Psssst!🤫🤫🤫
20. juni, Norge ⋅ ☀️ 12 °C
Langsam und aufmerksam rumpeln wir über einen staubigen Waldweg. Wie zwei hyperaktive Uhus scannen wir dabei die Umgebung in alle möglichen Richtungen ab.
Ganz klar - wir sind auf der Pirsch!
Erst vor ein paar Stunden wurde uns diese besondere Selbstfahrerrunde empfohlen, und wir waren so angetan, dass wir kurzerhand alle anderen Pläne über den Haufen geworfen haben.
Um das Zielobjekt zu sichten, sollte man einige Regeln beachten:
- Derzeit nicht vor 22 Uhr starten (bei Regen kann man's gleich ganz sein lassen)
- Immer den Motor laufen lassen
- Und trotzdem möglichst ruhig und unauffällig sein!
Mit unserem laut knatternden Diesel ein ziemliches Kunststück. Wir versuchen, dies durch gespanntes Luft anhalten irgendwie auszugleichen.
Dann plötzlich: Ein lautes Knacken im Unterholz. War da was? 👀
Unsere Köpfe rucken nach rechts, es rascheln die Äste uuuund ...ein paar Schafe stolpern träge kauend vors Auto. Puh. Haben die uns aber erschreckt!
Wir sind heute nicht auf der Suche nach lethargischen Wollknäuel, also rumpeln wir weiter, die Kamera immer im Anschlag. Kilometer um Kilometer ziehen sich so dahin, es wird immer dunkler....aber...nix. Nur eine Stockente flattert empört schnatternd in die Dämmerung davon.
"Ob wir wohl noch zu früh dran sind?", grübelt Christian irgendwann laut.
"Hmmm...oder sie haben heute einfach keinen Bock, sich zu zei....aaaaah!!!"
Wie aus dem Nichts stehen neben uns plötzlich drei große Gestalten. Endlich. Elche!😍🫎🫎🫎
Und sie erschrecken sich vor uns genauso wie anders herum. Galoppierend nehmen sie hintereinander einen Satz über die Weidenumzäunung und verschwinden innerhalb von Sekundenbruchteilen im Dickicht.
Ich kann gerade noch fassungslos denken *Habe ich eben wirklich 3 hüppende Elchärsche gesehen?*, da läuft keine 10 Meter vor uns in einer schlecht einsehbaren Kurve ein weiteres Tier. Noch ein Elch-Hintern.
Und wieder geht alles durcheinander.
"Brems!"
"Was ist denn da? Mach'n Foto!"
"Wie denn, wenn du nicht bremst!"
"Ok, ok!"
"Oh...Jetzt ist sie weg."
Madame Elch ist vermutlich kopfschüttelnd über unsere Unfähigkeit, ein Auto bei 15 km/h zum Stehen zu bekommen, direkt wieder im Unterholz verschwunden. Und nicht nur sie hat erkannt, dass wir wohl träger sind als die Schafe vorhin und somit absolut keine Gefahr darstellen:
Ein kleiner Kopf schiebt sich aus dem Unterholz und schaut uns neugierig an. Ein Kälbchen! 🤯🥹🤯🥹🤯🥹
Schnell stolpert es auf seinen staksigen Beinen über die Straße, spitzt die Öhrchen nochmal in unsere Richtung - dann ist es auch schon verschwunden.
Wir starren uns ungläubig an. In nur wenigen Augenblicken haben wir gleich 4 Elche und ein Jungtier gesehen. Und es waren unsere ersten wilden Elche überhaupt. Wow!
Fotos? Natürlich total verwackelt und falsch eingestellt - die Kamera hat gleich mal mit den Schreck ihres Lebens gehabt. Und inzwischen ist es auch so dunkel, dass die Linsen eh an ihre Grenzen kommen.
Danach läuft es aber rund. Wir beobachten aus der Ferne 2 Elche beim Dinner, scheuchen noch ein paar Rehe und ein Kaninchen auf und drehen am Ende der Mautstrecke (100 NOK) direkt um für eine zweite Runde.
Ganz zum Schluss treffen wir so auf weitere Tiere und ein ganz besonders schönes Exemplar:
Ein Elch mit großer Blesse und verschiedenfarbigen Augen posiert schon fast elegant im Mondschein auf der Wiese. Beinahe könnte man denken, es ist ein zu groß geratenes Pferd mit etwas komischer Gesichtsform. Gebannt beobachten wir ihn, wie er gemächlich die Wiese mäht. Schließlich hebt er den Kopf und schaut uns ganz entspannt mit seinem hellen Auge direkt in die Seele. So als wenn er sagen wollte: "Genug geglotzt! Nun geht mal endlich schlafen, ist schon spät..."
Ein absolut magischer Moment. 🥰 Und tatsächlich ist es bereits nach Mitternacht.
Extrem eingestaubt, aber überglücklich über den tollen Zufall, der uns her geführt hat, fahren wir durch die skandinavische Nacht zurück zu unserem Campingplatz.
https://www.randsverk.no/no/opplevelser/elgsafariLæs mere





















RejsendeLeider hatten wir nicht das Glück dafür haben wir den norwegischen Halter der Mautstraße 2 mal 100 Nok gespendet da wir beide Straßen gefahren sind 😩
RejsendeOh nein! 😟 Ach schade, das tut mir leid zu hören. Wie war das Wetter bei euch, hattet ihr gute Sicht? Wir haben ein bisschen paranoid weit vor dem Ausfahrtsschild gewendet, damit wir bloß nicht doppelt zahlen...
RejsendeDas Wetter war Ok. Ab und zu ein paar tropfen aber sehr gute Sicht. Ja wir sind eine Runde gefahren einmal beide Straßen und dann nochmal rauf und runter. Zum Schluß haben wir an einem See übernachtet und ich habe ab 05:00 Uhr mit dem Fernglas die Umgebung abgesucht. Aber nix :-(