• Celine Vernin
  • David Vernin
  • Celine Vernin
  • David Vernin

Honeymoon Argentinien & Chile

Unsere Flitterwochen vom wilden Patagonien über tropische Regenwälder bis in die trockenste Wüste der Welt Read more
  • Trip start
    December 26, 2025

    Hola Buenos Aires

    December 27, 2025 in Argentina ⋅ ☀️ 33 °C

    Endlich sind wir angekommen: Buenos Aires!
    Und wirklich, hier ist die Luft tatsächlich gut. Eine frische Brise weht uns entgegen und uns präsentiert sich ein Himmel wie die Flagge Argentiniens, blau mit ganz wenigen weißen Wolken, viel Sonne und 30 Grad. 🇦🇷
    Aber so einfach wie es klingt, war es dann doch nicht...

    Am Düsseldorfer Flughafen waren wir noch optimistisch, bis unser Flug kurz vor Boarding plötzlich bis 45 Minuten Verspätung ansammelte. Verspätet sind wir dann in Rom angekommen, mussten hier aber noch das Gepäck in Empfang nehmen und dann erneut aufgeben, da wir nun mit ITA Airways fliegen wollten. Leider scheint man aufgrund der Verspätung das Gepäck aus Düsseldorf vergessen zu haben - wir hatten es noch beim Aufstieg auf einem Gepäckwagen gesehen. Aus diesem Grund warteten wir schließlich über 1h auf unser Gepäck. Die Gepäckaufgabe wollte gerade schließen, als wir noch gerade so am Schalter ankamen. 🥵
    Beim Sicherheitscheck und der Ausreise klappte alles aber so schnell wie noch nie, sodass wir den Flieger tatsächlich noch bekommen haben. Und ITA Airways begrüßte uns mit gutem Essen und leckerem Vino Rosso. 🍷

    Angekommen in Buenos Aires stellt sich aber die Frage: dürfen wir überhaupt einreisen? Wegen eines neuen Gesetzes der Regierung muss man nun bei der Einreise einen Nachweis einer Auslandskrankenversicherung vorlegen, den hatten wir aber leider zuhause vergessen. Leider konnten wir wegen überhöhter Sicherheitsstandards auch nicht digital darauf zugreifen. Auch eine kurzfristige Bestätigung war wegen des Wochenendes nicht einzuholen.
    Voller Anspannung stellten wir uns in die unfassbar lange Einreisekontrolle. Nach über 1h in der Schlange waren wir an der Reihe. Einen Nachweis wollte man aber nicht sehen - Glück gehabt.

    Also hat am Ende alles reibungslos funktioniert und wir sitzen jetzt im Bus in Richtung Innenstadt. Sightseeing mit den Lokals durch die verschiedenen Viertel der Stadt. 😃
    Read more

  • Palermo - Pequeña Italia en Buenos Aires

    December 27, 2025 in Argentina ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach einer aufregenden, erstaunlich komfortablen aber auch recht langen Busfahrt kommen wir schließlich in unserem ersten Hotel, dem schönen UOM Hotel Buenos Aires an - Mitten im Zentrum der Stadt. Das Hotel ist klein, aber sehr charmant. Wir dürfen schon mittags das Zimmer beziehen und nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, ziehen wir schon los zu unserer ersten Erkundung dieser großen Stadt.
    Schon bald stellen wir fest, sie ist nicht nur groß, sie ist riesig. Scheinbar kurze Distanzen stellen sich schnell als Halbmarathon heraus, aber wir nehmen die Herausforderung an. Heutiges Ziel: Palermo.

    Buenos Aires wird auch "Paris des Südens" genannt - und auch wenn sie mit dem Original nicht ganz mithalten kann, verzaubert sie uns schon bald mit ihrem Charm und ihrer Schönheit.
    Hier kommt man ein wenig durcheinander, was nun italienisch, spanisch oder doch französisch sein soll. 😃 Ist aber auch egal, der Flair ist jedenfalls sehr mediterran mit einer exotischen Note.

    Lange schlendern wir durch die heiße Sonne, machen einen Abstecher in den Botanischen Garten, bis wir endlich das zauberhafte Künstlerviertel erreichen. Ein Traum an kleinen Boutiquen und Straßenmärkten und wir genießen unser erstes Cerveca in einer Jazzbar.
    Der Abend treibt uns weiter und wir können kaum genug bekommen von dieser chaotischen und dennoch harmonischen Umgebung.
    Wir entscheiden uns am Abend für ein kleines Restaurant direkt an der Straße und genießen südamerikanisches Streetfood. Besonders die Tequeños (fritierte Käse-Teigstangen) begeistern mit einem völlig unbekannten Aroma.

    Mit dem Bus geht es schließlich wieder zurück - erneut funktioniert dies wunderbar. Die Fahrweise ist rasant und jede Haltestelle ist schneller als ein Formel 1 Pitstop. Wer nicht schnell reagiert, bleibt draußen oder muss noch eine Haltestelle weiter fahren. 🏎

    Jetzt geht's aber ins Bett - müde und glücklich. Morgen ist dann die Altstadt und La Boca dran, dazu aber beim nächsten Mal...
    Read more

  • Von Kathedrale bis Fußballtempel

    December 28, 2025 in Argentina ⋅ ☀️ 31 °C

    Wir starten nach einer guten Nacht ausgeruht und beginnen den Tag mit einem schönen Frühstück - es gibt unter anderem Erdbeeren, na klar, hier ist ja Sommer, großartig! 🍓

    Nach dem Frühstück brechen wir auf ins Herz von Buenos Aires, dem Plaza de Mayo. Hier startete die Besiedelung der Stadt und heute tront dort vor allen der Präsidentenpalast, Casa Rosada (der Name ist Programm) sowie die Catedral Metropolitana de Buenos Aires. Wir besuchen die Messe in dieser traumhaften Kirche und freuen uns an der fröhlichen Art die dort herrscht. Der Wachwechsel am Grab des argentinischen Nationalhelden, der in der Kirche begraben liegt, während der Messe verwundert uns ein wenig. 😃
    Naja, hier sind alle sehr nationalstolz, das wird schnell klar, die Flagge weht überall, auch in der Kirche. 🇦🇷

    Im Anschluss machen wir uns auf in das alte Hafenbecken und entdecken zu Davids großer Freude das alte Segelschulschiff Fregata Presidente Sarmiento, gleich neben der eindrucksvollen Brücke "Puente de la Mujer". Ein kurzer Besuch ist sogar auch drin, das lässt das Seglerherz natürlich höher schlagen.

    Wir überqueren die Puente de la Mujer und landen in einem wunderschönen Park mit anschließendem ökologischem Reservat, mitten in der Stadt. Es grünt um uns herum mit diversen Pflanzen und die "Aires" sind mal wieder "Buenos".
    Nach einem kleinen Spaziergang - der sich dann doch als etwas länger herausstellt - erreichen wir den Atlanik. Hier sieht er aber eher grau und rau aus, mehr Ärmelkanal als Algarve.

    Zum Mittag nehmen wir einen typischen Steak Sandwich am Rande eines der vielen vielen Märkte ein - seeehr lecker.

    Danach erkunden wir das (leider touristisch sehr überfüllte) Viertel San Telmo (inkl. Markthalle), das mit seinen wuseligen Gassen und Märkten einer Mischung aus Trödelmarkt und Streetfoodfestival gleicht. Noch eine kleine Erfrischung und dann geht's endlich nach
    LA BOCA!

    Dieses Viertel ist unwirklich. Einst ein armes Bordellviertel nun ein Szeneviertel mit Fußballcharme. Fast das gesamte Viertel ist bemalt in blau und gelb, den Farben des erfolgreichen Vereins Boca Juniors, in dem einst Maradonna wirkte. 🔵🟡🔵
    Überall sieht man Acessoires des Vereins, Trikots und Vereinskleidung - auch wenn gerade kein Spiel stattfindet. Auch David besorgt noch schnell ein Trikot.
    Wir genießen die lebhafte Atmosphäre und wollen eigentlich gar nicht mehr weg. Aber bald schon machen die Geschäfte zu und auch wir entscheiden uns, den Rückweg anzutreten, da das charmante Viertel bei Nacht nicht den besten Ruf genießt.

    Abends schauen wir uns noch ein wenig in der Gegend um die Avenue Corrientes um. Ein kleiner Broadway mitten in Südamerika. Wir finden ein sehr hüsches Restaurant und taufen es "das Restaurant der großen Portionen". Den Abend lassen wir in dieser Sommernacht unter Bäumen ausklingen.

    Zeit haben wir genug und die nehmen wir uns auch, unser Flug geht nämlich um 4.30 Uhr nach El Calafate - Patagonien 😍
    Read more

  • Buenos Dias Patagonia

    December 29, 2025 in Argentina ⋅ 🌧 11 °C

    4.30 Uhr Abflug, das heißt 3.30 Uhr Boarding, 2.30 Uhr Gepäckaufgabe. Bei einer Fahrzeit zum Flughafen von ca. 2h nehmen wir uns also kein Hotelzimmer, sondern bleiben im Restaurant bis wir zum Flughafen aufbrechen. Wieder mit unserem Lieblings-Formel-1-Bus. Wir können ja ein wenig im Bus schlafen, denken wir uns.
    In der Theorie eine gute Idee.
    In der Praxis ist der Bus allerdings um Mitternacht immer noch rappelvoll und auch die ganze Stadt scheint nicht zu schlafen.
    Die Fahrt ist wild und wir bekommen einen letzten Eindruck von der Stadt bei Nacht. Wir fahren vorbei an einem großen Brand, einem Verkehrsunfall und leuchtenden Vierteln weit außerhalb des Zentrums, die größer scheinen als europäische Innenstädte. Noch viele viele Kilometer außerhalb sind die alten Jugendstil Häuser um die 6 Stockwerke hoch.
    Auch jetzt und wie die gesamte Zeit in Buenos Aires haben wir uns nie unwohl gefühlt und stets sehr sicher. Die Leute sind meist ausgesprochen höflich. Keiner blockiert hier zwei Sitze mit seinem Gepäck und Menschen rücken vorsorglich auf um anderen Plätze anzubieten (wir natürlich auch :D).

    Als wir endlich am Flughafen ankommen erwartet uns eine neue Überraschung, eine große lange Schlange an der Gepäckaufgabe - um 2 Uhr nachts! Aber das ist kein Problem, wir sind gut in der Zeit und alles klappt wunderbar. Im Flieger bekommen wir gar nichts mit - Schlafmaske und Oropax helfen. Leider verschlafen wir auch den Anflug auf Patagonien - bei unseren Plätzen hätten wir aber ohnehin kaum was gesehen.

    Etwas zerknautscht und müde kommen wir endlich am kleinen Flughafen in El Calafate in Patagonien an. Problemlos können wir unseren Mietwagen übernehmen und fahren in die Stadt.
    Die Landschaft ist rau, das merken wir sofort - willkommen (fast) am Ende der Welt. Es ist eine karge, oft unberührte Landschaft mit atembraubernder Kulisse. Beschreiben kann man sie kaum, sie ähnelt nichts, dass wir schonmal gesehen haben und ist in ihrer Rauheit wunderschön!

    Moment, den Blog kann ich gerade nicht weiterschreiben - die Katzen hier fordern Aufmerksamkeit. 😂😽

    Wir kommen schließlich in El Calafate an. Die Stadt ist größer als erwartet und vor allem extrem weitläufig. Platz ist hier nicht das Problem. Die Häuser sind stabil und sehr individuell gebaut und man merkt schnell, dass diese Stadt vom Tourismus lebt. Alles ist darauf ausgelegt, wir sehen Shops, Restaurants, Tourenanbieter, etc etc. Es ist jedoch keineswegs unangenehm, alles verläuft sich sehr und wir treffen viele höfliche Menschen.

    Wir erkunden ein wenig die Stadt am Ufer des Lago Argentino und weil wir die Zimmer noch nicht beziehen können, gönnen wir uns ein paar Empanadas und setzen uns vor ein Café. Das Wetter ist tatsächlich sehr gut (11 °C) - für hiesige Verhältnisse - und es scheint sogar meist die Sonne. Die Stadt ist - zu unserer Verwunderung - voller Rosen und Lavendel. Leider laufen auch viele streunende Hunde herum.
    Hier vorm Café trinken wir auch unsere erste Mate. Das trinken hier in Argentinien gefühlt alle und ständig. Überall sehen wir die hübschen Becher mit Spezialstrohhalm, mit Kräutern gefüllt und Thermoskanne griffbereit. Sie ist bitter aber schmeckt sehr gut, David ist ganz begeistert. Das perfekte Getränk für Picknick oder zum Verweilen.

    Nun können wir unsere Zimmer in der sehr kleinen und privat geführten Hostería Posada Karut Josh beziehen. Die Inhaber sind ein extrem freundliches junges Paar aus Spanien (Ian) und Argentinien (Tatiana), die sich hier in Patagonien niedergelassen und etwas aufgebaut haben. Von unserem Zimmer haben wir einen traumhaften Blick auf den Rosengarten und dahinter den Lago Argentino.

    Ian empfiehlt uns, jetzt am Nachmittag noch zum regionalen Highlight, dem Moreno Gletscher zu fahren. Abends - so sagt er - sind dort kaum bis keine Touristen mehr, da die Busse am Nachmittag zurück nach El Calafate fahren. Tagsüber sei es wie Disneyland.
    Wir folgen seinem Rat und fahren los - kurz eine Straße gen Westen, nicht weit von der Stadt. Diese stellt sich allerdings als nicht enden wollende Fahrt in der patagonischen Wildnis heraus. Die Landschaft verschlägt uns den Atem. Zunächst am türkisblauen Lago Argentino, dann durch eine karge Ebene und dahinter majestätischen Bergen, dann durch schroffe Felsformationen. Die Landschaft sieht aus wie in der Herr der Ringe.

    Als wir näher kommen (die Fahrt dauert am Ende doch 1,5 h) sehen wir in der Ferne einen weiteren See mit kleinen weißen Booten darauf. So denkt David zunächst. Tatsächlich sind es beim Näherkommen kleine Eisberge, die friedlich und wunderschön auf dem See treiben. Dahinter baut sich auf einmal eine weiße Wüste zwischen zwei Berghängen auf - der Moreno Gletscher! 🧊

    Zunächst müssen wir auf einem großen, leeren Parkplatz parken und eine Rampe zu den Aussichtsplattformen laufen. Bald schon tut sich der Gletscher in seiner ganzen Pracht auf und uns verschlägt es erneut den Atem. Unbeschreiblich majestätisch steht die ca. 70 Meter hohe Eiswand unter uns, dann vor uns. Jede der vielen Aufsichtsplattformen bieten uns einen neuen, einzigartigen Blick auf dieses Naturwunder und diese Naturgewalten.
    Nun bewahrheitet sich ein weiterer Vorteil, denn Gletscher abends zu besuchen, wie uns Ian bestätigte. Durch die warme Sonne des Tages werden exponierte Eisvorsprünge instabil und brechen mit lautem Donnern in den See. Es kracht und knarzt immer wieder und man hört eindrucksvoll, dass sich der Gletscher in Bewegung befindet. Es ist ein unglaubliches Naturschauspiel.

