29.11. Von Osaka nach Tokyo-Haneda
January 5 in Germany ⋅ 🌙 -7 °C
Ich habe erst heute (am 5. Januar 2026 daheim) festgestellt, dass es für den 29.11. noch keinen Eintrag gab. Start im Seminarhotel in OSAKA: Das Frühstück und der Frühstücksraum im Nebengebäude waren trostlos - die 1000 YEN dafür völlig überbezahlt. Schön in diesem Seminarhotel waren vor allem der hauseigene ONSEN und mein komfortables Zimmer.
Ich wurde kurz nach 10 Uhr vom Seminarhotel mit einem Shuttlebus zusammen mit anderen Gästen zum Bahnhof Umeda gebracht und musste nun erstmal zum SHIN OSAKA-Bahnhof - also zu dem einzigen Bahnhof, von dem aus SHINkansen abfahren. Wenn mich nun meine Erinnerung nicht trügt, hatte ich inzwischen alle Hemmungen verloren, was die Beschränkungen des JR Passes anging. Also nahm ich den nächsten Zug nach Tokyo und das war wieder einer der mir nicht erlaubten NOZOMI- Schnellzüge. Seis drum! Hier beobachtete ich erstmals Reisende, die wirklich IM Zug eine BENTO-Box aßen. Mit Stäbchen und Genuß. Ich selbst hatte mir bisher keine dieser international so bekannten "Proviantboxen" gekauft. Das Angebot in den Bentoboxen sind diverse gekochte kalte Speisen - äußerst fleischlastig. Bisher hatte ich noch an keinem Bahnhof direkt auf dem Bahnsteig überhaupt Essbares wahrgenommen - und schon gar nicht in dieser Vielfalt wie hier. <<Apropos Klischee-Nahrungsmittel: Auf dieser Reise habe ich auch nie Sushi zu mir genommen. Die in Deutschland üblichen Sushi-Rollen im Algenmantel hab ich nirgends gesehen. Das heißt nichts, weil ich ja nie gezielt nach Sushi-Restaurants gesucht oder gar eines besucht hatte. Aber gelesen und gehört hatte ich, dass "Sushi" in Japan eigentlich nur bedeutet: spezieller, mit Essig gewürzter Reis mit einer Scheibe rohem Fisch obendrauf. Die bei uns bekannten Sushi-Rollen seien eine amerikanische Erfindung. >> Dieser letzte Tag in Japan war leider - weil ich ihn auch nicht entsprechend vorgeplant hatte - ohne kulturelle Highlights. So ganz ohne persönliche "Challenges" verlief er jedoch nicht...Ich war froh, als ich endlich mit meinem gesamten Gepäck an der "Tokyo Station" gelandet war. Nami hatte erwähnt, dass der "Bahnhof Tokyo" ein besonders schöner alter sei, so dass ich versuchte, ihn von außen zu betrachten. Was ICH sah, war aber nur ein moderner riesiger Komplex ohne jeden Charme. Entweder war ich nicht am richtigen Bahnhof oder auf der falschen Seite. Ich wollte hier nochmal in einen 100 YEN-Laden - dem Pendant zu unseren 1 Euro-Shops. In mehreren Japan-Reisebüchern werden diese Shops als witzige und günstigste Möglichkeit angepriesen, Last-Minute-Souvenirs zu kaufen. Aber ich war mitten im Rush-hour-Gewühl Tokyos und durch Gepäck behindert. Und hatte nur noch gute 2 Stunden Zeit bevor ich in mein Flughafenhotel musste bzw. wollte. Zu wenig Zeit für ein Museum oder ein anderes Ziel, zu dem ich erst einmal hätte hinfahren und es dann noch finden müssen... Also folgte ich zu Fuß googlemaps, das mich in ein ebenso volles mehrstöckiges Einkaufszentrum leitete wie ich es vom gestrigen Shopping in den monströsen Ladentürmen Osakas her kannte. Hilfe! Wieder mal zwei riesige volle Stockwerke UNIQLO, die aber auch nicht mehr Babysachen hatten als in Osaka. Schade! Der 100 YEN-Shop im 8. Obergeschoss machte deutlich mehr Spaß, weil alles hier supergünstig war (100 YEN sind nur etwa 70 Cent) und es gab hier wirklich Sachen, die ich GAR nicht kannte. Es dauerte wieder sehr lange, bis ich einiges mit der Translator-App fotografiert und übersetzt, ausgewählt und schließlich alle 22 Objekte auch bezahlt hatte. Lange Schlangen vor den Selbstbezahl-Kassen. Ich hatte weder etwas gegessen noch getrunken und wollte nur noch ins Hotel.
