January 2019
  • Day11

    El paraíso

    February 9 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

    El paraíso
    Am Morgen bin ich ziemlich müde.
    Ich beschließe eine Wanderung im Dschungel zu machen zu einem Naturschwimmbecken.
    Vorher gehe ich zu Cays Hostel, um ihr zu sagen, dass sie unbedingt nach Sapzurro gehen soll.
    Tatsächlich kann ich sie abpassen bevor sie auf eine Tagestou geht und sie freut sich sehr, dass ich extra vorbeikomme.

    Danach mache ich mich auf den Weg. Ich kaufe ein paar Granadillas und treffe dabei zwei Kolumbianer aus Medillin. Sie gehen zum selben Ort, also beschließen wir zusammen zu gehen.
    Wir unterhalten uns über alles mögliche, Diego ist sehr witzig, Julian sehr nett, er hat ein verletztes Bein und muss einen Gehstock benutzen. Die Bremsen von seinem Roller hatten versagt.
    Der Weg führt aus dem Dorf raus in den Dschungel, wir müssen viele flache Flüsse überqueren, insgesamt um die 14, ich bin froh über meine Flip Flops.
    Wegen Julian's bein müssen wir langsam gehen, es ist anstrengender so, wir brauchen lang, aber die Gesellschaft ist gut.
    Wir kommen an, wir schwimmen, der Pool ist gut 2 Meter tief. Danach gehen wir tiefer in den Dschungel zu einem riesigen Baum der von innen ganz hohl ist. Er hat sogar einen Eingang und wir können reingehen. Wir sind im Baum, ich kann es nicht glauben. Ich kann nach oben sehen, dort ist eine Öffnung und licht bricht in den hohlen stamm. Oben sitzen Fledermäuse in den dunklen Ecken. Danach entspannen wir bei den Hängematten.
    Am Abend bin ich mit Cay zum Essen verabredet. Heute frage ich sie etwas mehr zu ihren Reisen. Wir tauschen uns über so vieles aus. Sie ist faszinierend. Sie zeigt mir ihren Reisepass, der leicht gewellt ist von der ungewollten Dusche auf dem Boot.
    Ich sehe die stempel der letzten 3 Jahre durch, Israel, Sri Lanka, Marokko, Mexico , Bolivien, Perú, Kolumbien, Malaysia, Panama, England, Griechenland, Vietnam...ich kann nicht alle zählen. Sie ist 76, ich kann es schlichtweg nicht fassen. Ich bin begeistert über ihre Reiselust, ihren Mut und ihre großartigen Geschichten. Wir verbringen einen zweiten tollen Abend, ich freue mich.
    Dann verabschieden wir uns, checken nochmal ihre Nummer und Adresse die sie mir gab, weil ihr Handy im Boot kaputt gegangen ist. Dann laufe ich nach Hause. Ich komme an meinem Hostel an, wieder tanzen über die Steine, es ist der schönste Ort in Capurganá, in der Ferne zu Hause fühlen.

    I'm pretty tired this morning.
    I decide to go on a hike in the jungle to a natural swimming pool.
    Before that, I go to Cay's hostel to tell her that she should go to Sapzurro, cause it's so nice.
    In fact, I can catch her before she goes on a day trip and she is very happy that I came just to tell her.

    Then I'm on my way. I buy a few Granadillas and meet two Colombians from Medillin. They go to the same place, so we decide to go together.
    We talk about everything, Diego is very funny, Julian very nice, he has an injured leg and has to use a cane. The brakes from his scooter had failed.
    The path leads out of the village into the jungle, we have to cross many shallow rivers, about 14 and I'm glad about my flip flops.
    Because of Julian's leg, we have to walk slow, it's more exhausting, we need a long time, but the company is good.
    We arrive, we swim, the pool is 2 meters deep. The cold water is nice after the walk. Then we go deeper into the jungle to a huge tree that is hollow from the inside. It even has an entrance and we can go inside. We are in the tree, I can not believe it. I look uo, there is an opening and light breaks in the hollow trunk. On the top bats sit in the dark corners. Then we relax at the hammocks back at the swimming pool.
    In the evening I meet with Cay for dinner again. Today I ask her a lot about her travels. We talk about so much. She is fascinating. She shows me her passport, which is slightly corrugated from the unwanted shower on the boat.
    I see the stamps of the last 3 years, Israel, Sri Lanka, Morocco, Mexico, Bolivia, Perú, Colombia, Malaysia, Panama, England, Greece, Vietnam ... I can't count them all. She is 76, I just can't believe it. I am excited about her passion for traveling, her courage and her great stories. We spend a second great evening, I'm happy.
    Then we say goodbye, check again her number and address she gave me, because her phone has broken in the boat. Then I walk home. I arrive at my hostel, dancing over the stones, it is the most beautiful place in Capurganá, a home somewhere faraway .
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  • Day10