    Wir können unseren Blick kaum vom Gletscher lassen und bleiben eine lange Zeit vor dem Gletscher. Die vielen Aussichtsplattformen sind leer gefegt und nur vereinzelnd begegnen wir anderen Gleichgesinnten. Nur dafür hat sich diese Reise schon gelohnt, sagen wir überwältigt.

    Aber irgendwann müssen auch wir wieder die Heimfahrt antreten und fahren die 1,5 h zurück durch Mittelerde nach El Calafate. Auf dem Weg machen wir noch eine ganz besondere Entdeckung:
    Nein, ein Hobbit läuft uns nicht über den Weg. Dafür aber ein wildes Guanaco, dass uns verwundert anschaut, als wir vorbei fahren.

    In El Calafate angekommen essen wir in einer urigen Pizzeria (wieder eine Empfehlung von Ian) eine argentinische Pizza, die mit viel Käse und Belag aufwartet. Sehr lecker aber wie überall hier, große Portionen. Dazu gibt es zur Feier des Tages ein Bier aus Patagonien. Was ein Tag!
    Read more

  • Los vientos de la Patagonia

    December 30, 2025 in Argentina ⋅ 🌧 10 °C

    Die Winde Patagoniens - die sollten wir noch kennenlernen... 🌬

    Aber eins nach dem anderen:
    Heute Morgen lassen wir es erstmal ruhig angehen. Wir schlafen aus und setzen uns gemütlich an das liebevoll aufbereitete Frühstück. Das Wetter soll heute ohnehin nicht gut werden, Regen und viel Wind den ganzen Tag sind vorhergesagt.
    Tatsächlich begrüßt uns ein zwar windiger, aber sonniger Tag. Bilderbuch Patagonien.

    Die Unterkunft hier ist so herzlich und fühlt sich tatsächlich wie ein Zuhause an. Wir sprechen kurz mit unserem Host Ian, der uns erzählt, dass er während COVID-19 mit seiner Frau aus Buenos Aires hier die Einsamkeit gesucht hat und seither hier geblieben ist - trotz der harten Winter in denen es bis zu -20 °C kalt wird und gerne 2m Schnee geben kann.
    Für den Nachmittag empfiehlt er uns auch eine Wanderung auf den Cerro Cristal von dem man eine wunderbare Aussicht haben soll und außerdem fernab der Touristenströme ist.

    Wir fahren also los. Die Straße ist eine lange lange Schotterpiste, 1,5h lang. Schnell fahren ist hier nicht möglich und ständige Vorsicht ein Muss. Allerdings belohnt uns die Aussicht mit einer traumhaften Kulisse. Vorbei an vereinzelten Pferdehöfen ist hier draußen ansonsten kein Lebenszeichen. Mehrmals fragen wir uns, ob der Wanderweg hier starten soll, fahren dann aber doch noch ein bisschen weiter.

    Schließlich fahren wir erneut in den Nationalpark Los Glaciares, nur müssen wir hier nicht erneut zahlen, kein Mensch ist hier. Wir fahren ein wenig weiter und finden endlich den Beginn des Wanderwegs. Sogar ein kleines Buch steht bereit, in das sich die Wanderer bei Beginn ein- und bei der Ankunft austragen können.

    Wir maschieren also los. Zunächst schlängelt sich der Weg einige Serpentinen den Berg hoch und schon bald genießen wir wundervolle Ausblicke auf den Lago Roca. Hier sehen wir auch zwei Andenkondore, riesige Greifvögel mit einer Spannweite von über 3 Metern, sehr beeindruckend!!

    Je weiter wir hochsteigen, desto besser wird der Blick - und dann kommt er: in der Ferne ragt zwischen zwei langen Berghängen mit einem mal der Moreno Gletscher heraus. Majestätisch liegt er da und schiebt seine Eismassen aus dem südpatagonischen Eisfeld ins Tal.
    Der Anblick lässt unseren Blutdruck steigen, leider zu sehr für Célines Nase. Ein Taschentuch haben wir im Zimmer vergessen, daher muss nun der patagonische Wind das Blut trocken und die Blutung dadurch stillen. Wind, den haben wir hier genug, also marschieren wir weiter.

    Der Anstieg wird immer steiler und teilweise auch sehr beschwerlich, wir fühlen uns hier wie in der Höhe, die Luft ist großartig, aber fühlt sich ein wenig dünn an. Naja vielleicht sind es auch nur die anstrengenden letzten Tage. Aufgeben tun wir natürlich nicht, also wandern wir weiter, nun durch ein kleines - und hier in Patagonien eher seltenes - Waldstück bis wir schließlich vor einer großen Geröllwand stehen. Wir meinen zwar, den Gipfel zu sehen, der liegt aber sogar noch versteckt dahinter.

    Von Meter zu Meter, die wir an Höhe gewinnen, nimmt der Wind zu. Zunächst ein starker, steifer Wind nimmt er auf dem finalen Anstieg uns völlig unbekannte Ausmaße an. Glücklicherweise weht er in unserem Rücken, anderenfalls wäre der Anstieg kaum möglich gewesen. Der Druck ist so groß, dass man den Berg hoch segeln kann, wenn man sich ein wenig groß macht, man spürt den Winddruck merklich im Rücken. Ganz verrückt wird es an einer kleinen Stufe. Bei einem kleinen Sprung nach oben schiebt der Wind so stark, dass wir von selbst auf die Stufe gedrückt werden.

    Noch immer nimmt der Wind zu als wir schließlich den Gipfel erreichen. Hier steht kein Gipelkreuz, sondern eine Metallhalterung und wir verstehen sofort warum. Ohne sich hieran festzuhalten wird man sprichwörtlich umgepustet. Freude, Stolz aber auch Respekt machen sich in uns breit. Die schon fast furchterregende Kraft des Windes macht bei uns mächtigen Eindruck.

    Lange bleiben wir daher nicht auf dem Gipfel und treten rasch den Abstieg an. Der Berg will uns kaum gehen lassen, so scheint es, haben wir beim Abstieg den Wind gegenan. Nach den obersten Metern geht es aber immer besser und bald schon erreichen wir wieder das kleine Wäldchen. Hier angekommen erholen wir uns kurz und schieben uns ein paar Nüsse als Wegzährung für den restlichen Abstieg in den Mund.

    Nach etwa 1,5h traumhaften Abstiegs bei wunderbaren Aussichten erreichen wir schlussendlich überglücklich und stolz unser Auto.

    Auf Empfehlung vom Ian - unserem betreits bekannten Hotelier - gehen wir am Abend Lamm essen. Sehr typischfür die Region wird es am offenen Feuer geröstet und bekommt dadurch eine besonders rauchige Note. Es schmeckt in jedem Fall sehr köstlich intensiv.
    Read more

  • Geradeaus nach El Chaltén und 2026

    December 31, 2025 in Argentina ⋅ ☀️ 6 °C

    Heute Morgen heißt es Abschied nehmen von El Calafate und es fällt uns tatsächlich nicht leicht. Zu gut hat uns die kurze Zeit in dem hübschen Häuschen mit den lieben Inhabern Ian und Tatiana gefallen. Aber wir freuen uns jetzt schon auf die kommenden Tagen mitten in den Bergen Patagoniens. Unser Ziel heißt El Chaltén.
    Ian gibt uns noch einen guten Tipp zum Abschluss, immer Wasser im Auto und einen vollen Tank zu haben, denn hier in der Wildnis gibt es teilweise über Stunden keine Tankstelle und auch keine Siedlung - so auch für die 3h Fahrt die vor uns liegen.

    Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem kleinen lokalen Laden und einer Tankstelle legen wir los. Das Wetter ist herrlich, die Stimmung gut.

    Kurz hinter dem Ortsausgang sehen wir zwei freundliche junge Backpacker winken. Wir entschließen uns, zu halten (wie das hier so üblich ist) und sie fragen uns, ob wir zufällig nach El Chaltén fahren. Gerne nehmen wir die beiden mit und stellen erfreut fest, dass sie aus Frankreich kommen und bereits viele Monate durch Südamerika reisen. Die beiden kennen sich sogar selbst erst seit ein paar Tagen und haben sich entschlossen, ein Stück gemeinsam zu reisen. Sie sind unheimlich nett und die Fahrt ist sehr angenehm, nur mit dem Backpacker-Odeure haben wir ein wenig zu kämpfen.

    Entschädigt werden wir aber mehr als reichlich, denn uns erwartet ein windiger - das ist keine Überraschung - und fast wolkenloser Tag. Schon aus der Ferne können wir den Fitz Roy sehen, den berühmten Berg zu dessen Füßen El Chatlén liegt. Dieser Berg ist selten wolkenlos, doch heute erstrahlt er in seiner ganzen Schönheit und Impulsanz.

    Die Straße geht meist geradeaus, Kurven sind eine seltene Abwechslung. Es geht vorbei an den riesigen Lago Argentino und Lago Viedma und vor uns kommt das beeindruckende Panorama des Fitz Roy Massives immer näher. Am Rand der Straße sehen wir hin und wieder ein Guanaco, ansonsten nur die Weite Patagoniens.

    Schließlich kommen wir in dem hübschen Bergdörfchen an, verabschieden uns von unseren Mitreisenden und fahren zu unserer Unterkunft, dem Hostel Lo de Trivi. Dieses Hostel wird regelmäßig von Kletterern gewählt und das merkt man. Die Atmosphäre ist familiär und locker, die Küche und Kühlschränke basieren viel auf Vertrauen und Gemeinschaft und das Personal ist unheimlich freundlich und hilfsbereit. Als Geschenk für unsere Flitterwochen bekommen wir sogar ein süß gepacktes Päckchen mit zwei lokalen Gebäcken. 😍 Dazu werden wir wieder überhäuft mit Empfehlungen, Tipps und Möglichkeiten, die wir uns kaum alle merken können. Eine davon ist aber noch eine einfache Nachmittagswanderung zum Lago Eléctrico, einem kleinen Gletschersee in einem Tal. Klingt verlockend, also machen wir uns - mit den Küchlein bepackt - auf den Weg.

    Nach kurzer Fahrt kommen wir am Startpunkt an. Wir laufen los und stellen schon bald fest, dass die Wegmarkierungen hier sehr überschaubar sind, promt verlaufen wir uns ein bisschen, finden den Weg aber schnell wieder. Der Weg führt zunächst am Fluss entlang, dann durch ein relativ ebenes Waldstück. Im Wald fällt uns auf, dass so ziemlich alle Bäume Frostschäden aufweisen und viele Äste und Bäume die harten Winter und die Bedingungen nicht überlebt haben. Die Blätter sind verglichen mit europäischen Bäumen winzig und nur dort wo Sonne scheint auch zahlreich.

    *gerade sind wir beim schreiben des Blogs ein wenig weggedöst. Warum? Mehr dazu im morgigen Post. Jetzt erstmal eine Mate bekommen, wunderbar! Jetzt geht's weiter:

    Wir laufen weiter den Weg durch den Wald, der jetzt auch direkt am wilden Fluss entlang führt. Das Wasser ist hier so wild, dass selbst Rafting und Kajakfahren nur für Profis möglich sein dürfte.

    Schließlich kommen wir nach nicht ganz 2h an einer kleinen Camping/Hostel Unterkunft an, hier steht ein Warnschild: Puma Gebiet! Eine kleine Hoffnung, das mitunter seltenste Tier der Welt zu sehen, machen wir uns aber erst gar nicht.

    Wir steigen weiter in das Tal hinein und kommen nach gut einer halben Stunde über ein Geröllfeld am Ufer des kleinen Sees an. Wunderschön erstreckt sich am Ende ein kleinerer Gletscher und vor ihm ein länglicher See. Wie immer hat auch hier der Wind wieder zugenommen und bläst uns wiedermal fast von den Beinen. Vom Gletscher her kommend bläst der eisige Wind so stark, dass sich sogar in dem winzigen See Wellen von ca. 0,5m auftürmen und die Wassermassen in den Fluss pressen. 🌊

    Lange bleiben wir hier nicht, sondern treten bald den Rückweg an. Nicht ganz 2,5h trennen uns von Ende der Wanderung und auf dem Rückweg kommen uns einige Kletterer und schwer beladene Camper entgegen, die die Nacht im Camp verbringen werden.

    Als wir wieder am Auto ankommen, schlägt die Uhr genau 20.00 Uhr. Happy New Year in Deutschland! Aber nicht bei uns. Wir stellen fest, dass wir 2025, das Jahr unserer Hochzeit, so ausgereizt haben wie Kaum besser möglich:
    Im vergangenen Jahr sind wir am Strand von La Réunion bereits 3h vor deutscher Zeit ins Jahr 2025 gestartet und jetzt bleiben uns noch ganze 4h extra 2025 hier in Patagonien und die genießen wir gerne und in vollen Zügen! ❤️

    Zurück in El Chaltén machen wir uns ein bisschen frisch und suchen uns ein nettes Restaurant für den Jahresabschluss. Naiv, wie wir sind, denken wir, uns beide bekommt man schon noch unter... aber weit gefehlt.
    Alle Restaurants, die wir betreten, sind restlos belegt. Nach der vielen Lauferei laufen wir nun weiter etwas hungrig durch den Ort und sehen bereits erste Silvesterpartys starten.
    Schließlich finden wir aber ein sehr uriges und authentisches Restaurant, das uns zumindest draußen Plätze anbietet. Wir nehmen gerne an, merken dann aber schnell, dass auch wenn hier Sommer ist, wie immer noch in Patagonien sind. Eisiger Wind pfeift uns um die Nase. 🥶
    David will gerade los laufen und alle Jacken holen, die wir noch haben, als ein Tisch im Restaurant frei wird. Den nehmen wir uns sofort!

    Wir haben einen super Abend mit Burgern nach Argentinischer Art, Patagonia Cerveza und fröhlichen Menschen.

