• San Gil: Ängste überwinden

    Jun 23–26, 2024 in Colombia ⋅ ☁️ 26 °C

    Buenas!
    Für uns ging es am nächsten Morgen also nach dem Frühstück wieder auf 9:00Uhr zum Veranstalter.
    Dieser sammelte nur uns drei ein. Wir hatten also in der Tat eine Canyoningtour für uns alleine 🧗‍♀️😍
    Die Tour begann mit einer kurzen Einweisung und wir bekamen alle Helm und Klettergurte.
    10 Minuten gingen wir dann in den Canyon hinab und dort wartete auch schon die erste Aufgabe auf uns. Ein Sprung aus ca. 4 Metern in 2,5 Meter tiefes Wasser. Naja, nicht soooo viel Platz für Leute die etwas größer sind. Dennoch war der Sprung kein Problem für uns und wir schlugen uns Stück für Stück weiter voran. Die nächste Aufgabe war 8 Meter Abseilen. Als Lisa das Seil begutachtete und dabei eine getapte nicht mehr ganz stabile Stelle entdeckte, fragte sie den Guide ob das so überhaupt noch sicher sei und er meinte nur, ja ja das hält… wie beruhigend, wenn man eh schon Höhenangst hat und dann noch Angst um das Equipment hat 🫣
    Der Guide sicherte uns doppelt und auch diese Aufgabe meisterten wir easy.
    Weiter durch den Bach, über Steine und durch Felsspalten hindurch kamen wir zum Highlight des Canyonings: 30(!!) Meter Abseilen am&im Wasserfall 🤯🤩

    Zugegebenermaßen hatten wir alle - die einen mehr die anderen weniger - Respekt davor.
    Manu ging als Erster. Der Guide meinte noch, es geht erst ein paar Schritte am Fels entlang, dann kommt ein Stück wo man quasi in der Luft hängt und da einfach sich normal weiter abseilen und nicht irritieren lassen soll.
    Also gut: es kostet wirklich Überwindung sich in dieses Seil zu hängen, an dem an dieser Stelle wirklich dein Leben hängt 🥹
    Aber einmal losgegangen gab es keinen Weg mehr zurück! Der erste Abschnitt war in der Tat am Fels entlang, doch nach vielleicht 4/5 Metern war NICHTS mehr da. Es ging dann einfach 25 Meter freihängend nach unten, unter dem ständigen einprasseln des Wasserfalls. Der Ausstieg aus dem Seil war etwas schwieriger, da man auf nassen, rutschigen Steinen (und den gewaltigen Wassermassen) nicht wirklich guten Halt hatte.

    Nach guten 20 Minuten waren wir alle sicher und Adrenalingeladen unten angekommen.
    Doch wo ein Weg hinunter geht, muss es im Normalfall auch wieder einen nach oben geben.
    Und dieser Weg nach oben war nichts anderes als eine lange, schweraussehende Hängeleiter aus Stahlseilen. Wir witzelten vor dem Abseilen noch damit, dass alle die zu feige sind sich abzuseilen über dieses wackelige Ding gehen müssten.. Lisas Aussage dazu war noch: nie im Leben, auf jeden Fall Seil ich mich lieber ab, als diese Hängeleiter runterzugehen…
    tja wir mussten das nur andersherum tun. Lisa und Maggie zuerst, gesichert an einem Karabiner der nur nach oben sich hat ziehen lassen - also konnten Beide mit beiden Händen sich an den Tritten halten und so die Leiter besteigen.
    Da es aber nur zwei Sicherungskarabiner gab, blieb für Manu nurnoch das gute alte Seil, welches aber mit einer Hand mithochgezogen werden musste, was diese wackelige Angelegenheit nicht gerade einfacher machte.
    Dennoch schafften wir es alle wieder nach oben.
    Danach folgten noch ein Aufstieg an einer Strickleiter, eine Flussdurchquerung bei der wir handgroße Spinnen sahen, die Überquerung einer Hängebrücke und eines dünnen Drahtseiles - all das meisterten wir ganz ohne Probleme und erreichten wieder das Ausstiegslevel. Von dort aus ging es dann wieder in Richtung Eingang des Parks, 20 Minuten steil und matschig Berg auf - Teil 1 des Canyoning Paketes geschafft 🤩

