• 25 Kilometer in 30 Minuten

    Yesterday in Spain ⋅ ☁️ 19 °C

    Die Fahrt dauerte etwa 30 Minuten. Eine Station. 25 Kilometer. Zu Fuß eine komplette Tagesetappe. So krass. So unterschiedlich. So bequem.

    Mit meinem Bruder habe ich heute während der Bussfahrt darüber diskutiert, was eigentlich dahintersteckte, dass Mozart schon als Kind von Salzburg bis nach Wien gereist ist – ohne Bahn, ohne Auto. Oder die Siedlertrecks im Wilden Westen: Die meisten saßen gar nicht im Planwagen, sondern liefen daneben her, rund 2.000 Meilen bis nach Oregon. Und die Indianerstämme der Prärie sind, bevor sie Pferde hatten, den Büffelherden zu Fuß gefolgt. Ihr Gepäck trugen sie selbst oder ließen es von Hunden ziehen. Heute kann ich es nachvollziehen – am eigenen Leib. Und mein Rucksack wird vermutlich nie von einem Hund gezogen werden 😅.

    Wir vergessen schnell, woher wir kommen und wie viele Annehmlichkeiten wir haben. Und dass noch heute Millionen Menschen zu Fuß unterwegs sind, ohne Smartphone, ohne Bus. Nicht weil sie pilgern wollen, sondern weil sie keine andere Möglichkeit haben oder es sich nicht leisten können.

    Ich will mit diesen Zeilen nicht altklug oder besserwisserisch klingen. (Mein ehemaliger Chef hat mich gelegentlich darauf hingewiesen, dass meine Ausführungen manchmal genau so wirken. Vielleicht hatte er nicht ganz unrecht 😉🤗)
    Aber es sind einfach die Gedanken, die mir gerade durch den Kopf gehen, in einem Café am Straßenrand, unter einem Schirm, während es ringsum ordentlich regnet.

    Mir geht's gut 🙂 Und hier draußen, mit so viel Zeit zum Nachdenken, wird mir eines besonders bewusst: Ich habe eine wunderbare Familie ❤️ Ich bin stolz auf meine Frau und jede meiner Töchter. Ihr seid mein größtes Glück. Ich freue mich des Lebens.
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