    Nicht mehr lange vor Mitternacht kehren wir in unser Hostel zurück. Aus El Calafate haben wir uns einen Sekt mitgebracht. Wir setzen uns an eine Wiese an der Straße mit Blick auf die nächtlichen Umrisse der Berge und pünktlich zum neuen Jahr ploppt der Sektkorken. Das ist auch der lauteste Böller hier 😃

    Prost Neujahr 🥂
    Read more

  • Early Birds zum neuen Jahr

    January 1 in Argentina ⋅ 🌙 4 °C

    Es ist 3:30Uhr und der Wecker reist uns aus dem Tiefschlaf 😴
    Gerade haben wir noch auf das neue Jahr angestoßen, daher fühlt sich der Wecker umso grausamer an! Warum tun wir uns das an?!

    Der Grund liegt in unserem heutigen Ziel: den Fitz Roy als Feuerberg bei Sonnenaufgang erhaschen.
    Ausgerechnet heute am 01.01.2026 sind nochmal eine sternklare Nacht und ein wolkenloser Himmel vorhergesagt, bevor es sich ab dem Nachmittag zuziehen soll.
    Also stehen wir in aller Frühe auf werfen uns 10 Lagen Kleidung über - es ist bitter kalt - und wir wandern los.

    Auf dem Weg vor und hinter uns sehen wir vereinzelt den Schein weiterer weniger Stirnlampen. Wir sind wohl nicht die einzigen, die auf diese Idee kommen, eine handvoll weitere Verrückte steigt ebenfalls den Berg herauf.

    Der Anstieg ist steil und anstrengend und die Dunkelheit weicht ebenso schnell wie unsere obersten Lagen. Bald schon brauchen wir keine Stirnlampen mehr und nähern uns unserm ersten Etappenziel, der Laguna Capri. Hier harren bereits eine Hand voll Gleichgesinnte in der eisigen Kälte aus, teilweise im Schlafsack - schnell ziehen wir wieder unsere 10 Lagen an und wünschen uns noch weitere 10.
    Hier treffen wir auch Alessandro aus Milan und Martin aus Singapur, die bereits auf den Sonnenaufgang warten. Wir verstehen uns bestens mit den beiden und frieren gemeinsam, bis auf einmal die Bergspitze des Fitz Roy rot zu leuchten beginnt.

    Wir können unser Glück kaum fassen: der Fitz Roy ist eigentlich bekannt dafür, fast immer in Wolken verhangen zu sein. Heute aber ist nicht nur der Berg komplett wolkenfrei, auch die Sonne geht wolkenlos auf und strahlt in atemberaubendem rot auf den Berg aus Granitstein. Zudem herrscht gerade jetzt extrem seltene Windstille, sodass sich der Berg auch noch in der Laguna spiegelt - unbeschreiblich.

    Langsam nimmt die rote Sonne immer mehr des Berges in ihren Schein, bis schließlich der gesamte Berg rot leuchtet.
    Wir erinnern uns an die Dolomiten und besonders das Strahlen des Rosengartens in der Abendsonne, ein ähnliches - wenn auch schon anderes Spektakel.

    Als der gesamte Berg erleuchtet ist, ändert sich die Farbe in ein strahlendes gelb - was ein Anblick, dieser Berg! 🌄

    Wir würden noch ewig hier bleiben, wäre da nicht diese Kälte und hätten wir nicht noch etwas vor: den Anstieg zur Laguna de los Tres. Also packen wir unsere Sachen und marschieren los. Da Alessandro und Michael mehr oder weniger das gleiche Ziel haben, gehen wir gemeinsam los.

    Kaum haben wir die Laguna verlassen, schiebt sich eine Wolke vor die Sonne und das Leuchten des Berges endet so abrupt, als hätte jemand den Lichtschalter ausgestellt. Wieder müssen wir uns kneifen, welches Glück wir hatten.
    Alessandro war bereits einmal hier, damals aber im Regen und mit verhangenem Fitz Roy. Er führt uns ein wenig abseits des Weges zu einem wunderschönen Wasserfall, der vor dem beeindruckenden Panorama des Fitz Roy ins Tal stürzt.

    Wir setzen unseren Weg fort, zunächst durch eine ebene Fläche, durch einen Wald, eine Gras- und Seenlandschaft. Nach und nach kommen uns Scharen von übermüdeten und durchgefrohrenen Menschen entgegen, die alle den Sonnenaufgang von der Laguna verfolgt haben müssen. Wir sind ganz froh, dass wir nicht auch in diesem Trubel gewesen sind, wenn auch das Spektakel ebenso beeindruckend gewesen sein muss.
    Schließlich erreichen wir den Fluss, der von der Laguna Sucia herausfließt. Wir überqueren die Brücke und müssen uns kurz darauf von Alessandro verabschieden. Er war bereits bei der Laguna de los Tres und würde dieses mal gerne die Laguna Sucia sehen, daher folgt er dem Fluss, während wir drei den Aufstieg zur Laguna de los Tres angehen.

    Der Aufstieg ist sehr steil und beschwerlich. Die mittlerweile hoch stehende Sonne brennt und wir trennen uns mal wieder von einigen Lagen Kleidung. Schritt für Schritt kämpfen wir uns den Berg hoch, enttäuscht, dass nach dem ersten noch ein zweiter Hügel folgt - Martin der aus dem Flachen Singapur kommt, hat besonders zu kämpfen bis wir endlich am Ziel stehen. Das Bild was sich uns zeigt ist unbeschreiblich: ein einsamer, wolkenloser Berg hinter einem glitzernden Gletschersee. Wir packen unser mitgebrachtes Frühstück - leckere Lamm Empanadas - aus und genießen die beeindruckende Aussicht bei einem kleinen Pläuschen mit einem netten Ehepaar aus Alabama, die sich die Reise nach Patagonien zum 20. Ehejahr geschenkt haben. Hier stellen wir auch lustigerweise fest, dass der Fitz Roy Modell der Marke Patagonia ist.

    Nur schwer können wir uns von diesem wundervollen Berg losreißen, doch langsam kriecht die Kälte auf dem windigen Kamm des Sees durch unsere 10 Lagen und der lange Abstieg ruft. Wir nehmen also Abschied von Martin, der noch etwas am See bleiben möchte und starten unseren Weg zurück nach El Chaltén.
    Der Weg geht steil bergab und leider macht auch Céline‘s linkes Knie ab der Hälfte des Weges etwas schlapp. Sie kneift aber die Zähne zusammen und so kommen wir nach etwa 9h Wanderung sehr erschöpft aber auch überglücklich gegen 13:00Uhr zurück im Hostel an.

    Erschöpft setzen wir uns in die Sonne auf die Terrasse unseres Hostels und snacken noch ein bisschen Studentenfutter. Bald schon überkommt uns die Müdigkeit und wir nicken beide - nun auf dem Zimmer - für mindestens 1 Stunde ein.

    David wacht als erster wieder auf und bekommt richtig Lust auf eine Mate. Da wir uns nicht auskennen, fragen wir kurz im Hostel nach, ob sie ein Lokal kennen, in dem wir eine Mate trinken gehen könnten. Unser Hostelier ist sofort begeistert und bietet uns an, privat eine für uns zuzubereiten. Wir nehmen dankend an und setzen uns überglücklich wieder vors Hostel in die Sonne und schlürfen unser Getränk.

    Wie angekündigt ziehen sich langsam Wolken vor die Sonne und schnell wird es uns draußen etwas kalt. Wir ziehen also um in die gute Stube des Hostels. Unser Hostelier erkundigt sich schnell nach unsere Mate und David und er sind schnell in ein langes Gespräch über die lokale Kultur, Gegebenheiten und Entwicklungen verwickelt… wer David kennt… naja ihr wisst schon 😉.

    Die beiden verstehen sich prächtig und am Ende des Gesprächs bekommen wir sogar einen mit der Aufschrift des Hostels gravierten Mate Becher aus Pumpkin (Kürbis) - mit den Worten „nur für besondere Gäste“ - geschenkt.
    Wir sind über glücklich und sehr dankbar! Damit hatten wir nicht gerechnet.

    Am Abend gehen wir auf Empfehlung des Hostels nochmal traditionell Lamm essen. Das ausgewählte Lokal „Parrilla“ (= BBQ) nimmt keine Reservierungen entgegen, also warten wir im gemütlichen Vorraum bei einem Glas Malbec darauf, dass ein Tisch frei wird. Das Warten hat sich auch mehr als gelohnt - das Lamm aber auch das Pumpkinpüree mit Parmesan schmecken köstlich.

    So kann das Jahr 2026 gerne weitergehen! 💕
    Read more

  • Ein letzter windiger Gletscher

    January 2 in Argentina ⋅ ⛅ 15 °C

    Ein letzter Gletscher? Wirklich? Lohnt sich das jetzt überhaupt noch? Wir sind hundemüde und müssen jetzt erstmal ausschlafen, nach den Strapazen der letzten Tage! Selbst unsere Knie haben gestern schon erste Schwächezeichen angezeigt.

    Gesagt getan, schlafen ist angesagt. 😴
    Sehr spät werden wir wach, kein Wecker oder Zimmerservice reißt uns aus dem Schlaf. Als wir so endlich wach werden, begrüßt uns ein bewölkter aber freundlicher Himmel und warmes Wetter. Wir trinken gemütlich einen Kaffee und der weckt neuen Lebensmut in uns.

    Was sollen wir jetzt einfach nur rumsitzen, das wäre doch viel zu schade! Jetzt sind wir schonmal hier, dann nehmen wir jetzt auch das letzte Abenteuer an. Wir haben noch viele Vorräte im Auto, die werden eingepackt und ohne Frühstück geht's los. Es ist eh viel zu spät für Frühstück.
    Ziel: Laguna Torre mit Gratisgletscher.

    Wir kommen gut voran und das Klima ist großartig. Nicht zu warm oder zu kalt, perfekt zum wandern. Es weht auch nur ein kleiner Wind, perfekt! - Spoiler: das wird sich sowas von ändern 😂

    Wir wandern ein hübsches Tal entlang, durch Wälder, Ebenen, kleine Hügel, bis wir schließlich an einer tollen Aussicht auf der Höhe ankommen. Hier kann man eigentlich wunderbar die drei Zinnen um den Cerro Torre bestaunen.
    Und wie wir sehen ... sehen wir nichts!

    Die drei berühmten Zinnen sind komplett von Wolken umhangen.
    Naja, nicht schlimm, wir hatten ja bereits bei der Hinfahrt das Glück, sie wolkenlos zu sehen.

    Als wir weiter wandern - der Weg ist meist angenehm und relativ eben - nähern wir uns dem Rio Torre, einem reißendem Fluss. Wir folgen ihm und kommen bald und recht plötzlich an der Laguna an. Beeindruckend sehen wir vor uns wie sich der Glaciar Torre in das Tal erstreckt und schließlich in den vorgelagerten See schiebt und sogar kleine Eisschollen hinterlässt.
    Eigentlich sind es sogar zwei Gletscher, die zusammen laufen. Durch den regelmäßig starken Wind wird der rechte Gletscher allerdings komplett mit Dreck bedeckt.

    Hier lässt allerdings auch mal wieder der Wind nicht auf sich warten. Bei kräftigen Böhen suchen wir schnell Schutz in einer kleinen Steinmulde, um hier gemütlich unseren Proviant zu futtern und Kräfte aufzutanken.

    Nach einer kurzen Pause laufen wir bei kräftigstem Wind noch ein paar Meter am Kamm der Laguna entlang. Die Winde sind so stark, das wir unser ganzes Körpergewicht in den Wind werfen müssen, um voran zu kommen. Schließlich entschließen wir uns aber, den sicheren Rückweg anzutreten, um uns nicht am letzten Tag in Patagonien noch durch die heftigen Winde die Knöchel zu verstauchen.

    Zurück durch windgeschützte Wälder und vorbei an einem verbrannten Baum, der als Mahnmal für unaufmerksame Wandere stehen gelassen wurde, erreichen wir nach weniger als 3h wieder El Chaltén.

    Hier gönnen wir uns ein wohlverdientes Amber Lager in der Sonne.

    Nachdem sich unsere Füße ein wenig erholt haben, gehen wir am Abend essen. Leider sind auch heute wieder alle Restaurants voll, aber wir kennen das Spiel: warten mit Medoc bis ein Tisch frei wird.
    Heute dauert es aber leider extrem lange, besonders Célines Magen macht sich irgendwann spürbar bemerkbar.
    Schließlich aber kommen wir doch noch an die Reihe und gönnen uns einen traditionellen Eintopf und mit Lachs gefüllte Riesenravioli.

    Danach gehen wir bald schlafen, morgen ist Abreisetag, aber wir haben noch etwas vor...
    Read more

  • Hasta la próxima, Patagonia

    January 3 in Argentina ⋅ ☀️ 9 °C

    Wir wären nicht wir, wenn wir nicht alles was irgendwie machbar ist mitnehmen würden.

    Also klingelt, obwohl heute Abreisetag ist, erneut um 4:00 Uhr der Wecker. Wir wollen ein letztes Mal den beeindruckenden Sonnenaufgang am Fitz Roy beobachten. Diesmal allerdings vom Hausberg von El Chaltén, dem Cerro Paredón, aus. Die Jungs aus dem Hostel hatten uns versprochen, dass das ganze einfach in 45 min machbar sei…

    …war es auch. Was sie uns allerdings verschwiegen hatten, dass es die gesamten 45 min eine quasi senkrechte Wand hoch geht. 😖

    Wir tasten uns also durch die Dunkelheit, den Weg die steile Felsklippe hoch und kommen schweißgebadet auf der Plateauebene an. Gut, dass wir Stirnlampen dabei hatten!
    Hier werden wir dann aber mit einem atemberaubenden Blick über das ganze Tal und die patagonischen Berge belohnt.
    Die Sonne steigt bereits langsam am Horizont empor und wir können das Spektakel des leuchtenden Fitz Roys kaum erwarten. Uns bietet sich erneut ein neues Bild des eindrucksvollen Gebirgsmassivs und wir können es in seiner ganzen Breite sehen. Auch der Cerro Torre versteckt sich heute nicht mehr.

    Das Platteau unterhalb des kleinen Gipfels, das wir herauf geklettert sind, ist ein grünes Grasland und man hört - in Patagonien eher selten - einige Vögel rufen. Hier könnte man mit etwas Glück auch Andenkondore aus der Nähe sehen, aber dieses Glück ist uns nicht vergönnt.
    Wir beschweren uns nicht, denn wir werden reichlich belohnt von einer erneut rot aufgehenden Sonne und einem strahlenden roten Fitz Roy und Cerro Torre. So langsam fragen wir uns, ob es wirklich so selten ist, wie alle sagen... aber wir sind einfach nur unheimlich dankbar und freuen uns an jedem Moment.

