• Thomas Schäfer
  • Katharina Piatza
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Kolumbien

Wir reisen etwa 3 Wochen durch Kolumbien und möchten euch auf unser kleines Abenteuer mitnehmen! Read more
  • Trip start
    January 19, 2026

    Frankfurt am Main

    January 19 in Germany ⋅ ⛅ 0 °C

    Die Aufregung steigt

    Endlich geht es los - nach der monatelangen Vorbereitung geht es heute endlich los.
    Das Wochenende war (zumindest von meiner Seite) geprägt von Koffer packen, Kinderbetreuung und Familienfeier..
    Und dann ging es heute Morgen um 4:00 Uhr Richtung Frankfurt los (nochmals danke Micha fürs Fahren).
    Wir planten bereits ein vor Ort noch mal das Gepäck umzupacken, da die Kofferwaage bei Heke leichtes Übergewicht anzeigte. Am Flughafen angekommen gab es für uns jedoch die erste positive Überraschung und das erste Learning für Heke.
    Seine tragbare Kofferwaage war auf Pfund eingestellt, sodass er nicht 24kg sonder nur 9,5 Kg (24 lb) Gespräch eingepackt hat! Umso besser, dann können wir mehr Kaffe mit nach Hause nehmen.
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  • Bogotá I

    January 20 in Colombia ⋅ ⛅ 20 °C

    Der erste Tag unserer Reise ist angebrochen und heute Morgen liefen wir durch unser Stadtviertel Santa Fe zu einer Seilbahn, die uns auf den 3.152 Meter hohen Cerro de Monserrate brachte. Die Idee war, erst einmal einen Überblick zu bekommen, da wir hier nur kurz verweilen und zum Ende unserer Reise wiederkommen. Da uns der Taxifahrer diesen Ort ebenfalls als erste Empfehlung gab, war das natürlich perfekt.

    Die Aussicht von dem Berg ist atemberaubend! Hinter uns liegen die Berge der Anden und vor uns erstreckt sich die Hauptstadt Kolumbiens. Bei einem sehr leckeren Kaffee wurde uns erst bewusst, wie groß Bogotá wirklich ist und wie viele Menschen hier leben – fast acht Millionen. Und das auf einer Höhe von 2.640 Metern.
    Neben einem sehr schönen und weitläufigen Kreuzweg gab es dort auch eine Art Marktstraße. Neben vielen Souvenirs konnten wir dort auch die ersten typisch kolumbianischen Köstlichkeiten probieren und über das eine oder andere (für uns Europäer eher untypische) Transportmittel schmunzeln.

    Wir hatten ziemliches Glück mit dem Wetter, denn gerade, als ich diese Worte schreibe, fängt es an zu Gewittern.

    Morgen geht es für uns schon weiter. Wir fliegen nach Santa Marta Richtung karibisches Meer.

    -Katharina-
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  • Reise nach Taganga

    January 21 in Colombia ⋅ 🌬 28 °C

    Heute stand ein Reisetag an.
    Wir sind noch nicht ganz in dieser Zeitzone angekommen, da wir beide immer gegen 8 Uhr deutscher Zeit wach werden und nicht mehr einschlafen können. Bei einer Zeitverschiebung von 6 Stunden ist es hier 2 Uhr nachts. Das kam uns heute zugute, da wir ohnehin zeitig aufstehen mussten. Am Flughafen angekommen, haben wir sicherheitshalber etwas Geld abgehoben, da in den kommenden Tagen hauptsächlich mit Bargeld bezahlt werden kann.

    Wir hatten wieder Glück, denn der Sitz neben mir blieb frei, sodass ich die eineinhalb Stunden entspannt aus dem Fenster schauen und Kolumbien von oben betrachten konnte.

    Auf dem Weg zu unserer Unterkunft wurde die Armut greifbar. Der Taxifahrer erzählte uns von den vielen Flüchtlingen die seit Jahren aus Venezuela kommen und wie diese die ohnehin schon raren Arbeitsmarkt-Situation in der Region beeinflussen. Auch erzählte er von der Politikverdrossenheit im Land und dem Gefühl, dass die Korruption in der Politik alle notwendigen Veränderungen und Innovationen, Ideen und Projekte verhindert.
    Es liegt sehr viel Müll herum und viele Häuser und Autos sind alt und nur notdürftig zusammengeflickt (Anmerkung von Heke: sehr kreativ und clever umgebaut à la „Pimp my Ride”).

