Kolmanskop
April 17, 2021 in Namibia ⋅ ☀️ 34 °C
Heute wollen wir nach Kolmanskop, eine Geisterstadt in der vor gut 100 Jahren Diamanten gefunden wurden. In den darauf folgenden Jahren wuchs inmitten der Dünen eine Ortschaft von 300 deutschen Siedlern und mehreren Hundert angestellten Diamantensammlern heran.
Als im Süden, an der Grenze zu Südafrika, allerdings noch viel größere Diamanten gefunden wurden wurde die Stadt aufgegeben und den Naturgewalten überlassen.
Wir nehmen an der frühen Führung teil, die lediglich durch die Stadthalle führt. Von hier aus werden die verschiedenen Häuser, die Aufteilung der Stadt und die Geschichte erklärt. Dann dürfen wir selbst die alten Häuser erkunden, die langsam von den Dünen verschlungen werden.
Wir laufen komplett durch das ehemalige Krankenhaus, entdecken mocha let Apparaturen, in manchen Räumen hängen noch die Lampen and en Decken, die alten Holzdielen knautschen beim betreten jedes Raumes. Bei der Führung waren nur knapp 10 Personen, uns inbegriffen, und jetzt haben sich alle verteilt. Wir sind also allein in all den Gebäuden der Geisterstadt und haben alle Zeit der Welt dieses befremdliche Gefühl zu genießen.
Es ist ein magischer Ort und man kann es nich in Worte fassen. Diesen Ort muss man selbst gesehen, gespürt und erlebt haben.
Entgegen unserer Erwartungen verbringen wir die maximal mögliche Zeit in den Häusern und im Museum. Da es nach wie vor im Sperrgebiet liegt, und hier noch aktiv Diamanten gewonnen werden, müssen wir um um 13 Uhr gehen obwohl wir uns noch problemlos bis zum Abend hätten beschäftigen können.
Den Nachmittag verbringen wir damit die Gegend um Lüderitz zu erkunden. Wir fahren durch Schwemmgebiete zum Diaz Point. Doch kaum haben wir das Auto verlassen werden wir von einer Schar an kleinen schwarzen Fliegen belagert. Sie sind nicht besonders schnell und stören sich auch nicht an abwehrenden Bewegungen. Sie krabbeln über die Kameralinsen, in unsere Kleidung und sind kaum mehr loszuwerden. Daher beschließen wir weiter zur großen Bucht zu fahren. Unterwegs machen wir Halt an ein paar Seitenwegen die zum Atlantik führen, suchen ein paar Hölen und genießen die salzige Luft, die sich auf unsere Haut legt.
Wir waren wirklich urlaubsreif - dieses Gefühl von Sonne uns Meer habe ich sehr vermisst.
Auch an der großen Bucht machen wir Halt, klettern über die Felsen, strecken die Füße ins Wasser und sammeln ein paar Muscheln. Es hat wieder 39° und die Sonne sticht unerbittlich. Daher fahren wir zurück in unsere Unterkunft und holen die Badesachen. Die Hausherrin empfiehlt uns Agata Beach, nördlich von Lüderitz. Dort geht sie immer mit ihrer Tochter hin. Sie zeigt uns den Weg auf einer Karte, den wir zuvor bei unserer Erkundungstour durch die Stadt schon entdeckt hatten. Über diesen Tipp sind wir sehr froh und wir machen uns direkt auf den Weg. Am Ende der befestigten Straße folgt nur nich ein platt gefahrener Pfad durch Büsche und Steine. Am Ende des Hügels sehen wir gerade einen Krankenwagen, der sich seinen Weg bahnt.
„Was der kann können wir auch“ denken wir uns, und versuchen hinterher zu kommen. Es geht wirklich über Felsen, Steine, Geröll, Sandpisten... Raffel fährt und ich steige mehrmals aus um die Bodenfreiheit zu checken. Unser Autoo sammelt gerade wieder kräftig Vertrauenspunkte. Geländegängig ist er und er kommt auch noch über manchen Felsen locker drüber, von dem wir nicht erwartet hätten, dass er ihn packt. Doch kaum liegt der Traunstein am Fuße des nächsten Felsen sehen wir zum einen den Restlichen Weg, den unser Möchtegern Geländewagen wirklich nicht mehr schaffen kann, zum Anderen tummeln sich am Strand viele Menschen und es war offenbar auch das Ziel des Krankenwagens, dem wir Anfangs hinterher gefahren sind.
Raffa wendet auf der Spitze des Felsen, in mühevoller Millimeter-Arbeit und als wir wieder auf einer eingeebneten Straße sind fällt uns beiden ein Stein vom Herzen. Das Erlebnis war es wert und unser Auto, das mittlerweile den Namen MATSCHI bekommen hat, hat sich tapfer seine Daseinsberechtigung und unser Vertrauen verdient. Dennoch fahren wir lieber wieder in Richtung großer Bucht. Unterwegs haben ihr mehrere schöne Lagunen gesehen, an einer davon halten wir und können endlich im Meer baden. Das Wasser ist sehr flach und daher angenehm warm zum baden, obwohl es der Atlantik ist. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang die Flut einsetzt.
Mit Einbruch der Dämmerung treffen ihr wieder beim Portuguese Fisherman ein. Der Inhaber hat sich am Abend vorher schon blendend mit uns unterhalten da er öfter in Heidelberg ist und erkennt uns natürlich wieder. Eventuell auch, weil es fast keine Touristen hat.
Ich frage nach seiner Empfehlung und er schwärmt mir von einem Tunfisch vor, denn er selbst erst vor ein paar Stunden auf eben unserem Tisch ausgenommen hat. Da kann ich natürlich nicht nein sagen. Wir bestellen Oliven, Oktopussalat, Kalamari und den besagten besten Tunfisch, den es sonst anscheinend nirgendwo auf der Welt besser gibt. Der Chef geht sogar so weit zu sagen, wenn es mir nicht schmeckt geht die Rechnung auf ihn.Was soll ich sagen... wir haben bezahlt. Wir haben außerdem ein paar frisch frittierte Sardellen zum probieren bekommen und den Tunfisch, da kann ich nur zustimmen, bekommt man nirgendwo besser als hier.
Es ist bereits 23 Uhr als wir in unserem Hotel ankommen. Selbst eine kalte Dusche hilft wenig bei den immer noch anhaltenden 32°C. Wir befeuchten Handtücher und legen sie ins Gefrierfach, bevor wir ins Bett gehen. Nach knapp einer Stunde weicht die Decke der nasskalten Abkühlung und wir können mindesten wenig schlafenRead more