    Lange können wir es leider nicht genießen. Kaum wandelt sich das Rot und ein strahlendes Gelb, treten wir auch schon wieder den Rückweg an - wir haben noch eine lange Fahrt und zwei Flüge vor uns.

    Nach kurzer Suche finden wir auch wieder unseren Pfad zur Wand, die es nun herunter zu klettern gilt. Es ist schon recht anspruchsvoll, aber mit Tageslicht geht es dann doch deutlich leichter. Stück für Stück klettern wir herunter, bis wir wieder sicher auf dem Boden ankommen. Wir machen uns nochmal frisch, verabschieden uns von unserer Gastgeberin im Hostel - die drei Jungs schlafen wohl noch - und fahren die knapp 3h zurück nach El Calafate zum Flughafen. Im unserem Rückspiegel sehen wir noch ein letztes mal (wirklich?) das beeindruckende Panorama um den Fitz Roy. Was für ein Abschied!

    Als wir mit unserem Flieger abheben, freuen wir uns sehr, einen Platz am linken Fenster bekommen zu haben, denn tatsächlich: hier bietet sich uns der dann wirklich letzte Blick auf die eindrucksvollen Berge Patagoniens und insbesondere des Fitz Roy, den wir mittlerweile doch sehr ins Herz geschlossen haben.
    Außerdem sehen wir nun auch noch zum ersten Mal einen kurzen Ausschnitt der unendlichen Weite des südpatagonischen Eisfeldes, das sich direkt hinter dem Fitz Roy erstreckt und die vielen Gletscher der Region speist, insbesondere auch den Moreno Gletscher. Es ist eine unheimlich beeindruckende Sicht in diese Eiswüste zu blicken.

    Danach sehen wir gar nichts mehr. Nein, Wolken gibt es keine, wir fallen beide in tiefen Schlaf. 😴

    Kurz vor der Megacity Buenos Aires werden wir wieder wach. Aus der Luft merkt man die Dimensionen nochmal mehr.

    Da wir sehr viel Umsteigezeit für unseren Flug nach Iguazu, ganz im Norden am der brasilianischen Grenze, haben, entschließen wir uns, ein wenig am Atlantik spazieren zu gehen, der hier direkt neben dem Inlandsflughafen liegt. Hier gönnen wir uns auch nochmal an einem der vielen Parrilla Stände ein Bagniola Sandwich.

    Unser Flug nach Iguazu hat allerdings Verspätung. Wir warten also am Gate. Und warten. Und warten.
    Draußen wird es langsam dunkel. Und wir warten. Keiner weiß was. Geht der Flieger überhaupt noch?
    Dann endlich, eine Durchsage in Spanisch. Wir verstehen nur "Iguazu" und "Porta uno". Das sind wir! Und tatsächlich, wir dürfen boarden. Bald schon heben wir in den Nachthimmel Argentiniens ab.

    Um halb zwölf kommen wir dann endlich in Iguazu an. Es ist gar nicht mal so heiß und die Grillen begrüßen uns auf dem Rollfeld.
    Wir nehmen ein Taxi zum Hotel, allerdings stellt sich die Kommunikation mit dem Fahrer als recht schwierig heraus. Er quaselt uns einfach auf spanisch zu und wir tun unser Bestes, ihn zu verstehen. Er ist unheimlich lieb und höflich.
    Müde kommen wir im Hotel an und können sogleich unser Zimmer beziehen.

    Was heißt Zimmer, wir bekommen eine kleines privates Maisonette Häuschen, sehr hübsch und typisch tropisch eingerichtet.
    Damit wir uns nicht alleine fühlen, leistet uns eine kleine freundliche Kakerlake (oder so etwas) an der Wand Gesellschaft - willkommen im Jungle. 😃
    Read more

  • Die größte Dusche der Welt! 🚿

    January 4 in Argentina ⋅ ☀️ 27 °C

    Guten Morgen Iguazú!
    Nachdem wir gestern schlappe 3,700 km zurückgelegt haben, wachen wir heute Morgen, wieder recht früh, bei strahlendem Sonnenschein im dichten Grün der Dschungelausläufe auf.
    Nach einem kurzen Frühstück, holt uns ein kleiner Bus gegen 7:40 Uhr vom Hotel ab und wir starten, nach ein paar Stops an weiteren Hotels, unsere 30 min Fahrt in den Iguazú Nationalpark.

    Dort angekommen, erklärt uns Guide Nicolas den Aufbau des Parks - dieser wurde ursprünglich (1934) als Grenzschutz zu Brasilien etabliert, hat sich aber heute dem Artenschutz und der Biodiversität verschrieben.

    Zunächst nehmen wir ein kleines Bähnchen, was uns vorbei am Dschungel zum oberen Teil des Parks und damit zum höchsten Wasserfall, der "Garganta del Diablo" fährt. Der Park und die Bahn sind pickepacke voll mit Touristen aus aller Welt. Heute gönnen wir uns mal so richtig Touriprogramm, lachen wir nach den menschenleeren Weiten Patagoniens.
    Alles in allem fühlt es sich seltsam an, gestern morgen noch in El Chaltén am Fitz Roy in der einsamen Wildnis Patagoniens gestanden zu haben und heute im trubeligen, hektischen Jungel zu sein, aber immer noch in Argentinien. Den Trubel merkt man nicht nur den lauten Grillen, Zikanden und Vogeln an - die uns nach den stillen Gegeden Patagoniens sehr laut vorkommen -, sondern auch den Menschen. Alles ist ein wenig hektischer, aber keineswegs unangenehm.

    Über einen ca. 1 km langen Steg bahnen wir uns den Weg über den Fluss oberhalb der Abbruchkannte. Dass es ein Fluss ist, kommt uns nicht so vor, sieht er doch eher wie ein See aus.
    Vorbei an riesigen karpfenähnlichen Fischen und sogar eine kleine Schildkröte entdecken wir auf dem Weg. Und dann tut er sich vor unseren Augen auf - der ‚Rachen des Teufels‘ - es ist ein unsagbares Naturschauspiel, dass seinem Namen alle Ehre macht.
    Vor uns steigt schon von Ferne Gischt wie Rauch auf. Als wir näher kommen, sehen wir, wie das Wasser des "Sees" fast strudelförmig in ein riesiges, zu einer Seite offenes Loch stürzt, als hätte man den Stöpsel einer gigantischen Badewanne gezogen.
    Die Wassermassen stürzen mit einer solchen Wucht in die Tiefe, dass man das Ende der Schlucht nicht mal erkennen kann und einem schon beim zuschauen wirklich schwindelig wird. 😵‍💫 Wirklich beeindruckend!

    Aber das ist nicht die einzige Stelle. Überall um uns herum stürzen scheinbar unzählbar viele weitere Wasserfälle ins Tal.
    Wir verweilen ein wenig hier und saugen diese unglaubliche Atmosphäre aus allen Blickwinkeln auf.

    Nur schwer können wir uns lösen, aber es gibt noch so viel mehr in diesem Park zu entdecken… insgesamt erstrecken sich größere und kleinere Wasserfälle auf einer Strecken von 2 km, die alle durch die Abbruchkannte zweier tektonischer Platten entstanden sind.

    Für Rückweg zur Mittelstation entschließen wir uns, auf die Fahrt mit der vollen Bahn zu verzichten und lieber zu Fuß durch den Wald zu gehen, um die Geräusche, Gerüchte und Anblicke des Dschungelausläuders aufzusaugen. Unser Guide ist sichtlich überrascht und fragt uns, ob wir sicher seien, 3 km zu Fuß laufen zu wollen. Wir müssen uns ein Lachen verkneifen 😜

    Also gehen wir zu Fuß und bestaunen die tolle Natur. Hier sehen wir beispielsweise Faustgroße Spinnen, deren Netze sich über ganze Nebenflüsse - ca. 5-10m - erstrecken und wir hören gespannt den wunderbaren Geräuschen des Dschungels zu.

    Da wir schneller sind als das kleine Bähnchen, essen wir erstmal zu Mittag und essen den Rest unseres Wanderproviants auf. Kaum sind wir fertig, kommt auch endlich die Reisegruppe um unseren Guide Nicolas an. Er zeigt uns den oberen Panoramaweg, von dem man einen atemberaubenden Blick über fast die ganze Wasserfallschlucht hat und insbesondere auf den Cataratas San Martin, benannt nach dem Argentinischen Freiheitskämpfer und Nationalhelden, dessen Grab wir in der Kathedrale in Buenos Aires gesehen haben.
    Es sind Bilder wie aus Phantasy-Filmen. Wir überqueren weitere kleine Stege und erreichen überwältigende Blicke über die herabstürzenden Wassermassen.
    Und wir können uns einfach nicht sattsehen an den vielen Wasserfällen. Das Schöne ist auch, dass wir die Blicke im eigenen Tempo genießen können und nicht an die Reisegruppe gebunden sind. Entstaunt bewundern wir dabei, wie uns plötzlich ganz entspannt ein kleiner Nasenbär auf der Reling des Stegs entgegenkommt.

    Danach führt uns der Weg zurück zu einem kleinen Food Court. Mittagspause - erklärt uns Nicolas.
    Aber die brauchen wir jetzt nun wirklich nicht...

    Also entscheiden wir uns, den unteren Panoramaweg zu gehen, den die Tour eigentlich auslassen würde. Und es lohnt sich!

    Von nächster Nähe sehen wir nun die Wasserfälle um den Cataratas San Martin, insbesondere den Salto Dos Hermanas (Zwei-Schwestern-Wasserfall), zwei fast identische wunderschöne Wasserfälle.

    Pünktlich zum großen Finale der Tour treffen wir wieder auf den Rest der Gruppe am Food Court. Wir nehmen einen Cabrio Truck und fahren durch den Dschungel flussabwärts. Nach einer kurzen Fahrt kommen wir am Hafen der 'Gran Adventura' an. Mit Schwimmwesten und wasserdichten Säcken ausgestattet, steigen wir in das kleine Speedboot.

    Mit vollem Tempo legen wir ab. Wir rasen den Fluss hoch, vorbei an Krokodilen und hohen Klippen. Sehr bald schon nähern wir uns den Wasserfällen. Hier vom Boot aus zeigt sich uns nochmal ein ganz anderer Anblick auf die Wasserfälle. Wir nähern uns zunächst der Garganta del Diablo aus sicherer Entfernung und staunen über die tosenden Wassermassen um uns herum. Wir haben höchsten Respekt vor den Fähigkeiten unseres "Capitanos".

    Nun drehen wir ab und fahren in die Schlucht um den San Martin. Aber nicht nur das. Mit voller Kraft voraus steuert der Capitano voll in den Wasserfall hinein - die größte Dusche der Welt!!

    Wir werden pitschnass und das ganze Boot kreischt, gröhlt und lacht! Tosender Jubel bricht aus, als der Capitano ein zweites Mal mitten in den Wasserfall hineinsteuert. Was für ein grandioses Erlebnis.

    Und weils so schön war, steuern wir in einen weiteren Wasserfall im Nebenarm noch umso tiefer in den Wasserfall hinein. Das Wasser prassel von oben auf unsere Köpfe. Wir sehen gar nichts mehr.
    Lange können wir aber nicht unter dem Strom bleiben, die Wassermassen sind so stark, dass wir schon in Sekunden wieder herausgetrieben werden.

    Strahlend über dieses einmalige Erlebnis, treten wir schließlich die Rückfahrt an. Auf dem Weg kreuzen uns zwei Capivaras (Wasserschweine), die sehr putzelig den Fluss durchqueren.
    Zurück am Hafen ziehen wir uns trockene Klamotten an. Auf der Rückfahrt huscht auch noch eine große Nasenbär Familie mit ca. 7 Babynasenbärchen über die Straße.
    Jetzt gönnen wir uns erstmal ein Cerveza in der warmen Sonne. Das war ein Spaß!!

    Mir dem Bus geht es zurück zum Hotel, wo wir uns kurz frischmachen und zum Abendessen aufbrechen. Wir finden ein uriges, lokales Restaurant.
    Um unsere heutige Wassererfahrung abzurunden, essen wir heute traditionelle Flussfische. Es gibt Pacu Tropical und Surubi mit Maniok chips, dazu Bori Bori und Empanada und wir trinken einen fabelhaften Viognier aus Mendoza. Rundum wieder einmal sehr lecker!
    Read more

  • Argentinien-Paraguay-Brasilien

    January 5 in Argentina ⋅ ☀️ 30 °C

    Als David heute morgen wach wird, bekommt er einen großen Schreck. Draußen ist es bereits sonnig hell, die Uhr zeigt 11:57 Uhr!
    "Céline, wach auf, wir haben komplett verschlafen!! Frühstück gibt es bestimmt keins mehr und der halbe Tag ist schon vorbei..."
    Wir sind schockiert: wie konnten wir nur 12-13 Stunden schlafen? Das war bestimmt die Anstrengung und Aufregung der letzten Tage.
    Céline ist sichtlich enttäuscht ob des verpassten Frühstücks.
    Doch halt! Warte, was sagt die Uhr? 11:57 Uhr deutscher Zeit!! Hier ist es erst 8 Uhr und ein wundervoller Tag steht bevor. 😂
    Das muss David jetzt erstmal wieder gut machen, hahaha.

    Jetzt sind wir aber zumindest wach und gehen ganz gemütlich zum Frühstück. Heute schauen wir uns die kleine Stadt Puerto Iguazú an, schlendern ein wenig über den Markt und lassen es ganz ruhig angehen, so unser Plan.

    David wäscht ein paar Klamotten aus und kreiert eine kleine Dampfsauna in unserem Zimmer und wir hüpfen in den hübschen Hotelpool, naja, Céline nur bis zum Knöchel, so heiß ist es noch gar nicht.

    Danach brechen wir auf nach Puerto Iguazú. Die Stadt ist recht klein und tagsüber fast menschenleer. Die sind alle am Wasserfall, denke wir mal. Alleine sind wir aber trotzdem nicht. Am fast jeder Ecke liegen/laufen streunende Hunde herum, wie es auch schon in El Calafate und weniger ausgeprägt in El Chaltén der Fall war. Die armen Tiere werden meist ausgesetzt, wenn die Halter keine "Verwendung" mehr für sie haben, haben wir traurigerweise erfahren. Aber hierzu gleich noch mehr.

    An teils hübsche Ecken in Puerto Iguazú reihen sich Bauprojekte und jüngere sowie ältere Ruinen. Als wir ins Zentrum kommen, sehen wir eine Vielzahl an Restaurants und Bars in einer hübschen Straße. Die Idee, hier eine Kleinigkeit zu Mittag einzunehmen, verwerfen wir sehr schnell wieder, als uns Scharen von aufdringlichen Kellern in ihre Restaurants nötigen wollen - sehr unangenehm und so bisher auch noch nicht in Argentinien erlebt.