    Heke hat es heute insgesamt gut zusammengefasst: Zu sehen, wie die Menschen hier leben, zeigt uns eine neue Sichtweise auf die Welt und komplett andere Lebensrealitäten.

    Dagegen ist unsere Unterkunft der komplette Kontrast, und ein wenig schuldig fühlt man sich schon, wenn man nun in das bereits seit Monaten gebuchtes, sehr schickes Hotelzimmer mit einzigartiger Aussicht auf die Bucht von Taganga eincheckt.

    – Katharina –
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  • In Taganga

    January 21 in Colombia ⋅ ⛅ 25 °C

    Buenos días aus Taganga!

    Gestern haben wir noch den Strand besucht und in einer kleinen Strandbar Quesadillas genossen.
    Unter einer Kokospalme haben wir das karibische Meer genossen. Als ich meinen Kopf nach hinten fallen ließ, bemerkte ich, dass zwei wilde Leguane in dem Baum über uns kletterten. Da wurde mir noch einmal bewusst, wo wir uns genau befanden.

    Den Abend haben wir noch im eigenen Whirlpool mit Blick auf die Bucht und einem Glas Wein genossen.

    Heute steht die Erkundung des kleinen Dorfes an.
    Taganga hat eine lange Geschichte als Fischerdorf und noch heute sieht man Spuren dieser Kultur in der traditionellen Fischerei. Ein Beispiel hierfür ist das Gemeinschaftsnetz (Chincorros = farbig gewebte Hängematten). Es stammt direkt von den indigenen Tayrona ab, die eine tiefe Verbindung zum Meer hatten, aber kulturell isoliert blieben, bis in den 1950er Jahren Straßen gebaut wurden. Dadurch öffnete sich das Dorf für den Tourismus.

    Mit diesem Tourismus entstand in diesem Ort ein extremer Kontrast. Während wir heute Morgen unseren Kaffee genossen, schauten wir uns das Treiben an.
    Zwischen Segelyacht und Bananenboot sahen wir jemanden, der sein Morgenreinigung im Meer erledigte, sein Hab und Gut wieder fein zusammenpackte und weiterzog. Bei uns beiden blieb die ganze Zeit ein mulmiges Gefühl zurück.
    Nichtsdestotrotz sind alle Menschen sehr freundlich, machen einem Platz und wünschen einen schönen Tag. Man fühlt sich in keiner Weise bedrängt oder unsicher.

    Danach spazierten wir an der Küste entlang. Im hinteren Teil des Dorfes wurde die Armut noch einmal deutlich spürbar. Aus dem kleinen Spaziergang wurde eine kleine Wanderung zum nächsten Strand. Die Pfade waren steinig und staubig. In der Kakteenlandschaft wuselten Eidechsen zwischen den Plastikmüllbergen. Nach einem steilen Auf- und Abstieg – Katha in Flipflops – sind wir am Strand angekommen und ins blaue Meer gesprungen.

    -Thomas-
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  • Tayrona National Park I/II

    January 24 in Colombia ⋅ ☀️ 24 °C

    Vorab schon einmal so viel: Diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen!

    Nach einem schönen Abend mit einem sehr netten Schweizer Paar (Grüße an Rachel und Stefan) standen wir heute sehr zeitig auf, um den Tayrona-Nationalpark zu besuchen. Da wir beide früh wach waren und genug Zeit hatten, machten wir uns direkt zu Fuß auf den Weg. In den verschiedenen Reiseberichten wird viel darüber berichtet, doch zumeist geht es um die verschiedenen Strände und die vier indigenen Völker der Sierra Nevada de Santa Marta, die dort leben.
    Ursprünglich war geplant, die letzten Tage unser Kolumbienreise hier zu verbringen. Der Park ist jedoch im Februar für einige Zeit geschlossen, denn er ist kein Erholungsgebiet, sondern ein heiliger Raum der indigenen Bevölkerung. Diese „Tourismus-Pause” hilft, das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur wiederherzustellen. Die Indigenen nutzen diesen Zeitraum für spirituelle Rituale (Manos), um die Störung durch Menschen auszugleichen.

