Cantona
August 26 in Mexico ⋅ ☁️ 20 °C
🏺 Cantona – eine Stadt aus schwarzem Vulkangestein und Pyramiden gehören einfach auch zu Mexico.
Der Weg dahin ist allerdings nicht ganz einfach. Wir können erst mit einem großen Bus und dann weiter mit einem Minibus bis in die Nähe der Stätte fahren, also so bis auf 7 bis 8 km, aber dann gibt es nichts mehr bzw für das ganze Gebiet ein Taxi. Also trampen wir.
Cantona ist riesig, die meiste Zeit sind wir ganz alleine, klettern die Pyramiden hoch und runter. Setzen uns oben hin und genießen die Aussicht von diesen über 1000 Jahre alten Gebäuden.
Einige Infos zu Cantona:
Etwa 100 Kilometer östlich von Puebla liegt Cantona, eine der beeindruckendsten und gleichzeitig weniger bekannten archäologischen Stätten Mexikos. Die präspanische Stadt entstand auf einem rauen Lavafeld – einem sogenannten Malpaís. Ausgerechnet dieses unwegsame Gelände wurde zum Fundament einer riesigen Stadt.
Ihre Blütezeit erlebte Cantona etwa zwischen 350 v. Chr. und 550 n. Chr. und entwickelte sich später, bis etwa 900 n. Chr., zu einer der wichtigsten Städte des mexikanischen Hochlands. Auf einer Fläche von rund 14 km² gab es Wohnviertel, Plätze, Tempel, Werkstätten und ein erstaunlich dichtes Netz von etwa 4.000 miteinander verbundenen Straßen. In ihrer größten Ausdehnung sollen hier rund 90.000 Menschen gelebt haben.
Besonders außergewöhnlich sind die 27 bisher entdeckten Ballspielplätze – mehr als in jeder anderen bekannten präspanischen Stadt Mesoamerikas. Das Ballspiel war nicht einfach nur Sport, sondern hatte auch religiöse und gesellschaftliche Bedeutung.
Cantona verdankte einen Teil seiner Bedeutung seiner Lage an einer wichtigen Handelsroute zwischen dem mexikanischen Hochland und der Golfküste. In der Umgebung wurde Obsidian abgebaut und in zahlreichen Werkstätten verarbeitet. Das scharfkantige Vulkanglas wurde unter anderem zu Werkzeugen und Waffen verarbeitet und über weite Strecken gehandelt.
Das Faszinierende an Cantona ist aber auch, was man nicht weiß: Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, welches Volk die Stadt errichtete oder wie es sich selbst nannte. Cantona wurde lange vor der Ankunft der Spanier verlassen und geriet anschließend weitgehend in Vergessenheit. Erst seit den archäologischen Forschungen ab den 1990er-Jahren wird die gewaltige Stadt Stück für Stück wieder sichtbar.
Heute läuft man zwischen schwarzen Vulkansteinen, alten Straßen, Mauern, Pyramiden und Ballspielplätzen durch eine Stadt, von der bisher nur ein kleiner Teil ausgegraben und erforscht wurde.Read more



