    Also ziehen wir weiter Richtung Hito Tres Fronteras.
    Das Wetter ist heiß und wir kommen schon mächtig ins schwitzen. Die Nähe zu Brasilien merkt man hier nicht nur am Klima, sondern auch kulinarisch. Überall gibt es Açai Bowls, eine aus Brasilien stammende Art Fruchtsorbe. Die probieren wir jetzt auch direkt in einer Açai Bar und sind sehr begeistert. Leicht süß und fruchtig, gehaltvoll und einfach lecker.

    Gestärkt gehen wir das kurze Stück zum Dreiländereck. Hier trennen der Zulauf des Iguazú River (den kennen wir ja schon in vertikaler Form) in den Rio Paraná die Länder Argentinien, Brasilien und Paraguay. Während man in Paraguay fast nur Wald und eine Stadt in weiter Entfernung sieht, steht auf brasilianicher Seite ein Riesenrad und eine Aussichtsplattform der Stadt Foz do Iguaçu. Man erkennt aber auch massive Grenzanlagen hinter der eindrucksvollen Brücke zwischen Brasilien und Paraguay - ganz ungewohnt für uns Schengen verwöhnte Europäer.

    Da die Aussicht bei Tag ansonsten nicht sonderlich spektakulär ist - bei Nacht soll es besser sein - und wir insbesondere ein Restaurant mit super Aussicht auf das Dreiländereck sehen, entschließen wir uns, einen Tisch mit bester Aussicht für heute Abend zu reservieren. Der nette Keller zeigt uns sogar unaufgefordert den Tisch in erster Lage - wir freuen uns schon sehr.

    Danach spazieren wir zurück durch die Stadt und gönnen uns im Yabra Mate Club eine Mate. Die Region hier ist Anbaugebiet der Mate, des in ganz Argentinien 'gelebten' Nationalgetränks.

    Dann kehren wir zum Hotel zurück und machen uns nochmal kurz frisch. Ein Pool ist schon was schönes 😃

    Auf dem Weg zum Abendessen sehen wir dann einen hübschen kleinen Cocktailstand am Straßenrand. Die Zubereitung mit frischem Obst sieht so hervorragend aus, dass wir eine Piña Colada und eine Caipirinha bestellen. Überrascht zahlen wir umgerechnet nur 8 Euro für die beiden 0.4 l Cocktails zusammen.

    Glücklich über unsere leckeren Getränke schlendern wir gemütlich weiter zum Restaurant. Erstaunt stellen wir fest, dass der uns am Nachmittag versprochene Tisch bereits vergeben wurde. Man möchte uns mit einem Tisch am Rand zufriedenstellen.
    Wir sind einigermaßen enttäuscht. Da sie ihren Fauxpas schnell selbst bemerken, dürfen wir nach etwas Wartezeit schließlich doch noch an unserem reservieren Tisch Platz nehmen.

    Die Aussicht ist wunderschön. Die Brücke zwischen Paraguay und Brasilien erstrahlt in den jeweiligen Landesfarben und die Lichter der drei Nationalen spiegeln sich in der großen Flusskreuzung und auf unseren Tellern. Wir essen ein Platta Regional, eine Komposition aus Gerichten aller drei Länder.

    Nach tollem Abendessen und einem glühend rot über Brasilien aufgehenden Mond treten wir den Rückweg an.
    Plötzlich verfolgt David auf Schritt und Tritt eine Hündin. Treudoof blickt sie uns immer wieder an, wartet auf uns, wenn wir stehen bleiben und weicht nicht von unserer Seite. Das wäre gar nicht so schlimm, würden ihr nicht bis zu drei weitere männliche Hunde folgen, die alle scharf auf die Hindin wären. Sie streiten untereinander um die Hündin, wir mittendrin. Uns wird das Ganze schon recht unangenehm, daher versuchen wir, die Meute abzuhängen - keine Chance. Die Hündin hat nur Augen für David. Schließlich aber können wir sie austricksen, indem wir an einer belebten Stelle plötzlich die Straßenseite wechseln - eine im Nachhinein doch recht lustige Erfahrung.
    Read more

  • Sternflöter in Tilcara

    January 6 in Argentina ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute ist Abreisetag aus Puerto Iguazú und wieder einmal reist uns hierfür der Wecker früh morgens (6:00 Uhr) aus dem Schlaf - so stellt man sich Urlaub vor 🥱. Zum Glück ist es jedoch taghell und so packen wir eilig unsere sieben Sachen zusammen und erhaschen noch schnell ein kleines Croissant, eine Tasse ☕️ und etwas Obstsalat vom Frühstück bevor uns um Punkt 7:00 Uhr ein Taxi zum Flughafen abholt.

    Dort angekommen, verläuft wie "fast" immer alles reibungslos und sehr schnell und bald schon sitzen wir am Gate.

    Als wir von der Startbahn abheben sehen wir noch einmal eindrucksvoll die Iguazú Wasserfälle aus der Luft. Selbst hier sieht man sogar die Gischt spritzen.

    Wir fliegen über Paraguay und Nordargentinien, vorbei an skuril verlaufenden Flüssen und landen wenig später heil und munter in Salta.
    Uns springt sofort ins Auge, wie grün und lieblich hier alles aussieht.

    Wir übernehmen problemlos Mietwagen Nr. 2 und düsen los. Tatsächlich fahren wir direkt raus aus Salta und der Region, den unser Ziel liegt im Norden, an der Grenze zu Bolivien, der Provinz Jujuy. Auf dem Weg zu deren Hauptstadt San Salvador entscheiden wir uns für Scenic Route über eine enge Gebirgsstraße. Um uns herum tut sich ein grünes Meer auf, ein dichter Wald mit hohen moosbewachsenen Bäumen, unzähligen Lianen und Kletterpflanzen.

    Als der dichte Wald sich schließlich lichtet, erreichen wir einen kleinen Stausee mit einem netten Café. Hier machen wir erstmal Mittag und genießen den Blick über den See und die weiten grünen Lande.

    Gestärkt wollen wir nun weiter fahren, diese Rechnung haben wir aber nicht mit einer kleinen Herde junger Stiere und Kühe gemacht, die unsere Straße blockieren. Chillend und spielend versperren sie uns die Straße und denken gar nicht daran, Platz zu machen, bis schließlich ein Mann die wirklich gefährliche Waffe einsetzt: einen dünnen Ast mit Blättern. Er schlägt ihn kurz auf den Boden und schon sie die Chiller wieder weg. 🐮

    Bald darauf passieren wir San Sebastian de Jujuy und fahren kurz dahinter einen kleinen Pass hoch, die Straße geht steil bergauf. Womit wir nicht gerechnet haben ist, dass sich die Vegetation kurz danach aber mal so komplett verändert! Von dem dichten, vielfältigen Grün ist plötzlich nichts mehr zu sehen. Vielmehr erwartet uns eine trockene Gegend voller scharfkantiger Felsen, Gestrüpp und gigantischen Kakteen (genau so sehen sie aus: 🌵) Die Kakteen wachsen teilweise wie Wälder und sind mehrere Meter groß, Wahnsinn!
    Die Erde färbt sich plötzlich in den unterschiedlichsten Farben und besonders das markante dunkle rot erinnert uns sehr an den Tsavo Nationalpark in Kenia. Die Berge strahlen in der glühenden Sonne in Rot, Gelb, Weiß, Ocker, usw. Es ist ein wahres Naturschauspiel, dass sich hier hinter jeder Kurve verbirgt.

    Dann schließlich erreichen wir unser Ziel, Tilcara. Pünktlich zum Sternenmarsch zum Fest der hl. drei Könige. Die kleine Stadt ist komplett abgesperrt, nichts geht mehr. Wir kommen nicht einmal zu unserem Hostel, um unser Auto und Gepäck abzustellen. Daher stellen wir das Auto irgendwo ab und mischen uns unter das Fest. So ganz gelingt uns das allerdings nicht, fallen wir hier aufgrund unserer Hautfarbe und Größe doch schon sehr auf. Aber das stört keinen und wir werden überall sehr freundlich angenommen.

    Viele Gruppen junger Menschen ziehen tanzend, trommelnd und flötend durch die Stadt. Hinter ihnen bringen Menschen jeweils Gaben und kleine Jesusfiguren zur Krippe. Die Musik mit Trommeln, Pauken und den schrillen Flöten (teils Panflöten) ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber hat ihren eigenen Charm. Es ist ein umheimlich nettes Fest bei dem es anscheinend bewusst nicht so sehr darum geht, etwas professionelles darzubieten, sondern mehr, dass man gemeinsam die Sache feiert - so kommt es uns zumindest vor. Wir sind sehr froh, bei diesem authentischen Fest dabei gewesen zu sein.

    Am Abend gehen wir dann noch in ein ebenso authentisches und liebevoll eingerichtetes Restaurant am Rande der Stadt. Wir essen eine fantastische gemischte Platte aus Spezialitäten der Region, insbesondere bekommen wir das hier so typische Lama. Hat ganz hervorragend geschmeckt, wir sind schwer begeistert.
    Read more

  • Bunte Berge in Jujuy

    January 7 in Argentina ⋅ ☁️ 14 °C

    Wenn in Patagonien 'Luft' das vorherrschende Element war und in Iguazú zweifelsohne 'Wasser', dann steht die Provinz Jujuy eindrucksvoll im Zeichen des Elements 'Erde'!

    Morgens nach den Frühstück, das gibt es hier erst um 8 Uhr, brechen wir gemütlich auf. Wir fahren von Tilcara (der Ort liegt auf 2.456 Höhenmetern) noch weiter Richtung Norden, tiefer in das Tal des Rio Grande hinein, der aber alles andere als 'grande' vorkommt. Sein Flussbett verspricht aber, dass es hier zu extremen Wassermassen kommen kann.

    Heute haben wir gleich drei Ziele:
    1. Wir wollen die Puente del Diablo sehen, eine natürlich entstandene Brücke, die auf einem Gebirgskamm entstanden ist.
    2. Wir wollen die Inca Cueva besuchen, eine Höhle mit uralten Malereien.
    3. Wir wollen zum Aussichtspunkt auf die 'cercanía de los 14 Colores del Hornocal' fahren, Bergen in bunten Farben.

    Alle drei Ziele versprechen nach kurzen Wanderungen erreichbar zu sein und liegen auf einer Strecke. Daher starten wir mit der weitest entfernen Attraktion, der Puente del Diablo.
    Auf dem Weg durchfahren wir den Ort Humahuaca. Hier wollen wir noch ein bisschen Euro in Pesos tauschen, da wir ein wenig knapp in der lokalen Währung geworden sind (Trinkgelder und Taxis zahlt man hier eher bar - Karte geht ansonsten überall problemlos, auch auf dem Markt und in einfachen Ständen, nicht wie in Deutschland).

    "Huam...haka" - oder wie heißt das nochmal? - ist ein sehr touristischer Ort. Gleich am Ortseingang winken uns Guides und Händler, die uns Dinge verkaufen wollen. Hier sind wir sicher Geld wechseln zu können. Schon in Patagonien haben wir erfahren wie man das am besten in Argentinien macht: da Abheben vom Konto mit unheimlichen Gebühren verbunden sind und Wechselstuben schlechte Kurse anbieten, wechselt man einfach in Hostels, Restaurants oder Shops. Euro (oder Dollar) nehmen sie grundsätzlich gerne, haben wir erfahren, bspw. in Iguazú.

    Hier in "Huammmaka" will aber plötzlich keiner unsere Euros haben und selbst teure Wechselstuben gibt es nicht; tauschen geht hier plötzlich nirgendwo. Wir laufen uns die Füße platt und verlieren wertvolle Zeit, bis wir endlich einen kleinen Laden finden, der uns sogar noch einen guten Kurs gibt - wir hätten mittlerweile fast jeden Kurs akzeptiert.

    Erleichtert aber ob des Zeitverlusts frustriert fahren wir weiter. Wir nähern uns immer mehr der Bolivianischen Grenze und das bemerken wir nicht nur an den bunten Bergen und kargen Landschaften. Auch die Polizeikontrollen nehmen zu. Nach einer für argentinische Verhältnisse kurzen Fahrt erreichen wir einen wunderschönen bunten Gebirgskamm, den Gigantes Dormidos, an dessen Fuß der Aufstieg zur Puente del Diablo starten soll. In dem kleinen, ärmlichen Ort Tres Cruces führt einer immer schlechter werdende Straße zu einem Parkplatz. Die Straße wird so schlecht, dass wir uns sogar kurz fest fahren und schließlich an einer Brücke über einen kleinen Fluss stehen. Das blöde nur, die Brücke gibt es nicht mehr, der kleine Fluss hat sie wohl eines wilden Tages mit sich gerissen. Was nun?
    Hier loszulaufen würde uns deutlich mehr Zeit kosten und wir haben bereits viel kostbare Zeit verloren. Außerdem nähern sich über den Gigantes Dormidos Regenwolken. Wir fürchten, nicht mehr die sandige Straße zurück zu kommen, mit unserem kleinen Fiat, daher entschließen wir uns, diese Tour abzubrechen. Auf der Rückfahrt können wir dann aber sogar noch die Puente aus der Ferne sehen, na immerhin.

    Weiter geht's, keine 15 min Fahrt und wir sind schon am Parkplatz zur Inca Cueva. Wir wandern also los und treffen bereits nach wenigen Metern auf eine Herde super fluffiger, süßer Lamas. Sie mögen uns zum Glück und wir werden nicht bespuckt. 😉 Danach folgt der Weg einige Kilometer einem Flussbett, bis wir schließlich in der Ferne ein Tal tiefroter Berge erblicken. In dem Tal entdecken wir Bäume, Sträucher, blühende Kakteen und saftiges Gras in strahlendem Grün, eine richtiges kleines unwirkliches Paradies in der sonst so trockenen Landschaft.

    Genau das haben die Menschen wohl schon immer gedacht, denn genau hier ist die Inca Cueva, die wir nun besichtigen. Ein freundlicher Herr, der aber nur spanisch spricht, zeigt uns - nachdem wir den kleinen Eintritt bezahlt haben - die uralten Malereien in der kleinen Höhle. Da es in der jüngeren Vergangenheit leider auch Schmierereien gegeben hat, sind die "echten" Malereien teilweise nur schwer erkennbar. "POSITIVO" sagt er immer, wenn er auf eine „echte“ Malerei aus der Urzeit zeigt.