    Gleich zu Beginn des Tages hatten wir bereits die erste schöne Situation: Heke lief über die Hängebrücke; die wir gestern aufgrund meiner Höhenangst geskippt haben und wir konnten die ersten Tiere bestaunen. Danach ging es an einer viel befahrenen Straße Richtung dem Eingang „El Zaino“. Dort angekommen stellten wir uns an die Schlange für das Ticket an und Heke kam direkt mit einem netten Herren Namens Wilson und seinem Sohn Juan ins Gespräch. Direkt boten sie uns an, mit ihnen gemeinsam in den Park zu fahren und uns das Geld für das Shuttle zu sparen. Da sie ohnehin mit dem Auto auf dem Parkplatz fahren, wo auch die Busschuttes hinfuhren, wäre es kein Umstand. Wir nahmen dieses liebe Angebot gerne an und so saßen wir wenig später mit der gesamten Familie in einem Toyota mit 7 Sitzen und fuhren in den Park hinein. Die Familie (bestehend aus Wilson, seiner Frau,seinem Sohn Juan und der Schwester seiner Frau) war extrem lieb. Sie waren wohl nicht allein unterwegs - zumindest rufen sie irgendein Familienmitglied in einem zweiten Auto an und schilderten, wie und wo genau es die Tickets gibt, wie teuer diese sind und wie man mit dem Auto in den Park gelangt. Es war ein kleines durcheinander und es erinnerte mich ein wenig an meine Familie, wenn wir mit mehreren Autos unterwegs sind ;)

    Dort angekommen machten wir uns (nun jedoch zu zweit) auf den öffentlichen Wegen entlang Richtung Stand. Der Wanderweg ging auf und ab und ich warnte Heke bereits, dass er den Rückweg wohl etwas Geduld mit mir haben müsste.
    Nachdem wir die Berge überquert hatten liefen wir an verschieden Stränden vorbei bis zum Cabo San Juan de Guida, einem der bekanntesten Strände Kolumbiens (was leider viele für ihren Instagram-feed zeigen wollen).
    Wir versuchten also so zeitig wie möglich dort zu sein, damit wir den wunderschönen Strand mit möglichst wenig Menschen bestaunen konnten.
    Dort angekommen gönnten wir uns eine kleine Pause und trafen tatsächlich irgendwann wieder auf unseren hiflsbereiten Herrn Wilson und bedanken uns erneut für das mitnehmen.

    Da der Strand aber sehr schnell sehr voll wurde, beschlossen wir recht bald weiterzuziehen. Der nächste Strand war nur fünf Minuten durch den Dschungel entfernt. An diesem menschenleeren Traumstrand gönnten wir uns eine längere Pause und trafen erneut auf unsere Schweizer Freunde vom Vorabend. Sie würden die Nacht im Nationalpark in einer Hängematte mit traumhafter Aussicht (siehe Bild) verbringen.
    -Katharina-
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  • Tayrona National Park II/II

    January 24 in Colombia ⋅ ☁️ 26 °C

    Heke und ich überlegten, welcher der beste Weg zurück ist. Es gab zwei Optionen: Entweder wir laufen den gleichen Weg zurück – vorbei an all den Menschenmassen und teilweise ohne Schatten in der noch extremen Mittagshitze – oder wir nehmen den kurzen Weg, was bedeutet; dass wir an einer anderen Stelle des Parks herauskamen und von dort den Bus zurück zum Hostel nehmen müssen. Wir kamen zu dem Entschluss, dass der kürzeste Weg der bessere und schnellere sei.
    „Lieber kurz und steil als lang und nicht so steil“, so Hekes Argumentation. Naja, falsch gedacht. Es ging quasi nur bergauf. Heke war so gut und trug den Rucksack. Er wartete geduldig und half mir, meine Selbstachtung zu bewahren. Er ließ mich meine Pausen machen, wann immer ich eine brauchte und lief gerne mit etwas Abstand vor/hinter mir, sodass ich gut mich auf mich konzentrieren konnte. Es war eine der härtesten Wanderungen in meinem Leben. (Anmerkung Heke: Ich habe die Pausen auch gebraucht und sie gleich genutzt, um mich umzuschauen und umzuhören.)
    Über 450 Höhenmeter rauf und runter – insgesamt etwa 13 km. Ich konnte die Umgebung kaum genießen, obwohl der Weg traumhaft war. Heke sah Lisztaffen, die nur noch hier wild leben. Ich sah viele Schmetterlinge, Vögel und Echsen. Alles war grün und riesig! Man war eins mit der Natur.
    Wir hörten auch Laute von einem Brüllaffen, der nicht allzu weit entfernt sein musste. Das war sowohl beeindruckend als auch beängstigend.

