• Auszeit im Wadi Mujib

    August 3, 2023 in Jordan ⋅ ☀️ 34 °C

    Wie schon auf den vorherigen Seiten beschrieben endete unsere Fahrt im Wadi Mujib. Genauer gesagt endete sie im Barta Valley Camp, wo uns Abid herzlich empfang. Auf den einzigen kleinen Schattenplatz von etwa 5 m^2 servierte er uns erstmal einen Tee, bevor er sich zu uns gesellte. Mit seinen 18 Jahren betreute er das Camp an einem Hang des Wadi Mujib, wo wir für die bevorstehende Nacht die einzigen Gäste waren.

    Weil es in dem spärlich eingerichteten und nicht klimatisierten Zelt am Nachmittag noch unerträglich heiß war, beschlossen wir den Checkin aufzuschieben und zunächst eine Canyoningtour in der Schlucht unterhalb des Camps zu machen. Wir brachen also zum Adventure Center auf, wo wir erneut die einzigen Gäste waren und starteten von dort eine 4-stündige Tour. Diese führte uns zunächst zu Fuß durch die steinige, sandige, sonnige und absolut heiße Landschaft hinab zu der Schlucht. Vor Scheiß triefend gelangten wir schließlich bei dem ersten großen Becken an, in den einer der vielen Wasserfälle mündete. Das Wasser darin war fast schon kalt und somit sehr erfrischend. Nachdem wir am Rande des Wasserfalls hinaufgeklettert waren, führte uns die Tour durch die gigantischen Felsen der Schlucht. Diese war an einigen Stellen sehr steinig, an anderen stark bewachsen. Entgegen unserer Sorge, dass die Tour bei den Temperaturen furchtbar anstrengend und heiß werden würde, sorgten die vielen mit Wasser gefüllten Becken und Bäche dafür, dass wir uns immer wieder im Wasser abkühlen konnten. An mehreren Stellen konnten wir uns mit den Schwimmwesten einfach treiben lassen, es bot sich uns aber auch die Möglichkeit einen Wasserfall hinunterzurutschen und eine 5 m hohe Klippe hinunterzuspringen. Außer einer arabischen Gruppe begegneten wir keinen anderen Touristen und konnten die Stille und Schönheit des Canyons ganz allein genießen.

    Am anderen Ende der Schlucht angekommen wurden wir mit einem Pickup abgeholt, der uns auf seiner Ladefläche zurück zum Adventure Center brachte.

    Zurück im Camp setzten wir uns in eine Sitzecke am Hang, wo sich Abid mit einer Kanne Tee zu uns gesellte, bevor er uns sein selbstgekochtes Dinner servierte. Völlig abgeschottet von der Umwelt waren keine Geräusche zu hören, sodass wir die Stille auf uns wirken lassen und richtig abschalten konnten. Nachdem wir einige Zeit lang den klaren Sternenhimmel am Abend bewundert hatten, konnten wir es nicht länger aufschieben uns in unserer heißes Zelt zu begeben. Ein Ventilator sorgte darin zumindest für ein bisschen Wind, sodass es uns zumindest für ein paar Stunden gelang zu schlafen.

    Nach einem landestypischen Frühstück aus Fladen, Joghurt, Hummus, Nougat und Tee verabschiedeten wir uns am nächsten Morgen von Abid und brachen zurück in die Zivilisation, in Richtung Petra, auf.
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