Turiner Dom mit dem Grabtuch
20 April, Itali ⋅ ☀️ 19 °C
Nachdem es mit dem Aufzug wieder nach unten ging und ich wieder bei Nadine war, ging’s wieder zurück ins Zentrum mit dem Ziel, zum Königspalast zu gehen. Hier wollten wir auch ins Innere. Nachdem der direkt danebenliegende Dom von Turin jedoch mittags schließt, sind wir zuerst in den Dom rein. Überraschenderweise kostenfrei, sowohl für den Dom selbst, als auch um das Grabtuch zu sehen. Der Duomo di Torino, offiziell die Kathedrale San Giovanni Battista, ist die wichtigste Kirche von Turin. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und ist damit eine Renaissancekirche, was sie von vielen anderen italienischen Kathedralen unterscheidet, die oft gotisch sind. Die Fassade besteht aus hellem Marmor und wirkt vergleichsweise schlicht und elegant. Im Inneren ist der Dom eher zurückhaltend gestaltet. Klare Struktur, weniger prunkvoll als barocke Kirchen und eine ruhige, helle Atmosphäre. Der Duomo di Torino ist die wichtigste Kirche von Turin. Der Bau entstand zwischen 1491 und 1498 auf den Überresten älterer Kirchen. Der Dom selbst ist schön, jedoch nicht annähernd so stark verziert und beeindruckend wie manch andere Kirche, die wir in diesem Urlaub gesehen haben. Ein Highlight im Dom ist jedoch sicherlich das Grabtuch. Besonders prägend ist daher auch die Verbindung zur Kapelle des Grabtuchs, die architektonisch deutlich komplexer und barocker ist als der eigentliche Dom. Das Turiner Grabtuch ist eines der bekanntesten und zugleich umstrittensten religiösen Objekte der Welt. Viele Gläubige glauben, dass es das Grabtuch von Jesus Christus ist, also das Tuch, in das sein Körper nach der Kreuzigung eingewickelt wurde. Das Bild wäre dann eine Art Abdruck seines Körpers. Es wird im Duomo di Torino in Turin aufbewahrt und zeigt das schwache Abbild eines Mannes, der Spuren von Kreuzigung und Misshandlung trägt. Das Tuch ist etwa 4,4 Meter lang und 1,1 Meter breit und besteht aus Leinen. Darauf ist eine doppelte Darstellung eines menschlichen Körpers zu erkennen, Vorder- und Rückseite. Historisch taucht das Grabtuch im 14. Jahrhundert in Frankreich auf und gelangte später in den Besitz des Hauses Savoyen, das es schließlich nach Turin brachte. Seitdem wird es dort aufbewahrt. Wissenschaftlich ist das Grabtuch stark umstritten. Untersuchungen aus den 1980er-Jahren datierten das Material auf das Mittelalter, was gegen eine Entstehung zur Zeit Jesu spricht. Andere Studien stellen diese Ergebnisse jedoch infrage, sodass die Herkunft bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Unabhängig von der wissenschaftlichen Debatte hat das Grabtuch eine enorme religiöse Bedeutung. Es wird nur selten öffentlich gezeigt, zieht dann aber große Pilgermengen an.Baca lagi


















