Popa Fälle
April 2, 2021 in Namibia ⋅ ☀️ 29 °C
Nach den zwei Nächten am Waterberg, in denen wir erstmal in Afrika angekommen sind, ging es eine lange Strecke bis nach Divundu.
Die Sandpiste unterhalb des Waterbergs wurde schnell zum asphaltierten Highway und die Kilometer schmelzen bei angenehmen 120 km/h Reisegeschwindigkeit nur so dahin.
In 2020 war unser Plan die Viktoria Fälle zu besuchen. Das ist in diesem Jahr leider nicht möglich.
Trotzdem wollten wir den Caprivi erkunden und haben die Reihenfolge der Buchungen beibehalten. Daher ist Divundu nur als Zwischenstopp nach Katima Mulilo geplant gewesen.
Beim Betreten des Hotels haben wir diese Entscheidung allerdings schon bereut.
Nachdem die letzten Kilometer doch wieder über Schotter und Sandpisten ins Hinterland führten waren unsere Erwartungen nicht all zu hoch.
Uns begrüße freudestrahlend und in perfektem Englisch eine zuvorkommende Empfangsdame. Diese war wohl auch darüber informiert, dass wir einen Game Drive mitmachen wollten, zu dem wir allerdings eine halbe Stunde zu spät waren.
Alternativ hatte sie uns auf eine Sundowner Bootsfahrt auf dem Okovango zu den Poppa Fällen gebucht.
Die Shametu River Lodge vermittelt den Eindruck einer kleinen Oase.
Direkt unterhalb der Popa Falls bietet sie wunderschöne Chalets die direkt am Wasser liegen. In trockeneren Monaten könnte man direkt von der eigenen Terrasse aus auf die Fälle schauen. Da wir aber direkt nach bzw. am Ende der Regenzeit hier sind bietet sich uns ein Ausblick auf das Flussufer, Palmen, unzählige Vogelarten und zwischen dem dicht wachsenden Schilf kann man die Fälle erahnen.
Hier hätte ich auch die kommenden drei Wochen problemlos verbringen können. Das Sonnendeck mit Pool und Bar ist auf Stegen über den Fluss gebaut und bietet, mal wieder, einen auf seine eigene Art einzigartigen Ausblick.
Von hier aus geht es auch los zum nächsten Sundowner.
Am Waterberg haben wir andere Reisenede getroffen, die einige Tage zuvor auch hier waren. Sie haben erzählt, dass ein Hippo das Boot angegriffen und es fahruntauglich gemacht hat. Darum konnten Sie die Gegend nur auf dem Festland erkunden.
Anscheinend konnte das Boot relativ schnell repariert werden und so fanden wir uns am späten Nachmittag zusammen mit einem namibischen Paar auf dem kleinen Katamaran ein und legten ab.
Die erste Stunde ging es flussabwärts und man konnte Hippos beobachten, die allerdings eher die Flucht ergriffen als sich mit uns anzulegen.
Neben ein paar Krokodilen, die auf schattigen Sandbänken dösten bot sich eine uns ein schöner neuer Blickwinkel vom Fluss auf die Ufer und umliegenden Dörfer. Kinder, die mit Ästen angelten - Frauen die im Fluss die Wäsche waschen und Hirten, die ihre Ziegen und Kühe ans frische Wasser trieben. Von der Straße aus sieht man nur die runden Stroh- und Lehmhütten, jetzt sieht man auch das Leben hinter den Holzzäunen.
Nach kaum einer Stunde verließ uns das namibische Paar und wir waren mit unserem Guide allein unterwegs. Wieder flussaufwärts steuerten wir am Hotel vorbei, entlang der Palmen und dem schilfbewachsenem Ufer direkt auf die Popa Falls zu.
Die Popa Falls sind keine herkömmlichen Wasserfälle, sondern eher Stromschnellen, durchsät von rundgeschliffenen Felsbrocken. Dazwischen immer wieder kleine Inseln aus Flusssand.
Wir legen an einer der Inseln an und dürfen das Boot verlassen.
Anscheinend ungefährlich, Krokodile seien hier nicht wegen der Strömung und die Hippos sind wohl eher Flussabwärts zu finden. Also betreten wir die kleine Insel mit dem wohl feinsten Sand den ich jemals zwischen meinen Zehen gespürt habe.
Unser Guide bleibt auf dem Boot und die Kleingruppe aus einem anderen Hotel zieht noch vor Sonnenuntergang von der Insel ab.
Wir genießen mal wieder einen spielfilmreifen Sonnenuntergang bevor auch wir uns wieder dem Rückweg widmen.
Die Region um die Popa Falls ist bei Einheimischen sehr beliebt. Angeln ist Nationionalsport, wie in zuvor ausgiebig erklärt wurde, und die Gegend ist noch nicht zu weit von den großen Städten entfernt. Lange Wochenenden werden daher für halbwegs luxuriöse Angeltrips genutzt. Quasi das Naherholungsgebiet Namibias.
Trotzdem sind wir die einzigen Gäste beim Abendessen. Die Namibier sind auf dem angrenzenden Campingplatz und genießen ein Braai mit anderen Anglern und Campern.
Wir dagegen bekommen ein sterneverdächtiges 3-Gänge Menu serviert. Das bisherige Highlight der Reise: Steak von der Eland Antilope.
Schade, dass wir hier nicht länger bleiben können. Das nächste Mal wird anders geplantRead more