    Er erklärt uns, so viel verstehen wir mittlerweile sogar, unser spanisch wird wirklich ein bisschen besser, dass manche Malerein aus mindestens 3.000 vor Christus stammen. Manche Malereien stammen aus der Zeit vor den Inka.
    Wir erkennen viele Lamas, Kalender, Sterne und sogar „Alltags“-Situationen. So werden neben der Lamazucht bspw. auch Geschlechtsverkehr und eine Geburt dargestellt. In einer deutlich jüngeren Szene wird auch die Ankuft der Spanier abgebildet, sie reiten auf Pferden.

    Wir verbinden noch etwas Zeit in dieser Paradiesisch Umgebung, schauen durch ein natürliches Fenster auf die Höhle und genießen ein kleines Picknick. Dann treten wir den Rückweg an, wider vorbei an unseren Lamafreunden.

    Zurück am Auto sind wir mal wieder knapp in der Zeit, und fahren ohne Umwege zum Mirador a la cercanía de los 14 Colores del Hornocal. Die Straße geht von "Hua...dingsdabums", ihr wisst schon, steil bergauf. Immer weiter, bis wir schließlich auf 4.350 Höhenmetern landen. Vor uns tun sich in vielfältiger Schönheit ein fast symmetrischer Gebirgsrücken in 14 Farben leuchtend auf. Die Fotos geben diese Farbenpracht nicht ansatzweise wieder.

    Aber lange halten wir es nicht aus. Leider bekommt Céline nach ein paar Minuten starke Kopfschmerzen - die berüchtigte Höhenkrankheit. Jeder Schritt ist schwer, die Luft knapp, der Kopf fühlt sich doppelt so groß an und wir haben viel Durst. Also fahren wir schnell wieder "ins Tal", nach Tilcara auf gemütlichen 2.456 Höhenmetern.

    Ein kleines Abendessen und ein kurzes Shopping noch. Wir brauchen dringend etwas für morgen...
    Read more

  • La sal de la tierra

    January 8 in Argentina ⋅ ☀️ 21 °C

    Gestern war ein langer Tag, daher lassen wir es heute ruhig angehen...
    ... Spaaaaß, wir doch nicht!
    Los geht's morgens, hoch die Anden hinauf. Heute schauen wir uns ein weiteres Naturwunder an, die Salinas Grandes.

    Wir verabschieden uns von dem hübschen Hostel und fahren bei Purmamarca die Passstraße hoch. Vor uns reihen sich LKW an LKW, die die steile Straße mit nur 20-30 km/h fahren können. Überholen ist hier zudem strengstens verboten. Und was machen hier alle? Klar, überholen. Also auch wir. Es fühlt sich fast ein wenig wie Rennfahren an, nur geht es immer und immer weiter nach oben.

    Wir überqueren den Pass bei 4.170 Höhenmetern - Céline diesmal ohne Kopfschmerzen - und blicken in eine gigantische trockene Hochebene unter uns. In der Ferne erblicken wir die Berge Chiles und in der Mitte der Ebene ein riesiges weißes "Eisfeld". Nur handelt es sich nicht um Eis, sondern die Salinas Grandes, einem Salzsee, dessen Salz an der Oberfläche des Wassers trocknet. Das Salz ist so dick und stark, dass sogar LKW über die Salzdecke fahren können.

    Wir fahren zu dem Besuchsort und betreten das endlose Weiß. Die Sonne brennt. Die hier arbeitenden Menschen tragen nicht nur Sonnenbrillen und Hüte, sondern bedenken ihr ganzes Gesicht mit Sturmhauben, um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen - sieht fast unheimlich aus. Wir machen ein paar lustige und ikonische Fotos und sehen kleine Pools, die den Salzabbau darstellen. Tatsächlich sehen wir nebenan auch einen industriellen Salzabbau, mit Baggern und LKWs.

    Hier, an diesem unwirklichen, einzigartigen Ort nehmen wir ein kleines Picknick ein und ... weihen unsere neue Errungenschaft ein. Wer sich erinnert, wir mussten ja gestern noch dringend was besorgen. Wir sind nun endgültig der argentinischen Tradition verfallen und haben uns ein eigenes Mate-Set gekauft, inkl. Mate, Bombilla und Thermoskanne. Wir machen unsere erste eigene Mate und nach ein paar Startschwierigkeiten schmeckt sie auch so gut wie sonst.

    Die Mate trinken wir dann auch - wie hier so üblich - bei der Fahrt nach und nach weiter, als wir den Salinas Grandes den Rücken kehren und auf der Routa 79 - einem anderen Weg durch die Hochebene - nach Salta aufbrechen.

    Gut zwei Stunden fahren wir auf der einsamen Schotterstraße, teilweise auch nur sandig, bis wir den Ort San Antonio de los Cobres auf 3.775 Metern erreichen. Eigentlich war der Plan, von hier die Passstraße 51 runter nach Salta zu fahren, wo wir heute Nacht schlafen wollen. Da wir aber ganz gut in der Zeit sind, beschließen wir spontan, eine weitere Attraktion anzuschauen, die es hier zu sehen gibt. Das Viaducto la Polvorilla, eine riesige Eisenbahnbrücke aus den 1920er Jahren auf über 4.200 Höhenmetern.

    Man fragt sich wirklich, wie kommt ein Zug auf über 4.000 Meter? Tatsächlich handelte es sich um eine Zugverbindung zwischen Salta und Chile über die Anden, um Zugang für Handelsware zum Pazifik zu ermöglichen. Die Strecke wird daher auch 'Tren a las nubes' genannt („Zug in die Wolken“) - war aber wegen der hohen Instandhaltungskosten nie wirtschaftlich und ist seit den 1990er Jahren eingestellt.

    Der Weg zur Brücke führt von San Antonio ein Stückchen auf der berüchtigten Routa 40, die von Nordargentinien bis runter in die Spitze Südpatagoniens läuft. Immer vorbei und durch die Anden, ist sie nicht gerade bekannt für ihre gute Qualität. Und genau das mussten wir dann auch feststellen...

    Nach und nach wird die Straße immer schlechter, bis nur noch zwei Kurven vor der Brücke - um einen Bergausläufer herum - die Straße wegen eines Erdrutsches so schlecht wird, dass wir mit unserem kleinen Fiat aufgeben müssen. Spätestens jetzt wünschen wir uns unseren RAV4 aus Kenia zurück, aber es hat keinen Zweck. Auch eine argentinische Familie muss kurz vor dem Ziel aufgeben.
    David will es aber noch nicht wahr haben und entscheidet sich daher, den Bergausläufer hochzulaufen, um zumindest einen Blick aus der Distanz auf die Brücke zu erhaschen, wie bei der Puente del Diablo, ihr erinnert Euch.

    Also sprintet er den Berg herauf und merkt aber sehr schnell, dass sich das auf über 4.000 Höhenmetern als deutlich anstrengender gestaltet. Endlich oben angekommen muss er leider feststellen, dass ein weiterer Hügel den Blick versperrt. Das ist jetzt zu weit und zu viel. Enttäuscht tritt er den Rückzug an. Dieser Urlaub und Brücken, irgendwie soll es nicht sein...

    Also fahren wir zurück nach Salta. Die Routa 51 entschädigt uns aber umso mehr. Abwechslungsreich und voller Naturwunder präsentiert sie nochmal alles, was wir in den letzten drei Tagen in dieser Region sehen durften. Knallbunte Berge, Wälder aus Riesenkakteen und skurile Felsformationen. Immer mittendrin, die beeindruckende Bahntrasse inkl. Bahnserpentinen und Brücken.

    Je mehr wir herab klettern und Salta näher kommen, desto grüner wird die Gegend. Auch der Regen setzt bald ein, denn hier ist gerade Regenzeit.

    Angekommen zurück in der Zivilisation erfreuen wir uns der unheimlich hübschen Stadt. Wir checken im Hotel ein und gehen abends in der Stadt essen. Die regionale Platte mit Spezialitäten, insb. den Empanadas und den verschiedenen Aufläufen und Eintöpfen gefällt uns ausgezeichnet! Jetzt freuen wir uns auf die nächsten zwei Tage in der Region Salta.
    Read more

  • La Ruta del Vino 🍷

    January 9 in Argentina ⋅ ☁️ 20 °C

    In Salta ist es ein wenig kalt und Regen ist angesagt. Da wir den Mietwagen noch einen Tag haben, beschließen wir, einen kleinen Roadtrip auf der Ruta del Vino, der bepriesenen Straße 68 zu unternehmen.
    Wir genießen das ausgezeichnete Frühstück und fahren los, immer gen Süden Richtung Cafayate, der bekannten Weinregion.

    Die Landschaft wird schnell sehr grün, der Boden scheint fruchtbar. Überall sieht man Landwirtschaft. Viehzucht, Ackerbau, Forstwirtschaft, aber... (noch) kein Weinbau.
    Dann das Schild; "Ruta del Vino", hier geht es also so richtig los.

    Die Landschaft wird nach und nach etwas karger, die Erde dunkelrot und vor uns tun sich beeindruckende Felsformationen auf. Das Wetter wird auch immer besser. Das einzige was fehlt: genau, Weinbau.

    Wir passieren die Kleinststadt Alemania, aber wie auch die meisten Teile Deutschlands nicht bekannt sind für ihren Wein, gibt es auch hier keine Weinberge.

    Immer beeindruckender wird die Straße durch das Gebirge, das teilweise an Colorado erinnert. Das Wetter wird richtig heiß. Wir passieren eine tiefe Schlucht, die Garganta del Diablo, oder ein natürliches Amphietheater aus Felsen, das El Anfiteatro. In dieser Region wächst bestimmt kein Wein, denken wir uns. Und so ist es auch.

    Nach netto ca. 3 Stunden Fahrt über die wunderschöne „Ruta del Vino“, öffnet sich nun das Gebirge und wir treffen auf eine weite Ebene mit dem hübschen Ort Cafayate. Und endlich, hier sind sie also, die viel versprochenen Weinberge. Oder eher Weinebenen…

    Wir fahren zu der hübschen Kellerei Bodega Domingo Hermanos und genießen je ein gutes Glas Weiß- und Rotwein mit ein wenig Käse. Besonders der Weißwein aus der argentinischen Rebe Torrontés weiß zu überzeugen, für den die Region bekannt ist.

    Danach geht die wilde Fahrt wieder zurück nach Salta. Natürlich halten wir auch hier immer wieder an und genießen die Landschaft. Je näher wir Salta kommen, desto dunkler werden die Wolken und es fängt schließlich zu regnen an, bei den Temperaturen aber auch keinen Problem, es ist noch immer angenehm und hört zum Abend auch wieder auf.
    Wir geben unseren Mietwagen am Flughafen ab und fahren mal wieder mit dem lokalen Bus zurück zum Hotel.
    Am Abend gehen wir dann noch argentinische Parrilla essen - Grillplatte mit allerlei Fleisch und anderen Teilen vom Rind. 😅
    Read more

  • Tanzendes Salta 💙

    January 10 in Argentina ⋅ ☁️ 25 °C

    Gemütlich starten wir in den Tag, endlich mal ausschlafen, in Ruhe Frühstücken und den Tag planen. Das hier ist ja immerhin noch Urlaub! 😅

    Für heute haben wir uns vorgenommen, Salta, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz zu erkunden. Als kleines Geschenk unseres Hotels zur Hochzeit bekommen wir sogar einen „Late Check-out“ und können so entspannt die Taschen im Zimmer zurücklassen und die Stadt mit leichtem Gepäck erkunden.

    Wir starten unseren Rundweg also im historischen Zentrum. Zunächst vorbei am hübschen Plaza Gral. Don Martin Miguel mit dem imposanten, im Kolonialstil erbauten, Palacio Legislativo. Martín Miguel de Güemes (* 8. Februar 1785, Salta, Argentinien; † 17. Juni 1821) war - wie wir lernen - ein wichtiger General des argentinischen Unabhängigkeitskrieges.

    Wir schlendern also weiter bis zum nächsten Platz „Plaza 9 de Julio“ - dem entsprechenden Unabhängigkeitstag für den unser Freund Martin Miguel so tapfer gekämpft hat. Hier sind wir nun im Herzen Saltas angekommen. Um uns herum herrscht buntes Treiben und man hört bereits musikalische Klänge vom anderen Ende des Platzes rüberschallen.

    Wir bleiben zunächst vor der im 19. Jahrhundert im Barockstil erbauten Kathedrale - Basilica de Salta - stehen und bewundern dann auch ihre Schönheit von innen.
    Kaum wieder vor der Tür reizen uns aber die Klänge am überliegenden Ende des Platzes. Wir durchqueren schnell die gepflegte Grünanlage und stehen schon bald vor einem regionalen Musik- und Tanzfestival der Stadt. Eine junge Band gibt lokale Songs zum besten und dazu tanzen Paare in traditionellen Kostümen. Im lokalen Tanz werden schnell die spanischen Einflüsse sichtbar aber hier scheint schier jeder Passant den Tanz zu beherrschen. Bald reihen sich schon einige „Zivilisten“ ins Geschen ein und tanzen mit. Eine wirklich schöne Szene, die wir gerne ein paar Minuten genießen. Zu unserem Erstaunen ist auch trotz Regenzeit der Himmel ganz klar und alle genießen sichtlich die Sonnenstunden.

    Nur schwer lösen wir uns von der Musik und heiteren Stimmung, setzen dann aber unsere Stadterkundung fort - schließlich hatte ChatGPT noch viel für uns vor 😬.

    Nächster Halt: Iglesia San Francisco mit angrenzendem Kloster. Auch hier bewundern wir wieder den tollen Bau und die aufwendig verzierte Decke und Seitenaltäre.

    Als nächstes schlägt „Chatty“ uns den Mercado San Miguel - eine Markthalle mit authentischen Ständen und Snacks - vor. Da wir aber nach dem üppigen Frühstück beide noch keinen Hunger verspüren, ignorieren wir GPTs Rat und ziehen lieber den Parque San Martin vor. Durch diesen Grünstreifen am Rande der Altstadt schlendern wir bishin zum Fuße des Cerro San Bernardo - einem kleinen Hügel am Stadtrand auf den man mit einer Gondel fahren kann um die Aussicht zu genießen.

    Bevor wir allerdings hochfahren wollen ergreift ein kleiner Markt am Fuße noch unsere Aufmerksamkeit. Wir haben vor unserer Ausreise aus Argentinien morgen noch ein paar Pesos die wir hier evlt. sinnvoll loswerden können ☺️. Gesagt getan, wir laufen also über den Markt und werden bald fündig - ein Stand mit Töpfereien hat es besonders Céline angetan. Am liebsten würde sie den halben Laden mitnehmen… allerdings reicht der Platz im Koffer nicht aus. Naja ein kleines Andenken gabs dann schon 😊

    Solangsam werden wir nun doch hungrig und beschließen zum Mercado aufzubrechen. Die Gondelfahrt auf den San Bernardo lassen wir nach einem kurzen Blick auf die dichter werdenden Wolken und das Preisschild für eine Fahrt dann doch getrost sein.