    Somit dann zu Teil 2 des Paketes.
    Nachdem wir alle wieder am Startpunkt der Tour waren, gingen wir in den zweiten Canyonabschnitt der ungefähr 10 Minuten Fußweg entfernt lag.
    Dort war die erste Station eine Himmelsschaukel mit der man einen wunderbaren Blick über San Gil und den Canyon hatte.
    Wieder mit dem Klettergurt gesichert wurde Lisa als erste hochgezogen.
    Das ganze dauerte vielleicht 20 Sekunden, wobei Lisa bei den letzten 10 Sekunden gerufen hatte: „No Mas“ - was so viel bedeutet wie ES REICHT. Den Guides war das relativ egal und gingen bis zum Anschlag. Mit einem Zug von unten löste die Schaukel aus und Lisa schwang wie der Wind los. Einen heftigen Adrenalinkick gab diese Schaukel, Halleluja! 😅
    Manu und Maggie machten sich noch lustig, bis sie selbst die Erfahrung machten 😂

    Als Grand Final stand eine Ziplinefahrt auf dem Programm. Und zwar sage und schreibe einmal 500 Meter hin und 600 Meter zurück quer über den Canyon in ca 100 Metern Höhe 🤯

    Also wieder: Sicherheitsgurt & Helm an und ab dafür. Mit einem Gerät das aussah wie ein alter Fahrradlenker an dem zwei Bremsen befestigt waren wurden wir aufgesattelt.
    Der Guide meinte, am Ende des Tracks steht einer seiner Mitarbeiter und zeigt ein grünes oder rotes Schild.
    Grün bedeutet alles top und nicht bremsen.
    Rot bedeutet zu schnell und mit beiden Bremsen gleichzeitig bremsen - Vollgas!
    Manu startete als Erster. Ohne einen einzigen Bremser bis zum letzten Stück raste er dahin.
    Die letzten 50 Meter waren dann eben eine Vollbremsung, welche aber looooocker ausreichte um sicher anzukommen.
    Kurz darauf kam Maggie an, vollkommen im Adrenalinmodus 🙌🏽
    Fehlte also nurnoch Lisa 🧐 nach kurzen Anlaufschwierigkeiten (die Guides hatten ihren Kratzer am Rücken vom Abseilen gefunden und zu Desinfektion geraten) und Überwindung der Panik ging es auch für sie dann auf die Reise - 500 Meter in den Abgrund.
    Ebenso Adrenalingeladen kam sie dann bei uns an und freute sich ihre Angst überwunden zu haben - sehr tapfer (♥️!)

    Aaaaaaber Moment: gleiches Spiel wie beim Canyoning, wo ein Weg runter oder rüber führt, muss es im Normalfall auch noch einen Weg zurück geben 😅 und das waren die 600 Meter die von etwas weiter oben starteten.
    Also packten wir die Beine in die Hand und gingen den Berg hinauf zur Abflugplattform.
    Wieder angeschnallt und gesichert waren Lisa und Manu die Ersten. Wir starteten zeitgleich und genossen den zweiten Teil deutlich mehr als den ersten Teil.
    Nach ein paar Sekunden verlor Manu jedoch Lisa aus den Augen, Lisa war ohne zu bremsen etwas langsamer geworden.
    Manu angekommen auf der anderen Plattform schaute also nach hinten, wo er (es sah wirklich witzig aus! 😂) Lisa ca. 30 Meter vor dem Ende hingen sah - ohne Tempo 😂
    Lisa war zu langsam geworden und hatte es nicht bis zur Plattform gepackt. Kurzerhand hatten unsere Guides das Abschleppseil ausgepackt und zogen Lisa dann damit vollends ans Ende, somit hatte auch sie wieder festen Boden unter den Füßen.
    Nachdem Maggie ebenfalls bei uns angekommen war, machten wir uns allmählich alle zusammen sehr zufrieden und glücklich auf den Heimweg.

    Am nächsten Tag gingen wir noch nach Curiti.
    Von dort aus gibt es eine Straße die zu Naturpools führt. Nach einer guten Stunde erreichten wir die Badestellen. Sonnige zwei Stunden lagen wir dort auf den Steinen und lasen ein wenig, snackten Nüsse und kühlten uns ab.
    Da das Wetter von Weitem betrachtet nach Weltuntergang aussah, beschlossen wir dann doch zu gehen. Gerade zurück im Dorf angekommen fuhr direkt der Bus vor uns vorbei und sammelte uns mit ein und kurz danach fing es tatsächlich an zu regnen.

    Alles in allem war und ist San Gil eine unglaublich vielseitige schöne Erinnerung für uns. Die Stadt hat viele verschiedene Facetten und wir würden jederzeit wiederkommen 🥰

    Unsere Zeit ist also gekommen um das Actionparadis zu verlassen und weiter in Richtung Süden zu ziehen.
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