    La Miel (Panamá)

    February 8 in Panama ⋅ ⛅ 27 °C

    Oh wie schön ist Panama

    Sapzurro liegt nah an der Grenze zu Panamá, tatsächlich ist es die letzte Stadt Kolumbiens und hat auch einen Grenzübergang. Auf, wir gehen nach Panama. Ich komme an eine ellenlange Treppe. Das schaffe ich nicht denke ich mir, bin ich doch immernoch angeschlagen von meinem Schrecken im Wasser durch die starke Strömung, meine Beine fühlen sich an wie Pudding und ich kann nicht mal das Ende der treppe sehen, die im Zick Zack nach oben geht.
    Ich nehme eine Stufe, dann die nächste, irgendwie muss ich nach oben kommen, ich mache langsam, ich muss Pausen einlegen, es geht nicht. Dann wieder eine Stufe und die nächste.
    Als ich oben ankomme, sind dort Militärs aus Panamá, ich darf nach kurzer Kontrolle passieren. Oh wie schön ist Panamá geht mir der Satz von Janosch unaufhörlich durch den Kopf.
    Von oben bietet sich eine spektakuläre Sicht auf die Bucht, auf Panamá. Ich muss hinabsteigen, ich bin erschöpft, ich brauche ein Mittagessen. Oh wie schön ist Panamá. Ich komme im Dorf an, aber ich kann den Strand nicht finden. Der Ort sieht irgendwie verlassen aus, auch wenn ein paar Leute vor ihren Häusern sitzen und mit Kindern in den Gassen spielen. Jedes dritte Haus hat eine Renovierung nötig. Ich sehe keine Verkäufer, keine Stände, alle Restaurants sind geschlossen, haben die Rollläden heruntergelassen. Keiner scheint hier Gäste zu erwarten.
    Ein Pferd steht auf einem Bolzplatz und grast, spielt hier noch jemand?
    Eine ganze Horde Bote liegt am Wegesrand, sie scheinen von niemandem mehr gefahren zu werden.
    Ich komme an den Strand, er ist klein und leer, nur ein junger Mann schwimmt im Wasser. Er kommt an den Strand und wir unterhalten uns. Er heißt Juritz und ist aus Holland. Vor acht Jahren kam er nach Kolumbien und war absolut begeistert. Vor zwei ein halb Jahren kam er wieder und hat ein Unternehmen gegründet um Avocado anzubauen und nach Europa zu exportieren. Er reist mit seiner Mutter um ihr ein bisschen von Kolumbien zu zeigen, sie ist 75.
    Wir machen uns unterwegs zurück nach Kolumbien. Das Dorf wirkt immer noch verlassen, es ist lediglich ein Ort um Präsenz an der Grenze zu zeigen, es scheint sonst nicht viel zu geben. Oh wie schön ist Panama?

    Wieder muss ich die Stufen hoch, ich brauche unbedingt ein Mittagessen. Es ist gut das Juritz da ist, das Unterhalten lenkt mich ab. Wieder in Kolumbien kommt mir Sapzurro plötzlich absolut idyllisch vor. Die Gärten sind gepflegt, Häuser schön gestrichen, Dekoration hängt von den Balkonen. Juritz will in die Schule, angeblich soll es dort zwischen vier und sechs Internet geben und er muss ein paar Anrufe erledigen, ich zweifle ob das was wird.
    Wir verabschieden uns, an einem der ersten Restaurants lasse ich mich in einen Stuhl fallen. Ich bekomme Reis, Kidneybohnen, frittierte Kochbanane und Maracujasaft. Ich esse alles auf.