    An der Markthalle angekommen sind wir dann aber doch nicht mehr so sehr in Essenslaune, der halbe Markt befindet sich in Umbauarbeiten und der Teil der noch in Betrieb ist, lädt nicht gerade zum Verweilen ein. Es ist laut, wuselig, riecht streng und überall werden wir angesprochen. Wir beschließen also schnell, unser Glück für einen Snack woanders - wieder in der Altstadt zu suchen.

    Hier werden wir schnell am Hauptplatz fündig und genießen ein paar leckere Empanadas - Carne, Queso und Llama gibst als Füllung. 🥟

    Erschöpft von der vielen Lauferei beschließen wir, uns den restlichen Nachmittag am Hotelpool auszuruhen bevor wir gegen 18:00 Uhr auschecken müssen.
    Am Abend nach dem Check-out besorgen wir noch zwei Bombillas für unsere Mate-Cups. Ganz überrascht werden wir plötzlich auf Deutsch angestorben. Die nette deutsche Auswanderin, die den Laden betreibt, erklärt uns gerne und detailliert die verschiedenen Formen und Eigenschaften der "Mate-Strohälme".

    Auf dem Weg zum Essen sehen wir plötzlich gleich mehrere Tanzveranstaltungen. Während auf einem Pavillon der Tango Argentinio aus Buenos Aires von gemischten Stadtbewohnern getanzt wird, tanzen eine große Gruppe wenig weiter den für die Region Salta bekannten traditionellen Tanz. Beide Gruppen ganz privat untereinander und ohne Show - wunderschön und anscheinend ganz normal hier!

    Später mischt sich plötzlich noch eine indigene Gruppe unter den Trubel auf dem Platz. Trommelnd, schrill pfeifend, singend tanzen sie mit aufwändigen Kostümen durch die Stadt. Ob dies Inka-Traditionen sind? Genau wissen wir es nicht.

    Zum Abschluss gehen wir nochmal in unserem favorisierten Restaurant vom ersten Abend am Plaza 9 de Julio essen - nun endlich am letzten Tag in Argentinien (!) schaffen wir es endlich mal ein typisch Argentinisches Steak zu essen. 🥩
    Bisher war die lokale Küche immer alles andere, nur kein Steak. So eigentlich auch hier, aber ohne Steak wollen wir dann doch nicht dieses Land verlassen.
    Read more

  • Feurige Sonne Atacamas

    January 11 in Chile ⋅ ☀️ 21 °C

    Tschüss Argentinien, Du warst so gut zu uns! Heute müssen wir diesem bezaubernden Land den Rücken kehren.
    Mit dem Bus wollen wir die Anden überqueren und in die trockenste Wüste der Welt fahren; Atacama!

    Leider fährt der Bus zu einer ganz besonders schönen Uhrzeit, um 1 Uhr nachts. Also sparen wir uns das Hotelzimmer und bleiben nach dem Abendessen noch etwas sitzen, holen unser Gepäck und setzen uns zu den anderen wartenden Gestalten am Busbahnhof.
    So richtig Lust haben wir nicht auf die anstehende Nachfahrt, aber es hilft ja nichts. Pünktlich starten wir und sind sehr überrascht, wie komfortabel die geräumigen Sitze doch sind, in denen man auch die Füße hochlegen kann. Kurz hinter Salta schlafen wir ein, morgen früh wird uns die Sonne wecken, in etwa wenn wir bei den Salinas Granes sein werden, dann können wir nochmal einen schönen Blick drauf werfen.

    Als wir dann wach werden, stehen wir jedoch bereits an der chilenischen Grenze. Ups, doch kein letzter Blick auf die Salzwüste. 😴

    An der Grenze auf über 4.000 Metern im absoluten Nichts dauert alles dann furchtbar lange. Auf uns wirkt der Vorgang extrem chaotisch und dennoch nehmen das hier alle unglaublich erst - echte Grenze halt. Wir sind vom Schengenraum echt verwöhnt. Am Ende geht dann aber alles ganz problemlos und wir sitzen wieder Bus.

    Wir fahren vorbei an trockenen Landschaften und können förmlich zusehen, wie sie mit jedem Kilometer nur noch trockener und trockener wird. Dann tauchen schließlich zwei gigantische Vulkane auf, die die Grenze zu Bolivien markieren. Es sind nur zwei einer ganzen Vulkankette, wie wir später feststellen.
    Wir fahren auf gut 2.400 Meter runter in die weitläufige Ebene in der die Stadt San Pedro de Atacama liegt.

    Die Sonne brennt, als wir aus dem Bus aussteigen und wir kämpfen uns zu Fuß mit unserem Gepäck zum Hotel. Wir checken problemlos ein, machen uns kurz frisch und gehen in die von Touristen aus aller Welt extrem belebte Stadt. Man hat fast den Eindruck, hier gäbe es nur Restaurants, Bars, Souvenirshops und Expeditionsanbieter.
    Wir finden ein nettes kleines Lokal und essen etwas, was wir in zwei Wochen nicht gegessen haben, einen frischen grünen Salat - in der trockensten Wüste der Welt... muss man nicht verstehen! 😂

    Wir sind zwar müde und unsere Uhren zeigen Body Batteries von 5 und 12 % an, aber hey... Wir nutzen den restlichen Tag und machen einen kleinen Ausflug ins Valle de Merte (Tal des Mars).

    In guter deutscher Tradition nehmen wir auch keinen Bus, kein Fahrrad oder sonst was, nein, wir laufen die 30 min durch die pralle Sonne. Am Tor zum Tal werden wir überfreundlich empfangen, zahlen einen kleinen Eintritt und laufen los - natürlich von Kopf bis Fuß bestens eingecremt und mit Wasser bewaffnet.

    Es ist ein ganz unwirklicher, lebloser Ort. Auch andere Touristen und Wanderer sehen wir nur ganz ab und zu. Wir haben teilweise wirklich den Eindruck, auf einem anderen Planeten zu laufen, wären da nicht Fußabdrücke und Reifenspuren im staubtrockenen Sand. Schroffe rötliche Felsformationen wechseln sich mit Sanddünen ab - aber von Leben keine Spur nichtmal das Surren einer Fliege ist zu höheren. Alles unter der brennenden Sonne Atacamas. Wir bekommen gehörig Respekt vor der Wüste, die so unverzeihlich dasteht.
    An einer besonders hohen Düne sehen wir eine Gruppe Sandboarder, die auf den Brettern die Dünen herunter fährt.

    Ein wenig weiter oben auf einem Hügel bekommt man dann auch eine Vorstellung des Ausmaßes der Wüste. Mit Ausnahme des kleinen Ortes San Pedro ist hier rundherum einfach Nichts! Keine Vegetation, nur Sand, Felsen und Vulkane.
    Wir kehren unter der glühenden Sonne zurück und freuen uns sehr, diese besondere Erfahrung gemacht zu haben.

    Jetzt hat uns unsere Reise sogar noch das vierte und letzte Element dieser Erde geschenkt. Atacama steht ganz im Zeichen der Hitze und des Feuers!
    Wir freuen uns schon die nächster Tage, dieses Element noch besser kennenzulernen...
    Read more

  • Geysers volcánicos del Tatio

    January 12 in Chile ⋅ 🌬 13 °C

    4:30 Uhr, der Wecker klingelt. Das sind ja fast europäische Zeiten… Aber gut, hilft ja nichts, ist ja Urlaub. 😅
    Müde stehen wir auf, ziehen uns warm an und trinken in der Lobby noch einen guten Instantkaffee während wir auf unseren Minibus warten, der uns für die heutige Tour abholen soll. Der kommt dann auch pünktlich und unser Guide Ernesto begrüßt uns voller Energie und Freude.
    In tiefer Dunkelheit fahren wir mit einem Affenzahn durch die Wüste, immer gen Norden, nicht ganz 1,5 h lang. Kurz halten wir an einer "Inca toilet" an und schon geht's weiter.

    Die Sonne hat sich noch nicht ganz hinter den Vulkanen hervor geschoben, als wir am Ziel ankommen, den Geysers del Tatio. Vor uns liegt ein von Bergen umgebener Kessel und an allen Ecken und Enden brodelt und dampft es.
    Zu dieser frühen Stunde ist es noch ziemlich kalt und wir warten gespannt und nicht lange darauf, dass sich die Sonne über die Berge schiebt.

    Wir lernen, dass es sich um das drittgrößte Geysirfeld der Erde handelt, in der das 'nah' liegende Magma das Wasser unter der Oberfläche erhitzt und mit Druck aus dem Erdreich presst. Das Wasser kocht hier, da wir uns auf ca. 4.200 Metern Höhe befinden, schon bei 85 °C.
    Wir bestaunen eine Fontäne nach der anderen und lernen unter anderem auch, dass schon die Inka diese Stätte kannten und als heilig empfunden haben. Hier haben sie tatsächlich Menschen und Kinder geopfert, indem sie diese in die kochenden Geysire geworfen haben - schrecklich!

    Zum Glück sind diese Zeiten vorbei und um uns herum bestaunen einige Gleichgesinnte das Naturschauspiel.
    So langsam wird es wärmer und auch die Fontänen nehmen ab. Wir verstehen jetzt, warum diese Tour so früh starten musste. Durch die Kälte der Luft in den frühen Morgenstunden entstehen die besonders hohen eindrucksvollen Fontänen des heißen Wassers. Nun nimmt der Wasserdampf mit der sich aufwärmenden Luft merklich ab.

    Daher fährt uns Ernsto jetzt zu seinem Lieblingsplatz, einem kleinen, von den Massen unbemerkten Geysir, aus dem sogar ein heißer Bach inkl. Miniwasserfall fließt. Hier baut er ein sagenhaftes Frühstück für uns auf. Es gibt frisches Rührei, Avokado, Aufschnitt, angegrillte Brötchen und chilenische süße Hörnchen. Dazu Kaffee, Tee und eine Mischung aus Yerba Mate und Cocablättern. Alles unheimlich lecker und so langsam wird uns in der nun aufgegangen Sonne auch so richtig warm.

    Dann fahren wir auch schon wieder zurück, vorbei an begrünten heißen Bächen in sonst toten Gegenden und kleineren Lagunen. In einer dieser Lagunen sehen wir einige Flamingos friedlich vor sich hin fressend. Die haben wir schon bei der Hinfahrt in den dunklen Morgenstunden erahnen können.

    Gegen Mittag kommen wir wieder in unserem Hotel an. Jetzt legen wir uns erstmal an den Pool, schlafen ein wenig und machen etwas, das wir den ganzen Urlaub noch nicht geschafft haben - wir lesen ein bisschen in den von uns die ganze Zeit mitgeschleppten Büchern. Abends dann noch einen Cocktail Pisco Sour und ein schönes Abendessen. Fühlt sich ja jetzt fast wie Urlaub an.

    Aber keine Sorge, heute Nacht geht's schon wieder weiter...
    Read more

  • Lichtjahre zum Greifen nah 🌟

    January 13 in Chile ⋅ ☀️ 27 °C

    Ein letztes Highlight - oder eher unzählige 'Highlights' - hat Atacama noch für uns parat. Berühmt ist diese Wüste nämlich nicht nur für ihre Trockenheit, sondern auch für ihren klaren und fast immer wolkenfreien Sternenhimmel. Von hier wurden eine Vielzahl bemerkenswerter astronomischer Entdeckungen gemacht, u.a. auch (Mithilfe anderer Standorte weltweit) das erste Bild eines schwarzen Lochs aufgenommen.

    Daher wollen auch wir uns von diesen Wundern des Universums begeistern lassen - und das gelingt!

    Am Abend holt uns ein - leider etwas muffiger - Fahrer vom Hotel ab. Andere Gleichgesinnte sind ebenfalls bereits im Wagen. Es herrscht eine ruhige, fast gespenstige Stille im Kleinbus.
    Wir fahren einige Minuten raus aus der Stadt, bis wir an einem dunklen Ort ankommen, der Weg ist mit roten Leuchten gekennzeichnet. Rodrigo, unser heutiger Astroguide, begrüßt uns herzlich in ruhiger Stimme. Er geleitet uns zu einem Sitzkreis. Decken liegen schon bereit.

    Wir nehmen in den gemütlichen Liegestühlen Platz, blicken gespannt in den dunklen und doch hell sternenerleuchteten Himmel und lauschen Ridrigos angenehmer Stimme. Er bringt uns in einer wundervollen Art die unendliche Weite es Kosmos näher; zunächst mit bloßem Auge staunen wir was wir alles erkennen können. Wir sehen Sternschnuppen, Sateliten und - Mithilfe Rodrigos - weitere Bruchteile das wundervollen Weltalls. Vor dieser Weite fühlen wir uns plötzlich wintzig klein.

    Mit einem Laserpointer erklärt uns Rodrigo u.a. das Sternenbild des Orion, die heute sichtbaren Sternzeichen Zwilling und Stier, das Kreuz des Südens (Sterne die gen Süden zeigen, einen "Südstern" gibt es nicht) und er zeigt uns eindrucksvoll die Rotation der Erde. Besonders beeindruckt sind wir, als Rodrigo auf zwei "Wolken" zeigt - wo kommen die her, der Himmel war doch wolkenlos. Es handelt sich vielmehr um die zwei Magellan Galaxien, also außerhalb unserer Milchstraße, die wir hier mit bloßem Auge sehen können. Sie wurden von dem berühmten Seefahrer das erste Mal schriftlich vermerkt. Atemberaubend!

    Danach dürfen wir mehrere Blicke durch die großen Teleskope werfen, die Rodrigo für uns vorbereitet hat. Wir sehen die Geburt von Sternen im "Weltraumnebel", Millionen mit bloßem Auge nicht sichtbare Sterne, den hellen blauen Schein des hellsten Sterns des Himmels, dem Sirius, sowie den letzten roten Schein des sterbenden Sterns im Sternbild des Orion.

    Besonders beeindruckend wird es aber dann, als Rodrigo die Teleskope auf die Planeten Saturn und Jupiter einstellt. Wir sehen unsere Nachbarsplaneten mit ihren 'Ringen' und 'Streifen' sowie sogar vier Monde des Jupiter.

    Später zündet Rodrigo noch ein Lagerfeuer an und wir sitzen zusammen bei heißen Getränken, Reserve-Rotweinen und Snacks. Zu gerne hätten wir uns noch weiter mit Ridrigo und insbesondere dem freundlichen älteren US-Amerikaner Robert unterhalten, als uns 'viel zu früh' schon wieder der kleine Minibus abholt. Wir werden den Himmel sicherlich nunmehr mit anderen Augen sehen.

