• Swakopmund

    April 11, 2021 in Namibia ⋅ ☀️ 32 °C

    Die Fahrt nach Swakopmund führt uns durch die Region Erongo, in der noch einiges an Landwirtschaft betrieben wird. Das gewohnte Bild von irrwitzig großen Farmen, ähnlich wie am Waterberg, bietet sich erneut. Nach einer Weile geht das Farmland in eine Gesteinswüste über und wieder kurz darauf dann die nördlichen Ausläufer der Namib.
    Stundenlang fahren wir durch Sand, Dünen und verdorrte Büsche.
    Das Thermometer steigt immer weiter. Bei einem Stop am Brandberg haben wir bereits 39°C erreicht. Es weht ein starker Wind, den wir auch schon im Etosha hatten. Das „Ostwetter“, wie es hier genannt wird, läutet den afrikanischen Winter ein. Je stärker der Ostwind, desto besser die darauf folgende Regensaison, wird uns in Swakopmund später erklärt.
    Wir fahren weiter auf der Sandpiste nach Westen, keiner der uns überholt, keiner der uns entgegen kommt. Alle 30 bis 40 Minuten Fahrt treffen wir auf Straßenarbeiter, die mit großen Maschinen das Geröll von der Piste räumen und sie neu einebnen. Wir sind wohl die einzig Verrückten, die bei mittlerweile 42°C hier durch kommen, darum wird uns von jedem einzelnen freundlich zugewunken.
    Endlich an der Küste Angekommen stellen wir fest, dass die Temperaturanzeige wohl einen Sprung haben muss - 42°C in der Wüste sind noch glaubhaft, aber doch nicht am Meer.
    Wir biegen zunächst Richtung Norden ab, nach Cape Cross. Dort wollen wir die Seehund Kolonie bestaunen. Abgesehen vom schlimmsten Gestank der Welt bietet sich her zudem ein wundervoller Ausblick auf die Atlantikküste.
    Auch die Seehunde haben um den Jahreswechsel junge bekommen und so können wir nicht nur die badenden erwachsenen Exemplare begutachten sondern auch die kleine, die sich fröhlich über die Sandbänke jagen und, so scheint es, erste Rangeleien austragen.

    Die restliche Fahrt nach Swakopmund geht dann sehr schnell. Wir haben eine Unterkunft direkt im Zentrum gebucht, um alles zu Fuß erkunden zu können. Auch hier sind wir wieder die einzigen Gäste. Unser Gastwirt Dawid empfiehlt uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten bevor wir zum Abendessen aufbrechen.
    Es ist Sonntag und die meisten Restaurants sind geschlossen. Daher sind wir über unsere Reservierung im „The Weck“ sehr froh. The Wreck liegt in einer gehobeneren Gegend im Norden von Swakopmund und soll den schönsten Ausblick auf den Sonnenuntergang an der Atlantikküste haben. Umso enttäuschter sind wir, al wir vor verschlossenen Türen stehen.
    Eine Dame an der Rezeption des dazugehörigen Hotels erklärt uns, dass da wohl ein Fehler unterlaufen sei, aber sie (wie fast alle) Sonntags geschlossen haben.
    Also fahren wir zurück in unsere Unterkunft, stellen das Auto ab und begeben uns zu Fuß auf die Suche nach etwas essbarem. Nach einer guten Stunde herumirren in den mittlerweile dunklen Straßen von Swakopmund begeben wir uns in das erstbeste Restaurant, in dem Licht brennt.
    In unserem Dusel ist der Gastwirt ein deutscher Auswanderer, der uns eine hervorragende Wildplatte serviert und uns illegalerweiße sogar ein Bier ausschenkt. Im Kampf gegen Corona wurde ein Ausschankverbot an Sonn- & Feiertagen erlassen, daher wird unser Krug Bier von zwei leeren Flaschen Alkoholfreiem Windhoek Lagerbier begleitet - nur falls kontrolliert wird, schmunzelt er und zapft sich selbst auch eins.
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