    Ich bin wieder auf dem Weg, mit neuer Energie. Abwärts sprinte ich halb, mache Heck-Sprünge über Wurzeln , Gräben und Steine. Brüllaffen veranstalten irgendwo links von mir einen Höllenlärm, um ihr Territorium zu markieren. Die einheimischen sagen außerdem dass sie den Regen ersingen, mit ihrem Heulen, nach zu langer Zeit der Trockenheit.
    Nach einer Stunde komme ich erschöpft am Hostel an. Ich habe 5 neue Zimmergenossen aus England, die mich so herzlich begrüßen, dass ich mich zuerst frage ob wir uns schon kennen.
    Den Rest des Abends bin ich Hundemüde verbleibe lesend in der Hängematte und mümmel etwas von meinen Erdnüssen, der Hund kommt mich besuchen, ich lese noch etwas, dann, Schlafenszeit.

    How beautiful is Panama

    Sapzurro is close to the border with Panama, in fact it is the last city in Colombia and also has a border crossing. . I come to some endless stairs. I can not do that, I'm thinking, I am still weak of my fight with the water due to the strong current, my legs feel like pudding and I can not even see the end of the stairs, which goes up in a zigzag.
    I take one step, then the next, somehow I have to get up there, I'm slow, I have to take breaks, I can't do it. Then again one step and the next.
    When I arrive at the top there's military from Panama, I am allowed to pass after a short check. Oh, how beautiful is Panamá, Janosch's sentence from the kids book goes on and on in my head.
    From the top, there is a spectacular view of the bay, Panamá. I have to go down, I'm exhausted, I need some lunch. How beautiful is Panama. I arrive in the village, but I can not find the beach. The place looks somehow abandoned, even if a few people sit in front of their houses and play with children in the streets. Every third house needs a renovation. I see no sellers, no stalls, all restaurants are closed, have lowered the shutters. Nobody seems to expect guests here.
    A horse stands on a football field and grazes, does anyone still play here?
    A bunch of boats lies on the roadside, they seem to be no longer driven by anyone.
    I come to the beach, it is small and empty, only a young man swims in the water. He comes to the beach and we talk. His name is Juritz and he is from Holland. Eight years ago he came to Colombia and was absolutely thrilled. Two and a half years ago he came back and started a business growing avocado and exporting it to Europe. He travels with his mum to show her a bit of Colombia, she is 75.
    On the way back to Colombia the village is still deserted, it is just a place to show presence at the border, there does not seem to be much else. How beautiful is Panama?

    Again I have to go up the stairs, I really need a lunch. It's good that Juritz is there, distracting me a bit. Back in Colombia, Sapzurro suddenly seems absolutely idyllic. The gardens are well-kept, the houses are nicely painted, decoration on the balconies. Juritz wants to go to the school. They said there's Wi-Fi between four and six he needs to do some phone calls, I doubt that there's any connection that good.
    We say goodbye, and at of the first restaurants I fall into a chair. I get rice, kidney beans, fried plantain and passion fruit juice. I eat everything.

    I am on my way back again, with new energy. Downhill I sprint halfway, jump over roots, ditches and rocks. Howler monkeys make a hell of a noise somewhere to my left to mark their territory. The locals also say that they sing for rain, with their howling, after too long droughts.
    After an hour I arrive exhausted at the hostel. I have 5 new roommates from England who greet me so warmly that I first try to remember if I already know them.
    The rest of the evening I'm really tired, and stay in the hammock reading and munching some of my peanuts, the dog comes to visit me, I read for a bit longer, then it's bedtime.
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  • Day10

    Sapzurro

    February 8 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

    Sapzurro

    Auch am Morgen spielt der Dschungel unaufhörlich seine Lieder. Ich stehe auf, weil ich neugierig bin welche Tiere zu sehen sind. Ich frühstücke im Pavillon. Die Hosts haben Falafel für mich gemacht mit frisch geriebenem Kurkuma, dazu Ananas, Kaffe und etwas Brot .

