• Im Inneren der Kathedrale

    17 Julai, Scotland ⋅ ☁️ 17 °C

    Das Innere der Glasgow Cathedral zählt zu den beeindruckendsten mittelalterlichen Kirchenräumen Schottlands. Besonders bemerkenswert ist, dass große Teile der ursprünglichen Bausubstanz aus dem 12. bis 15. Jahrhundert erhalten geblieben sind, eine Seltenheit, da viele schottische Kirchen während der Reformation stark verändert oder zerstört wurden. Die Hauptkirche beeindruckt mit ihrem hohen Kreuzrippengewölbe, mächtigen Sandsteinpfeilern und einer Länge von fast 90 Metern. Die schlanken Säulen und Spitzbögen lassen den Raum außergewöhnlich hoch und licht wirken, typisch für die gotische Architektur. Die Buntglasfenster stammen größtenteils aus dem 19. und 20. Jahrhundert, da die mittelalterlichen Fenster während der Reformation verloren gingen. Sie zeigen Szenen aus der Bibel sowie das Leben des heiligen Mungo und tauchen den Innenraum bei Sonnenschein in farbiges Licht. Vor dem Chor befindet sich ein kunstvoll geschnitzter Lettner aus schwarzem Stein, der den Bereich des Chors vom Langhaus trennt. Er wurde im 20. Jahrhundert ergänzt, orientiert sich jedoch an mittelalterlichen Vorbildern und fügt sich harmonisch in die gotische Architektur ein. Im Chorraum befinden sich fein geschnitzte Chorgestühle aus Eichenholz sowie der Hauptaltar. Lediglich in dem Bereich finden bis heute Gottesdienste und kirchliche Feiern statt. Trotz ihres Alters wirkt die Kathedrale überraschend schlicht. Im Gegensatz zu vielen katholischen Kathedralen Europas verzichtet sie weitgehend auf Gold, üppige Fresken oder barocke Ausschmückungen. Die Wirkung entsteht vielmehr durch die gewaltige Architektur, das Spiel von Licht und Schatten sowie die jahrhundertealte Atmosphäre. Beinahe so wie es im Buch die Säulen der Erde beschrieben ist, auch wenn dieses auf einer anderen Kathedrale basiert.Baca lagi