    Auf der gesamten Strecke hat man keinen Empfang und es sind wenige Menschen unterwegs (was logisch ist, da sich die meisten ordentlich informieren!). Wenn man abrutscht oder stürzt, hat man kaum eine Chance, schnell Hilfe zu bekommen.
    Als wir an einem besonders steilen Anstieg ankamen (25 Höhenmeter auf etwa 100 Meter Wegstrecke), nahmen wir John in unsere Wandergruppe auf. Er hatte den Anstieg allein gewagt. Ich würde niemandem empfehlen, diesen Weg allein zu gehen, und er sagte direkt zu, uns nun zu begleiten.

    Kurz vor Ende der offiziellen Tour machten wir tatsächlich noch einen kleinen Abstecher, denn John hatte mit einer Frau gesprochen, die etwas abseits des Weges eine Aussichtsplattform „betreibt“. Ich ließ mich überreden, noch einmal extra Stufen zu besteigen, und wurde tatsächlich belohnt! Neben Affen und Papageien hatten wir den mit Abstand besten Blick des gesamten Tages. Ich bin so froh darüber, denn das war das bisherige Highlight der Reise.

    Am Ausgang angekommen, fuhren wir mit dem Bus noch einmal Richtung Hostel. Ich gönnte mir, die letzten 1,6 km mit dem Motorrad zu fahren, sodass ich weder durch den Fluss waten noch über die Hängebrücke gehen musste.

    Bei einem Kaltgetränk am Pool bestätigten Heke und John, dass es für sie ebenfalls eine der härtesten Wanderungen war. Heute Morgen erzählten mir einige Gäste, dass sie bewusst an diesem Eingang losgelaufen sind, da sie morgens natürlich fitter sind und abends den entspannteren Weg zurücklegen wollten. Nun ja, wir lernen dazu.

    Kurz zusammengefasst: wir liefen an dem Tag etwa 28km und der höchster Punkt waren 480 Höhenmeter.

    Heute steht folgendes an: einfach nichts tun!
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  • Ruhe- und Reisetag

    January 26 in Colombia ⋅ ☁️ 30 °C

    Wir beide haben die gestrige Pause sehr genossen. Ich bin überrascht, dass wir von unserer Wanderung keinen Muskelkater bekommen haben.
    Die meiste Zeit des Tages lagen wir entweder am Pool oder in der Hängematte, beobachteten die Tiere, die an unserem Hostel vorbeikamen und genossen die Sonne. Trotz regelmäßigen Eincremens und eigentlich nur im Schatten sitzen habe ich leider dennoch einen leichten Sonnenbrand bekommen. Heke machte sich auch noch mal auf und erkundete die nähere Umgebung.

    Hier im Hostel lernt man viele Backpacker kennen, unter anderem aus Belgien, den Niederlanden, den USA und Argentinien, und tauscht sich über die bisherigen Erfahrungen aus. Insgesamt ist das Hostel an sich schon ein kleines Abenteuer; hier ist ein ständiges Kommen und Gehen.
    Wie ich bereits sagte, sind wir hier mitten im Dschungel. Wir hatten eine kleine Hütte mit einer riesigen Luke ins Grüne, durch die wir auch Affen beobachten konnten. Es gab Gemeinschaftsduschen und -toiletten, bei denen man die Affen beobachten konnte, wenn sie denn vorbeikamen. Tatsächlich ist es auch vorgekommen, dass wir kein fließendes Wasser hatten..

    Heute Morgen ging es für uns weiter. Nachdem es im Paradies geregnet hatte, fuhren wir bei Sonnenschein mit dem Taxi Richtung Flughafen und flogen nach Medellín.

    Die zweitgrößten wohl bekannteste Stadt Kolumbiens hat sich in den letzten 20 bis 30 Jahren sehr gewandelt. Viele kennen die „Stadt des ewigen Frühlings“ aufgrund der Drogenkartelle und Gewalt in den 1980/90er Jahren und des sagenumwobenen Pablo Escobar. Viele Jahre wurde Touristen eher davon abgeraten, nach Medellín zu kommen. Inzwischen gilt Medellín jedoch als eine der sicheren und schönsten Städte Kolumbiens.

    Wir sind bei Nacht angekommen und fuhren quasi in dieses Tal der Anden hinein. Es ist etwas eigenartig, wieder in der Großstadt zu sein.
    Doch der Blick auf die Lichter der Stadt ist traumhaft und mein erstes Gefühl war ganz anders, als ich erwartet hatte.
    Auch unsere Unterkunft ist ein wahrer Traum. Wir haben sogar den Luxus einer Badewanne, worauf ich mich natürlich besonders freue.

    Ich bin ehrlich gespannt, was wir in den kommenden Tagen erleben werden – wir werden euch natürlich berichten.

