• Bunte Berge in Jujuy

    7 stycznia, Argentyna ⋅ ☁️ 14 °C

    Wenn in Patagonien 'Luft' das vorherrschende Element war und in Iguazú zweifelsohne 'Wasser', dann steht die Provinz Jujuy eindrucksvoll im Zeichen des Elements 'Erde'!

    Morgens nach den Frühstück, das gibt es hier erst um 8 Uhr, brechen wir gemütlich auf. Wir fahren von Tilcara (der Ort liegt auf 2.456 Höhenmetern) noch weiter Richtung Norden, tiefer in das Tal des Rio Grande hinein, der aber alles andere als 'grande' vorkommt. Sein Flussbett verspricht aber, dass es hier zu extremen Wassermassen kommen kann.

    Heute haben wir gleich drei Ziele:
    1. Wir wollen die Puente del Diablo sehen, eine natürlich entstandene Brücke, die auf einem Gebirgskamm entstanden ist.
    2. Wir wollen die Inca Cueva besuchen, eine Höhle mit uralten Malereien.
    3. Wir wollen zum Aussichtspunkt auf die 'cercanía de los 14 Colores del Hornocal' fahren, Bergen in bunten Farben.

    Alle drei Ziele versprechen nach kurzen Wanderungen erreichbar zu sein und liegen auf einer Strecke. Daher starten wir mit der weitest entfernen Attraktion, der Puente del Diablo.
    Auf dem Weg durchfahren wir den Ort Humahuaca. Hier wollen wir noch ein bisschen Euro in Pesos tauschen, da wir ein wenig knapp in der lokalen Währung geworden sind (Trinkgelder und Taxis zahlt man hier eher bar - Karte geht ansonsten überall problemlos, auch auf dem Markt und in einfachen Ständen, nicht wie in Deutschland).

    "Huam...haka" - oder wie heißt das nochmal? - ist ein sehr touristischer Ort. Gleich am Ortseingang winken uns Guides und Händler, die uns Dinge verkaufen wollen. Hier sind wir sicher Geld wechseln zu können. Schon in Patagonien haben wir erfahren wie man das am besten in Argentinien macht: da Abheben vom Konto mit unheimlichen Gebühren verbunden sind und Wechselstuben schlechte Kurse anbieten, wechselt man einfach in Hostels, Restaurants oder Shops. Euro (oder Dollar) nehmen sie grundsätzlich gerne, haben wir erfahren, bspw. in Iguazú.

    Hier in "Huammmaka" will aber plötzlich keiner unsere Euros haben und selbst teure Wechselstuben gibt es nicht; tauschen geht hier plötzlich nirgendwo. Wir laufen uns die Füße platt und verlieren wertvolle Zeit, bis wir endlich einen kleinen Laden finden, der uns sogar noch einen guten Kurs gibt - wir hätten mittlerweile fast jeden Kurs akzeptiert.

    Erleichtert aber ob des Zeitverlusts frustriert fahren wir weiter. Wir nähern uns immer mehr der Bolivianischen Grenze und das bemerken wir nicht nur an den bunten Bergen und kargen Landschaften. Auch die Polizeikontrollen nehmen zu. Nach einer für argentinische Verhältnisse kurzen Fahrt erreichen wir einen wunderschönen bunten Gebirgskamm, den Gigantes Dormidos, an dessen Fuß der Aufstieg zur Puente del Diablo starten soll. In dem kleinen, ärmlichen Ort Tres Cruces führt einer immer schlechter werdende Straße zu einem Parkplatz. Die Straße wird so schlecht, dass wir uns sogar kurz fest fahren und schließlich an einer Brücke über einen kleinen Fluss stehen. Das blöde nur, die Brücke gibt es nicht mehr, der kleine Fluss hat sie wohl eines wilden Tages mit sich gerissen. Was nun?
    Hier loszulaufen würde uns deutlich mehr Zeit kosten und wir haben bereits viel kostbare Zeit verloren. Außerdem nähern sich über den Gigantes Dormidos Regenwolken. Wir fürchten, nicht mehr die sandige Straße zurück zu kommen, mit unserem kleinen Fiat, daher entschließen wir uns, diese Tour abzubrechen. Auf der Rückfahrt können wir dann aber sogar noch die Puente aus der Ferne sehen, na immerhin.

    Weiter geht's, keine 15 min Fahrt und wir sind schon am Parkplatz zur Inca Cueva. Wir wandern also los und treffen bereits nach wenigen Metern auf eine Herde super fluffiger, süßer Lamas. Sie mögen uns zum Glück und wir werden nicht bespuckt. 😉 Danach folgt der Weg einige Kilometer einem Flussbett, bis wir schließlich in der Ferne ein Tal tiefroter Berge erblicken. In dem Tal entdecken wir Bäume, Sträucher, blühende Kakteen und saftiges Gras in strahlendem Grün, eine richtiges kleines unwirkliches Paradies in der sonst so trockenen Landschaft.

    Genau das haben die Menschen wohl schon immer gedacht, denn genau hier ist die Inca Cueva, die wir nun besichtigen. Ein freundlicher Herr, der aber nur spanisch spricht, zeigt uns - nachdem wir den kleinen Eintritt bezahlt haben - die uralten Malereien in der kleinen Höhle. Da es in der jüngeren Vergangenheit leider auch Schmierereien gegeben hat, sind die "echten" Malereien teilweise nur schwer erkennbar. "POSITIVO" sagt er immer, wenn er auf eine „echte“ Malerei aus der Urzeit zeigt.

    Er erklärt uns, so viel verstehen wir mittlerweile sogar, unser spanisch wird wirklich ein bisschen besser, dass manche Malerein aus mindestens 3.000 vor Christus stammen. Manche Malereien stammen aus der Zeit vor den Inka.
    Wir erkennen viele Lamas, Kalender, Sterne und sogar „Alltags“-Situationen. So werden neben der Lamazucht bspw. auch Geschlechtsverkehr und eine Geburt dargestellt. In einer deutlich jüngeren Szene wird auch die Ankuft der Spanier abgebildet, sie reiten auf Pferden.

    Wir verbinden noch etwas Zeit in dieser Paradiesisch Umgebung, schauen durch ein natürliches Fenster auf die Höhle und genießen ein kleines Picknick. Dann treten wir den Rückweg an, wider vorbei an unseren Lamafreunden.

    Zurück am Auto sind wir mal wieder knapp in der Zeit, und fahren ohne Umwege zum Mirador a la cercanía de los 14 Colores del Hornocal. Die Straße geht von "Hua...dingsdabums", ihr wisst schon, steil bergauf. Immer weiter, bis wir schließlich auf 4.350 Höhenmetern landen. Vor uns tun sich in vielfältiger Schönheit ein fast symmetrischer Gebirgsrücken in 14 Farben leuchtend auf. Die Fotos geben diese Farbenpracht nicht ansatzweise wieder.

    Aber lange halten wir es nicht aus. Leider bekommt Céline nach ein paar Minuten starke Kopfschmerzen - die berüchtigte Höhenkrankheit. Jeder Schritt ist schwer, die Luft knapp, der Kopf fühlt sich doppelt so groß an und wir haben viel Durst. Also fahren wir schnell wieder "ins Tal", nach Tilcara auf gemütlichen 2.456 Höhenmetern.

    Ein kleines Abendessen und ein kurzes Shopping noch. Wir brauchen dringend etwas für morgen...
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