    Dann bin auch auf dem Weg durch den Dschungel nach Sapzurro. 20 Minuten Weg aus Lehm und grün um mich rum. Dann Holztreppen im Wald.
    Eine Affenfamilie passiert über mir die Bäume, Brüllaffen. Ich treffe auf Cánu, er sitzt erschöpft da und ihm scheints nicht gut zu gehen. Er sagt er ist auf dem Rückweg, weil im schwindlig ist vom Aufstieg. Ich gebe ihm Wasser und Erdnüsse, damit er zu Kräften kommt. Er berappelt sich ein bisschen und beschließt noch zur Aussichtsplattform mitzukommen.
    Cánu ist aus dem Dorf und macht  zum ersten mal seit 15 Jahren den Aufstieg. Er ist begeistert, so wie ich und beschreibt die Natur als sehr elegant und spektakulär, er erzählt mir von seinen Plänen eine Unterkunft an einem anderen Wanderweg aufzumachen.
    Wir kommen zur Aussichtsplattform, aber eigentlich ist es der Hauptsitz des Königreichs der Spinnen. Einzelne Netze bilden ein riesiges Labyrinth im Wind um die Beute mit dessen Hilfe einzufangen.
    Nach langem Staunen verabschiede ich mich von Cánu, lasse ihm noch ein paar Erdnüsse dar.
    Zurück auf dem Weg sind die Spinnen überall, links und rechts des Weges, und zum Teil auch über mir.
    Beim Abstieg passiere ich eine Ameisenstraße und dann, Sapzurro. Es ist kleiner als Capurganá, verträumt. Als ich eintreffe scheint das Dorf noch zu schlafen. An einem Hostel fegt ein junger Mann, eine Frau verkauft mir Eis aus Kokosmilch mit Cafénote. Dann komme ich an einen Strand. Ich spreche mit einer Gruppe. Die Frau ist aus der Schweiz der Rest aus verschiedenen Teilen Südamerikas. Sie passen auf meine Tasche auf, während ich schnorcheln gehe. Wieder ein paar, Riffe, Korallen und Fische, jedoch weniger als gestern.
    Ich gehe zum nächsten Strand, verstecke meine Tasche in einem Sack Steine, der zu einer anderen Zeit am strand vergessen wurde, wieder schnorcheln. Als ich den Kopf hebe bin ich plötzlich am Rand der Bucht. Wie konnte ich so schnell so weit hinaus gelangen. Ich beginne zu schwimmen, merke jedoch, dass das rein gar nichts bringt, dass das Meer mich viel mehr weiter rauszieht. Ich blicke auf den Strand. Ich bin der einzige Mensch. Ich reiße Schnorchel und Taucherbrille nach oben. Verzweifelt beginne ich mit aller Kraft zu schwimmen, werde dann panisch und hektisch in meinen Bewegungen. Doch es bringt nichts und raubt nur meine Energie. Ich schwimme etwas nach links und da plötzlich ist Boden unter meinen Füßen, die Rettung. Gegen die Strömung arbeite ich mich mit Hilfe der Wellen Meter für Meter mühsam zurück in die Bucht. Später erfahre ich, dass der Ort 2005 für einen Schwimmwettkampf genutzt wurde, als Herausforderung.

    Nach meiner Rettung habe ich vom Schwimmen erstmal genug...

      

    Sapzurro

    In the morning the jungle still plays its songs for me. I get up because I'm curious what animals are out there. I have breakfast in the pavilion. The hosts made falafel for me with freshly grated turmeric, pineapple, coffee and some bread.