    -Katharina-
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  • Medellin - Comuna 13

    January 27 in Colombia ⋅ 🌧 19 °C

    Den Tag heute muss ich erst einmal sacken lassen. Es war eine Überdosis an Informationen und Eindrücken.

    Wir haben uns entschlossen, an einer geführten Stadttour in Medellín teilzunehmen. Um die Kultur einmal komplett zu erleben, haben wir an einer Graffiti-Streetfood-Tour teilgenommen.

    Vom Treffpunkt aus fuhren wir mit unserem Guide Juan zunächst mit der Metro und der Seilbahn in die Comuna 13, wo er aufgewachsen ist. Er erklärte uns die jüngere Geschichte des Stadtviertels. Seit dem Jahr 2000 hat die kolumbianische Regierung hier drei große Operationen durchgeführt. Eine davon war im Oktober 2002, als die Regierung mit 1000 Soldaten und Hubschraubern das Viertel abriegelte: „Operation Orion”. 

    Das Ziel war es, die Guerilla-Truppen zu vertreiben. Laut Juan wurden dabei 5.000 Menschen hingerichtet. 

    Der Einsatz dauerte drei Tage und zwei Nächte, in denen die Menschen ohne Strom auskommen mussten und ihre Häuser nicht verlassen durften.

    Am dritten Tag gingen die zivilen Anwohner mit dem „Marcha de los Pañuelos Blancos“ (Marsch der weißen Tücher) in den Widerstand.

    Tausende Bewohner gingen mit weißen Tüchern auf die Straßen. Dies war ein Signal der Neutralität und eine Forderung nach einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen.

    Dieser „weiße Marsch“ gilt heute als einer der mutigsten Akte des zivilen Ungehorsams in der Geschichte Medellíns.

    Dieses Massaker hat bei den Anwohnern deutliche Spuren hinterlassen, die sie heute in Tanz, Poetry und der berühmten Graffitikunst verarbeiten.

    Das konnten wir heute miterleben.

    Der Stadtteil ist eine Mischung aus einfachen Wohnungen, in denen nur eine Matratze steht, und leuchtend bunten Graffitis und Lichtern. Dazu kommt laute Musik, Unmengen an Souvenirshops, Breakdance und Streetfood.

    Man fühlte sich wie in einem verrückten Traum. Am Ende saßen wir in einer Rooftop-Bar, tranken ein Bier und ließen die Aussicht auf Medellín auf uns wirken.

    Neben der Comuna 13 ist ein grüner Hügel zu sehen.  Das ist der „La Escombrera”, das Massengrab der Operation Orion.

    Ach ja, und wir haben auch eine geröstete Riesenameise probiert.

    Thomas
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  • Piedra del Peñol und Guatapé

    January 28 in Colombia ⋅ ⛅ 18 °C

    In unserem letzten Beitrag haben wir uns auf unsere Erlebnisse in der Comuna 13 konzentriert. Tatsächlich haben wir davor jedoch auch eigenhändig den einen oder anderen Bezirk in Medellín erkundet. Wir liefen einfach los und waren erstaunt, wie grün und sauber die Stadt ist. Es war spannend zu sehen, wie vieles „vor der Tür“ organisiert und besprochen wird und wie hilfsbereit die Menschen sind. Insbesondere ich habe mich auf der gesamten Reise bisher in keinem Moment unsicher oder belästigt gefühlt. Im Gegenteil! Die Menschen hier waren immer sehr aufmerksam, ehrlich und rücksichtsvoll. Das nächste Mal würde ich wohl auch allein nach Kolumbien reisen.

    Nach den vielen Eindrücken vom Vortag, beschlossen wir, unseren Ausflug „ins Grüne“ vorzuverlegen. Wir beide hatten das Bedürfnis, einen etwas ruhigeren Tag zu verbringen, und so fuhren wir mit dem Bus etwa zwei Stunden raus aus Medellín. Es ist verrückt, wie schnell sich die Landschaft verändert. Wir fuhren zum Piedra del Peñol. Dieser 220 Meter hohe Felsen ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes. Von ihm aus hat man einen wunderschönen Blick über die anliegenden Seen und die hügelige Landschaft der Provinz Antioquia. Wir liefen die etwa 300 Stufen zum Eingang der Sehenswürdigkeiten zusammen. doch während Heke aufbrach, um den kompletten Felsen mit seinen über 700 Stufen zu besteigen, machte ich es mir auf einer Erhöhung im Schatten gemütlich und genoss die ebenfalls sehr schöne Aussicht.

