netter Herr hat mich via Aufzug raus begleitet, d.h. ans Tageslicht geführt! Bei der Gepäckabgabe mittags hier im Hostel hab ich den Angestellten direkt nach einem netten Café hier in der Nähe gefragt und bin so im Cafè "Flore Danice" gelandet, das von zwei Damen geführt wird. Die haben mir frische Spaghetti vongole und einen gemixten Fruchtsaft zubereitet. War sehr nett mit langem thekenartigen Tisch und alter Jazzmusik. Bissle wie in Wim Wenders " PERFECT DAYS" in seiner "Sonntagskneipe". Später kam ein älterer, distinguierter Herr im Anzug an einen Tisch. Der hat sich zu seinem Kaffee direkt IM Cafè eine Zigarette angezündet. DAS hab ich ja in Japan bisher noch nirgends erlebt! Jedenfalls fühlte ich mich danach für die nächste Metrofahrt zum UMEDA Sky Building gerüstet. Wo ich vier schöne Programmpunkte innerhalb von 5 vollen Stunden dort hatte:
    1.) KUNSTMUSEUM im 27. Stockwerk des Westturmes. Nur über das Werk von Koji Kinutani, eines sehr bekannten zeitgenössischen japanischen Künstlers. KinutanisSeine Werke waren mir meistens etwas zu bunt und sein Stil etwas zu fantasy - comichaft. Das über booking.com zuhause vorgebuchte Ticket fürs Observationsdeck im 40sten und 41.sten Stockwerk des Ostturms schloss auch den Eintritt in dieses Museum ein: MIT 3 D-Filmen und VR- Präsentation des Künstlers selbst. VR-Brillen mag ich ja ganz besonders! Hat aber außer mir keiner genützt, weil man das beim "staff" extra anfordern musste.
    2.) Angrenzendes MUSEUMSCAFÉ - mit großartigem Ausblick aus riesigen Fensterfronten über die Stadt bei Sonnenuntergang: Ganz herrlich!
    Dort einen kleinen Becher Kürbissuppe und ein kipferlgroßes "Calzone- Hörnchen" bestellt. Beides sehr günstig und lecker, aber halt eher ein Mini- Snack, d.h. nicht wirklich ein Abendessen.
    3.) Offizielle AUSSICHTSPLATTFORM oben auf dem Dach des Ostturmes:
    Dort erstmal ins 40. Stockwerk gelotst worden - siehe morgiger Eintrag, wo ich das WIE beschreibe- in Viererketten geduldig anstehen vor dem Aufzug. DABEI landete ich neben einem Berliner Ehepaar mit erwachsenem Sohn, die im Aquarium einen großen Kuschel-Walhai gewonnen und den deshalb hier dabei hatten. Die waren -immer zu dritt - drei Wochen NUR in den 3 Städten Tokyo. Kyoto, Osaka. (Hilfe, dachte ich, DAS Programn wäre mir zu anstrengend gewesen!) Vom 40sten Stock im Christmas-Dekowahn (siehe mein Xmas-Selfie) kam ich endlich über eine Treppe auf das nun nächtlich-dunkle Außendeck, wo ich einen 360grad-Blick auf die leuchtende Stadt genoss.
    4.) KINO im 2. Stockwerk:
    Ich wusste nicht recht, was ich abends hier in Osaka machen sollte, weil ich den Abend ja nicht unbedingt in der engen Kapselkoje verbringen wollte.
    Als ich beim Hinweg das "Umeda - Theater" genannte Kino unten im Ostturm entdeckte, erkundigte ich mich dort gleich nach den englischen Filmen. (Schade, der John Lennon-Film läuft erst ab 5.12. ) Aber heute um 18.45 Uhr gab es einen Schwarz-Weiß-Film über einen anderen Musiker: "Chet Baker"- ein Dokumentarfilm von 1988 über und vor allem MIT dem früh gealterten Jazz- Trompeter-und Sänger aus den 50er und 60er Jahren. Der dann schon kurz nach diesem Filmportrait 58jährig an den Folgen seines jahrelangen Drogen- und Alkoholkonsums starb. Ich fand den Film etwas zu langatmig, aber die Musik toll - siehe den Videoausschnitt hier.
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