• Unser erstes Braai

    April 15, 2021 in Namibia ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach unserem gestrigen Wüsten Erlebnis sind wir kaputt und fallen früh ins Bett. Ebenso früh sind wir dafür wieder wach und genießen den Sonnenaufgang bei einem Kaffee und Keksen.
    Unsere heutige Fahrt führt uns nur zu einem Zwischenstopp auf dem Weg nach Lüderitz, zurück ans Meer, wo die Hitze der letzten Tage hoffentlich etwas nachlässt.
    Wir packen zusammen und machen uns auf den Weg, den wir vom Vortag schon teilweise kennen. Daher schenken wir der Landschaft heute weniger Beachtung. Mit entspannten 60 km/h düsen wir die holprige Straße entlang, über kleine Hügel und ausgetrocknete Bachbetten. Manche Stellen sind noch nicht wieder planiert und an den Stellen, an denen noch or wenigen Wochen Bäche entlang liefen, kreuzen nun kleine Geröll-Lawinen den Weg. Dann plötzlich ein dumpfer Schlag - nichts neues, die kleinen Steine die gegen den Unterboden oder in die Radkästen fliegen kennen wir ja schon - aber jetzt auch noch ein Schleifen dazu. Wir vermuten erst einen Ast, der sich verklemmt hat, doch das Geräusch ist nach einigen 100 Metern immer noch da. Also halten wir an und inspizieren das Auto... nichts auffälliges.
    Erst beim Blick untern drunter entdecken wir, dass der Unterbodenschutz wohl nicht mehr mitmacht. Leicht demoliert hängt er auf der Beifahrersitze ab und schleift hinterher.
    Wir haben Ersatzrad, Wagenheber und ein paar Werkzeuge im Kofferraum. Also alles Gepäck raus auf die staubige Straße und das Auto aufbocken. Um nicht komplett im Dreck zu liegen kramen wir unsere Handtücher aus den Koffern und wagen einen nähren Blick auf das Elend.
    Es scheint, als ob wir nicht die Ersten wären, die damit Probleme haben. Der Unterboden ist nicht mehr in der originalen Halterung, stattdessen sind drei Ecken mit dübeln und absolut ungeeigneten Schrauben an der Karosserie befestigt. Zwei von den Schrauben haben wir wohl verloren, oder zumindest die eine Entscheidende, die das Ganze fixiert hat. Ich laufe die komplette Strecke bis zum Steinschlag zurück und halte danach Ausschau, bleibe aber Erfolglos.
    Raffel liegt währenddessen unterm Auto und versucht mit einem Schraubenschlüssel und dem Drehkreuz das Stück Blech wieder halbwegs in Form zu biegen. Als ich zurück am Auto bin hat er es sogar geschafft den Unterbodenschutz wieder so hinzuklemmen, dass er nicht mehr wackelt oder absteht.
    Ich hab eindeutig die Nase voll und beschließe, die Karre in diesem Urlaub nicht noch einmal zu bewegen. Raffa hat jetzt also die Ehre den Chauffeur zu spielen.
    Die Landschaft ändert sich wieder von Wüste zu Farmland und mitten im Nirgendwo, wo drei Straßen aufeinandertreffen, checken wir bei einer Farm ein die vor grünen Anlagen nur so strotzt. Neben der Viehzucht werden hier allerlei Obst und Gemüse selbst angebaut, der Strom wird mit Solarzellen und Windrädern selbst erzeugt und warmes Wasser gibt es nur auf Anfrage durch einen mit Holz befeuerten Ofen an jeder Hütte.
    Außerdem gibt es Steaks und Würste vom selbst erlegten Wild, das hier auch gezüchtet wird. Daher entschließen wir uns an diesem Abend selbst Braai zu machen. Die Küche bereitet uns noch frischen Kartoffelsalat vor, der schmeckt wie von Oma und stellt und kalte Getränke und Feuerholz zur Verfügung. Wir sind sehr froh, endlich mal selbst grillen zu können und genießen den Sonnenuntergang bei exzellenten Oryx Steaks und Bratwürstchen.
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