    Anschließend fuhren wir mit einem kleinen TuckTuck nach Guatapé. Dieser kleine Künstlerort ist bekannt für seine bunten Häuser. Wir schauten uns das Örtchen mit den vielen kleinen Geschäften und Gallerien an und in dem Moment, in dem wir in den Bus zurück nach Medellín einstiegen, fing es an zu regnen.

    Es ist wirklich verrückt, wie wir gefühlt jeden Tag in einer neuen „Welt“ sind und wie unterschiedlich selbst so nahegelegene Regionen sein können.

    -Katharina-
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  • Medellín II

    January 29 in Colombia ⋅ 🌧 23 °C

    An unserem letzten Tag in Medellín wollten wir noch einmal die Stadt und ihren Lifestyle auf uns wirken lassen.

    Zunächst fuhren wir in einen botanischen Garten und stellten uns vor, wie die Anwohner in ihrer Freizeit die Naherholung im Garten nutzen.

    Anschließend habe ich an einer Fahrradtour durch die Stadt teilgenommen. Gleich zu Beginn ging es einen steilen Berg hinauf. Das hatten die anderen in der Gruppe wohl schon vermutet, denn ich war der Einzige, der sich kein E-Bike gemietet hatte.

    Fahrbahnmarkierungen gelten hier für Fahrräder und Autos eher als Orientierung. Auch eine rote Ampel kann schon mal ignoriert werden.
    Unser Guide hat ebenfalls schnell einen Haken geschlagen. Da hieß es: dranbleiben! Es war ein schöner Spaß.

    Sogar das überfüllte Downtown konnten wir erkunden. Diese ist mit ihren zahllosen Ständen leicht überfordernd.

    Unser Guide konnte uns einen schönen Einblick in das Leben und die Entwicklung der Stadt gewähren.

    Medellín liegt in einem Tal in den Anden. In den Bergen bietet sie genügend Platz zur Ansiedlung. Dies nutzten die Spanier, nachdem die Goldgebiete abgeerntet waren.

    Güter müssen über die Bergpässe transportiert werden. Diese Fahrzeiten sind doppelt so lang wie bei uns.

    Für solche langen Reisen hat sich eine kolumbianische Spezialität entwickelt.
    „Pandeja Paisa”.
    Das ist ein reichhaltiger Teller mit Reis, Bohnen, Fleisch, Ei, Avocado, Kochbanane und Chorizo.

    Das Menü war auch für uns super. Denn am nächsten Tag stand die lange Busfahrt nach Salento an.

    Thomas
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  • Salento I

    January 31 in Colombia ⋅ 🌧 17 °C

    Gestern stand wieder ein Reisetag auf dem Programm: Über acht Stunden ging es von Medellín nach Salento. Die Fahrt war an sich schon ein Erlebnis. Der Bus war recht klein und die Sitze sehr eng. Im „Radio“ lief kolumbianischer Schlager (inklusive Musikvideos) in Dauerschleife , was ziemlich nervenend war (Anmerkung Heke: Wir hatten die spanische Neschwitzer Schlagernacht). Doch wir sahen auch sehr viel von den Anden und der wunderschönen Natur Kolumbiens.

    Da wir nicht direkt in Salento wohnen, bot unser Host uns an, uns direkt dahin mitzunehmen. Wir nahmen dieses Angebot natürlich gerne an. So erkundeten wir direkt am ersten Tag das kleine Örtchen Salento, das insbesondere bei Touristen, aber weniger bei den Kolumbianern, bekannt ist.

    Nach einem schönen Frühstück machten wir uns heute auf zu einer Kaffee-Tour. Nach einer etwa einstündigen Wanderung kamen wir in einer kleinen Kaffeefarm an und hatten das große Glück, eine komplett private Tour mit Stiven zu bekommen. Er erklärte uns alles rund um das Thema Kaffee. Wir erfuhren was über die verschiedenen Arten des Kaffees und deren verschiedenen wirkungsweisen, den kompletten Prozess der Kaffee-Produktion mitsamt dessen Besonderheiten und Schwierigkeiten. Er zeigte uns genau, woran man qualitativ hochwertigen Kaffee erkennt, und verriet uns, dass die Kolumbianer selbst tatsächlich die schlechteste Kaffeequalität überhaupt trinken - den„Café tinto“. Anschließend bot er uns an, den Prozess selbst durchzuführen. Also sammelten wir Kaffeebohnen per Hand ein, schälten und säuberten sie, lernten den Trocknungsprozess kennen, rösteten und mahlten den Kaffee. Am Ende zeigte er uns auch, wie man ihn am besten zubereitet. Die Tour war wirklich interessant und bereits jetzt ein Highlight unseres Aufenthalts hier in Salento.