    Then I'm on my way through the jungle to Sapzurro. For 20 minutes i follow a way among the trees. Wooden stairs in the forest.
    A monkey family passes by the trees above me, howler monkeys. Then I meet Cánu, he sits there exhausted and he does not seem to be well. He says he is on his way back because he is dizzy from going uphill. I give him water and some peanuts to help him. Slowly he gets better and decides to come with me at least to the viewpoint.
    Cánu is from the village and is making this way for the first time in 15 years. He is as enthusiastic as I am and describes nature as very elegant and spectacular, he tells me about his plans to open an accommodation on another trecking path.
    We arrive at the Observation Deck, but actually it is the headquarters of the Kingdom of Spiders. Individual nets form a huge united labyrinth of nets in the wind to catch the prey with its help.
    After a long astonishment I say goodbye to Cánu, not without leaving him some peanuts.
    Back on the way, the spiders are everywhere, to the left and right of the path, and sometimes over me as well.
    On the way down I pass an ant road and then, i arrive at Sapzurro. It is smaller than Capurganá. When I arrive, the village seems to be sleeping. A young man is sweeping up some leaves at a hostel, a woman sells me coconut milk ice cream with a cafe taste. Then I come to a beach. I talk to a group. The woman is from Switzerland the rest from different parts of South America. They look after my bag while I go snorkeling. Again a few reefs, corals and fish, but less than yesterday.
    I go to the next beach, hide my bag in a sack of stones that was forgotten at another time, snorkeling again. When I raise my head I am suddenly at the edge of the bay. When I raise my head I am suddenly at the edge of the bay. How could I get that far out so fast? I start to swim, but realize that this doesn't work at all, that the sea even pulls me further out. I look at the beach. I am the only person. I pull up snorkel. Desperately, I begin to swim with all my strength, then panic and hectic in my movements. But i can't help it and this only is a waste of energy. I swim a little to the left and suddenly there is ground under my feet, the rescue. With the help of the waves, I make my way against the current, step by step, back into the bay. Later, I learn that the resort was used for a swimming competition in 2005 as a challenge.

    After my rescue I'm done with swimming for the moment...
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  • Day9

    Capurganá

    February 7 in Colombia ⋅ 🌧 28 °C

    Capurganá

    Ein Boot soll mich morgens nach Capurganá bringen. An der Anlegestelle herrscht Trubel. Über eine Stunde dauert es bis Tickets verkauft sind und Gepäck beschriftet und im Boot verstaut ist. Langes warten, Hitze am Morgen. Ich kaufe eine Mango und esse sie auf einem Baumstamm am Strand.

    Im Boot. Die Gischt spritz unaufhörlich bis zu zwei Meter hoch und, scheinbar vor allem ins Boot. Ich und das Paar neben mir, lachen ungläubig über das viele Wasser.
    Ich kann die Augen nicht mehr öffnen weil das Salzwasser so brennt. Ich zähle zwischen den Spritzern die Sekunden, eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun -
    Eins, zwei, drei, vier, fünf -
    Eins-
    Eins, zwei, drei, vier-.
    Es ist nichts zu machen, ich fühle mich als würde man mir Becherweise Wasser entgegenschießen. Alle sind nass. Die Fahrt dauert ewig, über zwei Stunden, unendliche Stunden. War ich jemals so lang auf einem Boot?

    Wir kommen in Capurganá an, ich fühle mich als wäre der Tag schon rum, es ist aber erst elf Uhr morgens. ich versuche mein Hostel zu finden, doch Capurganá ist nur ein grüner Fleck auf der google maps Karte.
    Ich frage mich also durchs Dorf. Als ich dies schon hinter mir lasse komme ich zu einem Wanderweg und daneben liegt eine marode Brücke. Acuali hostel lese ich dahinter, öffne das Gatter und trete ein in ein kleines Paradies. Alles, aber auch alles ist grün, und für mich allein. Mauricio der Host erklärt mir, dass ich für heute der einzige Gast bin. Als ich eingecheckt habe lese und schlafe ich erstmal in der Hängematte.
    Dann esse ich im Dorf vegane arepa mit gegrilltem Gemüse. Der Lulosaft dazu ist spektakulär.
    Ich gehe an den Strand und springe samt Schnorchel ins Wasser. Die Strömung ist stark, ich lasse mich treiben. Fische ziehen vereinzelt und dann in Scharen unter mir her, verstecken sich im Seegras und in Korallen.
    Nach einer Stunde, erkunde ich einen Weg der an der Küste lang führt, halbe Stunde hin, halbe Stunde zurück.

    Als ich zurücklaufe treffe ich Cay am Strand. Sie war auch in meinem Hostel in Necoclí. Sie ist sicher über siebzig und mit Rollator und Gehstock unterwegs, reist aber gerade drei Wochen alleine durch Kolumbien, vor allem an die abgelegenen Orte, ich bin begeistert.

