• Ein Tag in der Wüste

    28.–29. apr. 2024, Forenede Stater ⋅ ☀️ 25 °C

    Wir wachen recht früh in unserer kleinen Lava Nische auf und genießen die absolute Ruhe, wobei man verrückterweise Vogelgezwitscher und Fliegensummen ohne Ende hört. Diese Wüste lebt. Das haben wir gestern Abend schon gesehen, als wir einer sechsköpfigen Mäusefamilie beim Klettertraining zugeschaut haben.

    Heute Morgen probieren wir auf jeden Fall das erste Mal unsere neue Handmühle aus und sind wirklich begeistert. Innerhalb von einer Minute ist der Kaffee fertig gemahlen, kein Vergleich zu unserer ersten Handmühle, die wir ganz zu Beginn in Freddie dabeihatten. Diese hatte dazu geführt, dass wir morgens meist keine Lust hatten Kaffee zu machen, weil wir uns ganz schön lange einen Wolf kurbeln mussten. Aber diese neue verspricht ein guter Freund von uns zu werden. Ein bisschen verrückt, dass es die dritte Mühle ist, die auf dieser Reise bei uns einzieht.

    Wir beschließen, während der Kaffee blubbert, dass wir noch eine Nacht hierbleiben möchten. Das Wetter ist gut, wir genießen die Ruhe und es ist wirklich wunderschön. Ich freue mich innerlich schon richtig auf einen kompletten Lesetag. Heute Morgen weihen wir aber nicht nur unsere Kaffeemühle ein, sondern auch unseren Sandwichtoast Aufsatz für den Gasgrill. Dieses Teil ist simpel und einfach von der Überlegung her und beschert uns je zwei köstlichste Sandwichtoasts mit Käse, Roastbeef, Zwiebel, Pesto und anderen Soßen. Zu Beginn müssen wir noch ein wenig austarieren, wie lange wir die Toastseiten je über die Flamme halten müssen. Wow, das ist wirklich mal ein luxuriöses Upgrade und wird unsere Campingküche um einen festen Bestandteil an Gerichten erweitern. Da sind wir uns beide sicher.

    Nach dem ersten Käffchen und mit einem sättigenden Frühstück im Bauch, gehe ich aber erstmal eine Runde mit Bella, die in jeder kleinen Lava-Nische ein Huschen von Echsen oder besondere Gerüche verfolgt. Ich bin total fasziniert, wie viele Blumen hier blühen und wie bunt gesprenkelt dieser Ort inmitten des schwarzen Lavagesteins und des Sandes ist. Schon in der Chihuahua Wüste in Texas musste ich meine Wüsten-Stereotypen überdenken und die Mojave Wüste belehrt mich erneut darüber, dass Wüsten nicht nur sandig und trocken sein können, sondern es super viel zu entdecken gibt.

    Als wir zwei wieder zu Freddie kommen, hat Christian unsere Heckerweiterung (das Sonnensegel) hinten angebracht und darunter eine kleine Sitzecke aufgebaut, die unglaublich einladend ist. Ich mache es mir dort mit Kaffee Nummer zwei, ordentlich Wasser und meinem Kindle bequem und versinke wieder in meiner Fantasy Welt. Ui das letzte Mal, dass ich so versunken bin, war ganz am Anfang unseres Abenteuers, als mir der nette Fischer am Meer Tonnen an Obst und Gemüse geschenkt hat. Wie weit weg diese Erinnerung schon ist, da wird einem erstmal bewusst wie lange wir nun schon reisen dürfen und wie voll unser Rucksack an fantastischen Erinnerungen schon ist.
    Der Tag saust tatsächlich an mir vorbei. Christian genießt die Aussicht oben auf dem Bett, verdaddelt die Zeit, recherchiert und lässt ebenfalls die Seele baumeln. Bella leistet mir in der heimeligen Sitzecke Gesellschaft. Während die Sonne ihren Weg verfolgt, ziehen wir im Laufe des Nachmittags hinter Freddie um, kochen nochmal ein Käffchen, genießen zwischendurch noch ordentlich Schnuckerkram, der vom Vortag noch übrig ist, ich ergänze unsere Berichtesammlung mit dem von Las Vegas und wir lassen es uns so richtig gut gehen. Gegen Abend wird es zur Sonnenuntergangszeit ganz schön frisch hinter Freddie, so dass wir Tisch und Stühle, vor unsere Schiebetür drapieren und dort die letzten Sonnenstrahlen des Tages einfangen. Christian, geht eine Abendrunde mit Bella und ich bereite mal wieder eine Runde Ramen vor. Als die beiden wieder da sind, ist es draußen dunkel und über uns erstrahlt ein unbeschreiblich schöner Sternenhimmel. Wir genießen das Abendessen, Christian hat nochmal die nächsten Stationen in unsere Routenplanungsapp eingegeben und wir spielen gerade schon mit dem Gedanken, eventuell nochmal um eine Nacht zu verlängern, einfach weil wir diesen Ort bezaubernd finden und uns hier ganz schön wohl fühlen.

    Drei Sternschnuppen und einen Schnack darüber, wie wir die ersten drei Monate unserer Reise reflektieren würden, später, hopsen wir in Freddie, Christian spült, tippt den Bericht vom Death Valley und danach geht es auch schon ganz entspannt mit Buch in der Hand und Grillengezirpe im Ohr ins Bett. Ich bin grade total fasziniert, was man dann doch alles über einen Tag an dem man gefühlt nichts gemacht hat außer zu lesen, so berichten kann.
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