• La sal de la tierra

    8 stycznia, Argentyna ⋅ ☀️ 21 °C

    Gestern war ein langer Tag, daher lassen wir es heute ruhig angehen...
    ... Spaaaaß, wir doch nicht!
    Los geht's morgens, hoch die Anden hinauf. Heute schauen wir uns ein weiteres Naturwunder an, die Salinas Grandes.

    Wir verabschieden uns von dem hübschen Hostel und fahren bei Purmamarca die Passstraße hoch. Vor uns reihen sich LKW an LKW, die die steile Straße mit nur 20-30 km/h fahren können. Überholen ist hier zudem strengstens verboten. Und was machen hier alle? Klar, überholen. Also auch wir. Es fühlt sich fast ein wenig wie Rennfahren an, nur geht es immer und immer weiter nach oben.

    Wir überqueren den Pass bei 4.170 Höhenmetern - Céline diesmal ohne Kopfschmerzen - und blicken in eine gigantische trockene Hochebene unter uns. In der Ferne erblicken wir die Berge Chiles und in der Mitte der Ebene ein riesiges weißes "Eisfeld". Nur handelt es sich nicht um Eis, sondern die Salinas Grandes, einem Salzsee, dessen Salz an der Oberfläche des Wassers trocknet. Das Salz ist so dick und stark, dass sogar LKW über die Salzdecke fahren können.

    Wir fahren zu dem Besuchsort und betreten das endlose Weiß. Die Sonne brennt. Die hier arbeitenden Menschen tragen nicht nur Sonnenbrillen und Hüte, sondern bedenken ihr ganzes Gesicht mit Sturmhauben, um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen - sieht fast unheimlich aus. Wir machen ein paar lustige und ikonische Fotos und sehen kleine Pools, die den Salzabbau darstellen. Tatsächlich sehen wir nebenan auch einen industriellen Salzabbau, mit Baggern und LKWs.

    Hier, an diesem unwirklichen, einzigartigen Ort nehmen wir ein kleines Picknick ein und ... weihen unsere neue Errungenschaft ein. Wer sich erinnert, wir mussten ja gestern noch dringend was besorgen. Wir sind nun endgültig der argentinischen Tradition verfallen und haben uns ein eigenes Mate-Set gekauft, inkl. Mate, Bombilla und Thermoskanne. Wir machen unsere erste eigene Mate und nach ein paar Startschwierigkeiten schmeckt sie auch so gut wie sonst.

    Die Mate trinken wir dann auch - wie hier so üblich - bei der Fahrt nach und nach weiter, als wir den Salinas Grandes den Rücken kehren und auf der Routa 79 - einem anderen Weg durch die Hochebene - nach Salta aufbrechen.

    Gut zwei Stunden fahren wir auf der einsamen Schotterstraße, teilweise auch nur sandig, bis wir den Ort San Antonio de los Cobres auf 3.775 Metern erreichen. Eigentlich war der Plan, von hier die Passstraße 51 runter nach Salta zu fahren, wo wir heute Nacht schlafen wollen. Da wir aber ganz gut in der Zeit sind, beschließen wir spontan, eine weitere Attraktion anzuschauen, die es hier zu sehen gibt. Das Viaducto la Polvorilla, eine riesige Eisenbahnbrücke aus den 1920er Jahren auf über 4.200 Höhenmetern.

    Man fragt sich wirklich, wie kommt ein Zug auf über 4.000 Meter? Tatsächlich handelte es sich um eine Zugverbindung zwischen Salta und Chile über die Anden, um Zugang für Handelsware zum Pazifik zu ermöglichen. Die Strecke wird daher auch 'Tren a las nubes' genannt („Zug in die Wolken“) - war aber wegen der hohen Instandhaltungskosten nie wirtschaftlich und ist seit den 1990er Jahren eingestellt.

    Der Weg zur Brücke führt von San Antonio ein Stückchen auf der berüchtigten Routa 40, die von Nordargentinien bis runter in die Spitze Südpatagoniens läuft. Immer vorbei und durch die Anden, ist sie nicht gerade bekannt für ihre gute Qualität. Und genau das mussten wir dann auch feststellen...

    Nach und nach wird die Straße immer schlechter, bis nur noch zwei Kurven vor der Brücke - um einen Bergausläufer herum - die Straße wegen eines Erdrutsches so schlecht wird, dass wir mit unserem kleinen Fiat aufgeben müssen. Spätestens jetzt wünschen wir uns unseren RAV4 aus Kenia zurück, aber es hat keinen Zweck. Auch eine argentinische Familie muss kurz vor dem Ziel aufgeben.
    David will es aber noch nicht wahr haben und entscheidet sich daher, den Bergausläufer hochzulaufen, um zumindest einen Blick aus der Distanz auf die Brücke zu erhaschen, wie bei der Puente del Diablo, ihr erinnert Euch.

    Also sprintet er den Berg herauf und merkt aber sehr schnell, dass sich das auf über 4.000 Höhenmetern als deutlich anstrengender gestaltet. Endlich oben angekommen muss er leider feststellen, dass ein weiterer Hügel den Blick versperrt. Das ist jetzt zu weit und zu viel. Enttäuscht tritt er den Rückzug an. Dieser Urlaub und Brücken, irgendwie soll es nicht sein...

    Also fahren wir zurück nach Salta. Die Routa 51 entschädigt uns aber umso mehr. Abwechslungsreich und voller Naturwunder präsentiert sie nochmal alles, was wir in den letzten drei Tagen in dieser Region sehen durften. Knallbunte Berge, Wälder aus Riesenkakteen und skurile Felsformationen. Immer mittendrin, die beeindruckende Bahntrasse inkl. Bahnserpentinen und Brücken.

    Je mehr wir herab klettern und Salta näher kommen, desto grüner wird die Gegend. Auch der Regen setzt bald ein, denn hier ist gerade Regenzeit.

    Angekommen zurück in der Zivilisation erfreuen wir uns der unheimlich hübschen Stadt. Wir checken im Hotel ein und gehen abends in der Stadt essen. Die regionale Platte mit Spezialitäten, insb. den Empanadas und den verschiedenen Aufläufen und Eintöpfen gefällt uns ausgezeichnet! Jetzt freuen wir uns auf die nächsten zwei Tage in der Region Salta.
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