    Anschließend entschieden wir uns für eine weitere kleine Wanderung nach Salento.

    Morgen steht wieder ein Wandertag an: Dann möchten wir Richtung La Carbonera zu den riesigen Wachspalmen wandern.
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  • La Carbonera

    February 1 in Colombia ⋅ 🌧 15 °C

    Heute ging es nach La Carbonera, einem etwas abgelegenen und ruhigen Tal, das etwa zwei Stunden von Salento entfernt liegt. Wir buchten eine Tour, bei der wir durch einen der großen Wachspalmen-Wälder wanderten. La Carbonera ist zwar nicht ganz so bekannt wie das Valle de Cocora, aber wir hatten auch nicht unbedingt Lust auf so viele Touristen. Jemand hat es gestern so beschrieben: „Das ist wie Disneyland, so viele Menschen.“

    Wir fuhren also in einem Jeep Richtung La Carbonera und hatten bereits auf der Hinfahrt unsere Probleme. Durch den Regen der letzten zwei Wochen, insbesondere in der letzten Nacht, war der Weg ins Tal sehr nass und rutschig. So sehr, dass auch wir steckenblieben und starke Manneskraft benötigten, um unseren Jeep aus dem lehmigen Boden wieder herauszuholen.

    Danach fuhren wir zu unserem Startpunkt der Hiking-Tour auf 2.900 Höhenmeter. Das hier, weitab vom Meer, Palmen wachsen, ist schon erstaunlich.
    Unser Guide Daniele, ein wirklich cooler Biologe, lief mit uns das Tal hinab. Er erzählte uns (leider auf Spanisch) sehr leidenschaftlich von der Region sowie den Palmen und Tieren die heimisch sind. Er erklärte uns, dass die Palmen zwischen 45 und 60 Meter hoch wachsen und dass die Spanier, als sie hierher kamen, die Wälder stark abgeholzt und eine großflächige Wasserversorgung installiert haben, um beispielsweise Kartoffeln anzubauen. Das unterbracht den natürlich gewachsenen „Palmenfluss“, welcher zwischen dem atlantischen und pazifischen Ozean existierte.

    Nun wurden vor sehr vielen Jahren wieder „künstlich“ Palmen angepflanzt, um das Naturgebiet in sein ursprüngliches Gleichgewicht zurückzuversetzen. Die Palmen wachsen sehr langsam, können jedoch bis zu 300 Jahre alt werden. Daniele zeigte uns verschiedene Entwicklungsstadien, beginnend mit den sogenannten „Baby-Palmen“ sowie Palmen, die etwa 25 Jahre alt sind (sie wirken wie ein riesiges Blatt). Er erklärte uns auch, dass Palmen extrem resistent sind und das man „die schlechten Jahre“ an den äußeren Jahresringen gut erkennen kann.
    Darüber hinaus schilderte er uns viele biologische Zusammenhänge , die wir nur bedingt verstanden, und ging mit uns in den ursprünglichen Teil des Waldes um uns den klimatischen Unterschied zu zeigen.

    Die meiste Zeit der Wanderung gab es nur einen sehr schmalen Weg auf dem wir bergab gehen konnten und aufgrund des nassen Bodens mussten wir extrem aufpassen, nicht abzurutschen. Im zweiten Teil der Wanderung führte uns Daniele zu einem kleinen Fluss. Das war, um ehrlich zu sein, nicht ganz ungefährlich, denn der Abstieg war sehr steil und der Boden extrem rutschig. Zudem mussten wir mehrfach durch den Fluss waten.
    Am Ende der Wanderung führte uns Daniele noch zu einem wunderschönen Wasserfall.

    Der Rückweg nach Salento war noch einmal ein Abenteuer für sich. Durch den anhaltenden Regen, den wir auf unserer Seite des Berges nicht bemerkt hatten, waren die Wege noch nasser und sehr schlecht befahrbar. So blieben wir erneut im Schlamm stecken.

    Es war ein schöner und aufregender Tag. Den letzten Tag in hier in der Region rund um Salento wollten wir in Ruhe verbringen. Durch den Schlamm und die Nässe müssen die Klamotten und Schuhe gewaschen und getrocknet werden. Ansonsten werden wir den Tag sicher mit einem Buch in der Hängematte verbringen und die vielen verschieden Vögel beobachten, bevor wir am Dienstag wieder nach Bogotá weiterreisen.

