Horseshoe Bend, Navajo Taco&Grand Canyon
22.–23. apr. 2024, Forenede Stater ⋅ ☁️ 18 °C
Neue Woche, neues Glück. Wir werden auf dem Parkplatz von Walmart wach und ich stelle beim Aufwachen fest, dass wir die letzten fünf Tage in einem Umkreis von knapp 100 Kilometern verbracht haben und wir uns noch immer nicht wirklich an dieser Landschaft satt gesehen haben.
So sind wir dann beide auch sehr neugierig auf den Horseshoe Bend, einer 180° Kurve des Colorado Rivers um einen Felsen. Das Ganze erinnert an die Form eines Hufeisens – daher auch der Name.
Zunächst geht es aber eine Runde mit Bella in der schon wieder sehr knalligen Sonne. Hanna bereitet das Auto vor und wir entscheiden, dass es heute Morgen wieder Eiskaffee zum Frühstück gibt. Ohne eigenes Eis bleibt dann nur der Weg zu einem Schnellrestaurant. Gewappnet mit kalten Getränken erreichen wir dann auch den Parkplatz vom Horseshoe Bend, der nur ein paar Minuten von Page entfernt liegt. Es wird zwar kein Eintritt fällig, aber eine Parkplatzgebühr von 10$.
Nachdem diese bezahlt ist, parken wir taktisch klug im Schatten eines großen Wohnmobils und hoffen den Temperaturanstieg in Freddie etwas in Grenzen halten zu können. Bewaffnet mit einer Flasche Wasser, der Kamera und gutem Schuhwerk, folgen wir den Menschenmassen in Richtung der Flussschlinge. Der Weg dort hin ist abfallend, aber gerade, so dass es Hanna in ihren hohen Wanderschuhen nicht schwer gemacht wird, die nur 1 Kilometer lange Strecke zu meistern. Knapp 15 Minuten später sind wir dann am Aussichtspunkt angekommen und können zwischen den ganzen Menschen immer wieder Blicke in Richtung des Horseshoe Bend werfen.
An der Oberfläche des Flusses lassen sich Kanufahrer ausmachen, die von oben nur wie kleine Punkte aussehen. Wie beeindruckend es sein und mit wieviel Demut es einen erfüllen mag, wenn man auf dem Fluss unterwegs ist. Ich muss an den Film Into The Wild denken, hier paddelt der Protagonist genau an dieser Stelle entlang. Mal wieder begeistert von der Schönheit der Natur geht es auf den Weg zurück zum Auto. Nach einem kurzen Umweg über die Toilette machen wir uns dann auch auf den weiteren Weg. Der nächste Stopp ist der Kaibab National Forest. Um diesen zu erreichen, werden wir aber schon ein paar Kilometer durch den Grand Canyon National Park fahren.
Ziemlich aufgeregt machen wir uns also auf den Weg, knapp zwei Stunden sollen es bis zu unserem Ziel sein. Die Landschaft entlang des Highways ist, wie so oft in Utah bzw. Arizona, beeindruckend und wir lassen unsere Blicke fast ständig hin und her fliegen. Der kräftige Wind sorgt mit der Zeit dafür, dass sich die Temperatur in der Fahrer- und Wohnkabine um die 30 °C einpendelt. So lässt es sich auch einigermaßen gut aushalten.
In der kleinen Ortschaft Cameron, passieren wir den Little Colorado River und entleeren an einer Tankstelle den Abwasserkanister von Freddie. Bei solchen Stopps schauen wir oft, wo es in der Nähe gute „Restaurants“ gibt und unsere Aufmerksamkeit wird schnell auf das „HWY 89 YUMMY SHACK“ gelenkt. Ein kleiner, unscheinbarer Bretterverschlag direkt am Highway. Eine kleine Straßenküche, bei der fast alle Gerichte als Basis Frybread haben. Frybread ist ein Gericht der nordamerikanischen Ureinwohner, ein Fladenbrot aus Teig, das in Öl, Backfett oder Schmalz frittiert wird.
