• E9: Azoia -> Praia das Macas (I)

    March 5 in Portugal ⋅ 🌬 13 °C

    Um Viertel vor neun starte ich von Azoia zu meiner 2. Etappe nach "Praia das Macas". Den landeinwärts verlaufenden E9 verlasse ich bis zum "Capo da Roca" und folge den schmalen Pfaden direkt am Küstenverlauf. Es erwarten mich deshalb einige Auf's und Ab's, da mehrere Seitentäler durchlaufen werden müssen.
    Zuerst geht es wieder Richtung Küste. Die 1,5 km von Azoia sind easypeasy. Es geht nur bergab bis zum ersten Tal, wo ein kleiner Bachlauf überquert werden muss und anschließend wieder hoch. Es wird nicht das einzige Tal für den heutigen Tag sein. Das "Cabo da Roca" ist jetzt schon gut zu sehen. Jedoch liegen noch zwei tiefe Täler dazwischen.
    Die Aussicht aus knapp 150 m Höhe ist grandios. Die Klippen fallen z.T. sehr steil in den Atlantik. Das grau-braune Gestein, die grünen Wiesen und der blaue Atlantik geben ein tolles Bild ab.
    Der Pfad ist sehr schmal und oft nur auf eine Distanz von 5 m auszumachen. Der kniehohe Bewuchs verdeckt alles sehr schnell. Man muss aufpassen, sich nicht in einer vom umliegenden Gebüsch versteckten Wurzel zu verfangen. Ein Stolperer könnte fatal enden.
    Die nächsten beiden Täler sind schon sportlicher! Es geht steil runter und ich bin froh, meine zwei Bambus-Stangen zu haben, die in dieser Gegend zu Hauf rumliegen. Bergab ist immer noch meine Achillesferse, besonders bei rutschigem Untergrund aus Sand und feinen Steinen. Oft geht es nur auf allen Vieren weiter.
    Die Überquerung der zwei kleinen Bachläufe ist kein großes Problem. Mit einem Hüpfer ist man drüber ohne nasse Füße zu bekommen.
    Kurz vor halb elf nehme ich den letzten Anstieg zum "Cabo da Roca" in Angriff. Ich sehe schon das Fussvolk am Aussichtspunkt, das mich skeptisch beäugt 🫣.
    Um 10:30 Uhr stehe ich am westlichsten Punkt von Kontinental-Europa und lasse mich dort von anderen Reisenden fotografieren - wenn ich schon mal da bin (und wenn es auch schon das zweite Mal ist) 😉.
    Das Wetter ist semi und Euphorie will nicht wirklich bei mir aufkommen. Die ersten vier anstrengenden Kilometer sind zwar geschafft. Elf weitere kommen noch!
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