• Fish River Canyon

    April 19, 2021 in Namibia ⋅ ☀️ 29 °C

    Die gestrige Fahrt zu Fishriver war recht unspektakulär.
    Wer aufmerksam gelesen hat weiß, dass wir jetzt in der spontanen Alternativbuchung unterkommen. Nachdem wir von NWR im Etosha bitter enttäuscht waren finden wir es mittlerweile allerdings eher erfreulich, dass wir nicht nach Ai.Ais können, sondern in ein Gondwana Hotel einchecken.
    Das gesamte Hotel „Canyon Roadhouse“ ist im Route 66 Style aufgezogen. Das Hauptgebäude, in dem sich Rezeption und Restaurant befinden, wird von Oldtimern und alten Kennzeichen aus aller Welt geschmückt. Die Karosserien etlicher, in der Wüste liegen gebliebener Fahrzeuge sind im Garten in liebevoller Detailarbeit zu Kunstwerken geworden. Zusammen mit Köcherbäumen Kameldorn und anderen heimischen Pflanzen schaffen sie eine urige Atmosphäre. Ich überschlage mich fast vor Freude als ich die Klimaanlage in unserem Zimmer entdecke - endlich wieder unter 30°C beim Schlafen. Und einen Pool gibt es auch.
    Außerdem haben wir zwei nette Mädels kennengelernt, die quasi auf Dauerreisen sind und uns den gesamten Abend von Ihren Erlebnissen berichtet haben.

    Wir brechen wieder relativ früh auf, da es wieder 35°C geben soll, und wir den Fishriver Canyon bei erträglichen Temperaturen erkunden möchten. Aufgrund des Südafrikanischen Kennzeichens an unserem Mietwagen wurden wir jetzt schon öfter gefragt, von wo aus Süd Afrika wir kommen. Das wollen wir jetzt zu unserem Vorteil nutzen. Die Eintrittspreise in Nationalparks sind für Südafrikaner nämlich nur halb so teuer wie für Europäer und bisher wollte niemand einen Nachweis sehen. Gesagt - getan - wir haben nur den halben Eintrittspreis bezahlt. Für alle künftigen Reisen: unkt euch eine Adresse in ZA aus, lernt das Kennzeichen eures Autos auswendig und spart 50% am Eintrittspreis ;-)

    Der Anblick des zweitgrößten Canyons der Welt ist beeindruckend. Er geht so weit, dass man es von den Aussichtspunkten aus garnicht begreifen kann. Um aber trotzdem ehrlich zu sein ist es kein Anblick, der mein Leben verändert. Es ist nicht wie auf den vielen nachbearbeiteten Bildern von Reise-Bloggern die dafür schwärmen wie unbegreiflich es ist hier zu stehen. Ja, es ist groß, so groß und so weitläufig, dass man es nicht auf einen Blick erfassen kann. Dennoch starren wir auf eine Schlucht, die selbst jetzt nach der Regenzeit, wo ganz Namibia im Saft steht, Karl und dreist wirkt. Es ist würden alles abgesperrt und man kann nicht einmal ein bisschen in den Canyon hinein um ein Gefühl für die Dimensionen zu bekommen, das geht nämlich wieder nur mit Guide und gegen Bezahlung.
    Da weit und breit keine Menschen Seele zu sehen ist steigen wir trotzdem ein Stück den Wanderweg hinunter. Als wir jedoch andere Autos anrollen hören drehen wir zum Aussichtspunkt um.

    Ernüchtert aber dennoch beeindruckt fahren wir wieder aus dem Nationalpark. Wir beschließen, da der Tag noch jung ist, an den Oranje, den Grenzfluss zwischen ZA und NAM zu fahren. Erst als wir über eine Stunde lang entlang des Canyons fahren bekommen wir ein Gefühl für die Ausmaße.
    Am Oranje angekommen sind wir von diesem verhältnismäßig kleinen Fluss doch umso mehr beeindruckt. Entlang des Flussufers fahren wir an steilen Abhängen entlang, durch Weinfelder hindurch bis hin zu einem Bachbett. Alles ist grün und saftig und auf der anderen Seite dann Süd Afrika.
    Glücklich über diesen Abstecher zur Grenze begeben wir no auf den Rückweg. Zurück im Hotel legen wir uns mit einem Stück Amarula Käsekuchen und einem kalten Bier an den Pool bevor wir noch eine kleine Wanderung zum Sonnenuntergang auf den Hauseigenen Hügel machen.

    Zum Abendessen gibt es mal wieder Oryx Steak, sehr saftig und zum ersten Mal mit wirklich knusprigen Pommes mit ordentlich Würze. Wir schnappen uns noch ein Bier und versuchen uns wieder an Sternen-Bildern bevor wir in unserem gut gekühlten Zimmer Iturraspe Ruhe kommen.
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