Auf dem Weg dorthin geschah aber tatsächlich noch etwas, das meinen Blutdruck extrem in die Höhe trieb. Ich wollte in einen der Nahverkehrszüge vom Typ METRO einsteigen, war aber nicht sicher, ob dieser hier zum gesuchten Bahnhof fuhr. Die Türen standen noch offen und ich beugte mich vor und fragte einen Herrn drinnen. Der nickte und winkte mich herein. Also wuchtete ich meinen Trolley hoch, aber nun schlossen sich die Türen und quetschten mich ein! Ich konnte mich irgendwie befreien und sie öffneten sich wieder ein kleines Stück. Weil mich jetzt sogar zwei Herren herein winkten, folgte ich reflexhaft - probierte es also irrwitziger Weise ein zweites Mal! Ich wurde aber wieder und diesmal noch stärker eingequetscht. Nun kam ich nur noch mit größter Mühe zwischen den Türen raus. Ich war schrecklich erschrocken, weil ich deutlich spürte, dass hier Mensch gegen Maschine keine Chance hatte! Ich wartete also zitternd auf die nächste Bahn. Am Ende gab es nur noch einen "Panorama"-Zug bis zum Ziel: der MONORAIL, der auf EINER einzigen Schiene in 20 - 30 m-Höhe über den Straßen und direkt zum Flughafen fährt. Die Sitzbänke in der Mitte der Abteile sind nach außen hin ausgerichtet, so dass man frontal durch die bodentiefen Fenster schauen kann. Es war zunächst sehr voll, weil viele Fahrgäste zu einem Pferderennen fuhren, das bald beginnen sollte. Aber als alle Pferderennen-Fans ausgestiegen waren, konnte ich die letzten Stationen beinahe entspannt absolvieren. ("Genießen" träfe es nicht ganz, denn der Schreck saß mir doch noch in den Knochen.)
Auch das Finden des Flughafenhotels ganz jotwede und im Dunkeln war recht mühsam, da es im Abstand von ca 1 km zwei gleichnamige Flughafen-Hotels gab: Beide hießen KEIKO EX INN. Was für ein Irrsinn! Natürlich war ich zunächst auf der falschen Seite der Station ausgestiegen und trottete nun ziemlich erschöpft mit meinem Gepäck eine befahrene Straße entlang ohne erkennen zu können, wo und wie ich die Gleise dazwischen überqueren sollte. Wie so oft halfen mir zwei jüngere Frauen mit ihrem Handy das Rätsel zu lösen: Mein KEIKO EX INN lag in der so genannten "Innovation City" auf der gegenüberliegenden Seite des riesigen Geländes. Also zurück auf LOS: den ganzen Weg retour zur Station, unten durch und dann zu Fuß in die Gegenrichtung... Das Hotel war gespenstisch, weil geschlossene Türen. Der ganze Eincheckprozess sollte automatengesteuert ablaufen. Mit Pass einscannen, QR-Code des Buchungsformulars etc., aber daran scheiterte ich in meinem aufgeregten Zustand natürlich. Irgendwie schaffte ich es, dass sich lebendige Menschen meiner annahmen. Mittels Codes und Karten gelangte ich über diverse Gänge und Aufzüge ins richtige Stockwerk und Zimmer. Zum Essen musste ich wieder nach draußen und ein Restaurant finden, das überhaupt geöffnet hatte. Nach einem teuren Fish and Chipsteller mit Salat und Bier ging es mir schon deutlich besser. Und wie so oft war auch in diesem seelenlosen Automaten- Hotel das Beste der Onsen, der sich ein Stockwerk höher befand. Im speziell dafür bereit liegenden grau gewaffelten Hausanzug schwebte ich nur mit meiner Chipkarte und Handtuch ausgerüstet mit dem Lift dorthin. Über einem der drei warmen Becken befand sich ein Betonschacht, durch den der Mond herein leuchtete. Und es pfiff ein kalter Wind... Dann sah ich: Über uns war nur noch der endlose Nachthimmel - ganz ohne Filter, nackt und ECHT! Geht doch.Read more



