• Bootsfahrt zum Zambezi

    April 4, 2021 in Namibia ⋅ ☀️ 32 °C

    Nach dem ernüchternden Tripp durch den Caprivi ziehen wir uns im Zimmer kurz um und bedienen uns unserer immer leerer werdenden Sonnencreme.
    Meine bessere Hälfte träumt davon den Zambezi zu sehen. Ursprünglich sollte das an den Victoria Fällen geschehen, da man aber mal wieder einen Corona Test benötigen würde und sich durch Unmengen Papierkram wälzen, haben wir das auf einen der nächsten Trips verschoben.
    Unsere Lodge liegt an einem Seitenarm des Zambezis und ist hier schon gute 100 Meter breit. Der Betreiber bietet normalerweise Angelausflüge und Vogelbeobachtungen an. Da wir heute die einziehen Gäste sind hat er seinen Bootsfahrern des Vertrauens angerufen, der uns in Motorboot auf den Zambezi bringt.
    Eigentlich sollte das kein Sundowner werden aber die Kühltruhe mit Wasser, Weißwein und zwei Gläsern steht schon bereit als wir auf das Boot steigen.
    Und schon geht es los, durch Seerosen und Lotusblüzen, zwischen ganzen Inseln aus Schilf hindurch. Immer wieder muss unser Guide den Motor abschalten und ihn von Seegras und Wurzeln befreien. Hier und da fährt er langsamer, erklärt uns vieles über das Leben am Zambezi, die Tiere, die Menschen, die Vorteile an einem so großen Fluss zu Leben und natürlich auch die Gefahren, die dadurch entstehen.
    Nach einer guten Stunde ist es dann so weit, wir biegen auf die Hauptader des Zambezi.
    Zu unserer Linken die letzte kleine Insel die noch zu Namibia gehört, zu unserer Rechten Simbabwe.

    Dazwischen der Fluss, der an dieser Stelle noch nicht einmal am breitesten ist. Unser Guide gibt an, hier sei der Fluss gut 400 Meter breit und über 10 Meter tief. Es hat allerdings seit 6 Wochen schon nicht mehr geregnet und der Wasserstand ist schon um einen Meter zurück gegangen. Wir können uns nur vorstellen, wie breit der Fluss zu seiner besten Zeit sein muss und wie viele Orte und Inseln dann überflutet sind.
    Wir fahren eine Weile den Zambezi entlang.
    Immer wieder schrecken ganze Vogelschwärme aus dem Schilf auf und bilden beeindruckende Formationen am Himmel.
    Dann zeigt er uns noch ein traditionelles sambisches Fischerdorf, das sich doch etwas zu den bisher gesehenes Rundhütten unterscheidet.
    Wir legen an weil er einen Freund sehen mag, was wegen Corona und dem hohen Wasserstand gerade anders nicht möglich ist.
    Raffa bekommt Panik, wir allein mit dem Guide, über die sambische Grenze, kein Empfang mit dem Handy, kein Mensch der wüsste wo wir sind. Er steht von seinem Platz auf und verkriecht sich ans hintere Ende des Bootes. Aber es bequemt sich gerade mal ein neugieriges Huhn aus einer Hütte heraus und beäugt uns. Die Bewohner scheinen alle unterwegs zu sein.
    Wir legen wieder ab und wie der Motor zu heulen beginnt kommt aus dem Schilf ein Junge auf einen Mokoro gepaddelt.

    Mokoros sind traditionelle Boote die aus einem ganzen Stamm gefertigt werden.
    Die Menschen stehen am hinteren Ende und paddeln mit langen Ästen. Es erinnert ein bisschen ans SUP. Sie befahren damit den kompletten Fluss und angeln. Es macht einen sehr idyllischen Eindruck.
    Der Junge und unser Guide unterhalten sich kurz und dann geht es zurück in Richtung Lodge.
    Bei einem eiskalten Glas Wein erzählt uns unser Guide von der Fischerei und ein bisschen von seinem Dorf.
    Währenddessen bietet sich mal wieder ein Sonnenuntergang der Extraklasse.
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