    -Katharina-
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  • Ruhe- und Reisetag

    February 2 in Colombia ⋅ 🌧 23 °C

    Und schon sind wir wieder auf dem Weg nach Bogotá. Dies ist die letzte Station unserer Kolumbien-Tour und wir beide stellen fest, dass wir uns gedanklich bereits auf das Ende unserer Reise einstellen. Die letzten Wochen waren sehr intensiv und wir sind langsam etwas müde von all den Eindrücken und Erfahrungen.

    Gestern verbrachten wir den Großteil des Tages in unserer Unterkunft und beobachteten die vielen Vögel, die immer wieder an unserem Balkon vorbeiflatterten. Es ist ein wahres Spektakel und ich bin jedes Mal extrem fasziniert, wenn ich einen Kolibri sehe! Die Unterkunft ist wirklich perfekt, um die unterschiedlichen Vogelarten der Region zu bestaunen. Da das Wetter gestern sehr wechselhaft war und meine Schuhe leider immer noch nass waren, entschieden wir uns, nicht noch einmal zu einem nahegelegenen Wasserfall zu wandern. Dafür fuhren wir noch ein letztes Mal nach Salento, um dort zu Abend zu essen und eine Flasche Wein für den Abend zu besorgen. Anschließend saßen wir mit unserem „Nachbarn“ Winn aus Holland auf unserem Balkon zusammen. Er erzählte uns von seiner Radtour, seinen bisherigen Reisen durch Südamerika und dem Mauerfall.

    Heute Morgen packten wir unsere Rucksäcke und fuhren mit dem Taxi zum Flughafen nach Pereira. Zum ersten Mal läuft nicht alles ganz glatt, doch da wir genügend Zeit eingeplant haben, kamen wir trotz allem rechtzeitig an.

    Die letzten zwei Tage verbringen wir noch etwas Zeit in Bogotá. Wir haben noch nichts Konkretes geplant, daher lassen wir uns überraschen.

    -Katharina-
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  • Abschluss

    February 6 in Colombia ⋅ ☁️ 17 °C

    Und so nähern wir uns dem Ende unserer Reise. Nachdem wir noch zwei Tage in Bogotá verbracht haben, an denen Heke bspw. eine Fahrradtour unternahm und ich die Ruhe des botanischen Garten genoss, sitzen wir nun im Flieger Richtung Frankfurt am Main.

    Die Zeit verging wie im Flug. So viele Eindrücke und Erlebnisse müssen erst einmal verarbeitet werden.

    Insgesamt hatten wir bei unserer Planung ziemlich viel Glück. Normalerweise ist von Dezember bis Ende Februar Trockenzeit, doch in den letzten zwei Wochen hat es so stark in Kolumbien geregnet, dass tatsächlich viele Straßen und Städte überschwemmt wurden. Wir haben davon nur sehr wenig mitbekommen, da wir diesen Unwettern immer aus dem Weg gegangen sind.
    Manchmal war es für uns sehr verwunderlich, wenn wir beispielsweise von den starken Überschwemmungen in Medellín hörten, wir aber ausgerechnet an diesem Tag in Guatapé waren. Da es besonders die Menschen im Tal getroffen hatte, bekamen wir auf dem Hang im Anschluss tatsächlich etwas davon mit.
    Aber auch in Salento und Santa Marta hatten wir ziemliches Glück. Hätten wir die Tour wie anfangs gedacht in Salento begonnen und in Santa Marta beendet, dann hätten wir unsere Reise mit wenig Sonne und ziemlich starken Unwettern beendet.

    Insgesamt war die Reise einfach schön! Die Menschen sind sehr ultra nett, sehr rücksichtsvoll immer aufmerksam und offen. Insgesamt habe ich mich zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt - im Gegenteil. Dieses Land hat mich in jeder Hinsicht positiv überrascht und ich freue mich, irgendwann wiederzukommen, um die Regionen und Städte zu besuchen, für die wir in den letzten Wochen leider keine Zeit hatten.

    Zum Abschluss möchte ich mich bei euch bedanken, dass ihr unseren Worten „gelauscht“ und unsere Reise mitverfolgt habt. Ich hoffe sehr, dass unser Reisebericht euch das eine oder andere Neue gezeigt hat.

    Somit verabschiede ich mich und freue mich, den einen oder anderen bald wieder persönlich zu sprechen.

    -Katharina-
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    Trip end
    February 6, 2026