    Nachdem wir uns etwas unterhalten haben, bittet sie mich auf ihre Sachen aufzupassen und geht schwimmen. Im Meer wirkt sie wie eine 30-jährige, die starke Strömung die auch mich mitgenommen hat, macht ihr nichts aus. Cay erzählt, dass sie im Boot eine regelrechte Dusche bekommen hat, da dort wo sie saß, das gesammelte Wasser vom Dach ausgerechnet auf sie hinabfloss.
    Schließlich essen wir zusammen zusammen zu
    Abend. Cay hat die halbe Welt bereist und an verschiedensten Orte gelebt. Sie kommt aus den USA, mag es dort aber nicht besonders, hat lange in Deutschland gelebt und sucht nun eine neue Heimat.
    Sie schwärmt von fünf Jahren die, sie in Finnland gelebt hat, wo sie zuerst gar nicht hinwollte.

    Als ich zum Hostel zurückkomme tanze ich über die Steine die zum Haus führen. Der Dschungel singt Lieder einer anderen Welt. Capurganá. Mit dem Konzert in den Ohren schlafe ich ein.

    Capurganá

    A boat will take me to Capurganá in the morning. At the dock there are a lot of people waiting. It takes more than an hour to sell the tickets and label the luggage and stow it in the boat. Im waiting, it's a hot morning. I buy a mango and eat it on a trunk on the beach.

    In the boat. The water squirts up to two meters high and mostly into the boat. Me and the couple next to me laugh in disbelief about that ridiculous amount of water.
    I can't open my eyes because the salt water is burning. I count between the splashes,
    one, two, three, four, five, six, seven, eight, nine -
    One two three four five -
    One-
    One two three four-.
    We have to wait and stay strong, I feel as if someone is spraying buckets of water into my face. Everyone is wet. The journey takes forever, over two hours. It's the longest ride ever.

    We arrive in Capurganá, I feel like the day is already over, but it is only eleven o'clock in the morning. I try to find my hostel, but capurganá is just a green spot on google maps.
    So I ask myself through the village. When I arrive at the beginning of a hiking trail i see a rotten bridge next to it. I read Acuali hostel behind it, open the gate and enter a small paradise. Everything, and everything is so green, and for me alone. Mauricio the host tells me that I'm the only guest for today. When I checked in I read and sleep in the hammock.
    Then in the village I eat vegan arepa with grilled vegetables. The lulo juice is spectacular.
    I go to the beach and jump with the snorkel into the water. The current is strong, I let myself drift. Fishes show up sporadically and then there's more, hiding in seaweed and corals.
    After an hour, I explore a path that leads along the coast, half an hour there, half an hour back.

    Back at the beach I meet Cay. She was also in my hostel in Necoclí. She is over seventy and traveling with walker and cane. Anyway she is on a trip, traveling three weeks alone through Colombia, especially to the remote places, I'm fascinated.

    After some chat, she asks me to take care of her clothes and to go swimming. In the sea, she looks like a 30 year old, the strong current, doesn't seem to be a problem. Cay says that she got a real shower in the boat, because where she was sitting, the water accumulated on the roof and then just flowed down over her.

    Finally we have dinner together. Cay has traveled half the world and lived in various places. She comes from the US, but she doesn't like it very much. She has lived in Germany for a long time and is now looking for a new home.
    She goes into raptures about five years she has lived in Finland, even though she didn't really want to go in the first place.

    When I come back to the hostel I dance across the stones that lead to the house, the jungle sings songs of another world. Capurganá. I fall asleep with a concert in my ears.
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  • Day8

    Necoclí

    February 6 in Colombia ⋅ ⛅ 29 °C

    Heute beginnt mein Trip nach Capurganá.
    Schon morgens um sechs saß ich im Flieger nach Monteria und nun fahre ich in einem Minivan nach Necoclí, der nächste Stop um ins abgelegene Capurganá an der Grenze zu Panamá zu kommen.
    Die Landschaft hat mich erst sehr an Cali erinnert.
    Viel offenes Feld mit einzelnen niedrigen Bäumen, dazwischen Reisfelder auf denen Reiher stolzieren.
    Dann nehmen die Bäume zu, weiße Bäume, rosa Blüten, eine geschmückte Straße, und links und rechts grasende Rinder.
    Alles ist voller Roller und Motorräder. Hier draußen scheint es keine Autos zu geben.

