• Vom Winde verweht 💨

    14 Mac, Portugal ⋅ 🌬 15 °C

    Nichts Geringeres als das Ende der Welt wartet heute auf uns. 🗺️⛔🚧

    Wir stehen am Cabo de São Vicente und schauen uns um. Der südwestlichste Punkt Festland-Europas galt im Mittelalter als das letzte Fleckchen Erde, bevor die Seekarten (und Geografiekenntnisse) endeten.

    Mutmaßlich um den Geo-Frust abzubauen, wurden hier dann besonders viele Seeschlachten geschlagen. Ironischerweise genau unter dem Kap, das nach dem SCHUTZpatron der Seefahrer benannt ist. Aber gut, der heilige Vinzenz war auch noch für die Sicherheit von Dachdeckern, Töpfern, Holzfällern, zig weiteren Berufszweigen und mal eben für ganz Portugal zuständig. Armer Mann: Genauso tot wie stark beschäftigt. Da können so ein paar Kämpfe am letzten Zipfel des Landes schon mal durch rutschen.

    Um seinen Ruf vom Ende der Welt zu unterstreichen, kommt das Kap jedenfalls recht karg daher. Nur baumlose Fläche rundherum, ein großer Leuchtturm, steile Klippen, und sonst ganz viel Wind, der uns die Kapuzen um die Ohren flattern lässt.

    Nicht mal der berühmte Imbisswagen für eine letzte Bratwurst vor Amerika hat sich heute her getraut.

    Viel Wind um nichts also?

    Wir gehen der Sache bei einer Rundwanderung genauer nach.
    An dieser Ecke werden sich doch nicht umsonst gleich 3 Fernwanderwege kreuzen: Fischerpfad, historische Rota Vincentina (E9) sowie die Algarvina.

    Wir laufen erst an der bis zu 70 Meter hohen Steilküste entlang, dann zweigt der Weg in das Hinterland ab auf die weiß-rot markierte Rota Vincentina. Die Landschaft bleibt unverändert unspektakulär. Rechts ist nix zu sehen, links noch weniger, von vorne kommt nur die steife Brise...wir machen also ein wenig Strecke. Ein guter Zeitpunkt, um den Kopf durch zu lüften.

    Und während ich mich mit gesenktem Haupt in den Gegenwind hinein stemme, lasse ich die Gedanken mal einfach treiben. Musik ins Ohr, läuft.

    Nach knapp 8 Kilometer geht es Richtung Küste, wo wir wieder der grün-blauen Markierung des Fischerpfads folgen. Hier ein gewohnteres Bild: Küste, Klippe, Fels (und Feld).
    Bald schon kommt auch der Leuchtturm zurück in Sichtweite. Und nach und nach unser Fiat, der tapfer seine Kleinwagen-Karosserie in die Böen hält.

    Nach insgesamt 14 km lässt sich somit sagen: Eine nette, entspannte und vor allem luftige Runde, die ganz hervorragend zum Abschalten geeignet ist.👍🏼
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