Wir entscheiden uns für einen Navajo Taco und Navajo Burger. Beides ist wahnsinnig lecker und wir schauen beide etwas traurig drein, als sich unsere Portionen dem Ende nähern. Beim Essen unterhalten wir uns noch mit der guten Seele der Straßenküche, einer älteren Dame. Diese erzählt uns, dass die Temperaturen im Sommer hier schon auf mehr als 45 °C gestiegen seien. So sind wir dann auch recht schnell dankbar für die nur knapp 32 °C am heutigen Tag.
Nach der Stärkung geht es weiter und nach 40 Kilometern kommen wir am Eingang des National Parks an. Wir erhalten vom Ranger zwei Flyer zum Park selbst und auch noch ein Hinweisblatt zum Camping im Kaibab National Forest. Auf letzterem sind ein paar Verhaltensregeln festgehalten. Die erste (und wichtigste) Regel besagt, dass wir Spaß haben sollen. Das sollte uns nicht schwerfallen.
Nach ein paar Kilometern führt die Straße dicht am Abgrund vorbei und wir sind vollkommen sprachlos. Uns war klar, dass wir heute durch den Nationalpark fahren. Uns war klar, dass der Grand Canyon nicht umsonst Große Schlucht heißt. Uns war klar, dass diese Schlucht zum Teil mehr als 1600 Meter in die Tiefe abfällt. Uns war auch klar, dass diese Schlucht zwischen 6 und 30 km breit ist. Aber sämtliche Fakten so zu verarbeiten, dass das Bild im Geiste entsteht, dass die Natur vor uns ausgebreitet hat, war dann doch zu viel des Guten. Ich skandiere mehr als zigmal „Holy Shit“ vor mich hin, während Hanna sprachlos neben mir sitzt. Ein paar Minuten später Parken wir Freddie, schalten die Lüftung ein und laufen (im Fall vom Hanna geht das wirklich gut) in Richtung des Desert View Aussichtspunktes.
Unmittelbar unter diesem befindet sich der „Big Bend“ des Colorado River, wo dieser in einer scharfen 90-Grad-Kurve nach Westen seinen bisherigen Kurs nach Süden ändert und direkt in eine große Erhebung des Colorado-Plateaus einschneidet. Mit Blick in Richtung Westen können wir erahnen, wo der Fluss in die schwarzen, engen und engen Tiefen der Granitschlucht stürzt. Fast 29 Kilometer beträgt die Luftlinie bis zum gegenüberliegenden Rand des Canyons, der Colorado River liegt mehr als einen Kilometer unter uns. Obwohl der Aussichtspunkt ziemlich gut besucht ist, blenden wir zwischenzeitlich die Menschenmassen um uns herum aus und lassen die spektakuläre Aussicht auf uns wirken. Vom Grand Canyon der sich in Richtung Westen fast 350 Kilometer erstreckt, lassen sich bei guten Wetterbedingungen fast 80 Kilometer erblicken. Auch wenn die Luft in der Entfernung zu Flimmern beginnt, können wir von hier doch einen Großteil der 80 Kilometer erblicken.
Auf dem Weg zum Auto setzen wir unseren Konsum-Tag fort und stoppen im Souvenirshop und holen uns jeder Kaffee und Eis. Von dort geht es dann weiter in Richtung des Kaibab National Forest. Nach gut 15 Kilometern biegen wir auf die Waldstraße ab und folgen dieser in Richtung Süden. Nachdem wir für knapp zwei Kilometer keinen anderen Camper mehr gesehen haben, halten wir an einer Feuerstelle, parken Freddie und bringen diesen mit Hilfe der Keile in Waage.
Gesättigt und tief beeindruckend, lassen wir den Tag ganz gemütlich ausklingen und verarbeiten das erlebte am Feuer.Læs mere























Rejsende
:-)
Rejsende
Was für eine Aussicht!!!