• Mit China und Titos Traum nach Montenegro

    24. august, Montenegro ⋅ ☀️ 30 °C

    Am Morgen rasen wir auf der mit chinesischer Unterstützung neu gebauten Hochgeschwindigkeitsstrecke von Subotica nach Belgrad – der Bahnhof Novi Sad, dessen eingestürztes Vordach vor eineinhalb Jahren die Studentenproteste in Serbien auslöste, wird gar nicht mehr angefahren.

    Von der Hauptstadt zuckeln wir dann über Dutzende Viadukte und durch ebenso viele Tunnel Richtung Montenegro.
    Diese Linie war eines der Großprojekte von Titos Jugoslawien: Baubeginn 1951, 25 Jahre Bauzeit, eine quasi nationale Anstrengung, die unter anderem über eine Volksanleihe finanziert wurde. Diese löste Anfang der 70er-Jahre ein regelrechtes „Eisenbahnfieber” aus – Spieler von Roter Stern und Nobelpreisträger Ivo Andrić warben dafür, Werbespots liefen während des „Jahrhundertkampfs” Ali–Frazier.
    Am Bau selbst arbeiteten auch zwischen 1971 und 1975 bis zu 14.000 Jugendliche in 234 Arbeitsbrigaden.

    Unsere Fahrt war unterbrochen von einem vermutlichen Elektronikausfall der modernen Garnitur.Wir meinten schon, selbst eine Brigade gründen zu müssen, um zu schieben …
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