• Wenig Aufwand, viel Aussicht

    June 17 in Norway ⋅ ☁️ 13 °C

    In Fjordnorwegen bedeutet Wandern ja oft:

    Steile, schweißtreibende Anstiege, und das stundenlang. Touren, die als "mittelschwer" eingestuft werden, dir dann aber (temporär) den letzten Lebenswillen aus den Wanderstiefeln ziehen. Und das bei einem Wetter, bei dem das einzig Zuverlässige ist, dass immer genau das Gegenteil von dem eintritt, was man erwartet.

    Heute aber...heute ist mal alles anders.

    Wir biegen kurz vor Åndalsnes in das Hochtal Vengedalen ab und werden direkt in eine andere Welt katapultiert. Wuchtige Bergspitzen umrahmen leuchtend grüne Wiesen. Schäfchen lassen sich zufrieden blökend die Sonne auf den Wollpelz scheinen. Natürlich mitten auf der Straße, versteht sich.

    Und unsere Tour der Wahl hat gerade mal 120 Höhenmeter, belohnt aber trotzdem mit Ausblicken der Extraklasse. Da passt das Schild "Turbotur" am Ausgangspunkt ja wie Arsch auf Eimer.😁👍🏼

    Ein kleines bisschen Turbo braucht man tatsächlich, denn es geht steil hinauf. Einige Stellen sind mit Ketten versichert, aber nix Wildes.
    Nach nicht mal 30 Minuten stehen wir oben.

    Und noch bevor man sich denken kann "Echt jetzt? Schon da?", wird man völlig umgehauen von den Aussichten.

    Links erhebt sich steil das Romsdalshornet. Vor uns liegt die mächtige Trollwand, mit 1.000 Metern Europas höchste senkrechte Bergwand. Und unter uns windet sich der Fluss Rauma türkisfarben Richtung Fjord.
    Es sind Bilder, von denen ich noch Monate später träumen werde 🥰 (und die der Grund sind, warum wir uns immer wieder nach Norwegen verirren).

    Die gesparte Aufstiegszeit wird direkt in unzählige Fotos reinvestiert. Die obligatorische Zimtschnecke am Berg und der einsetzende Zuckerrausch tun ihr Übriges. Wir sind ziemlich "drüber". Mit dickem Grinsen im Gesicht zwingen wir uns irgendwann zur Umkehr.

    Litlefjellet: Eine Tour mit äußerst gutem "Preis-Leistungs-Verhältnis".
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