GT Tag 3: Gewürze und Essen
27. Januar in Malaysia ⋅ ⛅ 31 °C
Heute am Nachmittag geht es zur zweiten Guru Tour. Am Programm stehen Gewürze, Düfte und viele Köstlichkeiten. Voll motiviert startet der Guide durch.
George Town ist ein Gewürz-Kolonial-Epos: Indische Händler schleppten schon im 12. Jahrhundert als Pioniere Kardamom, Nelken und Ingwer per Schiff her. Sie legten somit den Grundstein für den Duftzauber in dieser kleinen faszinierenden Stadt. Im 15. Jahrhundert stürmten die Portugiesen die Bühne, Holländer und Briten folgten – letztere nicht nur als Händler, sondern als Gärtner, die Setzlinge pflanzten und Plantagen zogen. Sogar Deutsche mischten mit, doch der chinesische Einfluss durchflutete die ganze Stadt, machte sie zur Curry-Mee- und Streetfood-Hochburg. Und da kosten wir uns jetzt durch.
Pani Puri ist ein beliebter indischer Streetfood-Snack, bestehend aus knusprigen, hohlen Teigkugeln (Puri), die mit einer würzigen Mischung aus Kartoffeln, Kichererbsen und Gewürzen gefüllt und kurz vor dem Verzehr mit einem aromatischen, würzigen Wasser (Pani) aus Koriander, Minze und Tamarinde aufgefüllt werden. Das Gericht wird oft als "Geschmacksexplosion" beschrieben und so hat es sich für meinen Gaumen auch angefühlt.
Im Gewürzladen steigen uns schon vor dem Öffnen der riesigen Behälter betörende Düfte in die Nase – ein wilder Mix aus Schärfe und Süße, der die Sinne kitzelt. Unser Guide führt uns durch die Regale, lässt uns an exotischen Unbekannten schnuppern. Die Preise? Spottbillig. Besonders faszinierend: Die Chilis, die sie waschen, in Salz fermentieren, trocknen und vor dem Knabbern noch frittiieren – stell ich mir doch eigenartig aber auch lecker vor.
Masala Chai, das authentische indische Gewürztee-Wunder, entsteht durch das Aufkochen cremiger Milch mit aromatischen Gewürzen wie Ingwer, Kardamom, Nelken und Zimt – etwa einem halben Teelöffel Masala-Mischung pro Tasse. Nach dem hinzufügen schwarzer Teeblätter kurz ziehen lassen und nach Geschmack süßen oder halt nicht. Serviert mit Eiswürfeln ist es ein echtes, würzig-schaumiges Highlight, das erfrischt und belebt.
Bei Mydin gibt es nach dem Gewürze schnuppern Bubur Kacang. Es ist ein cremig-süßer Brei aus Sojabohnen, gekocht mit Kokosmilch, Gula Melaka (Palmzucker) und duftenden Pandanblättern, das wie ein warmer Bohnen-Kuschelpudding schmeckt und perfekt nach Gewürz-Markt-Touren mundet.
Daneben lockt der "Zauberkaffee" Chukku Malli, ein ayurvedischer Ingwer-Koriander-Trank (Chukku = getrockneter Ingwer, Malli = Koriander), der mit Zimt, Nelken und oft Kurkuma aufgekocht wird – angepriesen als Alleskur gegen Erkältungen, Verdauungsprobleme und "allen anderen Krankheiten", dank der wärmenden, entzündungshemmenden Power von Ingwer und Co. Ich frage den Besitzer dann wieviele Tassen er täglich davon trinkt. Er strahlt und sagt 2, und es gehe ihm so gut. Ich fragte ihn dann ob er wirklich über 300 Jahre alt werden will, wenn er sich jeden Tag das Wundermittel gegen jede Krankheit reinwirft. Das fand er allerdings nicht so lustig. Verstehe nur nicht warum.
Danach gab es noch Samosas, also gefüllte frittierte Teigtaschen und ein Getränk. Abschließend gingen wir in ein sehr teures Lokal, um dort noch Curryreis zu probieren. Warum der Guide dieses gewählt hat, keine Ahnung. Vollgestopft wird dann die Tour nach knapp 4 h beendet und ich rolle förmlich ins Bett.Weiterlesen


