    Und dann spürt man das Meer näher kommen. Die Bäume weichen Palmen und riesigen Bananenplantagen. Zwischen all der Natur stehen ein paar Häuser und vereinzelte Dörfer.

    Der Fahrer des Vans ist wahnsinnig, er überholt bei jeder Gelegenheit und auch wenn es eigentlich keine Gelegenheit gibt, weil auf der anderen Spur ein Laster kommt, mehrmals bleibt mein Herz kurz stehen.
    Außerdem scheint er eine Art regionaler Postbote zu sein.
    Während der Fahrt hält er immer wieder an und nimmt kleine Elektroartikel entgegen, die mit Adressaufklebern versehen sind. Nach einigen Kilometern halten wir wieder und er übergibt die Schachteln.

    Chaotisch, schön, alles hier ist so typisch Kolumbien.
    Und dann kommen wir doch lebend in Necoclí an. Es ist überschaubar. Im "Zentrum " des kleinen Orts reiht sich ein offener Shop an den nächsten. Ich laufe zu meinem Hostel, müde von der Nacht ohne Schlaf und der Hitze durch die gut 15 Grad Unterschied zwischen hier und Bogotá. Als ich ankomme ist alles schön.

    Das Hostel geht buchstäblich ins Meer über, ist gemütlich und in meinem großen Zimmer mit 8 Betten schlafen nur zwei weitere Leute.

    Als ich mit staunen fertig bin, kaufe ich im Ort an verschiedenen Ständen Obst, Gemüse und Kartoffeln für meine heutige Verpflegung.
    Zurück koche ich ein leckeres Mittagessen und mache danach eine Siesta.
    Den restlichen Tag verbringe ich mit lesen auf der Balustrade am Meer , spiele mit den Hunden und Katzen vom Hostel und genieße den Tag.
    Das Meer schlägt seine Wellen unaufhörlich an die Mauern, man könnte meinen man wäre Teil davon.

    Dies Ort ist so typisch Kolumbien, dass es mir  wehtut, Daheim.

    https://youtu.be/qDq3ZSR_fZU

    Today i start my trip to Capurganá

    At six o'clock in the morning I was on a plane to Monteria and now I drive in a minivan to Necoclí, the next stop to get to the remote Capurganá close to the border with Panama.
    The landscape reminds me a lot of Cali.
    A lot of open field with isolated low trees, in between rice fields on which herons prance.

    Then the number of trees increases, white trees with pink bloom, a decorated street, and to the left and right grazing cattle.
    Everything is full of scooters and motorbikes, out here cars don't seem to exist.
    And then you can feel the sea approaching, the trees turn into palm trees and huge banana plantations, between all the nature are a few houses and tiny villages.

    The driver of the van is crazy. He overtakes at every opportunity and even if there is no opportunity, because on the other lane is a truck, my heart nearly stops several times.

    He also seems to be a sort of regional postman.
    During the ride, he keeps stopping and picking up small electronic items that are labeled with address labels, after a few kilometers we stop again and he hands over the boxes.
    Sweet chaos, beauty, everything here is so typical  Colombian.

    And then we arrive in Necoclí.
    It's a tiny place. In the "center" of the small town, there's one shop next to the other. I walk to my hostel, tired from the night without sleep and the heat due to the 15 degrees difference between here and Bogotá. When I arrive everything is beautiful.
    The hostel literally goes into the sea. It's cozy and i share my big room with 8 beds only with two more people.

    After a little rest next to the sea, I buy fruit, vegetables and potatoes for my food today at various stalls.
    Back I cook a delicious lunch and then im having a siesta.
    The rest of the day I spend reading on the balustrade by the sea, playing with the dogs and cats from the hostel and enjoying the day.
    The sea never stops rushing its waves towards the walls. I feel like the hostel is part of it.

    This place is so typical Colombian, it hurts. It feels like being back home after too much time.

    https://youtu.be/qDq3ZSR_fZU
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