    Am nächsten Morgen heißt es dann - nach einer langen Nacht - Abschied nehmen von Atacama. Wir nehmen den Bus in die Stadt Calama. Der Weg führt gerade durch die leblose und undankbare, aber doch so faszinierende Atacama-Wüste. Endlose Weiten von trockenem "nichts".

    Schließlich kommen wir in der Stadt Calama an. Diese ist eigentlich nur für eine Sache berühmt, denn unweit von ihr liegt die größte Kupfermiene der Welt. Ansonsten kann die Stadt, in der vorallem Glücksspiel und Prostitution vorherrschen, nicht punkten. Wir nehmen daher alsbald ein Taxi zum Flughafen. Das Mittagessen dort, so geplant, gestaltet sich allerdings als große Herausforderung. Das Angebot am Flughafen reicht von furchtbar bis schrecklich, also gönnen wir uns eine reichhaltige Packung Nachos mit Eiscreme.

    Als wir dann endlich abheben, fliegen wir über die schier endlosen Wüste. Das ganze Flugzeug schläft oder hat Flugangst, alle Fensterblenden sind zu, äußert seltsam... 😂
    Nach 1,5 h Flug ist unter uns noch immer kein Leben zu sehen. Lediglich hin und wieder kann man die Abbauflächen von groß angelegten Mienen sehen.

    Plötzlich sinkt das Flugzeug und schlagartig wird die Landschaft grüner. Wir kommen in Santiago de Chile an. Wir nehmen die Öffentlichen in die Innenstadt und fühlen uns insbesondere in der Metro sehr an Paris erinnert: knubbelig, eng, schnell und unfreundlich - effizient halt.

    Angekommen in unserem wunderschönen Hotel erwartet uns eine süße Überraschung. Zu unserem 'luna de miel' ist unser Zimmer besonders hübsch dekoriert.
    Wir genießen einen Pisco Sour auf der herrlichen Dachterrasse und schlendern danach durch die nahe gelegene Stadt, bis wir ein schönes Abendessen im Viertel Bellavista einnehmen. Wir freuen uns schon, morgen die Stadt zu entdecken...
    Read more

  • Santiago - Metropole unter den Anden

    January 14 in Chile ⋅ ☀️ 23 °C

    Santiago de Chile: Hauptstadt, politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Chiles, Metropole und Weltstadt. Was können wir von der großen Stadt erwarten, die insbesondere wegen ihrer starken sozialen Ungleichheit und Smogproblemen bekannt ist? Letzteres ist uns schon bei der Landung aufgefallen, richtig diesig war die Luft. Dies liegt besonders daran, dass Santiago im Kessel der Berge liegt und am Fuße von über 6.000 Metern hohen Bergen. Von oben auf der Dachterrasse unseres Hotels sehen wir vom Smog aber nichts, uns erwartet schon am Abend eine gute Sicht auf viele moderne Hochhäuser und kleine Berghügel. In der Ferne sehen wir sogar die beeindruckenden schneebedeckten Gipfel.

    Als wir dann am Morgen die Stadt bei herrlichem Wetter besichtigen, zeigt sich uns der Teil der Stadt ausgesprochen gepflegt und sauber. Wir 'klettern' den Hausberg am Zentrum herauf, den Cerro San Cristóbal und wundern uns um die herrlichen Gartenanlagen, die hier perfekt angelegt sind und dauerhaft bewässert werden. Selbst Bäume werden hier ständig gegossen.

    Oben angekommen erwartet uns ein kirchlicher Gipfel. Auf dem Gipfel steht eine gigantische Marienstatue, in der sich eine Kapelle befindet. Drumherum ist eine kleine Kirche mit ewigem Gebet und ein großer 'Open Air' Messplatz. Über die Lautsprecher ertönen Gesang und Gebet - mit grandiosem Blick auf die Stadt... hat was.

    Danach spazieren wir in die Altstadt und machen einen kurzen Zwischenstopp im Museum Bellas Artes.
    In der Altstadt - die uns nicht sonderlich außergewöhnlich vorkommt und an eine Mischung aus europäischer und nordamerikanischer Großstadt erinnert - wimmelt es von Menschen. Obwohl wir vorsichtig sind erinnert uns ein freundlicher Herr nochmal daran, auf unsere Handys aufzupassen. Zwar wirkt hier alles deutlich sauberer als bspw. in Buenos Aires, wohler und sicherer haben wir uns aber dort gefühlt. Irgendwie kam uns dort alles fröhlicher und authentischer vor.

    Dennoch gefällt uns Santiago ausgesprochen gut und überzeugt durch sehr gepflegte Parks und Straßen. Da uns das Mittagsangebot nicht umhaut, fällt das Mittagessen heute sogar aus, wir gönnen uns lieber nur einen typischen ‚Saft’ - eine Art Zuckersirup indem zu unserer Verwunderung Getreidekörner eingelegt sind und ein Eis, haben ja gut gefrühstückt. Abends wollen wir ja schließlich ins bekannte Barrio Italia essen gehen. Also schlendern wir noch ein wenig durch die Stadt, auf den kleineren Cerro Santa Lucia und über einen hübschen Kunstmarkt, bis wir uns dann am Nachmittag zum Aperitivo auf der Dachterrasse unseres Hotels wiederfinden.
    David nutzt die Gelegenheit nach dem Pisco Sour für eine kleine 'Schwimmeinheit' in dem geräumigen Pool.

    Als wir zum Abendessen dann im hübschen Viertel Barrio Italia ankommen, schlendern wir gemütlich durch die Straßen und suchen ein nettes Restaurant. Italienisch soll man hier essen.
    Wir finden dann aber alles, nur kein italienisches Rsstaurant - jedes zweite heißt hier aber Italia.
    Besonders schockiert sind wir, als wir die ,italienische' Spezialität sehen: Burger mit Avocado, Tomate, Patty und dazu Pommes.

    Da das Mittagessen bekanntlich sehr klein ausgefallen ist, meldet sich alsbald der Magen und wir geben auf. Amüsiert gönnen wir uns 'italienische Spezialitäten' und dazu ein typisches Cerveza. Ja ne, ist klar, in dem Sinne: Bella Ciao 🇮🇹

    War trotzdem sehr schön und zufrieden gehen wir gemütlich durch die hübsche Stadt zurück ins Hotel.
    Read more

  • From Coast to Coast

    January 15 in Chile ⋅ ☀️ 23 °C

    Wie könnten wir besser unseren Südamerika-Urlaub abschließen als mit dem zweiten und größten Weltozean. Standen wir vor 3 Wochen noch am Atlantik und winkten nach Europa, so wollen wir heute Neuseeland grüßen👋.

    Der Plan, an die Küste nach Viña del Mar zu fahren, um einen Tag Strand zu genießen, ist also geschmiedet. Ein letztes Mal auf dieser Reise klingelt unser Wecker früh (7:00 Uhr). Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Teilchen, Ei und Müsli machen wir uns also auf zum Busbahnhof von Santiago. Wir können es kaum glauben: hier fährt sogar FlixBus 😂. Online also schnell ein Ticket per App besorgt sitzen wir keine 10min später im Bus und begeben uns auf die zweistündige Fahrt an die Küste.

    Vorbei an einigen chilenischen Plantagen und Weinfeldern, vergeht die Fahrt wie im Flug und bald schon entdecken wir hinter den letzten Hügeln das Blau des Ozeans.

    Leider ist die Innenstadt von Viña del Mar - in der sich auch der Busterminal befindet - etwas schmuddelig. Nach einem kleinen Pitstop in einem Kaffee eilen wir also schnell zur Strandpromenade.

    Was ein Anblick, der Sandstrand erstreckt sich kilometerweit über die gesamte Länge der viertgrößten Stadt Chiles mit einer breiten Promenade, die größtenteils von Palmen gesäumt ist. Wir sind voller Vorfreude, ins Wasser zu springen und halten nach einem guten Spot Ausschau.

    Doch Fehlanzeige, überall wo wir hinschauen ist Baden verboten und rote Flaggen indizieren die Gefahr, die das Wasser wohl birgt - dabei sieht es so harmlos aus. Fast enttäuscht und da es bereits auf dem späten Mittag zugeht nehmen wir erstmal in einem kleinen Strandbistro Platz, um etwas zu essen und uns vor der Mittagssonne zu schützen.

    Wir probieren diesmal chilenische Empanadas, die in Fett ausgebacken werden und deutlich größer sind als ihre argentinischen Gegenspieler. Unser Votum: 1:0 Argentinien.

    Gestärkt vom Essen entschließen wir uns noch ein Stück weiter die Küste hochzulaufen und werden tatsächlich hinter einer kleinen Bucht fündig. Hier liegt ein netter Strand an dem man unter Aufsicht vom chilenischen „Baywatch“ auch schwimmen darf. Schnell noch einen Sonnenschirm ausgeliehen und ein ruhiges Plätzchen gefunden und endlich kann unser Strandtag starten… und wir genießen ihn im vollen Zügen.

    Außer Wellenreiten, Buchlesen und Faulenzen machen wir stundenlang garnichts mehr. So schön könnte Urlaub immer sein… 😅. Die Wellen hier haben eine solche Kraft, dass sie einen tatsächlich von den Füßen reißen, wenn man nicht aufpasst. Wenn man aber aufpasst, machts riesigen Spaß.

    Zum Abend hin genießen wir noch den wunderschönen Sonnenuntergang über dem Pazifischenhorizont und machen uns dann wieder auf zum Busbahnhof. Leider finden wir auf dem Weg kein einigermaßen ansprechendes Lokal oder Snackbar mehr und müssen erneut mit trocken Brot aus dem Supermarkt Vorlieb nehmen, welches wir „genüsslich“ auf der Busfahrt zurück nach Santiago verspeisen. 😏

    Zurück in Santiago setzen wir uns dann noch mit dem vom Hotel zum Honeymoon geschenkten Rotwein auf die Dachterrasse und schauen in die tausenden Lichter der Stadt - ach ne, die ist schon geschlossen, dann eben aufs hübsche Zimmer. Die Licher der Stadt sehen wir trotzdem. Fast so schön wie Sternegucken, aber nur fast 🌟🌟.
    Read more

  • Adiós Chile -> ab nach Hause

    January 16 in Chile ⋅ ☀️ 26 °C

    Etwas wehmütig und ohne wirklichen Plan für den Tag wachen wir heute Morgen im Hotel auf. Bis unser Flieger heute Nachmittag (17:00 Uhr) gen Heimat startet haben wir noch etwas Zeit und entschließen uns also den Tag gemütlich angehen zu lassen.

    Ersteinmal ausgiebig frühstücken, Taschen packen, auschecken und für den Flug online einchecken. ✅
    Als also all die „To Dos“ erledigt sind haben wir immer noch etwas Zeit und machen einen kleinen Abstecher zum Supermarkt - schließlich wollen wir uns noch mit wichtigen „Supplies“ eindecken: Yerba Mate und ein paar Dulce de Leche Cookies, die wir hier lieben gelernt haben.
    Supermärkte in anderen Ländern sind ja auch immer eine Erfahrung wert und hier in Chile fällt uns insbesondere auf, wie viel Süßkram hier angeboten wird. Sogar eine eigene Kuchenwand gibt es hier.

    Nach unserer kurzen Shopping Tour entschließen wir uns noch ein letztes Mal richtig typisch zu essen. Wir geben Chile also nochmal eine letzte Chance, denn das Essen war hier bisher maximal durchschnittlich...
    Auf dem Weg zum empfohlenen Fisch-Restaurant, kommen wir noch an einer komplett verkohlten Kirche - Iglesia de la Veracruz - vorbei. Wie wir lernen ist diese im 19. Jahrhundert erbaute Kirche, 2019 Opfer von Brandstiftung geworden und von innen komplett verbrannt. Sehr bedrückend.

    Zwei Häuser weiter finden wir dann auch unser Restaurant und nehmen auf der Terrasse der „República Independiente del Pisco“ Platz. Wie zu erwarten, gehört in dieser urigen und etwas ironischen Gaststätte direkt ein Pisco Sour zum Mittagsmenü. Wir wählen also einmal das Menü und einmal einen frischen Teller Ceviche. Ein super typischer Abschluss für unsere Woche in Chile. Und diesmal enttäuscht uns die Küche endlich nicht mehr, es schmeckt frisch und unheimlich lecker. Geht doch, Chile 🇨🇱

    So langsam drängt allerdings die Zeit. Wir machen uns also mit schnellen Schritten auf den Weg zurück zum Hotel, packen unsere 7 Sachen und düsen zum Flughafen.
    Hier angekommen klappt (fast) alles reibungslos - David wird bei der Sicherheitskontrolle zurückgewiesen da seine PowerBank angeblich zu viel Kapazität habe - gut, dass wir mit der schon problemlos durch (fast) ganz Südamerika gereist sind. Riesen Aufstand, nochmal zurück zur Ausreisebehörde Reisepass hinterlegen, zum LATAM-Schalter einen Wisch abholen, dass die PowerBank genehmigt ist - die PowerBank selbst wird nicht geprüft - und wieder zurück zur Security Control. Am Ende kein Problem, aber schon ein seltsames Gefühl ohne Passport durch den Flughafen zu laufen 😅.

    Durch die ganze Aktion bleibt aber nicht mehr viel Zeit am Flughafen und so heben wir schon recht schnell ab zu unserem ersten Zwischenstopp São Paulo.
    3,5h später sitzen wir also am Flughafen in Brasilien, werfen uns “wintertaugliche” Kleidung über und warten auf unseren nächsten Flug. Leider haben wir auf dem längsten Flug der Reise keine Plätze nebeneinander - aber seis drum, wir wollen ohnehin schlafen.

    Pünktlich und fast ausgeschlafen 🥱 erreichen wir 12 h später um 14:40 Uhr Ortszeit Frankfurt am Main und sind fast verwundert, dass uns plötzlich jeder auf Deutsch anspricht. Willkommen zurück.

    Schnell mit Lufthansa nach Düsseldorf 'rüber gesteppt' kommen wir schließlich endlich in bitterkalten Zuhause an. Was für eine schöne Reise!
    Jetzt gehen wir erstmal schlafen und um die Wäscheberge kümmern wir uns erst morgen. 😃

    Wir freuen uns, dass ihr unserer Reise gefolgt seid und bedanken uns insbesondere bei Euch allen, die uns diese Reise ermöglicht haben, wir werden sie sicherlich nie vergessen! ❤️
    Read more

    Trip end
    January 17, 2026