Nächtlicher Besuch
March 1, 2021 in Namibia ⋅ ☁️ 16 °C
02:00 Uhr Nachts, es raschelt irgendwo am Dach. Ein paar Tierlaute sind zu hören. Es regnet und windet sehr, eindeutig noch Regenzeit in Namibia.
Kurz darauf wieder ein Rascheln, dieses Mal nicht am Dach sondern an den Koffern, dann immer wieder ein kleines fiepen...
Bei meinem letzten Aufenthalt am Waterberg wurden wir von einem Affen überrascht. Er ist durch einen kleinen Spalt am Fenster eingestiegen, hat sich in Windeseile alles Essbare unter den Arm geklemmt und ist wieder abgezogen.
Mittlerweile stehen zur Abschreckung der Tierischen Besucher kleine Druckluft-Tröten in jedem Zimmer. Die Wirkung... eher dürftig.
Entsprechend stieg Panik auf, vor allem da wir kein Fenster gekippt hatten und die Türe abgeschlossen ist.
Meine bessere Hälfte interessiert das ganze herzlich wenig, er schläft den Schlaf seines Lebens!
Dann wieder ein rascheln und Quieken, dieses mal direkt am Fußende.
Ich wecke meinen Mann und versuche ihm im dunkeln, flüsternd um den Einbrecher nicht auf uns Aufmerksam zu machen, die Situation zu verdeutlichen.
Unbeeindruckt greift er zu der Tröte und macht kurzer Hand einen Höllen Lärm. „Da is nix“ und zack ist er wieder im Reich der Träume.
Es stürmt immer noch und regnet als wolle eine neue Sintflut den Waterberg überschwemmen.
Vielleicht ist ja meine Fantasie mit mir durch gegangen...
Dann wieder ein Rascheln, wieder an den Koffern. Ich wecke wieder das starke Geschlecht, das jetzt, leicht genervt, wieder die Tröte in die Hand nimmt und Lärm macht.
Dieses Mal lässt er sich herab und schaltet das Licht ein. „Da Ist Nichts! Jetzt schlaf weiter“, Licht aus - Mann schläft.
Doch beim nächsten Mal hört auch er es!
Irritiert, dass die Geräusche tatsächlich IM und nicht vor dem Bungalow sind, tastet er nach der Lärm-Dose. Auch ihm scheint es ein bisschen unwohl zu sein. Er wirft sich die Stirnlampe um den Kopf, schlüpft in seine Badelatschen und wagt sich Todesmutig unter dem Moskitonetz vor... nicht. Die Spinne vom Abend zuvor sitzt noch am gleichen Ort und auch sonst hat sich nichts bewegt. Auch ich versuche im Dunklen meine Stirnlampe auf zu bekommen und schließe mich der Suche an. Dann plötzlich wieder ein Rascheln an den Koffern, aber immer noch nichts zu sehen.
Als wir einen Koffer wegschieben entdecken wir ihn, den Einbrecher!
Ein kleines Streifenhörnchen sitzt irritiert zwischen den Koffern, in seinen kleinen Händchen die Tüte Instant Kakao-Pulver und die beiden Zucker Tütchen. Starr vor schreck sitzt es da und schaut und an... lässt den Zucker fallen, klemmt sich den Kakao zwischen die Beißer und klettert hoch unters Dach. Noch ein kurzer Blick über die Schulter und weg ist es.
Erleichtert bewegen wir uns zurück ins Bett und versuchen zu schlafen. Es hat aufgehört zu regnen und die Wolkendecke reißt auf.
Mittlerweile ist es kurz vor 6:00 Uhr und am Horizont wird es heller.
Vom Bett aus genießen wir einen Sonnenaufgang wie ihn Hollywood nicht schöner hätte animieren können.
Das kleine Streifenhörnchen ist noch zwei Mal eingebrochen und hat sich seine Zucker-Tütchen geholt.
Genau so in der folgenden Nacht - WILLKOMMEN IN AFRIKARead more
