Tayrona National Park II/II
January 24 in Colombia ⋅ ☁️ 26 °C
Heke und ich überlegten, welcher der beste Weg zurück ist. Es gab zwei Optionen: Entweder wir laufen den gleichen Weg zurück – vorbei an all den Menschenmassen und teilweise ohne Schatten in der noch extremen Mittagshitze – oder wir nehmen den kurzen Weg, was bedeutet; dass wir an einer anderen Stelle des Parks herauskamen und von dort den Bus zurück zum Hostel nehmen müssen. Wir kamen zu dem Entschluss, dass der kürzeste Weg der bessere und schnellere sei.
„Lieber kurz und steil als lang und nicht so steil“, so Hekes Argumentation. Naja, falsch gedacht. Es ging quasi nur bergauf. Heke war so gut und trug den Rucksack. Er wartete geduldig und half mir, meine Selbstachtung zu bewahren. Er ließ mich meine Pausen machen, wann immer ich eine brauchte und lief gerne mit etwas Abstand vor/hinter mir, sodass ich gut mich auf mich konzentrieren konnte. Es war eine der härtesten Wanderungen in meinem Leben. (Anmerkung Heke: Ich habe die Pausen auch gebraucht und sie gleich genutzt, um mich umzuschauen und umzuhören.)
Über 450 Höhenmeter rauf und runter – insgesamt etwa 13 km. Ich konnte die Umgebung kaum genießen, obwohl der Weg traumhaft war. Heke sah Lisztaffen, die nur noch hier wild leben. Ich sah viele Schmetterlinge, Vögel und Echsen. Alles war grün und riesig! Man war eins mit der Natur.
Wir hörten auch Laute von einem Brüllaffen, der nicht allzu weit entfernt sein musste. Das war sowohl beeindruckend als auch beängstigend.
Auf der gesamten Strecke hat man keinen Empfang und es sind wenige Menschen unterwegs (was logisch ist, da sich die meisten ordentlich informieren!). Wenn man abrutscht oder stürzt, hat man kaum eine Chance, schnell Hilfe zu bekommen.
Als wir an einem besonders steilen Anstieg ankamen (25 Höhenmeter auf etwa 100 Meter Wegstrecke), nahmen wir John in unsere Wandergruppe auf. Er hatte den Anstieg allein gewagt. Ich würde niemandem empfehlen, diesen Weg allein zu gehen, und er sagte direkt zu, uns nun zu begleiten.
Kurz vor Ende der offiziellen Tour machten wir tatsächlich noch einen kleinen Abstecher, denn John hatte mit einer Frau gesprochen, die etwas abseits des Weges eine Aussichtsplattform „betreibt“. Ich ließ mich überreden, noch einmal extra Stufen zu besteigen, und wurde tatsächlich belohnt! Neben Affen und Papageien hatten wir den mit Abstand besten Blick des gesamten Tages. Ich bin so froh darüber, denn das war das bisherige Highlight der Reise.
Am Ausgang angekommen, fuhren wir mit dem Bus noch einmal Richtung Hostel. Ich gönnte mir, die letzten 1,6 km mit dem Motorrad zu fahren, sodass ich weder durch den Fluss waten noch über die Hängebrücke gehen musste.
Bei einem Kaltgetränk am Pool bestätigten Heke und John, dass es für sie ebenfalls eine der härtesten Wanderungen war. Heute Morgen erzählten mir einige Gäste, dass sie bewusst an diesem Eingang losgelaufen sind, da sie morgens natürlich fitter sind und abends den entspannteren Weg zurücklegen wollten. Nun ja, wir lernen dazu.
Kurz zusammengefasst: wir liefen an dem Tag etwa 28km und der höchster Punkt waren 480 Höhenmeter.
Heute steht folgendes an: einfach nichts tun!Read more












Traveler
❤️
So stelle ich mir den Dschungel vor. Tolle Aufnahmen , hart erlaufen. Den Ruhetag habt ihr euch verdient. [Gabriela]
Traveler
Boah...fast beängstigend....und nicht verlaufen ..