Montezumas Rache
11.–12. jun. 2024, Canada ⋅ ☁️ 15 °C
Wir werden nach einer für mich eher unruhigen Nacht wach. Ich habe gestern den Abend in halbstündigen Abständen auf dem Plumpsklo verbracht und auch die Nacht war noch eher von Bauchkrämpfen als von seligem Schlaf gezeichnet. Aber hey, immerhin gibt es hier am Platz ein Plumpsklo.
Die Sonne scheint in Freddie und Christian und ich nutzen den sonnigen Morgen draußen vor Freddie. Es soll später ein ordentliches Unwetter über diesen Teil Kanadas ziehen, so gilt es also, alle Sonnenstrahlen einzufangen, die noch zu bekommen sind. Ich wage mich zum Frühstück an Haferflocken, während Christian ein Knuspermüsli verspeist. Er macht sich anschließend auf zu einer Runde mit Bella, während ich langsam anfange, Freddie abfahrbereit zu machen. Da es nachher regnen soll, können wir heute auch gemütlich ordentlich Strecke machen.
Als die beiden Gassigänger wieder da sind, hat Christian den Drang, einmal im Fahrerhaus reinezumachen, während ich hinten noch herumwurschtle. Innerhalb kürzester Zeit ist der Picknicktisch vor Freddie voll beladen mit Schuhen, Mittelkonsolen-Organisator, Bella-Decke und einem großen Haufen Kleinkrams, der sonst gut, aber auch ein wenig kürmelig in unserer Fahrerkabinen-Höhle untergebracht ist. Christian wischt und wedelt vor sich hin und als der Himmel die ersten Tropfen auf uns plumpsen lässt, packen wir schnell alles wieder in das nun um einiges ordentlicher dreinblickende Fahrerhäuschen.
Wir rollen los in Richtung Prince George und haben für heute zwei mögliche Plätzchen ausgeguckt. Es regnet von Tröpfchen bis hin zu Strömen immer wieder im Wechsel; der erste mögliche Platz lockt uns nicht und wir sammeln auf dem weiteren Weg durch Prince George seit langer Zeit mal wieder einen Starbucks-Kaffee ein. Irgendwie schlägt uns beiden der Regen heute ein wenig aufs Gemüt und so ist die Stimmung eher grummelig als freudig und abenteuerlustig. Selbst der schönste Stellplatz würde bei dem Wetter eher trist wirken und so schrauben wir unsere Erwartungen ein wenig herunter. An solchen Tagen blitzt zwischendurch auch ein wenig durch, dass der Großteil unseres Abenteuers bereits hinter uns liegt. Es scheint anstrengender zu sein, an diesen Tagen im Moment zu leben und ich muss mir immer wieder vor Augen führen, dass gute 8 Wochen immer noch eine Wahnsinnszeitspanne sind, wir wirklich gesegnet sind, dieses Abenteuer erleben zu dürfen und dass es auch einiges gibt, auf das wir uns nach der Reise freuen können. Insbesondere Familie und Freunde sind natürlich ein großer Lichtblick. Aber dennoch, an Tagen, wo Grummeligkeit einen kleinen Spalt findet, drängen sich auch schnell solche Gedanken dazu und schon scheint der Tag etwas verloren.
Wir fahren heute schon gegen frühen Nachmittag den zweiten ausgesuchten Platz an einem Fluss an. Dieser ist schön, aber natürlich total verregnet und so stellen wir uns einfach auf einen Nachmittag in Freddie ein. Christian verschanzt sich mit seiner Switch im Fahrerhaus und macht es sich dort gemütlich, während ich eine Lese-Dös-und-Kuschelrunde mit Bella unter der Wolldecke einleite. Der Nachmittag verfliegt und als sich Christian zu uns nach hinten gesellt, schauen wir eine weitere Folge der Kanada-Saga. Danach mache ich mich an einen großen Pott Gemüsesuppe. Der ist wärmend und mein Magen dankt es mir auch.
Es wird Abend und ich hopse mit Bella in einer Regenpause zu einer Gassirunde aus Freddie, während Christian sich um den Abwasch kümmert. Ich bin immer noch vorsichtig und extra aufmerksam, wenn ich allein mit Bella unterwegs bin, auch wenn wir gut ausgestattet sind mit Bärenspray und angeleinter Bella, die so keine Tiere aufschrecken kann. Ich bemühe mich dennoch darum, ordentlich Geräusche zu machen, sodass kein Tier überrascht wird und sich angegriffen fühlt. Ich nutze die Gassirunde zum Abhören von Sprachnachrichten und zum Antworten und bin mittlerweile recht sicher, dass wir keinem Tier so ganz offensichtlich über den Weg laufen. Auf dem Rückweg stolpern Bella und ich dann fast über einen riesigen und recht frisch aussehenden Bärenhaufen und treten dann doch etwas zügiger den Heimweg zu Freddie an. Wie sagt man so schön: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Der Abend wird gemütlich und mummelig und wir schlafen beide mit dem Hintergedanken ein, dass morgen ein neuer Tag ist und Grummeligkeit durchaus dazugehört.Læs mere


RejsendeRegenwetter iist nirgendwo erfreulich. gehört aber halt dazu https://youtu.be/ErHM5_WBLMU?si=d9Z2hBW8YHQ45kyg
Rejsende:-)
RejsendeWat e wedder widder Wat ...do häss rääch 😉❤️
Rejsende:-)